Lilly Lucas: A Place To Shine

Mit „A Place To Shine“ hat Autorin Lilly Lucas den vierten und letzten Band der „Cherry Hill“-Reihe veröffentlicht- leider! Ich habe mich einerseits gefreut, wieder auf die Obstfarm der McCarthy zurückzukehren und endlich Poppsys Geschichte lesen zu dürfen. Aber es heißt auch: Abschied nehmen von Cherry Hill und Pasadena. Vielleicht schenkt uns Lilly ja noch mal einen 5. Band, wie es bei „Green Valley“ bald der Fall sein wird. Ich hoffe es so sehr. Heute folgt meine Rezension zur Geschichte von Poppy & Trace.

Oh Mann! Nach einem missglückten Date findet Poppy auf dem Rückweg zur Cherry Hill-Farm einen Unfall vor. Ausgerechnet Trace Bradley, gefeierter Countrystar und aus ihrer Heimatstadt Pasadena stammend, ist das Opfer. Ausgerechnet Trace, der ihr einst das Herz brach, über sie einen Song schrieb und damit den Durchbruch als Sänger feiern konnte. Unmöglich dieser Mann! Sie hilft ihm und wird im Krankenhaus fälschlicherweise für seine Freundin gehalten.  Sein Management befürchtet einen Imageschaden, denn schnell macht das Gerücht die Runde, Trace betrügt seine eigentliche (angebliche) Freundin. Poppy wird ein Deal vorgeschlagen: sie soll Trace Freundin spielen, um sein Image wieder glatt zu polieren. Erst sagt sie ab, aber ihr Baumhaushotel auf Cherry Hill braucht dringend eine Finanzspritze, eine große Rechnung muss bezahlt werden. Das Geld ist der Grund, warum sie widerwillig den Deal eingeht. Doch bald muss Poppy erkennen, dass Trace kein Kotzbrocken ist. Sie verbringen Zeit miteinander und es kommt, wie es kommen muss. Doch was ist mit dem Deal?

Ein schöner Abschluss für die Reihe! Ich muss gestehen, dass „A place to shine“ kein Highlight für mich wie die anderen 3 Bände ist. Aber ich meckere auf hohem Niveau. Wieder hat Lilly Lucas mich abgeholt und mit nach Cherry Hill geholt. Man fühlt sich als Leser:in sowieso schon wie ein Teil der Familie, endlich findet Poppy ihr Glück und es klärt sich einiges auf. Eine wunderbare, warmherzige Geschichte, die ich wieder schnell gelesen habe. Wieder ein Pageturner, aber leider kein soooo krasses Highlight. Trotzdem vergebe ich großartige 4,5/5 *. Ich liebe die Bücher der Autorin einfach!

 

Lieblingsbücher: Hans Christian Andersen: Die Schneekönigin

Ich bin seit meiner Kindheit fasziniert von Märchen, natürlich sind die Brüder Grimm da meine Favoriten. Aber auch die Märchen des Dänen Hans Christian Andersen haben es mir angetan, insbesondere „Die Schneekönigin“. Die Geschichte von Gerda und Kay ist so besonders, sie begleitet mich schon mein ganzes Leben.

Ich besitze einige Erinnerungsfetzen an eine Verfilmung des bildgewaltigen Märchens, welche ich noch immer in mir herum trage. Welcher Film das war, muss ich noch herausfinden. Was meine Begeisterung dafür jedoch nicht einschränkt.

Gerda und Kay sind unzertrennlich, sie verbringen in ihrem Heimatort jede Menge Zeit miteinander. Aber dann kommt der Winter und ein Splitter, der angeflogen kommt, trifft Kays Herz. Das eigentlich vor Wärme übersprudelt- aber es vereist. Die Schneekönigin, deren schlimmer Ruf ihr nacheilt, zieht ihn damit in ihren Bann und plötzlich is Kay verschwunden. Gerda macht sich auf den Weg, um sein Leben zu retten. Und damit beginnt eine schier unendliche und gefährliche Reise. Findet sie das Schloss der Schneekönigin? Kann die Freundschaft zu Kay sein Leben retten und kann ihr Mut sein Herz wieder erwärmen?

Ein wundervolles Wintermärchen, was mich selbst immer wieder in seinen Bann zieht. Ich mag die Freundschaft zwischen Gerda und Kay. Die Schneekönigin ist eine faszinierende Märchenrolle, die ich so nie wieder gelesen habe. Sie ist bösartig, aber hat auch viele Facetten, die man nach und nach erfährt. Gerda ist mutig und eine großartige Freundin für Kay.

