Frieda Lamberti: Apfelzeit am Deich

Ich habe bereits zwei Romane von Frieda Lamberti gelesen. Mit „Apfelzeit am Deich“ entführt uns die Autorin nun auf einen Apfelhof ins Alte Land.

Flugbegleiterin Merle war zwölf, als es zur Trennung ihrer Eltern kam. Diese Zeit hat sie nachhaltig geprägt und sie hat heute kaum noch was mit ihren Verwandten zu schaffen. Nur ihre Großmutter steht ihr nahe. Sie bewohnt einen wunderschönen Apfelhof im Alten Land. Grete, so ihr Name, ist jedoch nicht mehr die Jüngste und deshalb versucht Merle, ihre Verwandten dazu zu bringen, sich um sie zu kümmern. Aber keiner erklärt sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen.
Merle reist deshalb zu ihr. Und zeitgleich ist es eine Flucht vor ihrem Freund. Dieser möchte eine Zukunft mit ihr und will sesshaft werden. Aber die von der Trennung ihrer Eltern geprägte Merle hat damit ein Problem. Sie merkt, wie wenig sie von ihren Ängsten und inneren Konflikten sie nicht gelöst hat. Sie will bei ihrer Großmutter zur Ruhe kommen und wieder klar denken können. Doch dort begreift sie, dass sie ihre eigene Familie so gar nicht kennt. Ein Geheimnis folgt aufs andere, welches sich nun lüftet.

Merle war zwölf, als ihre Eltern sich trennten – ein Bruch, der sie bis heute prägt. Jahre später, lebt sie als Flugbegleiterin ihr eigenes Leben und hat kaum noch Kontakt zu ihren Verwandten. Nur ihre Großmutter Grete, die auf einem Apfelhof im Alten Land wohnt, bleibt ihr nah. Doch Grete ist alt geworden, und Merle sieht sich gezwungen, ihre Angehörigen dazu zu bewegen, sich um die alte Dame zu kümmern. Doch sie alle sind zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Es geht um die Geheimnisse, die drei Generationen ihrer Familie entzweien. Kann ausgerechnet Merle diese wieder zusammenführen? Und wie kann sie dabei ihre eigenen Wunden heilen?

Ich habe nach dem Lesen des Klappentextes einen tiefgründigen Roman erwartet- und den habe ich auch bekommen. Frieda Lamberti schreibt zwar recht cosy Romane, aber sie sind alles andere als flach und plump. Ihre Storyplotts sind vielschichtig und sehr mitreissend.

Ihr Schreibstil ist besonders, aber dennoch leicht und locker. Sie hat mit Merle erneut eine Protagonistin skizziert, die mich berührt hat und die ich sehr sympathisch finde. Sie erschafft immer wieder Charaktere, die wie aus dem Leben gegriffen wirken.

Das Setting rund um den Apfelhof habe ich sehr gemocht. Das Alte Land reizt mich sehr, ich konnte gedanklich durch die bildhafte Beschreibung der Autorin dort hinreisen. Und ich muss sagen, mich hat ein Roman lange nicht mehr so berührt bei einer eigentlich so simplen Geschichte.

Ich habe es sehr genossen, mit Merle die Geheimnisse ihrer Familie zu lüften und konnte sehr tief in die Geschichte hineintauchen. Hinzu kommt ein wunderschönes Cover.

Ein herbstlicher, tiefgründiger Roman, der einfach nur viel Lesefreude bereitet.