Tanja Janz: Winterlicht Am Meer

Ein winterlicher Liebesroman kommt in diesem Jahr mit „Winterlicht am Meer“ von Tanja Janz. Die Autorin lässt das Buch wieder in St.-Peter-Ording spielen.

Imke kehrt nach SPO zurück! Ihr Vater braucht Hilfe. Er ist Pfarrer und sie ist in seine Fußstapfen getreten, indem sie ebenfalls Pastorin geworden ist. Doch ihre Kirch in der Nähe von Münster schließt und sie braucht einen neuen Job. Da kommt der Ruf nach Hilfe durch ihren Vater gerade richtig. Er hat sich das Bein gebrocken, liegt im Krankenhaus und braucht eine Vertretung als Pfarrer in St.-Peter-Ording.

Die Adventszeit steht bevor, als Imke also in ihre nordfriesische Heimat zurückkehrt. Diese Rückkehr fällt ihr nicht
ganz leicht. Denn als sie den Ort vor 7 Jahren verlassen hat, stand sie vor den Trümmern ihrer Jugendliebe zu Simo und
auch die Freundschaft zu ihre eigentlich besten Freundin Sinja verlief im Sande.
Sie hat Angst, dass sie in SPO wieder mit alten Gefühlen konfrontiert wird und dass der Schmerz wieder hochkommen
könnte. Aber sie will ihrem Vater helfen und nimmt die Vertretungsstelle an.

Die Ereignisse nach ihrer Rückkehr werde ich nicht spoilern. Imkes zweite Chance in SPO ist eine tolle Geschichte, die mich sofort abgeholt hat. 

Der Fokus liegt in diesem Roman nicht nur auf den Gefühlen für Simo und was aus ihnen wird. Es geht auch um Freundschaft, alte Trauer und alten Schmerz. Aber auch darum, wie die junge Pastorin Imke ihren Weg beruflich findetl
Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die Nebenprotagonisten und die Nebenerzählstränge. Dieser verleihen diesem tiefgründigen Küstenroman mit sehr winterlichen Setting noch mehr Tiegründigkeit und das Buch deckt auch einige wichtige Themen ab. Nächstenliebe, Vertrauen,. Zusammenhalt, Loyalität und Menschsein.

Ein wunderbarer Roman, der mich sehr berührt und mein Leseherz wirklich erobert hat. Tanja Janz beherrscht ihr Handwerk definitiv und konnte mich mit „Winterlicht am Meer“ erneut begeistern.

 

 

Helen Fielding: Bridget Jones- Verrückt nach ihm

Ende der 1990er-Jahre entwickelte sich auf dem Buchmarkt ein Phänomen: die Tagebücher der „Bridget Jones“ von Helen Fielding wurden extrem populär und irgenwann auch mit Renee Zellwegger in der Hauptrolle verfilmt. In diesem Jahr erschien mit „Verrückt nach ihm“ der letzte Teil im Kino, passend zum gleichnamigen Bestseller. Ich habe den Roman nun gelesen und heute folgt meine ausführliche Rezension.

Vorweg: ich weiß nicht, ob Bridget Jones ohne Darcy funktioniert- das war mein Gedanke, bevor ich zum Buch gegriffen habe. Es ist nicht erst seit gestern auf dem Markt und genau das war der Grund, warum ich es noch nicht gelesen habe. Ich liebe die Energie zwischen Darcy und Bridget. Der attraktive Anwalt und die Chaosqueen sind einfach ein Traumpaar. Aber gut, ich lese ja gerne ausserhalb meiner Komfortzone und habe mich nun doch an „Verrückt nach ihm“ herangetraut.

Die vierte Runde aus Bridgets Leben startet vielversprechend. Sie hat endlich einen Job, der ihrviel Spaß macht und ist Drehbuchautorin, liebt ihre Kinder von ganzem Herzen (die wirklich toll sind) und sie hat nach dem Tod von Darcy eine neue Liebe gefunden. Alles sieht perfekt aus, aber es fühlt sich nicht so an. Denn sie muss sich mit stressigen, nervigen Menschen herumärgern, ihre Kinder vermissen den Vater und der Mann, in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat, ist viel jünger als sie selbst. Aber Bridget wäre nicht Bridget Jones, wenn sie nicht einen Weg findet, damit umzugehen.

Und so macht sie sich auf die Suche nach dem idealen Vater für ihre Kinder. Und natürlich geht diese Suche nicht ganz ohne Chaos von sich. Denn Briget ist nun mal die Queen of Chaos- und geändert hat sie sich kein Stück. Und genau dafür liebe ich sie! Sie ist unkonventionell, choatisch und unglaublich liebenswert dabei.

