Lisa Kleypas: Die Wallflowers- Annabelle & Simon

Ich liebe, liebe Bridgerton, insbesondere die Geschichte von Anthony und Kate. Mit „Die Wallflowers“ startet Autorin Lisa Kleypas eine ähnliche Reihe aus dem Bereich Regency.

Ich war gespannt, ob der Auftakt zur „Wallflowers“-Reihe mithalten kann. Und was soll ich sagen? Ja, kann er. Ich bin begeistert und freue mich, die weiteren Bände lesen zu können.

Annabelle Peyton hat viele Vorzüge. Sie ist klug, wunderschön, aber stammt aus armen Verhältnissen. Ihren Stand kann eine Heirat mit einem angesehenen Mann aus reichem Hause retten. Ihn zu finden, ist alles andere als leicht. Denn natürlich machen die heiratsfähigen Junggesellen einen großen Bogen um als arm gehende Familien. Doch da gibt es nur Simon Hunt, extrem vermögend, attraktiv, aber auch rau und ungehobelt in seiner Art. Er zeigt sein Interesse an Annabelle deutlich.
Auf einem Ball lernt Annabelle drei weitere unheiratbare Frauen, somit Freundinnen, kennen. Sie wollen sich gegenseitig unterstützen und helfen, einen Mann für die anderen Frauen zu finden. Und ausgerechnet beim ersten Fest trifft Annabelle wieder auf Simon. Das Schicksal nimmt seinen Lauf…

Mir gefällt die Entwicklung von Annabelle sehr. Ihre anfängliche Abneigung zu Simon schlägt bald in Zuneigung um und sie durchlebt eine spürbare Wandlung, was mir sehr gut gefällt. Simon ist frech, ungehobelt, aber auch charmant. Die Dialoge zwischen ihnen sind energiegeladen, unterhaltsam und sorgten dafür, dass ich mitgefiebert habe, das Buch nicht aus der Hand legen wollte.

Kurz gesagt: ich bin begeistert und freue mich sehr auf die Fortsetzungen der Reihe. Der Autorin gelingt es perfekt, zu unterhalten und mitzureissen. Ich liebe die Geschichte und bin gespannt, wie es mit den anderen Mitgliedern der Wallflowers weitergehen wird.

Wunderbar. 5/ 5 *

Judith Wilms: Wenn Dein Herz woanders wohnt

Der neue Roman von Judith Wilms war für mich zum Jahresende noch ein wirkliches Lesehighlight. Ich habe die Geschichte von Leonie sehr genossen. Warum, verrate ich euch heute.

Leonie ist Expertin für Einrichtung und Reovierung. Sie zieht ihre Kraft aus der Kreativität und erhält den Auftrage, die Wohnung eines Fremden neu einzurichten und zu gestalten. Ihr Sohn ist jedes zweite Wochenende bei ihr und an den freien Wochenenden arbeitet sie.
Die Wohnung gehört Thies, der jedes Wochenende nach Hause fährt, unter der Woche arbeitet er. Sie begegnen sich nie, aber Leonie möchte die Wohnung kreativ mit Farben etc. umgestalten. Gesaagt, getan. Das Ergebnis jedoch gefällt ihrem Auftraggeber so gar nicht. Er hinterlässt ihr eine Notiz und somut beginnt ein anregender Nachrichtenaustausch zwischen ihnen.
Es kommt, wie es kommen mus: Leonie fängt an, sich für den unbekannten Thies zu interessieren, den sie nur über Nachrichten kennt. Aber es ist der Beginn einer wunderbaren Geschichte, die ihr Leben bald nicht nur kreativ beeinflusst, sondern auch emotional…

Dieser Roman hat mir außerordentlich gut gefallen. Leonie habe ich schnell inb mein Herz geschlossen, denn wir beide sind kreativ und haben große Freude daran, Wohnung und Einrichtung zu ändern.
Ich mag die Geschichte, die für mich eine Slowburn-Romanze darstellt, aber keine typische Lovestory darstellt. Die sich langsam aufbauende Liebe gefällt mir so gut, die Zwischenhandlung passt perfekt. Der Schreibstil ist klasse, nimmt mich sofort mit.

Ich vergebe liebend gerne 4,5/ 5 * für dieses Highlight, was ich innerhalb eines Tages lesen konnte. Klasse!

