Jenn McKinlay: Summer Reading

Köchin Samantha hat eigentlich geplant, ihren Sommer auf Martha´s Vineyard zu verbringen, dort neue Rezepte zu erlernen und neuen Aufwind in ihrem Job zu bekommen. Aber sie hat ein großes Herz und willigt ein, den Babysitter für ihren jüngeren Bruder zu spielen. Er nimmt als Hochbegabter an einem Wettbewerb in der Bibliothek der Insel teil. Sam ist Legasthenikerin und hasst Bibliotheken. Sie mächte ihren Sommer auch nicht dort verbringen. Aber dann ist da der Leiter der Bibliothek, Ben. Er ist extrem attraktiv- und Samantha hat bereits seine Bekanntschaft gemacht. Auf der Überfahrt mit der Fähre kam es zwischen ihnen zu einem chaotischen Moment und es hat ganz schön gescheppert. Aber wie das in der Liebe so ist… was sich liebt, das neckt sich und ja, wie im Klappentext erwähnt, ziehen sich Gegensätze an.

Dieses Buch hat einfach absolute Sommervibes und ich liebe alles daran. Es ist mein erster Roman der Autorin und ich werde sicher weitere von ihr lesen. Denn „Summer Reading“ hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Zum Einem liegt es am traumhaft schönen, aber auch cozy Setting. Martha´s Vineyard im Sommer muss toll sein, ich habe schon viel über die Insel gehört und gelesen.

Es ist aber auch die Leichtigkeit des Romans, die mich komplett überzeugt hat.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und damit natürlich auch mitreissend. Die Autorin findet genau den richtigen Mix aus Leichtigkeit, Humor, aber auch einer gewissen Tiefe. Der Schreibstil lädt absolut zum Lesen ein und hat mir sehr viel Spaß bereitet.

Ich mag Samantha sehr, sehr gern und sie ist mir ans Herz gewachsen. Sie ist keine dieser perfekten Protagonistinnen, sie ist „Eine von uns“, authentisch und echt. Und das mag ich an der Schilderung ihres Charakters am meisten. Ich mag es, wie sie für ihren Bruder da ist und wie sie ihn unterstützt. Seine nerdige Art mag ich sehr, denn ich kann mich mit ihr bestens identifizieren.

Kommen wir zu Ben. Ich meine: der Leiter einer Bibliothek? Besser geht´s für uns Bookies doch nicht, oder? Ich liebe seine Dialoge mit Sam und habe mich herrlich amüsiert. Und ja, es geht auch oft um Bücher. Das ist ein weiterer Punkt, der „Summer Reading“ zum wirklichen Lese Must Have macht.

Eine wundervolle, leichte, aber auch tiefgründige Geschichte voller sommerlicher Vibes und mit großartigen Protagonisten.

Absolut lesenswert!

Und es beinhalter diese Tropes: forced Proximity, Opposite Attract & natürlich Summer Romance. Besser geht´s nicht!

 

Lotte Römer: Das verstoßene Mädchen

Liest du gerne historische Saga? Eine meiner liebsten Autorinnen, Lotte Römer, hat mit „Das verstoßene Mädchen“ zum erten Mal ein Buch dieses Genres geschrieben und veröffentlicht. Ich habe mich riesig gefreut, dass ich es innerhalb eines Tandeam Readalongs lesen durfte

Heute kommt meine Rezension.