Das Leben meint es nicht gut mit ihr, doch sie kämpft sich immer wieder durch und findet am Ende ihr Glück. Ich mag den locker-flotten Schreibstil der Autorin und die Kapitel sind natürlich wieder in Tagebuchform geschrieben. So mit wunderbar lesbar, kurzweilig und unterhaltsam… ABER…

Auch Bridget Jones muss sich scheinbar dem gesellschaftlichen Wahn unterwerfen. War ihr kurviges Gewicht vorher zwar Thema, aber wurde positiv abgehandelt, wird es nun viel stärker beleuchtet. Hinzu kommt der weitere Druck von Likes und einer gewissen Social Media-Präsenz. Ja, so ist die Welt heutzutage. Aber ich brauche diese Themen nicht auch noch auf diese Weise erzählt, wie Helen Fielding es in „Verrückt nach ihm“ tut. Schade, mir fehlt hier der Wohlfühlcharakter, was diese Themen angeht.

Trotzdem hat mich Bridget Jones als Protagonistin wieder überzeugen können. Ich liebe ihren Charakter und ich liebe ihre Rolle als Mutter. Eine liebenswerte Geschichte rund um eine chaotische, aber sehr lebensfrohe Frau, die ihren Platz im Leben immer noch erkämpfen muss. Der Humor ist wieder brilliant, aber wie gesagt, in Bezug auf Clickzahlen und Bodypositivität habe ich was anderes erwartet.

 

Elena Sonnberg: Das Versprechen eines Sommertags

Im letzten Jahr konnte mich Elena Sonnberg bereits mit ihrem Buch „Die Bucht der Träume“ überzeugen. Hinter diesem Pseudonym steckt keine Geringere als Bestsellerautorin Adriana Popescu.

Mit „Das Versprechen eines Sommertags“ schenkt uns die Autorin einen weiteren sommerlichen Roman. Das Cover passt perfekt zu den Vibes des Buchs.

Isabelle liebt die Insel Mallorca und verbringt dort immer  schöne Sommerurlaube. Ihre Eltern besitzen auf der Insel eine Finca, was natürlich den Aufenthalt nochmal schöner gestaltet. Dieses Mal ist alles anders: Isabelle flüchtet regelrecht vor ihrem Leben in Deutschland. Ihre Ehe steckt voller Schwierigkeiten, außerdem kümmert sie sich um ihre beiden chaotischen Kinder und die Eltern feiern bald ihre goldene Hochzeit.
Sie reisst sich zusammen, um ihnen die Stimmung und Freude nicht zu vermiesen und mächte ihren Aufenthalt auf Mallorca einfach nur genießen. Denn sie liebt das Mittelmeer, die Sonne und das ganze mallorquinische Flair. Und das gelingt ihr ganz gut. Bis ihr Bruder zu den Feierlichkeiten auftaucht und Ben mitbringt, einen alten Freund. Isabelle erinnert sich noch gut an ihn. Vor 15 Jahren hat er ihren Sommer zum besten überhaupt gemacht. Sie konnte ihn nie vergessen… und jetzt bringt er sie komplett aus dem Konzept…

Auch dieser Sommerroman hat mir sehr gut gefallen! Erst mal möchte ich anmerken, wie schön das Setting ich finde. Wir lernen den Ort Portocolom kennen, der mir vorher kein Begriff war. Die Autorin hat mich literarisch auf die Insel entführt und sie schafft es wirklich, ihre besonderen, mediterranen Vibes einzufangen. Das liebe ich sehr, denn ich mag sommerliche Vibes und wenn dann das Setting noch so authentisch beschrieben wird, bin ich mehr als zufrieden.

Der Schreibstil von Elena Sonnberg ist, wie ich ihn von der Autorin kenne: flüssig, locker und leicht und lädt zum Schmökern ein. „Das Versprechen eines Sommers“ lädt einfach zu Lesestunden auf der Terrasse oder auf dem Balkon an lauen Sommerabenden ein.

Ich kann mich sehr gut mit Isabelle identifizieren. Die Autorin schafft es erneut, die Protagonisten authentisch zu beschreiben. Isabelle steht eigentlich bereits vor dem Ende ihrer Ehe, sie ist nicht mehr glücklich und deshalb sind ihre Gedanken auch ein wenig schwermütiger. Aber ich finde sie nicht erdrückend, im Gegenteil. Der Storyplott ist tiefsinnig und hat mich mehrmals zum Nachdenken angeregt. Das alles vor mediterraner, wunderbarer Kulisse… toll.

Der Roman fühlt sich an wie eine Geschichte, die mitten aus dem Leben gegriffen ist. Es geht um alltägliche Probleme, die viele von uns bewegen. Es geht um Familie, aber auch um Liebe und Hoffnung, um Neuanfänge und irgendwo auch ums Loslassen. Kann Isabelle ihre Ehe nach all der Zeit loslassen? Und schafft es Ben, ihr Herz erneut zu erobern?

