Lotte Römer: Dünenliebe

Im letzten Jahr habe ich mit „Leuchtturmliebe“ den ersten Band der Reihe „Norderney Liebe“ von Lotte Römer geliebt- und die Autorin für mich entdeckt. Mit „Dünenliebe“ ging es nun zum dritten Mal für mich zurück auf die wunderbare Nordseeinsel.

Und damit landen wir mitten in der Geschichte von Katja. Sie hat einige Zeit die Welt bereist und hat nun den Drang, auf ihre Heimatinsel zurückzukehren: Norderney. Sie spürt, dass es an der Zeit ist, dort zu leben. Aber was will sie nun beruflich machen? Sie nimmt ein Praktikum in der Seehundstation auf dem nahen Festland an und freut sich auf ihren Job- bis sie merkt, wer ihr chef ist: Malte. Ihr ehemaliger Schulkamerad, der ihr das Leben durch Mobbing einst zur Hölle gemacht hat.  Aber er hat sich verändert und es kommt, wie es kommen muss. Sie verlieben sich ineinander. Allerdings lässt Malte sie genau dann im Stich, als es um die Rettung der Robben geht. Kann sie ihm vertrauen oder zeigt er sein wahres Gesicht?

Erneut habe ich diesen Roman sehr geliebt. Katja ist eine starke Protagonistin mit starkem Willen und einem tollen Charakter. auch Malte mag ich, sein Charakter ist vielschichtig. Dazu kommt Lotte Römers toller Schreibstil- ich liebe ihre Bücher. 5/5 Sternen!

Katja Keweritsch: Agnes Geht

Im letzten Jahr habe ich mit „Die wundersame Reise der Bienen“ einen wundervollen Roman aus der Feder von Katja Keweritsch lesen dürfen. Es war ein sehr angenehmes Buch, was mich nachhaltig beeindruckt hat. Umso größer war die Freude, als ihr neuer Roman „Agnes geht“ kürzlich erschien und ich habe auch dieses Mal die Lektüre sehr genossen.

Agnes ist eine sehr authentische Protagonistin. Sie war mir sehr sympatisch und wird von der Autorin so lebensnah beschrieben. Das mag ich an beiden Büchern sehr, die ich von Katja Keweritsch bisher lesen durfte. Und ich liebe ihren Schreibstil.

Agnes hatte einen Streit mit ihrem Ehemann Tom. Über Nacht beschließt sie, zu gehen. Nicht im Sinne von „verlassen“, sondern wirklich zu gehen. Sie geht los, vom Hotel aus durch Hamburg- und weiter. Bis in das wunderschöne Elbmarschland. Genau hier empfinde ich die Landschaftsbeschreibungen als wunderschön. Ich liebe Hamburg, aber auch die Gegend rund um die Elbmetropole. Agnes plant, weiterzugehen, bis nach Berlin. Dabei denkt sie nach, sucht sich selbst und stellt sich viele wichtige Fragen. Was ist aus ihr geworden? Sie war jahrelang „nur“ Mutter, Ehefrau, hat diese Aufgaben großartig erfüllt und sich dabei selbst vergessen. Wo steht sie im Leben, was will sie noch erleben, erreichen und wie fängt sie ihr „neues“ Leben an? Ich möchte hier nicht spoilern, daher verrate ich nicht mehr über den Plot.

Ich mag es sehr, dass auch Kapitel aus Toms Sicht geschrieben sind, er übernimmt nun die Aufgaben seiner Frau, füllt den leeren Kühlschrank und schmeisst den Haushalt. Zunächst ist er, verständlicherweise, wütend und enttäuscht über das Verhalten seiner Frau, die ihn und die Familie samt Haushalt zurück gelassen hat. Aber je mehr er in die Erfüllung ihrer Aufgaben hineinwächst, je mehr er von Agnes täglichem Ballast erlebt, desto verständnisvoller wird er und öffnet sich für Agnes Denken. Haben sie noch eine Chance auf eine Versöhnung?

