Luna von Eisenhart Rothe: Die Sünden Der Anderen

Manchmal nimmt der Alltag überhand und ich vergesse, eine Rezension zu veröffentlichen. Das möchte ich hiermit gerne nachholen. Schon vor einer ganzen Weile erreichte mich der Roman „Die Sünden der Anderen“ aus der Feder von Luna Von Eisenhart Rothe. Heute möchte ich euch endlich die Rezension dazu ans Herzs legen. Wenn ihr Lust auf eine vielschichtige, intensive Familiengeschichte habt, ist der Roman eine klare Leseempfehlung. Aber lest selbst…

Anna war die beste Freundin von Tesas Mutter. Aber sie war immer ein rotes Tuch für die Familie, seit sie der Liebe wegen vor langer Zeit auf eine spanische Insel ausgewandert ist. Tessa hat das Gefühl, dass ausgerechnet Anna ihr helfen kann bei der Klärung der Frage, woher sie kommt. Anna erinnert sich und berichtet ihr von Ereignissen in den 70er Jahren und schafft es damit, Anna ein wenig Einblick in ihre Geschichte zu gewähren. Aber ganz offen ist sie nicht zu Tessa. Was verbrigt sie nur vor ihr?

Doch dann erschüttert ein brutaler Mord alles und Tessa muss sich die Frage stellen: was hat sie mit allem zu tun? Warum fühlt sie sich mit Anna so verbunden und mit den ganzen Ereignissen? Und was ist das für ein Geheimnis, welches sie scheinbar nicht erfahren sollte?

Ich mag tiefgründige, vielschichtige Romane- und bin mit diesem Buch voll auf meine Kosten gekommen! Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, einfühlsam und packend. Teilweise habe ich ihn als poetisch empfunden und das mag ich. Ich bin vollkommen ins Geschehen eingetaucht. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, was das Lesen für mich noch erlebbarer und intensiver macht. Auf der einen Seite befinden wir uns in der Gegenwart und erforschen mit Tessa das Geheimnis rund um ihre Herkunft. Und wollen mit ihr die nagende Frage danach beantworten können. Dann wiederum entführt uns Autorin Luna in die Vergangenheit, wir werden Zeugen von den Geschehnissen damals. Mich hat vieles überrascht, der Storyplott war für mich nicht vorhersehbar.

Durch den flüssigen Schreibstil habe ich jede Seite regelrecht verschlungen. Die Protagonisten sind authentische Charaktere. Tessa hab ich in mein Herz geschlossen, aber auch die etwas egozentrische Anna.
Außerdem mag ich das Setting, welches dem Roman einen besonderen Flair verleiht.

Ein intensiver, spannender Roman über Familiengeheimnisse. Er konnte mich überraschen und hat mich großartig unterhalten.

Petra Grill: Die Mondtänzerin

Fasziniert euch die Welt des Zirkus ebenfalls so wie mich? Dann möchte ich euch mit „Die Mondtänzerin“ einen historischen Roman rund um einen legendären Zirkus ans Herz legen…

Pipa ist einst in einer bitterkalten Nacht als Findelind in einem Eisenbahnwagen zur Welt gekommen. Doch sie bleibt nicht auf sich allein gestellt: Rosalia, eine recht maskuline Frau, nimmt sie auf und zieht sie mit Gewichtestemmer Antonio groß wie ihre eigene Tochter. Die Zieheltern gehören zur Gruppe „Menagerie Continental“, der Vorreiter des heute legendären Zurkus Krone. Und Pipas Weg ist ebenfalls vorbestimmt. Sie wird eine umjubelte Artistin. Aber sie erkennt bald, dass sie ihre wahre Herkunft wissen möchte. Sie ist irgendwie heimatlos. Und da ist noch Henry, die Liebe ihres Lebens. Eines Tages bricht der zweite Weltkrieg aus- und trennt Pipa von Henry und der Zirkus steht vor dem Aus…

