Sarah Penner: Die geheime Gesellschaft

„Die verstecke Apotheke“ von Sarah Penner war ein kleines Lesehighlight für mich. Mit „Geheime Gesellschaft“ habe ich einen weiteren Roman der Autorin gelesen. Ob auch dieses Buch mir gefallen hat, verrate ich dir heute!

Wir befinden uns im Jahr 1873, irgendwo in einem Chateau in Frankreich. Wahrsagerin Vaudeline D´Allaire lebt somit in der viktorianischen Ära. Vaudeline hat sich einen Namen mit Séancen gemacht, also mit Sessionen, in denen sie Kontakt zu Geistern aufnehmen kann. Dies Gabe machen sich nicht nur Verwandte zum Vorteil, sondern auch Strafermittler. Sie muss regelmäßig Seáncen durchführen, um mit Toten zu reden und um deren Mörder ausfindig zu machen. So auch an einem ganz speziellen Tag. Sie soll sich um die Ermittlung des Täters in einem ganz extrem brutalen Fall kümmern. Doch sie ahnen nicht,was auf sie wartet. Es geht um Lügen, jede Menge falsche Spiele und Intrigen. Doch wer steckt hinter allem? Die Séance Society? Sie erscheint Vaudeline und ihrer Assistentin Lenna immer verdächtiger und obskurer… und dann geraten die beiden Frauen in höchste Gefahr…

Ich liebe mystische Einflüsse in Romanen und „Die geheime Gesellschaft“ hat mich von der ersten Seite angepackt. Ich liebe das ganze Setting rund um die Wahrsagerin Vaudeline und ihre Kontakte zu den Verstorbenen.

Das Buch ist absolut mitreissend und sehr unterhaltsam. Der Schreibstil ist dynamisch und bildstark, aber trotzdem sehr gut lesbar. Ich mag die mystische, finstere Atmosphäre, die wirklich gut ausgearbeiteten Protagonisten.

„Die geheime Gesellschaft“ sorgt dafür, dass ich in einen absoluten Lesesog gezogen worden bin.  Mich faszinieren die Séancen, auch wenn ich nicht an übernatürliche Dinge glaube. Mir gefällt der Gedanke, über ein Medium wie Vaudeline Kontakt zu verstorbenen Menschen aufnehmen zu können. Natürlich ist das nur Utopie…
Ich fand die Zusammenhänge, die sich nach und nach erschlossen haben, sehr spannend und ich kann euch dieses Buch nur empfehlen. Ein Highlight!

 

 

 

Stephanie Campisi: Warrior Fairies. Die Jahreszeiten-Verschwörung

Die Fortsetzung von „Warrior Fairies“ konnte mich genauso überraschen wie Band 1. Doch in „Die Jahreszeiten-Verschwörung“ geht es noch abenteuerlicher und mitreissender zu.

Eliane ist die neue Königin der Sommerfeen und hat sich noch gar nicht richtig eingewöhnt. Schon muss sie sich mit einemg großen Problem auseinandersetzen: das ewig trockene Wetter verursacht schlimme Dürren, außerdem machen Rebellen ihr das Regieren schwer. Sie versucht, die richtige Entscheidung zu treffen, was nicht gerade leicht ist. Sie fängt an, Selbstzweifel zu haben. Ist sie stark genug, um das Folk der Sommefeen führen zu können? Doch ihre beste Freundin Rosa lässt sie nicht allein. Sie haben schon so viel zusammen erlebt. Und nun wollenn sie magische Steine finden, die für Frieden im Reich sorgen könnten. Oder aber für das Gegenteil…ist die Freundschaft stark genug und ist Eliane die richtige Herrscherin?

Erneut hat mir der Ausflug ins Reich der Sommerfeen gut gefallen. Eliane und Rosa wieder zu treffen, hat mir große Freude bereitet.
Dieses Mal erleben wir Eliane als Königin der Feen, die einige Probleme zu gewältigen hat und an sich zweifelt. Doch Rosa zeigt ihr, wie stark die beiden Freundinnen sind und wie sehr sie zusammenhalten.

Das Cover gefällt mir wieder sehr gut, außerdem mag ich den zielgruppengerichteten Schreibstil sehr. Dieser ist sehr bildhaft, was ich prima finde. Er ist auch detailreich und fördert meiner Meinung nach die Fantasie der jungen Leser. Feen als magische Wesen gehen immer und das neue Abenteuer der Warrior Fairies ist wieder voller Magie und Farbe. Voller Zauber und toller Bilder.

Gerade junge Teenager werden ihren Spaß an diesem Buch haben. Ich finde die ganze Welt wundervoll und ich denke, viele Leser werden sie genauso mögen wie ich.

Ein rundum gelungener neuer Band einer tollen Reihe.