Ane Riel: Biest

Es sind die ungewöhnlichen Bücher, die mich länger beschäftigen. Bücher, die man so in ihrer Handlung nicht erwartet hat. Als ich „Biest“, den neuen Roman von Ane Riel in den Händen hielt, war ich neugierig…

Klappentext: „

Inhalt:
„Unten am Fluss versteckt sich ein Biest. Flüsternd erzählt es einer Krähe von dem Mädchen, das aufgehört hat zu atmen, obwohl es doch nur mit ihr kuscheln wollte. Das Biest heißt Leon und niemand weiß, woher Leon seine übermenschlichen Kräfte hat. Seine Mutter und sein bester Freund Mirko wissen aber, wie schwer es ihm fällt, sie zu kontrollieren. Die Geschichte, die dazu geführt hat, dass sich Leon jetzt am Fluss verstecken muss, handelt von Einsamkeit und Verzweiflung, von wilder Liebe und davon, wie in einer einzigen Nacht alles schiefgehen kann. Es ist die Nacht, die Mirko und Leon für den Rest ihres Lebens aneinander bindet.“Biest“ ist tragisch, aufregend, warmherzig und humorvoll. Eine modernes Märchen über das Anderssein und die Geschichte einer schicksalhaften Freundschaft.““

Das Cover hat mich schon mal beeindruckt. Die düsteren Farben, das Gefühl des Einbandes in meinen Händen, war irgendwie anders. Und das Cover passt perfekt zur Handlung…

Es geht um Leon, der sehr gerne schmust und kuschelt. Doch er verfügt über enorme Kräfte, welche nicht unter seiner Kontrolle sind, was es ihm schwer macht. Klingt seltsam? So mutet es auch an, aber an diesem Punkt sollte man weiterlesen…

Dann ist da noch Mirko, der sich um den seltsamen Jungen kümmert, sein Freund wird. Die Ereignisse überschlagen sich und schweissen die beiden Jungs eng aneinander. Ich möchte nicht mehr von der Handlung verraten. Nur soviel: wir befinden uns in einem modernen, kuriosen Märchen und in einer Geschichte der Freundschaft, des Anderssein und der Akzeptanz. Ein Märchen, was mich irgendwo beeindruckt hat, aber nicht so ganz abholen konnte. Ich musste mich einfinden in eine Geschichte, die schon mittendrin war.

Allerdings finde ich, dass „Biest“ ein Highlight der Literatur ist. Sicherlich kein triviales Werk, sondern eines, was beeindruckt und weiter beschäftigt.

3/5 *

Cariad Llyod: Im Club Der Trauernden

Einen geliebten Menschen zu verlieren, reißt einem den Boden unter den Füßen verloren. 2022 verlor ich meinen Vater und seitdem ist die Trauer mein ständiger Begleiter. Doch ich habe mich zurück gekämpft ins Leben und ich habe gelernt, irgendwie damit zu leben. Dann habe ich „Im Club der Trauernden“ entdeckt und habe mich sehr gefreut, ein Rezensionsexemplar zu erhalten.

Cariad Llyod widmet sich diesem Thema eindrücklich, einfühlsam und wunderbar. Sie verlor selbst mit 15 Jahren ihren Vater und die Trauer ist seitdem noch immer ihr ständiger Begleiter. Sie möchte ihre teilweise verdrängte Trauer aufarbeiten und rief dafür einen Podcast ins Leben. Auf einfühlsame Art führt sie Gespräche mit anderen Betroffenen, Freunden und Forschern. sogar mit Prominenten zu dem Thema und berührte meine Seele zutiefst damit.

„Im Club der Trauernden“ ist kein weiterer Ratgeber , der die Trauer eindämmen soll. Nein, es ist ein wertvolles Buch, welches aufzeigt, dass man trozdem weiterleben kann. Durch Positivität, Zuversicht und Lebensfreude. Und durch etwas, was uns niemand nehmen kann: Erinnerungen.

Das Buch schlägt einen sensiblen, sanften Ton an und holt mich direkt ab. Ich habe es geliebt. Die Gespräche sind so gestaltet, dass man sich darin wieder findet. Ich selbst kann viel aus diesem Buch für mich mitnehmen.

Ein toller Begleiter durch die Trauer. Trauer wird nicht genommen, aber es wird aufgezeigt, wie man weiter sein Leben führen kann, ohne daran zu zerbrechen und wieder mehr Zuversicht und Posititität erlebt.

Wunderbar! 4,5/5 *

Malachy Tallack: 60° Nord

Schon seit meiner Kindheit bin ich verzaubert von den nördlichen Regionen unserer Welt. Ich habe mich sehr gefreut, dass Buch „60° Nord2 von Malach Tallack entdecken zu können. Und ich möchte es euch ans Herz legen…

Der Autor beschreibt seine Reise durch nördliche Länder. Er ist nach dem Tod seines Vaters in tiefer Trauer. Der Schotte beschreibt seine Erfahrungen in Sibirien, Alaska, Grönland und Finnland, alles Sehnsuchtsorte von mir, denn ich liebe die Kälte. Allerdings beleuchtet Tallack seinen Weg auf interessante und vielschichtige Weise. Er schreibt über die Öde der Wildniss, setzt sich mit den Themen Gemeinschaft, Miteinander und Loyalität auseinander, erfährt dadurch sehr viel über sich selbst und reflektiert sich selbst ehrlich und direkt. Ich mag seinen authentischen und, wie erwähnt, ehrlichen Schreibstil. Somit ist das Buch für mich ein kleines Highlight. Sehr interessant, mitreissen und es erweiterte meinen Horizont.

Kein klarer Reisbericht, sondern der Tatsachenbericht einer persönlichen Erkundungsreise durch den Norden- hin zu sich selbst.

4,5/5 *