Trotz der Themen, die recht nachdenklich stimmen, ist der Roman eine tolle Sommerlektüre. Muss man gelesen haben!

 

Melanie Petersen: Hochzeit Auf Der Kleinen Frieseninsel

Hach, ich habe einfach eine Schwäche für Bücher, die am Meer spielen. „Hochzeit auf der kleinen Frieseninsel“ von Melanie Petersen habe ich daher regelrecht verschlungen.

Hannahs Herz gehört ihrer Heimat, der nordfriesischen Insel Föhr. Doch sie lebt in Berlin, eigentlich glücklich und auch beruflich erfüllt. Aber dann ändert sich alles. Eine Kollegin bekommt ihre Beförderung, auf die sie hart hin gearbeitet hat und ihr Freund geht fremd. Hanna ist zutiefst verletzt und sie reist in auf ihre Heimatinsel, um durchzuatmen und ihre Wunden heilen zu lassen. Außerdem steht dort bald die Hochzeit ihrer Schwester Stine an. Aber dann passiert das Drama: Stines Verlobter verschwindet. Wo ist er? Und warum ist er einfach so verschwunden? Stine hingegen trifft sich mit einen alten Schulfreund. Hannah versucht, das Chaos aufzuräumen und setzt alles darum, um die anstehende Hochzeit noch zu retten. Doch ihr eigenes Herz schlägt höher, sobald sie Sänger Tom begegnet.  Dabei sind die Beiden sich nicht gerade grün…

Den Storyplott kenne ich aus unzähligen Büchern. Eine Frau hat berufliche Probleme und ertappt ihren Freund beim Fremdgehen. Sie reist ind ie Heimat zurück und findet dort nicht nur Ruhe, sondern auch eine neue Liebe. Aber ich liebe diesen Plott sehr, denn er ist immer wieder anders. In diesem Buch ebenfalls.

Ich mag Hannah sehr, habe sie schnell in mein Leserherz geschlossen. Sie verliert trotz der Dramen in ihrem eigenen Leben die Hochzeit ihrer Schwester nicht aus den Augen. Und ich mag es, wie sehr Hannah doch mit Foehr verbunden ist.

Die Autorin hat mich mit ihrem Setting auf der Frieseninsel wirklich abgeholt. Sie beschreibt die Landschaft mit ihrem besonderen Charakter sehr passend und ja, wir sind an der Nordsee. Dieses Meer liebe ich so sehr. Aber es ist nicht nur das Setting, was mich begeistert hat.

Der Schreibstil ist sehr locker, sehr leicht und angenehm. Er passt zum Charakter der Geschichte und ich bin schnell tief in Hannahs Geschichte eingetaucht. Und trotzdem fehlt es dem Buch nicht an Tiefgründigkeit und Unterhaltungswert.

Ich bin sehr zufrieden und freue mich über weitere Bücher der Autorin! Eine schöne, leicht sommerliche Lektüre, die mir viel Lesefreude bereitet hat.

 

 

 

 

Ivy Bell: Julis Reise

Ich möchte euch heute ein wertvolles Buch vorstellen. „Wertvoll“, weil es für mich genau die richtige Mischung aus tiefgründigen Themen und Unterhaltung besitzt. „Julis Reise“ aus der Feder von Ivy Bell.

Wie der Titel uns schon verrät, geht es im Buch um Juli. Sie ist Anfang 40 und steht eigentlich mitten im Leben: sie ist Mutter, Ehefrau und hat ein schönes Haus mit ihrer Familie bezogen, aber in ihr herrscht eine gewisse Leere, die sie sich kaum erklären kann. Doch dann bringt ein Arztbesuch dazu, ihr Denken komplett zu ändern. Sie kann nicht so weiterleben und reist nach Lanzarote. Dort will sie den Spuren ihrer Vergangenheit folgen und mehr über sich herauszufinden. Woher kommt sie? Und was macht das, was sie herausfindet, mit ihr?

Eine Frau am Scheideweg des Lebens. Juli ist wirklich eine starke Protagonistin. Sie ist authentisch, ihr Handeln kann ich nachvollziehen und sie ist für uns Leser:innen nahbar, greifbar. So wie die ganze Geschichte wie aus dem Leben gegriffen sein könnte.

Doch es ist auch der Schreibstil von Ivy Bell, der mich voll überzeugen konnte. Sie verbindet tiefgründige Unterhaltung mit einer mitreissenden Geschichte, dazu das Setting der Kanareninsel, fertig ist ein beeindruckender Roman, der zum Schmökern einlädt. Man fühlt mit Juli mit, man erlebt ihre persönliche Entwicklung mit und möchte wissen, was hinter ihrer Vergangenheit steckt. Kurz gesagt: der perfekte Roman mit Tiefgang, Gefühl und auch Spannung.

Ich bin gespannt, welche Romane uns noch von der Autorin erwarten. Klasse!