Anya Omah: Gewitterleuchten (Rezension)

Ich habe die ersten beiden Bände der „Sturm“-Trilogie von Anya Omah so geliebt. Mit „Gewitterleuchten“ schließt diese Reihe leider ab- und beschert mir ein Jahreshighlight 2023. Warum das so ist, lest ihr hier.

In dieser Enemies-To-Lovers-Geschichte geht es um Leo und Aaron. Die Beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und sind sich spinnefeind. Schon früher hat er sie aufgeregt und sie hatten immer wieder Reibungspunkte miteinander. Doch dann ändern sich die Dinge. Leo hat einst ihren Vater verloren, Aarons Vater nahm sie unter seine Fittiche. Als dieser einen schweren Unfall hat, werden die Beiden miteinander konfrontiert und können sich nicht mehr aus dem Weg gehen. Und Aaron zeigt Leo plötzlich, dass er nett sein kann. Und sie merken, dass sie einander aufbauen können und sich irgendwie brauchen. Aber da sind noch die Fesseln der Vergangenheit, welche die beiden voneinander fern halten. Können aus Feinden Liebende werden?

Ich bin fasziniert von diesem Buch. Einmal mehr schafft es Anya Omah, mich direkt ins Herz zu treffen. Ich mag Leo so gern, Aaron ist ein wunderbarer Gegenpart. Die Tiefe der Geschichte hat mich sehr berührt. Und der Aspekt, dass auch ich meinen Vater 2022 viel zu früh verloren habe. Ich habe so noch intensiver mitgefühlt und das Buch hat mich durch ein kleines Gefühlschaos geschickt. Es ist keine klassische Enemies-To-Lovers-Version, sondern feinfühlig und intensiv geschrieben. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und ich liebe ihre Protagonistinnen der „Sturm“-Trilogie jedes Mal. Ganz große Buchliebe!

5/5 *

Sophie Martaler: Das Schiff Der Träume (Rezension)

Bei Goldmann ist mit „Das Schiff der Träume“ ein spannender Roman aus der Feder von Autorin Sophie Martaler erschienen. Das ist übrigens ein Synonym für zwei Autoren, die dieses Buch gemeinsam geschrieben haben: Sabine Klewe und Martin Conrath. Mich hat vorab beim Lesen des Klappentextes das Setting, ein Luxusschiff im Jahr 1925, sehr gereizt. Umso größer war die Freude, als das Buch vor dem Wochenende bei mir ankam und mir tolle Lesestunden beschert hat.

Alma Engel ist glücklich: sie hat eine Stelle als Zimmermädchen auf dem luxuriösen Schiff Regina Danubia ergattert und geht damit nun auf große Reise. Diese führt über Österreich (Wien), Ungarn (Budapest) bis ins Schwarze Meer. Alma fühlt sich direkt im Leben auf dem Dampfer wohl. Allen voran, weil sie den interessanten Zimmerkellner Vincent kennenlernt, der sie fasziniert. Sie fühlen sich zueinander hingezogen- aber er ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Er ist der Sohn des Reeders und ist unerkannt unterwegs. Doch nicht nur er hat eine Geheimnisse und da ist noch Almas Faszination für die Menschen des Oberdecks, also der Oberschicht. Sie beobachtet diese heimlich und wünscht sich, auch ein Teil von ihnen zu sein. Alma freundet sich mit der beeindruckenden Lady Alston an und das ruft den Zorn und Neid ihrer Kollegen des Unterdecks hervor. Doch ausgerechnet Vincent steht ihr bei… dabei hat er selbst ja das dunkle Geheimnis und belügt die junge Alma…

Ich habe viel Spaß bei der Lektüre gehabt. Das Setting „Schiff“ hat mich schon immer fasziniert und ich wurde dahingehend nicht enttäuscht. Die Atmosphäre während der Reise haben die Autoren super transportiert, Alma war für mich eine authentische Protagonistin, die ihren Platz in der Gesellschaft sucht und Sehnsucht nach einem besseren Leben hat. Der Reedersohn Vincent ist eine schöne Komponente im Storyplott, eine Liebesgeschichte darf natürlich nicht fehlen. Sie ist angenehm unkitschig. Außerdem mag ich, wie die Standesdünkel und Gesellschaftsschichten der damaligen Zeit thematisiert werden. Die Nebenprotagonisten sind vielschichtig und interessant.

Kurzum: ich habe es genossen, den Roman zu lesen. Eine wunderbare Lesereise auf ein Luxusschiff mit seinen Passagieren. Ich gebe gerne 4,5/5 *

Josie Silver: Mit Dir Allein (Rezension)

Diese Woche erreichte mich ein liebevolles Bücherpaket vom Bloggerportal: ich habe mich auf den neuen Roman „Mit dir allein“ von Josie Silver beworben und durfte ihn nun lesen. Verpackt war das Ganze wirklich toll, danke für die Aufmerksamkeit! Umso größer war die Freude bei der Lektüre des Buches!