Ich liebe es!

 

Barbara Erlenkamp: Die Kleine Pension Im Weinberg

Es sind Feelgood-Romane, die mein Leserherz immer wieder erobern. Ganz vorne dabei ist Autorin Barbara Erlenkamp. Ihre Settings sind wundervoll beschrieben, sie führt uns an tolle Orte. Viele kennen und lieben ihre „Das kleine Café an der Mühle“-Reihe. Mit „Die kleine Pension im Weinberg“ startet sie nun eine neue Reihe und ich durfte dank der Bloggerjury das Buch als eBook von beHEARTBEAT geniessen. Heute folgt meine Rezension über einen echten Wohlfühl-Roman!

Klappentext: „Katie ist eine wahre Weltenbummlerin. Doch vor ein paar Monaten hat sie an der Mosel einen alten Gutshof inmitten von Weinbergen erworben und in dem schönen Gebäude die kleine Pension „Gutshof Moselthal“ eröffnet. Weder die Wünsche der Gäste noch die manchmal recht eigenwilligen und doch liebenswerten Dorfbewohner von Wümmerscheid-Sollensbach können Katie aus der Ruhe bringen. Zu ihrem Glück fehlt eigentlich nur noch ein eigener Garten, in dem sie Schnittblumen fürs Haus ziehen möchte. Die passende Fläche hat sie auch schnell gefunden, lediglich eine alte Hütte mit einem Haufen Schrott muss noch entfernt werden. Doch da hat sie die Rechnung ohne den benachbarten Winzer Oliver gemacht. Denn der legt Katie nicht nur so manche Steine in den Weg, sondern trifft sie auch mitten ins Herz …“

Katie ist nicht nur meine Namensvetterin, ich verstehe ihren Status als eigentliche Weltreisende. Sie ist eine sehr sympathische Protagonistin, die den Gutshof mitten in den Weinbergen an der wunderschönen Moseln gekauft hat. Das sieht ihr eigentlich gar nicht ähnlich, doch es reizt sie, dort ihre Gäste begrüßen und bewirten zu dürfen. Aber das ist gar nicht so einfach! Denn Katie ist nun neue Bürgerin des Dorfes Wümmerscheid-Sollensbach. Dessen Bewohner wirken anfangs etwas spiessig oder verschroben, sind aber allesamt liebenswert und ich habe sie sehr gemocht. Barbara Erlenkamp gibt das Setting sehr bildlich wieder, so dass ich selbst gefühlt Teil davon war.
Mir gefällt die Entwicklung von Katie, die nun langsam sesshaft wird. Sie möchte sich einen weiteren Wunsch erfüllen und Blumen anbauen und wachsen lassen. Sie sucht sich den richtigen Ort aus, aber hier hat sie Probleme mit dem Nachbarn. Oliver ist Winzer, also Weinbauer, und hat so seine Probleme mit der neuen Nachbarin. Die Beiden zoffen sich gerne, was der Story eine tolle Richtung gibt und sie nicht zu einfach und perfekt erscheinen lässt. Und natürlich ist auch die Liebe nicht weit entfernt, die Katie noch zum Glück fühlt. Aber da gibt es noch einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen, bevor sie mit dem Gutshof das erreichen kann, was sie sich erhofft.

Barbara Erlenkamp steht für mich wirklich für kurzweilige, aber sehr unterhaltsame Romane, die ins Herz gehen. Die angenehm und schnell zu lesen sind. Ihr Schreibstil ist warmherzig, mitreissend und flüssig, bildlich und passt super zum Storyplot. Ich fliege bei ihren Büchern durch die Seiten. Was zurück bleibt, sind wunderbar angenehme Schmökerstunden. Klasse!

4,5/5 *

Amelia Cadan: Leave Me

Ich liebe das Genre New Adult und durfte gerade den neuen Roman „Leave Me“ von Amelia Cadan lesen. Er feiert übrigens am 16.08.23 Bookbirthday und erschein im cbj-Verlag.

