Mollie Hughes: Whiteout- Mein Weg durchs ewige Eis

Kennst du Mollie Hughes? Sie ist Weltrekord-Halterin und hat die wildesten, unberechenbarsten Orte der Welt erkundet. Sie hat den Gripfel des Mount Everest erklommen, hat sich aber auch durch das Eis der Antarktis gekämpft. Weit über 700 Meilen hat sie bezwungen, unter dem Einfluss von sehr stürmischen Winden, bei Tempeaturen von nahezu – 45 Grad und hat sich den Weg gebannt bis zum Südpol.

Dieses einschneidende, aber auch sehr mutige Erlebnis verarbeitet sie nun in ihrem Buch „Whiteout- Mein Weg durchs ewige Eis“. Allerdings ist das Buch nicht nur ein Erlebnisbericht, der autobiographisch ist, sondern auch ein sehr inspirierendes, motivierendes Werk in Sachen Psychologie und Lebenslektionen.

Sie berichte von der Kraft des Mutes, von Risiken und von sehr belastenden, besonderen Ausnahmesituationen. Dies hat ihre Sicht auf die Dinge gestärkt, hat ihrer Persönlichkeit ebenfalls gestärkt und hat ihr sehr viele sehr wichtige Lektionen rund ums Leben erteilt.

Ihr Schreibstil ist sehr flüssig, sehr gut konsumierbar und liest sich wie eine Abenteuergeschichte. Hinzu kommt eben ihre Auseinandersetzung mit wichtigen Themen. Die Reise war eine große Herausforderung, der sie sich täglich neu gestellt hat. Doch diese Erfahrung brachte sie nicht nur an ihre Grenzen, sie lernte, ihr psychologisches Potential auf gesunde und heilende Weise einzusetzen. Es geht darum, wie man seine Emotionen regulieren kann und auch Ängste überwindet. Wie geht man mit Stress und mit immer größer werdenden Druck um? Und welche Bedeutung haben Stille und der geistige Freiraum für unsere psychische Entwicklung?

Ich habe mir sehr viele Notizen gemacht, habe auch viele neue Erkenntnisse aus dem Buch für mich mitnehmen können. Ich mag den Schreibstil der Autorin, ich mag wie sie ihre Abenteurreise mit so wichtigen Lektionen und Punkten bereichert.

Ein unglaublich inspiriendes Buch, welches neue Impulse gibt und auch wahnsinnig angenehm unterhält. Mehr als ein Polarabenteuer einer großartigen, bekannten und beeindruckenden Bergsteigerin. Sie hat Persönlichkeit und bereichert uns Leser mit so viel wichtigen Impulsen.

 

Emma Heming Willis: Eine ganz besondere Reise

Bruce Willis gehört seit vielen Jahrzehnten zur obersten Riege Hollywoods. Er hat sich aus der Öffentlichkeit zurück gezogen, da er die Diagnose frontotemporale Demenz erhalten hat. Doch mit dieser Schockdiagnose musste nicht nur er selbst umgehen, sondern auch seine Ehefrau Emma Heming. Die Beiden haben auch noch zwei kleine Töchter. Im Buch „Eine ganz besondere Reise“ erzählt Emma von dieser Diagnose, den Umgang damit und welchen Einfluss die Demenz auf ihr Leben hat, welche Konsequenzen sie zu tragen hat.

Sie schreibt aber nicht nur einen ehrlichen Lebensbericht, sondern bietet auch einen hilfreichen Ratgeber/ Kompass für andere Betroffene und ihre Angehörigen. Von jetzt auf gleich kann der geliebte Mensch zu einem Pflegefall werden und sich binnen kürzester Zeit sehr verändern. Dies ist dem Tempo der Erkrankung geschuldet.
Doch nicht nur für Bruce selbst hat sich alles geändert. Auch Emma und ihre kleine Familie muss seitdem viele Einschnitte im Leben hinnehmen.
Sie verliert sich dabei aber selbst nicht aus den Augen, sondern geht besonders achtsam mit sich um. Denn als Angehöriger kann man sich eben schnell selbst verlieren.

Emotional, aber auch mit einer gesunden Distanz, schildert Emma Heming den Umgang mit der schweren Diagnose und klärt dabei auch umfassend über Symptome, Entwicklung der Erkrankung usw. auf. Sie arbeitete für den Schreibprozess mit weltweit anerkannten Experten und Wissenschaftlern zusammen, deren Erkenntnise mit ins Buch eingeflossen sind, um es so aktuell wie möglich zu halten.

„Eine ganz besondere Reise“ ist eine liebevolle Erzählung über Demenz, über die Erkankung des geliebten Mitmenschen und um den Umgang damit. Die Erkrankung hat so viele Facetten und kann uns alle irgendwann beeinflussen.

Ich habe das Buch verschlungen. Es geht nicht nur um das Schicksal eines Weltstars- sondern auch um das eines Familienvaters und Ehemannes. Auf einfühlsame, persönliche Art berichtet seine Ehefrau, wie das Leben sich verändert hat, wie die Prognose ist- und wie sie und ihre Töchter mit eben dieser leben können. Sie verlieren ihren Mann und Vater jeden Tag ein kleines Stückchen mehr. Jeder Tag bedeutet mehr Verlust. Und trotzdem ist Emmas Schreibstil unglaublich heilsam, sehr gut lesbar und ich hatte oft Tränen in den Augen.

