Judith Wilms: Wenn Dein Herz woanders wohnt

Der neue Roman von Judith Wilms war für mich zum Jahresende noch ein wirkliches Lesehighlight. Ich habe die Geschichte von Leonie sehr genossen. Warum, verrate ich euch heute.

Leonie ist Expertin für Einrichtung und Reovierung. Sie zieht ihre Kraft aus der Kreativität und erhält den Auftrage, die Wohnung eines Fremden neu einzurichten und zu gestalten. Ihr Sohn ist jedes zweite Wochenende bei ihr und an den freien Wochenenden arbeitet sie.
Die Wohnung gehört Thies, der jedes Wochenende nach Hause fährt, unter der Woche arbeitet er. Sie begegnen sich nie, aber Leonie möchte die Wohnung kreativ mit Farben etc. umgestalten. Gesaagt, getan. Das Ergebnis jedoch gefällt ihrem Auftraggeber so gar nicht. Er hinterlässt ihr eine Notiz und somut beginnt ein anregender Nachrichtenaustausch zwischen ihnen.
Es kommt, wie es kommen mus: Leonie fängt an, sich für den unbekannten Thies zu interessieren, den sie nur über Nachrichten kennt. Aber es ist der Beginn einer wunderbaren Geschichte, die ihr Leben bald nicht nur kreativ beeinflusst, sondern auch emotional…

Dieser Roman hat mir außerordentlich gut gefallen. Leonie habe ich schnell inb mein Herz geschlossen, denn wir beide sind kreativ und haben große Freude daran, Wohnung und Einrichtung zu ändern.
Ich mag die Geschichte, die für mich eine Slowburn-Romanze darstellt, aber keine typische Lovestory darstellt. Die sich langsam aufbauende Liebe gefällt mir so gut, die Zwischenhandlung passt perfekt. Der Schreibstil ist klasse, nimmt mich sofort mit.

Ich vergebe liebend gerne 4,5/ 5 * für dieses Highlight, was ich innerhalb eines Tages lesen konnte. Klasse!

Ane Riel: Biest

Es sind die ungewöhnlichen Bücher, die mich länger beschäftigen. Bücher, die man so in ihrer Handlung nicht erwartet hat. Als ich „Biest“, den neuen Roman von Ane Riel in den Händen hielt, war ich neugierig…

Klappentext: „

Inhalt:
„Unten am Fluss versteckt sich ein Biest. Flüsternd erzählt es einer Krähe von dem Mädchen, das aufgehört hat zu atmen, obwohl es doch nur mit ihr kuscheln wollte. Das Biest heißt Leon und niemand weiß, woher Leon seine übermenschlichen Kräfte hat. Seine Mutter und sein bester Freund Mirko wissen aber, wie schwer es ihm fällt, sie zu kontrollieren. Die Geschichte, die dazu geführt hat, dass sich Leon jetzt am Fluss verstecken muss, handelt von Einsamkeit und Verzweiflung, von wilder Liebe und davon, wie in einer einzigen Nacht alles schiefgehen kann. Es ist die Nacht, die Mirko und Leon für den Rest ihres Lebens aneinander bindet.“Biest“ ist tragisch, aufregend, warmherzig und humorvoll. Eine modernes Märchen über das Anderssein und die Geschichte einer schicksalhaften Freundschaft.““

Das Cover hat mich schon mal beeindruckt. Die düsteren Farben, das Gefühl des Einbandes in meinen Händen, war irgendwie anders. Und das Cover passt perfekt zur Handlung…

Es geht um Leon, der sehr gerne schmust und kuschelt. Doch er verfügt über enorme Kräfte, welche nicht unter seiner Kontrolle sind, was es ihm schwer macht. Klingt seltsam? So mutet es auch an, aber an diesem Punkt sollte man weiterlesen…

Dann ist da noch Mirko, der sich um den seltsamen Jungen kümmert, sein Freund wird. Die Ereignisse überschlagen sich und schweissen die beiden Jungs eng aneinander. Ich möchte nicht mehr von der Handlung verraten. Nur soviel: wir befinden uns in einem modernen, kuriosen Märchen und in einer Geschichte der Freundschaft, des Anderssein und der Akzeptanz. Ein Märchen, was mich irgendwo beeindruckt hat, aber nicht so ganz abholen konnte. Ich musste mich einfinden in eine Geschichte, die schon mittendrin war.

Allerdings finde ich, dass „Biest“ ein Highlight der Literatur ist. Sicherlich kein triviales Werk, sondern eines, was beeindruckt und weiter beschäftigt.

3/5 *