Cecily Wong: Gastro Obscura

In den letzten Tagen schmökere ich leidenschaftlich gerne in einem Buch der etwas anderen Art. „Gastro Obscura“ handelt von Essen und nein, es ist kein Kochbuch, sondern es widmet sich ganz der Welt des Essens. Genauer gesagt handelt es sich bei diesem Werk um „Entdeckungsreisen zu den kulinarischen Wundern der Welt“.

Und ich hätte niemals gedacht, wie interessant diese Weltreise sein kann.

Kommen wir erst mal zum Einband und Cover des Buches. Mir gefällt die Aufmachung sehr gut. Es ist wertig und es liegt trotz des Umfanges und der Größe sehr gut in der Hand.

Die schriftliche Reise beginnt bei uns in Europa. Natürlich finden sich in diesem Kapitel auch uns bekannte Rezepte wie die Currywurst, aber schnell wird es wirklich obskur. Denn nach Europa folgt Asien, was schon interessanter wird. Ich musste manchmal schlucken, was die asiatischen Völker an Essen zu sich nehmen. Aber darum geht es auch in diesem andersartigen Reiseführer durch die Cuisine der Welt. Interessant und spannend geht es weiter nach Afrika. Fremdartige Gerichte, die ich noch nie gehört habe, erweitern den kulinarischen Horizont…

Neben der Reise von Kontinent zu Kontinent darf auch das Zeigen ganz besonderer Restaurants nicht fehlen. Und diese bringen mich teilweise wirklich zum Schmunzeln, so absurd sind sie. Fasziniert hat mich als Teetrinkerin die höchst gelegene Teestube der Welt. Es wäre ein Traum, sie mal besuchen zu dürfen.

Dazu kommen Bräuche und Geheimnisse rund um die fremden Gerichte, Restaurants und Orte. Und es gibt auch viele Rezepte, die man ganz gut zu Hause umsetzen kann.

Das Buch ist wirklich obskur, aber auch interessant. Sicherlich nicht nur für Hobbyköche interessant, sondern auch für weltoffene Leser:innnen, die Lust auf eine kulinarische Weltreise der anderen Art haben.

Bunt, irgendwie seltsam, aber sehr unterhaltsam.  4/5 *

Alexandra Joel: Das Versprechen Von Paris

Hast du Lust auf eine Geschichte aus den 40er Jahren? Eine Geschichte, die von einer jungen Frau handelt, die als Model in der Modewelt Fuß fassen möchte? Deren Traum es ist, für das angesehene Haus Dior zu arbeiten? Dann lege ich dir den Roman „Das Versprechen von Paris“ von Alexandra Joel ans Herz. In ihrem neuen Werk begleiten wir die Australierin Grace Woods auf ihrem Weg in die Welt der Mode.

Im Buch befinden wir uns in Paris im Jahr 1948. Die junge Grace hat in Australien ihrem Leben den Rücken gekehrt und sie will als Model bei Dior arbeiten. Hier scheint sie den großen Durchbruch zu schaffen und in Philippe scheint sie den passenden Mann für ihr neues Glück gefunden zu haben, denn er fasziniert sie vom ersten Moment an. Alles scheint gut zu laufen, doch dann sind es ausgerechnet Philippes politische Verwicklungen, die alles gefährden, auch Grace.
Doch auch das Model selbst hat ein Vorleben, welches sie nicht erwähnen möchte. Zum Einem weiß sie nicht, wer ihr leiblicher Vater ist, obwohl diese Frage sie sehr beschäftigt. Und dann ist da noch ihr Ehemann Jack, den sie in der Heimat zurückgelassen hat, der sie nie mit Liebe erfüllen konnte. Wie kann Grace ihr neues Leben und das vermeintliche Glück mit Philippe aufrechterhalten, wenn schwere Hindernisse auf ihrem Weg liegen? Und wie kann sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen? Mehr möchte ich nicht über den Plott verraten. Nur so viel: Graces Leben ist sehr spannend.