Wer nicht verstehen kann, was in Betroffenen vorgeht, der sollte sich „Eine ganz besondere Reise“ zulegen und das Buch ganz bewusst lesen. Eine unglaublich beeindruckende, authentische Lektüre.

Sie erzählt aber nicht nur vom Umgang mit der Erkrankung, sondern auch von der Pflege. Sie berichtet, welche Herausforderungen sie tagtäglich zu meistern hatte und warum sie ihren Ehemann mittlerweile zur Pflege gegeben hat. Ein schmerzhafter, aber absolut nachvollziehbarer Schritt.

Bewegend, intensiv und sehr beeindruckend.

Andrea Paluch: Alles für einen: Ruth Berlau

Ist dir Ruth Berlau ein Begriff? Sie war eine Mitarbeiterin von Bertolt Brecht- und eine seiner Geliebten. Berlau war Schauspielerin, Regisseurin und Journalistin, also vielseitig. Ihr Leben war gezeichnet von vielen Höhen und Tiefen und von überraschenden, aber auch seltsamen Ereignissen. Ihre Beziehung zu Brecht war nicht gesund, fast schon toxisch, zumindest bestand eine gewisse emotionale Abhängigkeit seitens Ruth vom bekannten Künstler. Dieser war sich ihrer bedingungslosen Liebe durchaus bewusst und hat sie trotzdem immer auf Abstand gehalten. Er war der Lehrer, sie die Schülerin.
Bertolt Brecht ging ins Exil in die vereinigten Staaten. Das gemeinsame Kind verstirbt kurz, nachdem es das Licht der Welt erblickt hat und das Verhältnis zwischen Ruth und Brecht bekommt erste Risse. Sie kehren nach Ostberlin zurück und Brecht bricht mit ihr. Doch bei ihr bleibt noch immer diese emotionale Abhängigkeit zurück, die ihr Handeln und Denken steuert. Dabei war Ruth Berlau soviel mehr als die Geliebte des bekannten Brechts.
Autorin Andrea Paluch hat mit „Alles für einen: Ruth Berlau“ ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben und ist ihr gedanklich nachgereist, angefangen im Jahr 1928. Sie reist von Kopenhagen nach Paris. Und sie sorgt dafür, dass wir ganz andere Facetten Berlaus kennen lernen. Denn sie war nicht nur die Geliebte, die eine ungesunde Beziehung zu Brecht führte. Sie war tough, schlagfertig, scherte sich nicht um Konventionen und hatte ihre ganz eigene Art von Humor – und Leben.

Ich habe mich in der Schule und auch später häufiger mit Bertolt Brecht befasst. Seine Geschichte hat mich fasziniert. Aber zu kurz kam immer mein Wissen über Ruth Berlau. Wer war diese Frau wirklich? Ich finde es fantastisch, dass die Autorin ihr Leben beleuchtet. Dies tut sie auf ihre eigene, beeindruckende Art.

Sie erzählt. wo ihre Verbindung zu Ruth Berlau besteht und berichtet uns auf sehr angenehme Art von deren Lebensweg. Wer war die junge Dänin? Wie ging sie mit ihrem Schicksalsschlägen um und wie hat sie sich ihre schlagfertige, toughe Art bewahrt?

Andrea Paluchs Schreibstil ist erfrischend, umumwunden und auf den Punkt gebracht. Er ist herrlich unterhaltsam und auch authentisch. Ich hatte die Befürchtung, dass „Alles für einen“ eine trockene Biographie werden könnte, aber dem ist überhaupt nicht so. Ganz im Gegenteil. Paluch bringt uns nicht nur das Leben der vielseitigen Berlau näher, sondern auch deren Persönlichkeit. Dies tut sie auf nicht nur gut verständliche, sondern auch unterhaltsame Art. Ab und zu wirkt ihr Schreibstil auch schon poetisch, die meiste Zeit aber doch schnörkellos und mitreissend.

Die Geschichte einer beeindruckenden Frau voller Lebensfreude, aber auch voller Schicksalsschläge.

Beeindruckend, eine Leseempfehlung von mir.

Erschienen ist das Buch im Ellert & Richter Verlag.

Andrea Paluch wurde 1970 geboren, hat ohre Promotion in Anglistik abgelegt und viele Bücher für Kinder, Jugendliche und eben auch Erwachsene geschrieben. Zusätzlich ist sie als Übersetzerin, Dozentin & Journalistin tätig. Im Verlag sind andere Romane der Autorin erschienen.

 

Lisa Graf: Lindt & Sprüngli – Zwei Rivalen, ein Traum

Im letzten Jahr durfte ich bereits Band 1 der „Lind & Sprüngli“-Reihe von Lisa Graf lesen und habe es sehr gemocht. Nun wird mit „Zwei Rivalen, ein Traum“ endlich der zweite Band veröffentlicht.