Fannerl lebt mit ihrer recht wohlhabenden Familie in Innsbruck. Die junge Frau kümmert sich aufopferungsvoll um ihre jüngeren Schwestern und hat ein enges Verhältnis zu ihrem Vater. Und dann ist da noch Johann, Sohn eines Kaufmanns, der ihr Herz erobert hat. Es sieht alles ganz nach Hochzeit aus…
Früher war es in Innsbruck üblich, dass die gut situierten Familien ihre Wäsche an die Wäschefrau des Sellraintals gaben. Diese bearbeiteten sie in den Bächen und auf den Wiesen des Tals und sorgten damit für blütenreine Wäsche. Dorthin bringt Fannerls geliebter Vater regelmäßig die Wäsche- bis er eines Tages dort tödlich verunglückt.
Fannerl ist untröstlich. Ihr Vater war ihr ein guter Ratgeber und echter Freund. Damit die Familie nicht ihren Stand und Reichtum verliert, heiratet ihre Mutter schnell wieder. Doch dieser Stiefvater akzeptiert Fannerl nicht. Was an ihrer hellen Haut und den weißblonden Haaren liegt. Sie wird verstoßen und verlässt die Familie in einer Nacht- und Nebelaktion.
Am Grab ihres Vaters hat sie die geheimnisvolle Franza kennen gelernt. Die Waschfrau scheint ein enges Verhältnis zu Fannerls Vater gehabt zu haben. Dorthin flüchtet sie und hofft, dort fortan unterkommen zu können. Doch dafür muss Fannerl mitarbeiten. Sie wird zu einer Waschfrau. Eine andere Option gibt es nicht. Und sie zeigt, was wirklich in ihr steckt. Aber was ist mit Johann? Warum hat er ihren Brief nicht beantwortet?

Lotte Römer beherrscht auch historische Romane. Ich habe sofort ihren Schreibstil wieder erkannt, der in diesem Buch genauso flüssig und mitreissend ist in ihren anderen Werken.
Fannerl wirkt auf den ersten Blick wie eine junge Frau aus gutem Hause, die sich um nichts Sorgen machen muss. Aber sie ist so viel mehr. Sie ist sehr willensstark, hat ein großes Durchhaltevermögen und einen ebenso großen Gerechtigkeitssinn. Es hat mir imponiert, wie sie die Arbeit im Sellraintal von jetzt auf gleich annimmt und sich dem neuen, eher ärmlicheren Leben dort stellt und anpasst. Sie findet in Franza eine neue Familie und sogar Freunde. Sie ist fleissig, kann sich durchsetzen und sehr hart arbeiten.
Mir hat das Setting im Sellraintal sehr gut gefallen. Ich kannte diese Region Österreichs noch gar nicht. Und ich würde sie gerne mal sehen, denn sie wirkt auf mich sehr ursprünglich und natürlich. Und die Bäche und Flüsse dort müssen sehr rein und klar sein.

Ich hätte nicht gedacht, dass mir ein historischer Roman so gut gefallen könnte. Es fiel mir sogar sehr leicht, in das Geschehen einzutauchen. DAs liegt natürlich an Lottes Schreibstil, aber auch an der großartigen Geschichte.
Die Autorin hat das Setting intensiv recherchiert und wiedergegeben. Das finde ich klasse. So habe ich so viel über die Waschfrauen damals erfahren, was ich sehr interessant finde. Ich habe alles aufgesaugt.
Hinzu kommt eine bittersüße Liebesgeschichte, denn so ganz kann Fannerl Johann niemals vergessen. Dieser hat mich zunächst aufgeregt, warum reagiert er nicht auf ihren Brief? Aber im Laufe der Geschichte gibt es Entwicklungen dazu.

Fazit: „Das verstoßene Mädchen“ ist der erste historische Roman der Autorin und ein erste Band. Ich bin gespannt, was uns dahingehend noch erwartet. Ich hatte wunderbare Lesestunden, habe viel gelernt und habe mit Fannerl mitgelitten und geweint. Es tat mir in der Seele weh, wie die junge Frau verstoßen wurde. Doch sie gibt nicht auf und das ist sehr beeindruckend. Die ganze Atmosphäre des Buchs hat mich gepackt, ich habe das Buch zeitnah beendet und es war wie immer bei Lotte: ich konnte es nicht zur Seite legen.

Ein wunderschöner, unterhaltsamer historischer Roman.

 

Freya von Korff: Pharaonenblut

Ich hatte die große Ehre, mit „Pharaonenblut“ den ersten Band einer neuen Romantasy-Reihe aus der Feder von Freya von Korff lesen zu dürfen. Heute folgt meine Rezension dazu!