Es ist kein Buch, was mit krassem Storyplot überzeugt. Es stimmt nachdenklich, ist angenehm im Schreibstil, im Design und ich habe es sehr, sehr genossen. Ich liebe diese Art von Bücher, die ich bisher selten erlebt habe. Danke an die Autorin für dieses lebensnahe, wunderbare Buch. Ich vergebe von ganzem Herzen 4,5/5 Sternen dafür.

Anne Lück: Das St. Alex- Nachtleuchten

Mögt ihr auch Bücher so gerne, die in einem Krankenhaus spielen? Die New Adult-Trilogie von Anne Lück spielt am Klinikum St. Alexander in Berlin und erzählt uns pro Band die Geschichte einer Pflegerin, die dort arbeitet. Band 1 trägt den Titel „Nachtleuchten“ und handelt von der Kinderpalliativ-Pflegerin Samira. Das Buch lag schändlicherweise auf meinem SuB, bis ich es nun endlich befreit habe. Heute möche ich euch von „Nachtleuchten“ erzählen.

Samira hat es nicht leicht. Jung ist sie zuhause ausgezogen, um auf eigenen Beinen zu stehen. Von ihrer Mutter, die nach ihr noch 3 Söhne zur Welt gebracht hat, kann sie emotional nichts erwarten. Sie arbeitet als Pflegerin auf der Kinderpalliativstation im St. Alex, einem Krankenhaus in Berlin. Sie hat zwei von drei Brüdern zu sich genommen, da ihre Mutter sie fürsorglich regelrecht verwahrlosen lassen würde. Und damit ist ihr Leben nicht gerade leicht. Sie verdient zwar, doch reicht das Geld kaum aus, um ihre Brüder und sich zu versorgen. Gerade ist es besonders hart und sie weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ein Bruder ist Diabetiker und damit lastet auf Samira eine mehrfache Belastung und Verantwortung.

Auch beruflich hat sie mit Herausforderungen zu kämpfen. Ein junges Mädchen wird eingeliefert, die ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt, welches ihr Behandlung nahezu erfolglos macht. Gemeinsam mit Louis, einem attraktiven Arzt, kommt „Sami“ diesem Geheimnis auf die Spur, denn sie will die Patientin nicht aufgeben. Louis, ausgerechnet Louis. Er liebt es zu feiern und lebt scheinbar das absolute Partyleben. Trotzdem fühlt sie sich stark zu ihm hingezogen, ob sie will oder nicht enstehen Gefühle zwischen ihnen. Aber wie wird er reagieren, wenn er Samiras Lebensumstände mitbekommt? Wenn er sieht, dass sie kein unbeschwertes Leben führen kann, sondern große Verantwortung auch im privaten Leben mit sich herum trägt? Sind die zarten Bande nur oberflächlich oder stark genug, um zu wachsen ?

Ich liebe dieses Buch! Ich mag Samira. Sie ist eine sensible, aber auch zeitgleich starke und sehr authentische Protagonistin. Und das gilt auch für den Rest der Handlung! Der Storyplot ist authentisch, lebensnah und spannend. Emotionalität gehört dazu, aber Anne Lück behandelt die teilweise triggerfähigen Themen sensibel und einfühlsam. Ich mag auch Louis, der sich in der Geschichte zu einem tollen Mann mausert, was ich so nicht gedacht hätte. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Sami kommt trotz aller anderen Handlungsstränge kein bisschen zu kurz, sie ist perfekt. Es gibt keine unnötigen Längen, kein Füllmaterial.

Der Schreibstil von Anne Lück ist großartig. Sehr flüssig, gut verständlich und perfekt mitreissend. Ich freue mich auf Band 2, der schon bereit liegt und den ich keine Monate mehr warten lassen werde. Klasse!