Rudolphe Lindt ist ein echter Tagträumer. Und das wird ihm fast zum Verhängnis. Wir befinden uns im Bern des Jahres 1863. Auf dem Markplatz gerät Rudolphe fast unter die Räder eine Kutsche. Doch ein Blumenmädchen rettet ihm das Leben. Und jetzt weiß er: er ist dafür geboren worden, damit er Großes erschaffen kann! Aber dafür enttäuscht er seine Familie. Er bricht die Schule ab und widmet sich fortan seiner Leidenschaft: er gründet eine Schokoladenfabrik und sorgt dafür für eine Sensation. Er erfindet auch noch das Conchieren und wird damit weltbekannt. Und dann ist da noch Chocolatier Sprüngli, der auf ihn aufmerksam wird…

Der zweite Band war für mich erneut eine herrliche, unterhaltsame Lektüre. Ich bin ja großer Fan von den schokoladigen Covern und war espannt, was uns Leser:innen im zweiten Teil erwartet. Und er steht Band 1 in nichts nach. Im Gegenteil. Rudolphes Geschichte fand ich noch ein wenig interessanter und spannender. Wir erleben, wie aus einem Tagträumer ein Unternehmer wird, der seine Vision in die Realität umsetzt. Der die Schokolade liebt und die Branche revolutioniert. Und wir erfahren weiter, wie es zum weltweit bekannten Unternehmen Lindt Sprüngli kam.

Doch der Roman ist mehr als eine schnöde Firmengeschichte. Es geht um eine Vision, um Träume, um den Glauben an etwas Großes. Darum, nicht aufzugeben und sich durchzusetzen. Rudolphe soll die Wünsche seiner Familie erfüllen, doch er entscheidet sich dafür, seinen Traum zu leben. Mutig, entschlossen und beeindruckend.

Der Schreibstil hat mich erneut gepackt. Er passt perfekt zum historischen Charakter der Geschichte, ist aber auch berührend, wortgewaltig und sehr, sehr mitreissend. Ich bin begeistert und hatte wunderbare Lesestunden. Ich bin tief eingetaucht in Rudolphes Geschichte und habe mitgefiebert und habe miterlebt, wie aus dem kleinen Träumer ein ganz großer Name wurde.

Ein beeindruckender Roman, der wirklich wunderbar unterhält.

 

Rob Sheffield: Heartbreak Is The National Anthem

Ich bin ein Swiftie. Ich liebe die Musik von Taylor Swift und feiere ihre Songs. Ich habe bereits die eine oder andere Biographie der Sängerin gelesen, aber keine musikalische. Diese hat Rob Sheffield mit „Heartbreak Is The National Anthem“ geschrieben und ich bin begeistert!

Danke an das Bloggerportal für die Bereitstellung.

Rob Sheffield ist Journalist beim legendären Musikmagazin „Rolling Stone“ und hat von der ersten Minute an die Karriere von Taylor Swift begleitet. Nun hat er eine Biographie über sie geschrieben. Anhand ihrer Musik. Denn Taylor ist nicht einfach nur Popstar, sie ist eine Ikone,. Ich selbst liebe ihre Musik sehr und mag ihre Attitude absolut. Sie hat eine unvergleichliche Karriere hingelegt und ist noch dabei, Rekorde zu brechen.

„Heartbreak Is The National Anthem“ berichtet von den Anfängen ihrer Karriere. Damals war Taylor Swift die Newcomerin in Sachen Country Pop- und eroberte direkt die Charts und die Fans der Herzen. Sie war ein Teenager, wuchs in der Musikszene auf und hat sich mittlerweile ein Imperium aufgebaut.

Denn aus der Countryprinzessin wurde ein aboluter Popstar. Sie begeistert die Massen und hat mit ihrer „The Eras“-Weltournee die Superlative der Musikbranche neu geschrieben. Authentisch, klug und einzigartig hat sie so viel verändert, hat so viel erreicht und wir Fans lieben sie dafür. Sie ist mehr als ein Popstar. Sie ist eine Ikone, die so viel verändert hat. Ihr Einfluss ist nicht nur in Sachen Erfolg bahnbrechend, sondern auch musikalisch. Was Taylor anfasst, wird zu Gold. Okay, stimmt nicht, zu Platin.

Der Autor erzählt uns von Taylors Karriere und von den einzelnen Schritten, die sie zur erfolgreichsten Künstlerin der Gegenwart gemacht haben. Sein Schreibstil ist sehr gut verständlich, mitreissend und er macht das Buch damit zu einer sehr interessanten Lektüre. Es geht um Taylors Talent, um ihre Power und darum, wie sie mit Klugheit und Smartheit die Herzen der Fans erobert hat- und die höchsten Ränge der Charts weltweit.

Das Buch ist keine simple Biographie, bei der wir erfahren, wie Taylors Aufstieg ablief. Nein, wir bekommen sehr viel Wissen präsentiert rund um Taylor. Und das Buch hat dafür gesorgt, dass ich sie noch mehr mag. Aber nicht nur für Swifties eignet sich „Heartbreak Is The National Anthem“, sondern auch für Musikfans.

Eine großartige, sehr wissenswerte Lektüre.