Lia Louis: 21 Tage zum Verlieben

Biologin Allie steht der Liebe kritisch gegenüber. Die Wissenschaftlerin anaylsiert sie rein faktisch und glaubt auch nicht an sie. Auf dem Rückflug nach London, wo sie lebt, vertauscht sie ihrH Handy mit dem ihres unbekannten Sitznachbarn. Und dieser ist ausgerechnet Filmar Milo Ford. Ein absoluter Frauenschwarm, sehr attraktiv und erfolgreich. Sie können ihre Handys aber erst mal nicht tauschen, denn Milo befindet sich im rumänischen Gebirge, wohin kein Pakerbote kommt. Und das bedeutet: sie übernehmen das Handyleben des anderen für 21 Tage. 3 Wochen also. Und so kommt es, dass sie die Nachrichten und andere Offenbarungen des anderen bekommen. Und während dieser 3 Wochen entsteht dadurch eine Verbindung zwischen ihnen und sie kommen sich auf ungewöhnliche Weise näher, lernen sich kennen… Dann stehen sie sich gegenüber, aber es passiert etwas, was jegliche behutsame Annäherung zerstört…

Was für eine geniale Ausgangssituation für einen Roman ! Und meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sie wurden sogar übertroffen.
Allie ist die typische Wissenschaftlerin, die Liebe und Gefühle für eine hormonelle, chemische Sache sieht und das hat mich sehr amüsiert. Sie ist trotzdem sehr sympathisch und ihr Gegenstück ist Milo. Der perfekte Frauenschwarm, hinter dessen Fassade so viel mehr steckt.
Ich mag den Teil, als die Beiden sich noch nicht wieder gesehen haben und sie die 21 Tage mit dem virtuellen Leben des anderen klar komen müssen.
Dann treffen sie wieder aufeinander und ab da wird die Geschichte noch emotionaler und packender. Ich habe echt mitgefiebert, denn es passiert ein Plottwist. Einer von Beiden veröffentlicht die Medien des Handys in der Öffentlichkeit. Was genau es damit auf sich hat, möchte ich nicht spoilern. Denn das ändert alles zwischen ihnen, obwohl sich auf dem ungewöhnlichen Wege der 21 Tage bereits zarte Gefühle gebildet hatten.
Es ist nicht mein erster Roman der Autorin, daher kenne ich ihren Schreibstil bereits. Er ist erfrischend, locker leicht, aber besitzt genau den richtigen Punkt an Emotion. Lia Louis hat auch ein Gespür für feinen Humor, den besitzt die Geschichte definitiv auch. Der Schreibstil ist sehr fesselnd.

Ein rundum gelungener Liebesroman mit ausgefallenem Ausgangssetting. Zwei tolle Protagonisten, ein wunderbarer Schreibstil. Das Resultat: ein Lesehighlight, mit dem ich nicht gerechnet habe. Einfach ein absolut schöner Roman, der mein Herz erobert hat.

 

Laure Lee: Nächte im Savoy- Das Versprechen eines Gentlemans

Zum dritten (und scheinbar) letzten Mal entführt uns Laura Ree ins Regency Londons, dieses Mal ins Jahr 1898.

Lady Kay Matheson hat keine guten Erfahrungen mit der Liebe gemacht. Ihr Herz gehärte einst dem Abenteurer Devlin Sharpe, der sich einfach so aus dem Staub gemacht hat und nach Afrika ging. Seitdem ist ihr Herz gebrochen hat und sie hat kein gutes Standing in der Gesllschaft Londons.
Das Buch spielt dann 14 Jahre später. Kay ist mit Wilson verlobt, einen Millionär aus Amerika. Sie wollen im wunderschönen Savoy heiraten, aber dann kommt alles anders. Devlin ist wieder da und mit ihm die intensive Anziehungskraft zwischen ihnen. Was soll Kay tun? Ihren Gefühlen nachgeben und sich auf den Mann erneut einlassen, der ihr das Herz brach? Oder gibt sie Wilson das Ja-Wort, den sie nicht liebt? Ihr Gefühlskonflikt wird durch weitere Begegnungen mit Devlin verstärkt. Trifft sie die Entscheidung des Herzens oder der Vernunft?