Was mich ein wenig ärgert ist das Ende- denn es bleiben, wie nach Band 1, noch einige Rätsel ungelöst. Das schreit doch nach einer Fortsetzung, oder? ^^

 

 

Alberto Angela: KLEOPATRA. Die Königin, die Rom herausforderte und ewigen Ruhm gewann

Das Leben der einstigen Pharaonin Kleopatra ist so faszinierend, dass viele Bücher und Filme davon handeln.
Alberto Angela jedoch hat ein belletristisches Werk über die legendäre Ägypterin verfasst:“Kleopatra. Die Königin, die Rom herausforderte und ewigen Ruhm gewann“. Er erzählt in nahezu epischer Form das Leben Kleopatras.

Wir erfahren, wie sie zur mächtigsten Frau Ägyptens wurde, erleben, wie sie auf Julias Caesar traf, außerdem begegnen wir sehr vielen großen Namen der ägyptischen und auch römischen Geschichte.

Ich kenne mich nur oberflächlich mit Kleopatra und ihrem Leben aus, deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich den Roman von Alberto Angela lesen durfte.

Das Buch ist episch, aber auch detailreich ausgearbeitet. Der Schreibstil des Autoren hat mir ganz gut gefallen. Er ist flüssig, manchmal aber etwas komplizierter, trotzdemk konnte ich der Handlung gut folgen.

Ich habe mich wirklich in die Zeit Kleopatras zurück versetzt gefühlt. Der Autor hat großartige Recherche betrieben und das merkt man auf jeder Seite. Ich habe noch nie eine so detaillierte Schilderung einer Person der Geschichte gelesen und ich bin wirklich begeistert. Ich habe jedes Detail aufgesogen und ich bin jetzt ideal über Kleopatras Leben informiert. Der Vorteil ist, dass wir hier einen Roman haben, der sich stark an den Fakten orientiert. So ist das ganze eine wunderbare Lektüre, aber manchmal war mir das Ganze dann doch ein wenig „too much“.

Wer Wert darauf legt, einen gut recherchierten und mitreissenden Roman zu lesen, der auf wahren historischen Ereignissen beruht, der ist bei „Kleopatra“ genau richtig. Für mich ist der Roman wirklich gelungen, wenn er auch ein paar Schwächen wie unnötige Längen hat und manchmal das Leben der Kleopatra zu sehr romantisiert.

 

Tanja Janz: Über den Wolken leuchtet das Glück

Tanja Janz ist für ihre cozy Romane bekannt. Die Autorin erfreut sich großer Beliebtheit. Ich habe bisher kein Buch von ihr gelesen, was sich nun aber ändern wird. Mit „Über den Wolken leuchtet Das Glück“ hat sie den ersten Band der neuen „Himmelsee“-Reihe veröffentlicht. Dieser spielt auf der Ostsee, genauer gesagt auf der Darß.

Im Buch geht´s um Protagonistin Linna. Sie hat einen kleinen Sohn und reist in ihre Heimat Himmelsee an der Ostee, denn ihre Mutter muss im Krankenhaus behandelt werden. Damit öffnet sie die Tür zu ihrer Vergangenheit, die sie eigentlich hinter sich gelassen hatte. Einst hatte sie ein enges, aber verwirrendes Verhältnis zu den Brüdern Nik und Jörn. Dann geschah ein schlimmer Unfall und das Dreiergespann zerbrach. Nun hilft sie im Hotel ihrer Familie aus, den Kranichglück und natürlich bleibt es nicht aus, dass sie dort auf frühere Bekannt trifft. Sie merkt, wie sehr sie Himelsee vermisst hat und entscheidet sich dafür, wieder Wurzeln zu schlagen. Denn beruflich findet sie eine neue Option. außerdem trifft sie wieder auf die beiden Brüder, die auch wieder in der alten Heimat sind. Plötzlich ist alles wieder wie früher, nur haben sich die ehemaligen Freunde weiter entwickelt. Wie geht es nun weiter?

Ich muss zugeben, ich hatte nicht so viel Tiefgang von diesem Buch erwartet! Linna ist in meinem Alter, was ich schon mal super finde. Aber „Über den Wolken leuchtet das Glück“ ist keine zuckersüße Romanze, sondern ein tiefgreifenderer Roman. Ich konnte mich mit Linna oft identifizieren, sie ist authentisch und lebensnah. Was ihr einst in Himmelsee zugestoßen ist, ist tragisch und ich finde es schön, dass sie im Laufe der Handlung zu ihren Wurzeln zurück findet. Es war für mich spannend zu sehen, wie das Verhältnis zu den Brüdern sich ändert und wie Linna damit umgeht.