Ich habe wirklich Zirkusluft geschnuppert. Die Geschichte geht zu Herzen, ist sehr vielschichtig und hat mich voll überzeugt. Das Findelkind Pipa wird zu einer gefeierten Artistin, sie liebt das Publikum und die Höhe. Und trotzdem stellt sie sich immer wieder die Frage, woher sie wirklich kommt. Ich mag die Liebesgeschichte zu Henry sehr, die Autorin schildert diese intensiv und berührend. Umso tragischer ist das Schicksal, welches das Paar bald auseinander treibt. Einen Einblick in die Gründung des Zirkus Krone zu erhalten, hat mir großen Spass bereitet. Denn es ist eine ganz andere, spezielle Welt voller skurriler Menschen und Künstler. Auch diese Atmosphäre hat die Autorin wunderbar transportiert. Ihr Schreibstil ist sensibel, aber auch bildgewaltig und gut verständlich.

Eine Geschichte einer starken jungen Frau in den Wirren des zweiten Weltkriegs, inmitten von Liebe und Zirkustreibe und auf der Suche nach ihrer Herkunft.

 

James Norbury: Die Katze, die nach Weisheit sucht

Kürzlich erreichte mich ein ganz bezauberndes Buch: „Die Katze, die nach Weisheit“ sucht aus der Feder von James Norbury. Schon das Cover gefällt mir richtig gut. Es strahlt Ruhe, Stille und Entschleunigung aus. Und darum geht es auch im Buch.

Denn die Katze, die unsere Protagonistin darstellt, ist auf der Suche nach den elementaren, wichtigen Dingen im Leben: Frieden, Ruhe und natürlich auch einen Sinn. Sie macht sich auf die Reise nach einer magischen, legendären alten Kiefer. Denn wer unter ihren Ästen Schutz sucht, der bekommt die totale, endlose Weisheit geschenkt. Auf ihrer Reise trifft sie auf diverse andere Tiere, die mit Problemen zu kämpfen. Da ist ein Affe, der sich Sorgen um sein Leben macht und eigentlich um alles, eine Schildkröte, welche nicht mehr leben möchte, ein vor Wut enbrannter Tiger… sie alle zeigen der Katze, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Aber ist es wirklich die Reise zur sagenhaftgen Kiefer, die ihr Denken verändert wird? Oder ist es doch die Begnung mit einem Katze, die ihr Leben verändern kann?

Dieses Buch hat mich sehr berührt und zum Nachdenken angeregt. Die Katze ist ein Sinnbild für uns Menschen. Die meisten von uns haben den Sinn ihres Lebens oft noch nicht entdeckt. Und dafür steht die Katze. Wie wir sehnt sie sich nach einem ruhigen, friedlichen Leben voller Harmonie. Auf ihrer Reise dorthin geht sie den einen oder anderen Umweg und merkt nach und nach, wo der Sinn ihres Lebens liegt. Und so ist das auch im Leben. Wir suchen im Leben nach Weisheit, nach etwas Höherem und merken oft nicht, was direkt vor unserer Nase liegt. Die Gespräche mit den Tieren, die sie auf ihrem Weg trifft, sind sehr lehrreich und voller Sinn. Auch diese Dialoge regen zum Nachdenken an. Und der Sinn ist: wir alle brauchen Ruhe, Gelassenheit und Entspannung. Wir wollen immer höher, weiter, wollen alles verstehen können. Doch mit der richtigen Einstellung ist das Leben so viel einfacher und schöner.

Der Schreibstil des Autoren finde ich großartig. Er ist gut verständlich, leicht konsumierbar und trotzdem von einem gewissen philosophischen Charakter. Er ist einfühlsam, bildhaft und auch bildgewaltig. Das verleiht der Handlung noch einmal eine gewisse Tiefe.

Ein Buch voller wichtiger Impulse, die dazu anregen, das eigene Werteverständnis zu überdenken. Wunderbar!