„Das Versprechen eines Gentlemans“ ist mein liebster Band dieser Reihe und ich mag alle Teile. Kay ist eine wunderbare Protagonistin, die mein Leserinnenherz durch ihre Art wirklich erobert hat. Ich habe es so nachfühlen können, wie sie sich am Rande der Gesellschaft fühlt und die Autorin schafft es wieder, dass ich mich wirklich ins London der Regencyzeit versetzt gefühlt habe.

Das liegt auch an ihrem äußerst flüssigen, leichten Schreibstil. Zeitgleich ist er zeitgenössisch und die Emotionen kommen auch nicht kurz. Mit Kay hat sie eine charakterstarke Lady gezeichnet, die viele Facetten besitzt und die wir Leser:innen einfach toll finden müssen. Denn sie weiß eigentlich ganz genau, was sie will- eigentlich. Ihr Herz gehörte immer Devlin, der einfach so nach Afrika ging und sie zurück ließ. Das hat sie nicht überwunden und nun ist sie soweit, Wilson zu heiraten, für den sie keinerlei romantische Gefühle hegt.

Ich liebe es, mit welchen Emotionen und mit welcher gesunden Tension die Autorin auch wieder die Dvoialoge zwischen Kay und Devlin versehen hat. Ich habe so mit Kay gelitten, mitgefiebert und ihr Gefühlschaos war absolut mitreissend.

Eine wundervolle Regency-Geschichte, die einmal mehr beweist: im Genre gibt es viel mehr als Julia Quinn und ihre göttliche „Bridgerton“-Reihe. Die Bücher von Laura Lee kommen dem ziemlich nahe.

Ein toller dritter Band, der intensiv und emotional ist, einfach Spaß macht.

Gerne mehr von der Autorin- oder auch aus der Reihe?

 

Keira Knightley: Ich Hab Dich Ganz Genauso Lieb

Für Eltern ist es ein weiteres Wunder, wenn ein weiteres Kind zur Welt kommt. Doch für Bruder oder Schwester ist es nicht immer leicht. das bisherige Leben wird komplett verändert, plötzlich ist man große Schwester oder auch großer Bruder.

Keira Knightley nimmt sich dem an und hat mit „Ich hab dich ganz genauso lieb“ den Sorgen und Eifersüchten an. In der Geschichte geht die baldige große Schwester auf eine wundervolle Reise, die an einen Traum erinnert. Sie reist durch magische Wälder, über weite, geheimnisvolle Meere und hält sich an die Notuzen der geliebten Mama, dass sie bald wieder nach Hause findet.

Ein unglaublich schönes, einfühlsames und gefühlvolles Buch. Eine Fabel, die dazu anregt, dem Kind zu zeigen: „Du bist genauso wichtig. Wir lieben dich genauso.“ Dieses Buch kann helfen und beflügeln und macht die „ersten“ Kinder vielleicht sogar zu stolzen großen Geschwistern.

Wundervolle Bilder vervollständigen dieses so wichtige Thema. Einfach toll!

Und die Ausstattung ist absolut hochwertig und veredelt. So bereichernd!

 

Annette Bjergfeldt: Mr. Saitos reisendes Kino

Annette Bjergfeld hat mit ihrem seelenvollen Roman „Mr. Saitos reisendes Kino“ nicht umsonst einen echten Bestseller gelandet. Heute möchte ich euch von diesem bemerkenswerten Buch berichten.

