Josie Silver: Mit Dir Allein (Rezension)

Diese Woche erreichte mich ein liebevolles Bücherpaket vom Bloggerportal: ich habe mich auf den neuen Roman „Mit dir allein“ von Josie Silver beworben und durfte ihn nun lesen. Verpackt war das Ganze wirklich toll, danke für die Aufmerksamkeit! Umso größer war die Freude bei der Lektüre des Buches!

Der Roman erscheint übrigens am 15.02., also in weniger als 2 Wochen. Und schon alleine das Cover finde ich toll.

Cleo weiß nicht, was sie vom Leben will und welche Dinge darin sie wirklich glücklich machen. Um das herauszufinden, mietet sie eine einsame Hütte, um ganz allein sein zu können. Fernab der Zivilisation und mitten in der Natur will sie die Zeit mich selbst nutzen, um zu sich zu finden. Aber die Rechnung hat sie ohne einen Mann gemacht, der ihr die Tür der Hütte öffnet. Mack verfolgt ein ähnliches Ziel wie Cleo und will die ruhige Zeit ebenfalls nutzen zur Art einer Selbstfindung. Sie schließen einen Kompromiss und teilen die Hütte fortan miteinander, was aber nur ein fauler Kompromiss ist. Eines Abends aber kommen sie sich zwischenmenschlich näher. Mack erzählt ihr, warum er die Hütte gemietet hat, auch Cleo öffnet sich. Sie kommen einander nach und nach näher, entdecken Gemeinsamkeiten und kommen gut miteinander aus. Die Gefühle füreinander wachsen. Und Cleo ist plötzlich in einem Zwiespalt gegangen. Sie merkt, dass sie die Freiheit braucht wie der Mensch die Luft zum atmen. Aber sie hat auch ernsthafte Gefühle für Mack entwickelt. Was soll sie tun? Sie findet zu sich selbst, aber zerstören diese Reise diese Gefühle nicht?

Ich liebe dieses Buch! Cleo und Mack sind so authentisch, so echt und sympatisch, dass ich an vielen Stellen mich gut mit ihnen identifizieren kann. Ihre Suche nach sich selbst, nach dem eigentlichen Sinn und dem wahren Glück des Lebens schweisst sie zusammen, aber treibt sie auch irgendwie wieder auseinander. Ich habe ihre Gespräche genossen, die sich entwickelnden Gefühle schildert die Autorin sehr einfühlsam. Überhaupt gefällt mir der Schreibstil sehr. Ich habe mitgelitten, mich mitgefreut mit den beiden Protagonisten und habe diesen Roman regelrecht verschlungen. Ein perfekter Roman, der einfach toll ist. Er garantiert lange Lesestunden und ich konnte das Buch nicht zur Seite legen.

Mein erstes Highlight in diesem Jahr!

5/5

Averil Kenny: Sterne Über Noah Valley (Rezension)

Momentag mag ich tiefgründige Romane mit einer interessanten Vorgeschichte sehr. Dank dem Bloggerportal darf ich den neuen, schicksalsträchtigen Roman „Sterne über Noah Valley“ von Averil Kenny in mein Regal stellen. Es hat mich die letzten Tage begleitet und beeindruckt.

Das Setting befindet sich in Queenslang, genauer gesagt in Noah Valley, wir schreiben das Jahr 1955. Die Hauptprotagonistin ist Sonnet, eine charakterstarke Frau, die zwei Schwestern hat: Fable und Plum. Sie zieht mit ihnen in die einstige Heimatstadt ihrer Mutter, die verstorben ist. Doch von Anfang an ist ihr neues Leben dort nicht leicht. Denn das Vorleben ihrer Mutter ist der Grund, warum die Menschen in Noah Valley über sie reden. Diese verließ die Kleinstadt Hals über Kopf und zurück blieb ein unversöhnliches Noah Valley. Die Einwohner haben ihr den Abgang und den Grund dafür nie verziehen. Und dann findet Fable an einem der beliebsten jungen Männer der Stadt Gefallen. Die Verwirungen und Vorurteile tragen dazu bei, dass die Frauen kaum Fuß dort fassen können. Doch schafft es die Liebe zwischen Fable und Rafferty, stark genug zu sein? Und ist Sonnet stark genug, um mit den Vorurteilen der Bewohner klarzukommen? Oder müssen die Schwestern für immer mit dem Erbe ihrer Mutter und den Folgen leben? Und was genau ist damals wirklich passiert?