„Das Versprechen von Paris“ hat mich schnell gefesselt. Ich konnte eintauchen in das edle, frühere Paris der Nachkriegszeit und die damalige Modebranche. Die komplexe Geschichte von Grace spinnt sich wie ein roter Faden durch die Handlung und nimmt immer wieder eine zentrale Rolle ein. Natürlich mochte ich ihre Geschichte mit dem smarten Philippe sehr gern, aber das Buch bietet so viel mehr als einfache Unterhaltung. Die Vergangenheit des angehenden Models, dazu Philippes Machenschaften und Verwicklungen bilden eine sehr spannende Plotkomponente.

Hinzu kommt ein mitreißender Schreibstil, eine lebhafte Schilderung des Settings, fertig ist ein gelungener Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.

4/5 *

„Das Versprechen von Paris“ erscheint am 18.01.23 im Heyne Verlag.

Stefanie Mertens: Grande Amore. Eine Liebe In Zwei Welten

Seit über einer Woche liege ich mit einer echten Grippe im Bett. So krank war ich schon lange nicht mehr, aber ich habe so viel Zeit, um zu lesen. Da kam die Post vom Bloggerportal diese Woche gerade richtig. Gelesen habe ich den neuen Roman von Stefanie Mertens in einem Rutsch.

Klappentext: „Nachdem Katharina den Großteil ihrer Familie bei einem tragischen Unfall verloren hat, ist sie am Boden zerstört. Bis sie Luciano trifft. Der junge Italiener ist gerade als Gastarbeiter nach Bonn gekommen und von der selbstbewussten Katharina fasziniert. Eine Frau wie sie hat er noch nie getroffen. Und auch Katharina verliebt sich sofort. Schritt für Schritt nähern sich die beiden einander an. Doch die Sprachbarriere, die kulturellen Unterschiede und vor allem die Vorurteile um sie herum stehen ihnen im Weg. Katharinas Umfeld und Lucianos Familie tun alles, um diese Liebe zu verhindern. Eine Deutsche und ein Italiener? Ein Skandal! Also müssen sie kämpfen – für sich, für ihre Liebe, für ihre Zukunft.“

Ich habe lange keine solche Liebesgeschichte mehr gelesen. Katharina gefällt mir als Hauptprotagonistin sehr gut. Sie hat Power, ist stark und selbstbewusst, dabei nicht arrogant, sondern sehr straight. Als sie den italienischen Gastarbeiter Luciano kennenlernt, nimmt die Geschichte ihren Lauf. Sie kommen sich langsam näher und man spürt als Leser:in die Faszination auf beiden Seiten füreinander. Aber schnell hat das paar scheinbar unüberbrückbare Hindernisse auf seinem Weg. Die Autorin schildert gesellschaftliche Vorurteile der damaligen Zeit eindringlich und ich mag den Schreibstil.

Stefanie Mertens schafft es, die Gefühle der Beiden zueinander bildhaft zu transportieren. Die zarten Bände, die langsam zu einer großen Liebe heranwachsen und die Liebe, die versucht, gegen alle Widerstände und Vorurteile anzukämpfen. Luciano ist ein leidenschaftlicher, ehrlicher Mann, der sein Herz an Katharina verliert. Ihre Liebe zueinander ist aufrichtig und echt. Die Handlung wirkt authentisch und ja, der Roman konnte mich sehr mitreissen.


Kurz gesagt: einer der schönsten Liebesgeschichten, die ich seit langer Zeit lesen durfte. Ein rundum gelungener Roman über eine innige Liebe gegen alle Widerstände. Die Autorin kommt jedoch ganz ohne übertriebene Romantik aus, ohne Kitsch und das mag ich sehr an einem guten Roman.


Ein wundervolles Buch für tolle Schmökerstunden. Ich war stundenlag von meiner Erkrankung abgelenkt. Und sicher ist „Grande Amore“ nicht der letzte Roman der Schriftstellerin für mich.

Ich kann mit gutem Gewissen 4,5/ 5 * vergeben.

Lisa Kleypas: Die Wallflowers- Annabelle & Simon

Ich liebe, liebe Bridgerton, insbesondere die Geschichte von Anthony und Kate. Mit „Die Wallflowers“ startet Autorin Lisa Kleypas eine ähnliche Reihe aus dem Bereich Regency.