Die „Pharaonen“-Saga konnte mich mit Band 1 direkt begeistern…

Penelope Knightport ist die Protagonistin. Sie ist ein zurück haltender, introvertierter Mensch. Andere nehmen sie kaum wahr. Aber dann passieren Dinge, die alles ändern. Penelope führt eine Schmuckwerkstatt in London. Plötzlich tauchen dort John und Cassandra auf. Zwei beeindruckende Erscheinungen. John ist sehr attraktiv und ihn umgibt eine krasse Aura, während Cassandra eher temperamentvoll und ungezügelt erscheint. Sie sind auf der Suche nach einem ganz speziellen Ring aus dem alten Ägypten. Dieser besitzt nicht nur enorme Kräfte, sondern hat auch eine große Macht. Und Pen hat diesen Ring in ihrem Besitz.
Es kommt, wie es kommen muss und Penelope entfacht diese krasse Macht des Rings. Von da an ist alles anders. John und Cassandras Aufgaben ist es nun, dass Penelope zur sagen umwobenen Büste der Norfretete zu leiten. Denn nur dadurch kann eine große Katastrophe verhindert werden. Doch der Weg ist voller Hindernisse und Dunkelheit. Ihnen auf den Fersen ist Ramses, der Mann mit der Maske…doch was will er wirklich? Will er nur den Ring oder ist Penelope sein wahres Ziel? Diese kämpft fortan nicht nur um ihr Leben

Ich bin direkt in dieses großartige Buch eingestiegen und es fiel mir sehr leicht. Das liegt zum Einem an dem sehr flüssigen, aber auch bildgewaltigen Schreibstil der Autorin. Aber auch an Penelopes Charakter, der für mich sehr authentisch und lebensnah ist. Urban Fantasy trifft auf perfekte Romantasy- und hat mich in einen absoluten Lesesog geführt.

Zum Einem gefällt mir der Kontrast zwischen Penelopes Leben in London und der altägyptischen Welt voller Magie und Geheimnisse sehr gut. Penelope wächst im Laufe des Buches mehr und mehr über sich hinaus. Sie übernimmt eine Verantwortung für den Ring.

Der Wettlauf gegen die Zeit und gegen Ramses ist sehr spannend geschrieben und ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen. Zu entdecken, was wirklich hinter dem Ring und hinter seinen Absichten steckt, hat mir riesigen Lesespaß bereitet. Ich mag ja die ägyptische Welt sehr gern, deshalb war für mich von Anfang an klar, ich werde diese Saga lesen.

Das Cover finde ich sehr gelungen und thematisch sehr passend. Darauf zu sehen ist Nofretete, die farbliche Gestaltung ist ebenfalls sehr gelungen- und vom Farbschnitt kann ich auch nur schwärmen.

„Pharaonenblut“ ist der Auftakt zu einer sehr vielversprechenden, großartigen Saga. Es gibt den einen oder anderen Plotttwist, viel Spannung und mich hat das Buch einfach nur sehr gut unterhalten.

Ich mag auch die „Kampfszenen“ im Buch, die mich echt atemlos gemacht haben.

Eine Saga rund um einen geheimnisvollen Ring, ganz viel altägyptische Mythologie und einem perfekten Spannungsbogen.

Die ganze Geschichte hat so großes Potential- und die Autorin setzt es wirklich toll um. Ich freue mich auf den nächsten Band!

 

 

Hannah Brown: Mistakes we never made

Mit „Mistakes we never made“ hat Hannah Brown einen Sommerroman geschrieben, der folgende Tropes beinhaltet:

Enemies to Lovers
Second Chance
Right Person, Wrong Time
Forced Proximity

Ein Buch mit diesen Tropes klingt interessant, dazu das sommerliche Setting- ist „Mistakes we never made“ die perfekte Sommergeschichte? Jedenfalls stand das Buch auf der Bestsellerliste der New York Times.