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Er ist flüssig und zeichnet die Protagonistinnen sehr gut wieder. Ich mag Sonnet sehr, die mit ihren Schwestern ein neues Leben beginnen will. Das Vermächtnis der Mutter, welches sie ungewollt in Noah Valley hinterlassen hat, ist das zentrale Thema, von dem aus der ganze Plot gebildet wird. Ich mag Noah Valley als Setting, auch wenn mich die Bewohner an manchen Stellen aufgeregt haben. Die Liebe zwischen Fable und Rafferty ist einfach schön, ich habe die Schwestern in mein Herz geschlossen.

„Sterne über Noah Valley“ hat mich beeindruckt. Es besitzt viel Tiefgang, eine unterhaltsame Handlung und starke Protagonisten. Der perfekte Roman für schöne Schmökerstunden.

4,5/5 *

Prinz Harry: Reserve

Selten war ein Buch so umstritten, aber auch heiß ersehnt, wie die Biographie von Prinz Henry Mountbatton-Windsor, kurz: Prinz Harry. Ich habe mir das Buch recht schnell gekauft und wollte mir ein eigenes Bild machen. Was ich von seinen skandalträchtigen Memoiren halte, liest du hier…

Ich hatte eine klare Meinung von Harry und seiner Frau Meghan. Nach dem „Mexit“ haben sie ganz offen darüber gesprochen, warum sie den Schritt gegangen sind und ihre Aufgaben für das britische Königshaus aufgegeben haben. Von Rassismus war die Rede, von Tränen und Mobbing. Ich bin kein Mensch, der sich mit Klatsch und Tratsch auseinander setzt und Harry und Meghan waren mir vorab zu viel, zu intensiv mit ihrem medialen Verhalten.

Harry tut sich mit diesem Buch wahrlich keinen großen Gefallen, was Niveau und Stil angeht. Er erzählt schonungslos aus seiner Kindheit und vom seltsamen Verhältnis seiner Eltern zueinander, von seiner großen Liebe zur Großmutter, der Queen und davon, dass er als „Reserve“ auf die Welt kam. Für seinen Bruder William, dem Thronfolger. Dieser Fakt war mir nicht bekannt, da die royale Welt nicht meine ist. Es schockierte mich, wie abgebrüht es sein kann, einen jungen Menschen als Reserve für den Erstgeborenen zu zeugen. Als Ersatzteillager aber auch in der Thronfolge.

Seine große Liebe zur Mutter hat mich beeindruckt. Prinzessin Dianas Ein und Alles waren ihre Söhne und im langen Kapitel rund um ihr Leben und ihren Tod, kamen mir oft die Tränen. Wie nah ihm ihr Tod noch heute geht, habe ich gespürt.

Wer nicht gut davon kommt und das war klar: Charles, Camilla und William und Kate. Immer wieder ist von Disputen mit dem Thronfolgerpaar die Rede, immer wieder macht er neue Vorwürfe.

„Der Kapitän meiner Seele“ betitelt er das Kapitel rund um Schauspielerin Meghan Markle, die sein Leben komplett auf den Kopf gestellt hat,alles verändert hat. Teilweise sind mir die heroischen Liebesbekundungen von Harry too much. Er stilisiert sie regelrecht als eine Art Engel, dabei ist sie sicherlich keiner.

Der Schreibstil ist einfach und gut verständlich, stellenweise mir zu direkt und viele, viele Dinge sind einfach überflüssig. Ich habe schon bessere Briographien gelesen. Nett, aber mehr auch nicht.

2,5/5 *

Reiner Engelmann: Ich Bin Jude- Euer Antisemitismus Ist Mein Alltag

In diesem großartigen Buch bekommen wir Leser einen Einblick in das Leben eines Juden in unserer heutigen Zeit. Der Autor schafft einen Roman, der eindringlich, aufklärend und beeindruckend ist.

Antisemitismus ist eine Gesinnung, die ich verachte. Ich akzeptiere jegliche Religion, jeglichen Glauben und auch das Judentum gehört in unsere Mitte. Doch noch immer gibt es Hass, Abneigung und Hetze. Antisemtismus eben. Ich bin beeindruckt, wie intensiv mich der Roman von Reiner Engelmann mitgenommen hat.