Ich war gespannt, ob der Auftakt zur „Wallflowers“-Reihe mithalten kann. Und was soll ich sagen? Ja, kann er. Ich bin begeistert und freue mich, die weiteren Bände lesen zu können.

Annabelle Peyton hat viele Vorzüge. Sie ist klug, wunderschön, aber stammt aus armen Verhältnissen. Ihren Stand kann eine Heirat mit einem angesehenen Mann aus reichem Hause retten. Ihn zu finden, ist alles andere als leicht. Denn natürlich machen die heiratsfähigen Junggesellen einen großen Bogen um als arm gehende Familien. Doch da gibt es nur Simon Hunt, extrem vermögend, attraktiv, aber auch rau und ungehobelt in seiner Art. Er zeigt sein Interesse an Annabelle deutlich.
Auf einem Ball lernt Annabelle drei weitere unheiratbare Frauen, somit Freundinnen, kennen. Sie wollen sich gegenseitig unterstützen und helfen, einen Mann für die anderen Frauen zu finden. Und ausgerechnet beim ersten Fest trifft Annabelle wieder auf Simon. Das Schicksal nimmt seinen Lauf…

Mir gefällt die Entwicklung von Annabelle sehr. Ihre anfängliche Abneigung zu Simon schlägt bald in Zuneigung um und sie durchlebt eine spürbare Wandlung, was mir sehr gut gefällt. Simon ist frech, ungehobelt, aber auch charmant. Die Dialoge zwischen ihnen sind energiegeladen, unterhaltsam und sorgten dafür, dass ich mitgefiebert habe, das Buch nicht aus der Hand legen wollte.

Kurz gesagt: ich bin begeistert und freue mich sehr auf die Fortsetzungen der Reihe. Der Autorin gelingt es perfekt, zu unterhalten und mitzureissen. Ich liebe die Geschichte und bin gespannt, wie es mit den anderen Mitgliedern der Wallflowers weitergehen wird.

Wunderbar. 5/ 5 *

Judith Wilms: Wenn Dein Herz woanders wohnt

Der neue Roman von Judith Wilms war für mich zum Jahresende noch ein wirkliches Lesehighlight. Ich habe die Geschichte von Leonie sehr genossen. Warum, verrate ich euch heute.

Leonie ist Expertin für Einrichtung und Reovierung. Sie zieht ihre Kraft aus der Kreativität und erhält den Auftrage, die Wohnung eines Fremden neu einzurichten und zu gestalten. Ihr Sohn ist jedes zweite Wochenende bei ihr und an den freien Wochenenden arbeitet sie.
Die Wohnung gehört Thies, der jedes Wochenende nach Hause fährt, unter der Woche arbeitet er. Sie begegnen sich nie, aber Leonie möchte die Wohnung kreativ mit Farben etc. umgestalten. Gesaagt, getan. Das Ergebnis jedoch gefällt ihrem Auftraggeber so gar nicht. Er hinterlässt ihr eine Notiz und somut beginnt ein anregender Nachrichtenaustausch zwischen ihnen.
Es kommt, wie es kommen mus: Leonie fängt an, sich für den unbekannten Thies zu interessieren, den sie nur über Nachrichten kennt. Aber es ist der Beginn einer wunderbaren Geschichte, die ihr Leben bald nicht nur kreativ beeinflusst, sondern auch emotional…

Dieser Roman hat mir außerordentlich gut gefallen. Leonie habe ich schnell inb mein Herz geschlossen, denn wir beide sind kreativ und haben große Freude daran, Wohnung und Einrichtung zu ändern.
Ich mag die Geschichte, die für mich eine Slowburn-Romanze darstellt, aber keine typische Lovestory darstellt. Die sich langsam aufbauende Liebe gefällt mir so gut, die Zwischenhandlung passt perfekt. Der Schreibstil ist klasse, nimmt mich sofort mit.

Ich vergebe liebend gerne 4,5/ 5 * für dieses Highlight, was ich innerhalb eines Tages lesen konnte. Klasse!