 

4,5/5*

Nadine Feger, C.K. Zille : Heimkehr Nach Sunset Rock

Im Verlag beHEARTBEAT erscheinen wundervolle, romantische Geschichten & Romane als eBook. Ich durfte „Heimkehr nach Sunse Rock“ lesen und möchte euch dieses Buch heute vorstellen…

Jane zieht in die weite Welt und verlässt dafür ihre Heimat Stowe. Sie will in der Metropole neu durchstarten und hat alles dafür geplant. Eine neue Anstellung, eine neue Wohnung. Aber schnell merkt Jane, für welchen Ort und seine Mitbewohner ihr Herz wirklich schlägt! Es ist Stowe.
Und ich habe mich in diese Kleinstadt verliebt. Die Autorinnen haben die Bewohner so liebevoll „erschaffen“ und haben ein tolles Setting erschaffen, dass die Geschichte von Jane und Ben nicht einfach vor sich hin plätschert, sondern noch mal extra viel Wohlgefühl auslöst.

Leseerlebnis
„Heimkehr nach Sunset Rock“ von N. Feger und C.K. Zille ist der zweite Teil der Neuengland-Reihe und ebenso wie der erste Teil, ein absolutes Wohlfühlbuch.

Wir Leser werden mitgenommen in eine Slow-Burn-Romance, die einfach wundervoll geschrieben ist. Ich mag die beiden Protagonisten sehr, sie sind authentisch und lebensnah. Dem Autorinnen-Duo ist somit eine perfekte Lovestory geglückt.

Kurzweilig, sehr unterhaltsam und mit einem Setting, was einlädt, Band 1 und mögliche weitere Bände zu lesen. Ich mag den Schreibstil. Er ist sehr flüssig und reisst gut mit. Einfach ein Feelgood-Roman!

4/5 *

Meike Werkmeister: Sterne Sieht Man Nur Im Dunkeln

Bei Bookstagram habe ich einige tolle andere Leser:Innen kennengelernt. Gemeinsam mit Jessy habe ich kürzlich den Roman „Sterne sieht man nur im Dunkeln“ als Buddyread gelesen. Und obwohl das Buch als Setting Norderney (also meine geliebte Nordsee) hat, ist meine Meinung dazu eher durchwachsen.

Anni hat eigentlich alles, was sie braucht, um glücklich zu sein. Sie wohnt mit ihrem Freund Thies in einem schönen, gemütlichen Haus und ist seit langer Zeit mit ihm zusammen- und eigentlich zufrieden und glücklich. Auch ihr Job als Game-Designerin macht ihr Spaß, seit vielen Jahren arbeitet sie in ein- und derselben Firma. Aber sie ist nicht glücklich. Irgendwas fehlt ihr. Und als Thies ihr dann unvorbereitet einen Heiratsantrag macht, ergreift Anni die Flucht: sie reist nach Norderney. Ihre ehemals beste Freundin betreibt dort ein Strandcafé und Anni arbeitet fortan den Sommer lang dort mit. Die beiden Frauen haben seit längerer Zeit ein eher schwieriges Verhältnis und die Vergangenheit bereitet ihnen trotz aller Verbundenheit Probleme.

Und trotzdem verändert die Zeit am Meer Annis Sicht der Dinge. Sie beginnt, sich für die Dinge im Leben zu entscheiden, die ihr wichtig sind. Doch hat Thies noch einen Platz darin? Oder sehnt sie sich nach Simon, den sie auf der Insel kennengelernt hat?

Ja, es war ein durchwachsenes Leseerlebenis und leider ist „Sterne sieht man nur im Dunkeln“ kein Highlight. Es ist kein schlechtes Buch, es ist ein Wohlfühlroman. Aber was mich aufgeregt hat: warum redet Anni nicht mit Thies? Warum redet sie nicht mit Maria, ihrer Freundin? Sie nimmt Probleme hin und lebt vor sich hin. Einen solchen Charakterzug kann ich leider gar nicht nachvollziehen.

Ansonsten gebe ich dem Roman gerne 3/5 * .