Simon Weiß ist ein ganz normaler junger Mensch. Er wohnt in Frankfurt, geht auf eine normale Schule und geht normalen Hobbys nach. Er ist ein Mensch wie alle anderen. Jedoch nicht in den Augen mancher Mitmenschen. Er erlebt heftigstes Mobbing aufgrund seiner religiösen Herkunft und seines Glaubens. Mobbing habe ich selbst auf ekelhafteste Weise erlebt. Ich wurde wegen meiner eigenen Meinung gehänselt. Simon aufgrund seines Glaubens. Und dieses Mobbing wirkt sich auf seine Psyche aus, er gleitet in den schulischen Leistungen ab und mental leidet er stark. Wir erfahren, dass zwei Mitschüler es auf ihn abgesehen haben und wie er sich dagegen zur Wehr setzt.

Hass zerstört. Antisemitismus ebenfalls. Ich weiß bis heute nicht, wie man Menschen ausgrenzen kann. Simon ist mit dem Judentum groß geworden, er kennt kein anderes Leben und für ihn ist es normal. So wie es für andere normal ist, Katholik zu sein.
Doch da einige wenige Mitmenschen Berührungsängste mit seiner Religion haben, wird er als „anders“ abgestempelt und nicht akzeptiert als Teil unserer Gesellschaft.

Eindringlich schildert der Autor den Weg, den Simon gehen muss. Er rüttelt wach, zeigt auf, was dumme Vorurteile und, noch schlimmer, Antisemitismus anrichtet. Der Schreibstil ist beeindruckend, flüssig, aber mitreissend.

Ich kann diesem Roman zu einem schwierigen Thema mit besten Willen 4,5/5 * geben. Großartig, wie intensiv ich mich als Leser mit dem Thema beschäftigt habe und einmal gemerkt habe, wie sehr ich Ausgrenzung und Hass verabscheue.

Danke für dieses Buch! Ich lege es auch ans Herz.

Lisa Graf: Dallmayr. Glanz Einer Neuen Ära

In letzter Zeit mag ich Romane , die in vergangenen Zeiten spielen, sehr sehr gern. Der erste Band der „Dallmayr“-Reihe hat mir sehr gefallen. Nun habe ich in den letzten Tagen mit „Glanz einer neuen Ära“ Teil 2 gelesen. Ein sehr angenehmes Lesevergnügen…

1905. Therese Randlkofer ist die Chefin des Familienunternehmens, nachdem sie ihren Ehemann verloren hat. Sie lässt sich nicht unterkriegen und führt es mit großer Stärke und Umsicht weiter zum Erfolg. Ihre beiden Söhne heißen Hermann und Paul. Sie nehmen eine wichtige Rolle in der Handlung ein. Hermann ist ebenfalls im elterlichen Delikatessenhandel tätig, Paul soll es ihm gleich tun. Allerdings gibt es da noch Thereses Schwager Max, den wir bereits aus Band 1 kennen und der mir zurecht sehr unsympathisch klar. Natürlich hat er wieder seine Finger im Spiel und versucht, Zwietracht zu säen. Er setzt alles daran,dass Thereses Söhne sich entzweien. Ich verrate nicht weiter, ob seine Spielchen erfolgreich sind.
Wir erleben, wie das Unternehmen immer größer und erfolgreicher wird. Therese sorgt dafür, dass weltweite Leckereien Teil des Angebotes des Delikatessenhandels werden. Sie macht sich einen noch größeren Namen durch eine mögliche Expansion. Mir hat dieser Aspekt gut gefallen, so konnte ich prima in die Wellt der Dallmayrs abtauchen.
Doch irgendwann passieren Dinge außerhalb der Dallmayr-Welt, mit denen keiner der Protagonisten rechnet. Ein Konkurrent wird zum Problem, er sorgt für begrenzte Handelswege und sorgt so für enorme Schwierigkeiten. Außerdem beginnt der erste Weltkrieg und damit die Einberufung von Soldaten. All diese Ereignisse stürzen das Unternehmen in eine Krise- kann Therese die große Katastrophe trotzdem abwenden?

Eine gelungene Fortsetzung mit bekannten Protagonisten und einer abwechslungsreichen Handlung. Ich mochte auch diesen zweiten Teil sehr gern. Therese ist eine starke Frau, die ihren Mann steht und damit das Unternehmen erfolgreich macht. Die Intrigen ihres Schwagers sind spannend, die Bedrohungen sorgen für einen angenehmen Plotttwist. Zu keinem Zeitpunkt kam Langeweile auf und ich habe dieses Lesevergnügen sehr genossen.

Der Roman erfüllt einen gewissen Anspruch, er ist nicht seicht, sondern interessant und eine Bereicherung für mich. Außerdem sind die Protagonisten authentisch und ich mag sie sehr.

4,5/ 5 *