Fabiola ist in Buenos Aires in einem Kloster aufgewachsen. Sie liebt schöne Schuhe und das Tango Tanzen.
Sie ist gerade mal 17 Jahre alt, als sie ihre Tochter Carmelita zur Welt bringt und deshalb das Kloster verlassen muss. Diese wird nur „Lita“ genannt und leidet darunter, dass ihre Mutter sie nicht wirklich sieht, sondern sich auf schöne Schuhe eingeschossen hat, die sie ständig auf der Straße sieht und denen sie folgt. Deshalb stellt sich Lita einen imaginären Freund namens Ei vor.
Fabiola findet eine Anstellung als Verkäuferin in einem Schuhgeschäft und fortan liegen Mutter und Tochter in der Mansarde über dem Laden.
Aber dann beginnt eine politische Krise im Land und Fabiola muss mit ihrer Tochter fliehen. Sie will mit ihr nach Paris gehen, aber der Weg führt sie auf die Insel Upper Puffin Island. Dort kommen die Beiden im Seemannsheim Bethlehm unter, die taube Besitzerin Maggie nimmt sie auf. Dann lernt Lita die taube Oona kennen- und eine echte Freundschaft beginnt.
Fortan verfolgen wir Litas unglaubliche, umfangreiche Geschichte in 7 Zeitabschnitten. Wir erleben, wie sie das Leben auf der Insel für sich sichert, der Liebe begegnet und über sich selbst hinauswächst. Dann taucht Mr. Saito mit seinem Wanderkino auf der Insel auf und Lita und Oona geraten in die Welt des Films…

Dieser Roman beinhaltet so viele Plottwits und Ereignisse, ich bin ja teilweise gar nicht zum Atmen gekommen. So hat sich die schnelle Abfolge der vielen Ereignisse angefühlt. Wie vielschichtig will ein Roman denn noch sein?

Die Autorin hat einen ganz besonderen, beeindruckenden Schreibstil. Er ist hoch emotional, tiefgründig, lebhaft und absolut mitreissend. Trotz der dichten Ereignissabfolge, bleibt noch genug Platz für Gefühle und Spannung.

Ein absolut unterhaltsamer Roman, der nicht umsonst ein Bestseller in Dänemark geworden ist. Eine Bereicherung für meine persönliche Bibliothek und das Buch hat bereits einen Ehreplatz darin eingenommen.

Berührend, intensiv und absolut unterhaltsam.

 

 

Tanja Janz: Winterlicht Am Meer

Ein winterlicher Liebesroman kommt in diesem Jahr mit „Winterlicht am Meer“ von Tanja Janz. Die Autorin lässt das Buch wieder in St.-Peter-Ording spielen.

Imke kehrt nach SPO zurück! Ihr Vater braucht Hilfe. Er ist Pfarrer und sie ist in seine Fußstapfen getreten, indem sie ebenfalls Pastorin geworden ist. Doch ihre Kirch in der Nähe von Münster schließt und sie braucht einen neuen Job. Da kommt der Ruf nach Hilfe durch ihren Vater gerade richtig. Er hat sich das Bein gebrocken, liegt im Krankenhaus und braucht eine Vertretung als Pfarrer in St.-Peter-Ording.

Die Adventszeit steht bevor, als Imke also in ihre nordfriesische Heimat zurückkehrt. Diese Rückkehr fällt ihr nicht
ganz leicht. Denn als sie den Ort vor 7 Jahren verlassen hat, stand sie vor den Trümmern ihrer Jugendliebe zu Simo und
auch die Freundschaft zu ihre eigentlich besten Freundin Sinja verlief im Sande.
Sie hat Angst, dass sie in SPO wieder mit alten Gefühlen konfrontiert wird und dass der Schmerz wieder hochkommen
könnte. Aber sie will ihrem Vater helfen und nimmt die Vertretungsstelle an.

Die Ereignisse nach ihrer Rückkehr werde ich nicht spoilern. Imkes zweite Chance in SPO ist eine tolle Geschichte, die mich sofort abgeholt hat. 

Der Fokus liegt in diesem Roman nicht nur auf den Gefühlen für Simo und was aus ihnen wird. Es geht auch um Freundschaft, alte Trauer und alten Schmerz. Aber auch darum, wie die junge Pastorin Imke ihren Weg beruflich findetl
Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die Nebenprotagonisten und die Nebenerzählstränge. Dieser verleihen diesem tiefgründigen Küstenroman mit sehr winterlichen Setting noch mehr Tiegründigkeit und das Buch deckt auch einige wichtige Themen ab. Nächstenliebe, Vertrauen,. Zusammenhalt, Loyalität und Menschsein.

Ein wunderbarer Roman, der mich sehr berührt und mein Leseherz wirklich erobert hat. Tanja Janz beherrscht ihr Handwerk definitiv und konnte mich mit „Winterlicht am Meer“ erneut begeistern.