Emma ist in Finn verliebt- und das schon sehr lange und unbewusst. Doch es hatte nie sein sollen. In der Highschool hätten sie fast zueinander gefunden, am College waren sie kurz davor, ein Paar zu werden und sie hätten beinah eine gemeinsame Nacht miteinander erlebt. Beinah. Fast. Diese Möglichkeiten, die Beide nicht genutzt haben, hat für gegenseitige Antipathie gesorgt. Sie konnten sich bisher prima aus dem Weg gehen. Bis die Hochzeit von Sybil ansteht. Und ausgerechnet Finn ist einer der Trauzeugen. Ausgerechnet er!
Aber Emma willsich für ihre Freundin zusammen reissen- die aber Lampenfieber bekommt und kurz vor der Trauung davon läuft. Emma will sie finden und die Hochzeit noch retten. Finn hilft ihr dabei, sie gehen auf einen Roadtrip durch die USA, um die Braut zu finden.  Natürlich geraten sie immer wieder aneinander, zu groß sind die Reibungspunkte. Aber trotzdem ist da dieses Knistern, welches sich bald nicht mehr leugnen lässt. Doch sie hatten genug Chance und es herrscht die Priorirät, dass sie Sybil finden müssen… aber Gefühle sind nicht so leicht und sie verbringen gezwungnermaßen viel Zeit miteinander…

Auf der einen Seite haben wir Emma. Man muss sie einfach mögen, sie ist intelligent und lässt sich von Finn nichts gefallen. Was ich feiere. Aber sie ist auch chaotisch und damit richtig authentisch. Sie verdrängt ihre Gefühle für Finn sehr gut, ist aber auch verletzlich und zeitgleich eine starke Persönlichkeit.
Finn hingegen ist der passende Love Interest schlechthin. Verpeilt, ein wenig neben der Spur und trotzdem charmant, wenn auch manchmal unnahbar. Doch hinter dieser Fassade steckt eine genauso verletzliche Person wie Emma. Das haben die Beiden gemeinsam. Und diese wahren Charaktere fühlen sich eben zueinander hingezogen.

Das Buch besitzt einen genialen Humor, der manchmal ein wenig ironisch ist. Aber auch ganz viel Emotion und Herz. Ich habe teilweise wirklich gelacht, weil manche Situation einfach so gut geschrieben ist. Womit wir auch schon beim Schreibstil sind. Dieser ist herrlich leicht und locker, ich konnte ganz schnell ins Geschehen eintauchen und ich hatte großen Lesespaß.

Ich habe nicht viel von „Mistakes we never made“ erwartet- und meine Erwartungen wurden absolut überboten.

Ein wunderbar leichter, aber auch tiefgründiger Liebesroman mit sehr sommerlichen Vibes und einem Roadtrip-Setting, was mir alles richtig gut gefällt. Ich liebe die Tension zwischen Emma und Finn. Sie ist fühlbar und die Autorin schafft es, uns Leser:innen mitzureissen.

Der perfekte Sommerroman!

 

 

 

 

 

Carsten Kluth: Zeitströme. Über Flüsse und Menschen.

Was verbindet Menschen mit Flüssen? Welche Geschichten schreibt das Leben? Diesen Fragen widmet sich „Zeitströme“ aus der Feder von Carsten Kluth.

Der Autor befasst sich in seine, Buch mit deutschen Flüssen, erzählt einiges über die Entstehung, den jeweiligen Charakter und die Landschaft dazu. Zur Landschaft gehört dann auch der Mensch. Und dieser lebt oft in einer Symbiose mit einem Fluss. Es geht aber auch um Erlebnisse, Märchen und Sagen und wir erfahren auf unterhaltsame Weise sehr viel Wissen über die Flüsse.

Der Autor pendet zwischen Ostholstein und Berlin. Er liebt wilde Gärten, Wälder- und eben Flüsse. Mit diesem neuen Werk hat er eine Art Anthologie von Flüssen geschaffen, welche sehr lesenswert.

Zugegeben, ich musste mich erst einmal an das Buch gewöhnen. Die Herangehensweise von Carsten Kluth ist eher unorthodox. Sein Schreibstil ist gut verständlich, wenn auch keine schriftstellerische Offenbarung. Trotzdem mochte ich die Geschichten rund um das Buch, denn sie laden auf unterhaltsame Weise zum Schmökern ein.

Ich habe viel neues Wissen über Flüsse entdeckt und über die Menschen dazu. Kurz gesagt: ein bereicherendes Buch, wenn auch kein Muss.