 

Dies ist die Geschichte einer Katze, die nach Frieden, innerer Ruhe und einem Sinn im Leben sucht. Eines Tages erfährt sie von einer sagenumwobenen alten Kiefer. Unter dem Schutz ihrer Äste, so heißt es, lässt sich unendliche Weisheit erlangen. Die Katze begibt sich auf die Reise, und unterwegs trifft sie eine Reihe von Tieren, die alle ihre eigene Geschichte haben: einen sorgenvollen Affen, eine Schildkröte, die ihren Lebensmut verloren hat, einen Tiger, der mit seiner Wut kämpft, ein verwirrtes Wolfsjunges und eine begehrliche Krähe. Aber erst die unerwartete Begegnung mit einem Katzenjungen wird sie zwingen, alle Gewissheiten infrage zu stellen …

Materialien zum Buch

Sabine Schmidt: Das kleine Nähcafé am Fluss

Heute möchte ich euch ein wirkliches Wohlfühlbuch vorstellen. „Das kleine Nähcafé am Fluss“ von Sabine Schmidt hat mir wunderschöne, inspirierende Lesestunden geschenkt. Erhalten habe ich es übrigens als Rezensionsexemplar in einem ganz tollen Paket mit Schnittmuster und einem ganzen Nähbedarf. Danke fürs Zusenden!

Maura steht mitten im Leben und hat alles unter Kontrolle. Aber dann erhält sie die Nachricht, dass ihre Tante Hettie gestorben ist und ausgerechnet Maura ist die Erbin ihres Hauses. Damals hat sie den Ort mit 18 verlassen, sie musste einfach weg. Und jetzt will sie den Besuch in der alten Heimat so kurz wie möglich halten, die Beerdigung überstehen und das Haus ganz schnell verkaufen. Sie hat ja immerhin ein eigenes Leben und einen eigenen Job, ihr eigenes Leben. Doch in der alten Heimat angekommen merkt sie, wie unverändert alles ist. Das Haus ist noch immer so idyllisch an einem blauen Fluss gelegen, es besitzt einen wilden Garten und viele Apfelbäume. Aber der Anbau ist Maura bisher nicht bekannt. Denn dort hat sich Hettie einen Nähladen eingerichtet. Und hat sich dort immer mit einer bestimmten Gruppe von Frauen getroffen. Und genau diese Frauen lernt Maura kennen und auf Anhieb wird sie in die Gruppe aufgenommen, fühlt sich absolut wohl mit ihnen. Und da gibt es noch Marten. Maura findet Gefallen an dem mysteriösen, attraktiven Mann. Sind die Nähgruppe, das wunderschöne Haus und Marten ein Grund, um nicht wieder in ihr altes Leben zurück kehren zu wollen?

Was für eine cosy Atmpshäre hat dieses Buch bitte? Mir hat die Geschichte von Maura richtig gut gefallen. Natürlich ist der Storyplott nichts neues und wiederholt sich in den von mir so geliebten Büchern dieser Art im Groben: eine junge Frau wird durch ein Ereignis an einen Ort gezogen und merkt mit der Zeit, wie wohl sie sich dort fühlt. Sie findet ein neues Zuhause, neue Freunde, eine neue Liebe und muss sich bald entscheiden, ob sie an diesem Ort verweilt oder in ihr bekanntes, normales Leben zurück kehrt. Eine oft gelesene Story, aber jedes Mal wieder toll.

Ich mag den Schreibstil der Autorin, es ist mein erstes Buch von ihr. Sie schafft es, genau die richtige Dosis Cosyness, Emotionen, Humor und Spannung zu finden. Der Schreibstil ist einfühlsam, sehr flüssig und gut verständlich, erfrischen und locker leicht. Das sorgt dafür, dass man schnell ins Buch eintauchen kann und dafür, dass „Das kleine Nähcafe“ eben ein absolutes Feel-Good-Buch ist. Ich mag Maura, sie ist charakterstark und angenehm. Und ich mag die Gruppe der Frauen, deren Leidenschaft das Nähen ist, die aber auch eine echte Freundschaft verbindet. Dann das tolle Setting im Haus mit dem Nähgeschäft, dazu noch am Fluss- fertig ist ein rundum gelungener Roman, der wunderbar unterhält und für tolle Lesestunden sorgt.