Der Roman erscheint übrigens am 15.02., also in weniger als 2 Wochen. Und schon alleine das Cover finde ich toll.

Cleo weiß nicht, was sie vom Leben will und welche Dinge darin sie wirklich glücklich machen. Um das herauszufinden, mietet sie eine einsame Hütte, um ganz allein sein zu können. Fernab der Zivilisation und mitten in der Natur will sie die Zeit mich selbst nutzen, um zu sich zu finden. Aber die Rechnung hat sie ohne einen Mann gemacht, der ihr die Tür der Hütte öffnet. Mack verfolgt ein ähnliches Ziel wie Cleo und will die ruhige Zeit ebenfalls nutzen zur Art einer Selbstfindung. Sie schließen einen Kompromiss und teilen die Hütte fortan miteinander, was aber nur ein fauler Kompromiss ist. Eines Abends aber kommen sie sich zwischenmenschlich näher. Mack erzählt ihr, warum er die Hütte gemietet hat, auch Cleo öffnet sich. Sie kommen einander nach und nach näher, entdecken Gemeinsamkeiten und kommen gut miteinander aus. Die Gefühle füreinander wachsen. Und Cleo ist plötzlich in einem Zwiespalt gegangen. Sie merkt, dass sie die Freiheit braucht wie der Mensch die Luft zum atmen. Aber sie hat auch ernsthafte Gefühle für Mack entwickelt. Was soll sie tun? Sie findet zu sich selbst, aber zerstören diese Reise diese Gefühle nicht?

Ich liebe dieses Buch! Cleo und Mack sind so authentisch, so echt und sympatisch, dass ich an vielen Stellen mich gut mit ihnen identifizieren kann. Ihre Suche nach sich selbst, nach dem eigentlichen Sinn und dem wahren Glück des Lebens schweisst sie zusammen, aber treibt sie auch irgendwie wieder auseinander. Ich habe ihre Gespräche genossen, die sich entwickelnden Gefühle schildert die Autorin sehr einfühlsam. Überhaupt gefällt mir der Schreibstil sehr. Ich habe mitgelitten, mich mitgefreut mit den beiden Protagonisten und habe diesen Roman regelrecht verschlungen. Ein perfekter Roman, der einfach toll ist. Er garantiert lange Lesestunden und ich konnte das Buch nicht zur Seite legen.

Mein erstes Highlight in diesem Jahr!

5/5

Averil Kenny: Sterne Über Noah Valley (Rezension)

Momentag mag ich tiefgründige Romane mit einer interessanten Vorgeschichte sehr. Dank dem Bloggerportal darf ich den neuen, schicksalsträchtigen Roman „Sterne über Noah Valley“ von Averil Kenny in mein Regal stellen. Es hat mich die letzten Tage begleitet und beeindruckt.

Das Setting befindet sich in Queenslang, genauer gesagt in Noah Valley, wir schreiben das Jahr 1955. Die Hauptprotagonistin ist Sonnet, eine charakterstarke Frau, die zwei Schwestern hat: Fable und Plum. Sie zieht mit ihnen in die einstige Heimatstadt ihrer Mutter, die verstorben ist. Doch von Anfang an ist ihr neues Leben dort nicht leicht. Denn das Vorleben ihrer Mutter ist der Grund, warum die Menschen in Noah Valley über sie reden. Diese verließ die Kleinstadt Hals über Kopf und zurück blieb ein unversöhnliches Noah Valley. Die Einwohner haben ihr den Abgang und den Grund dafür nie verziehen. Und dann findet Fable an einem der beliebsten jungen Männer der Stadt Gefallen. Die Verwirungen und Vorurteile tragen dazu bei, dass die Frauen kaum Fuß dort fassen können. Doch schafft es die Liebe zwischen Fable und Rafferty, stark genug zu sein? Und ist Sonnet stark genug, um mit den Vorurteilen der Bewohner klarzukommen? Oder müssen die Schwestern für immer mit dem Erbe ihrer Mutter und den Folgen leben? Und was genau ist damals wirklich passiert?

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Er ist flüssig und zeichnet die Protagonistinnen sehr gut wieder. Ich mag Sonnet sehr, die mit ihren Schwestern ein neues Leben beginnen will. Das Vermächtnis der Mutter, welches sie ungewollt in Noah Valley hinterlassen hat, ist das zentrale Thema, von dem aus der ganze Plot gebildet wird. Ich mag Noah Valley als Setting, auch wenn mich die Bewohner an manchen Stellen aufgeregt haben. Die Liebe zwischen Fable und Rafferty ist einfach schön, ich habe die Schwestern in mein Herz geschlossen.

„Sterne über Noah Valley“ hat mich beeindruckt. Es besitzt viel Tiefgang, eine unterhaltsame Handlung und starke Protagonisten. Der perfekte Roman für schöne Schmökerstunden.

4,5/5 *