Das Setting finde ich wunderschön. Die Darß ist ein charakterlich-schöner Landstrich, der „Bodden“ und ich war dort bisher nicht selbst, aber nach dem Buch möchte ich das ändern. Die Autorin schafft es, dass ich mental wirklich nach Himmelsee gereist bin.

Was ich noch anmerken möchte:ich finde das Cover richtig schön. Es ist so cosy, es lädt zum Lesen ein. Toll!

Der Schreibstil von Tanja Janz ist zwar locker, leicht und lädt zum Schmökern ein, er besitzt aber auch viel Tiefe und hat mich zusätzlich berührt.

Ich mag diesen Roman sehr. Ich habe einige schöne Lesestunden mit ihm verbracht und bin wirklich durch die Seiten geglitten.

Tiefgründig, unterhaltsam und berührend.

 

 

Sally Lisa Starken: Zu Besuch am rechten Rand

Die Bundestagswahl hat mich schockiert. Über 20 % der deutschen Wähler haben einer gesichert rechtsextremen Partei (Stand Juni 2025) ihre Stimme gegeben. Ich bin fassungslos, denn diese Partei macht nur mit Hetze und Hass, sowie Rassismus & Co. auf sich aufmerksam. Die AfD- meiner Meinung nach keine Alternative für Deutschland. Aber ich möchte verstehen, wie Menschen diese Leute wählen können. Was bringt sie dazu, warum reissen viele ihre persönliche Brandmauer ein?

Genau dieser Frage widmet sich Sally Lisa Starken in ihrem Buch „Zu Besuch am rechten Rand- Warum Menschen Afd wählen“. Ich war gespannt, auf welche Weise sie sich damit befasst. Keine Sorge, das Buch ist kein Pamphlet, keine Ausrede, warum man die Afd wählt. Sondern eine kritische, aber auch menschliche Auseinandersetzung mit den Wählern. Der Vorteil unserer Demokratie ist eben u.A. die frei Wahl. Das ist definitiv ein großer Vorzug, bei aller Hetze gegen die Demokratie, die wir ja angeblich nicht mehr haben.

Es geht in erster Linie um Toleranz. So schwer sie uns wahrscheinlich auch fällt. Und es geht um die Ergründung der Motive. Warum wählt ein Mensch die AfD? Warum ist es plötzlich möglich geworden, dass eine rechtsextreme Partei so (im wahrsten Sinne des Wortes) auf dem Vormarsch ist? Was sind die Gründe, die oft ganz persönlichen? Was steckt hinter dem Entschluss? Geht es wirklich nur ums Protestwählen? Um der bisherigen Regierung zu zeigen:“ bis hierher und nicht weiter“?

Ich persönlich kann es gar nicht nachvollziehen, beim besten Willen und bei jeglichem Verständnis nicht, wie jemand seine Stimme(n) an die AfD geben kann. Mir ist die Tragweite der Entscheidung klar, aber vielleicht nicht jedem wahlberechtigten Bürger. Oder doch?

Wir müssen diesen Menschen zurück holen zur Demokratie. Und das geht nur durch Kommunikation auf Augenhöhe, was die Autorin deutlich macht. Ich weiß, dass dies nicht einfach ist. Ich habe jahrelang auf Social Media und im Bekanntenkreis versucht, mit fundierten Argumenten den Sinn der AfD zu entkräften, aber ich bin immer auf Granit gestoßen. Irgendwann habe ich damit aufgehört, was aber falsch ist.

Sally ist durch Deutschland gereist, hat intensive Gespräche mit Menschen geführt. Um sie verstehen zu können. Um zu wissen, was sie antreibt, eine Partei trotz Björn Hoecke oder Alice Weidel zu wählen. Trotz der klaren Auslebung von Rassismus, Antisemitismus, Hass, Mysogenie und Co. Und das finde ich sehr interessant.

Der Schreibstil ist wirklich brilliant und Sally Lisa Starken wird damit viele verschiedene Altersgruppen abholen können. Der Schreibstil ist sachlich, aber gleichzeitig auch voller Empathie, leicht verständlich und sorgt dafür, dass „Zu Besuch am rechten Rand“ zu mehr als einem politischen Sachbuch wird. Außerdem lässt Sally auch einiges an gutem Humor einfliessen, damit holt sie uns Leser:innen noch einmal mehr ab.

Das Buch klärt auf, aber belehrt nicht. Es durchleuchtet die Taktiken der AfD, die hinter ihrem Erfolg steht. Wir müssen mit der Afd leben. So bitter und traurig das auch ist, sie ist ein Teil der politischen Landschaft geworden. Klären wir auf, zeigen wir Kante und durchschauen wir diese rechtsextreme Partei.Sorgen wir für weniger Spaltung, welche die AfD sich wünscht.