Klappentext: „Seit Summer denken kann, ist sie in ihren besten Freund Jayden verliebt. Allerdings ist für Jay alles, was über einen One-Night-Stand hinausgeht, schon eine Langzeitbeziehung. Aber ihm wirklich fernzubleiben, ist auch keine Option und so wechselt sie an sein Ostküstencollege. Nur um mal wieder dabei zuzusehen, wie er in Sekundenschnelle auf jeder Party irgendein Fangirl abschleppt, das dem Star der Hockeymannschaft nicht widerstehen mag. Doch als Summer den charmanten Kanadier Calvin kennenlernt, der noch dazu Jays größter Konkurrent im Uni-Team ist, gerät Summer endgültig zwischen die Fronten. Schwankend zwischen Eifersucht und Sorge um seine beste Freundin, unternimmt Jay nämlich alles, um einen Keil zwischen Summer und den Typen mit der zweifelhaften Vergangenheit zu treiben … “

Ich habe zuvor kein Buch der Autorin gelesen und habe mich sehr über „Leave Me“ gefreut. Vorweg: der Schreibstil von Amelia Cadan ist sehr flüssig und mitreissend. „Leave Me“ hat mich positiv überrascht!

Natürlich gibt es zentrale Tropes im Roman, die zu jedem New Adult-Buch dazu gehören. Summer habe ich schnell ins Herz geschlossen, sie ist eine wunderbare Protagonistin, die seit langer Zeit in Jayden verliebt ist. Aber da gibt es ein Problem: er ist ihr bester Freund und ahnt nichts von ihren Gefühlen. Er will keine Beziehung eingehen und hat nur Onenightstand. Summer kann ihm nicht aus dem Weg gehen und beginnt ihr Studium am selben College wie Jayden. Sie wird Zeugin, wie er eine Frau nach der anderen abschleppt, was ihr natürlich weh tut. Aber dann taucht Calvin auf, mit dem Jayden ein Problem hat, ausgerechnet an ihm findet Summer Gefallen und Calvin ist sehr charmant und zuvorkommend zu ihr. Und plötzlich passt es Jayden gar nicht, dass seine engste Vertraute Interesse an seinem Rivalen hat.

Mehr möchte ich nicht spoilern, der Klappentext verrät ja schon einiges! Summers Gefühle für Jayden sind das zentrale Thema des Romans. Ein klassischer Friends-to-lovers-Trope, aber auch ein Trope rund um einseitige Liebe, bestimmen den Storyplott und haben mich begeistert. Summer leidet unter den ständig wechselnden kurzen Affären ihres besten Freundes, für den sie Gefühle hegt. Die Autorin transportiert ihr Gefühlsleben perfekt und hat einen bildlichen, einfühlsamen Schreibstil. Ich habe von der ersten Seite bis zur letzten mitgefiebert. Ab und zu hätte ich Jayden am liebsten sprichwörtlich gegen die Wand geklatscht, so blind ist er in Sachen Summer. Eine tolle, schöne junge Frau, die ihr Herz am rechten Fleck hat und heimlich in ihn verliebt ist. Ausgerechnet als sein Rivale auftaucht und Summer für sich gewinnen will, hat Jayden die eine oder andere Erkenntnis. Oh Mann, es war so zum Haare raufen. Aber natürlich hat dieser Rivale keine lupenreine Vergangenheit und Jayden will Summer vor einer Enttäuschung bewahren. Dass hinter dieser Absicht mehr steckt, vermutet man als Leser:in schnell und man wird Zeuge, wie Jayden langsam doch begreift, was Summer für ihn und sein Leben wirklich bedeutet.

Eine Sportkomponente darf natürlich nicht fehlen, denn Jayden ist nicht nur ein Womanizer, sondern auch ein Hockey-Held, was natürlich noch mehr Frauen anzieht. Geschrieben ist das Buch aus Summer Sicht, was mir den Einstieg sehr leicht gemacht hat und uns Leser:innen tief ins Geschehen eintauchen lässt. Und das ist ein weiteres Highlight. Amelia Caden hat Summer zu einer Protagonistin entwickelt, die ehrlich ist, sagt, was sie denkt. Durch den Schreibstil schließt man sie schnell ins Herz, sie ist gerade heraus und lebensnah.

Die Storyplots finde ich großartig, es gibt einige Wendungen, keine unnötigen Längen und ich wurde komplett mitgerissen.

Das Cover finde ich persönlich sehr gelungen und passend.

Zusammengefasst: ein echter Page-Turner! Ich habe das Buch begonnen und konnte es nicht zur Seite legen. Außer essen und trinken, war bei der Lektüre nichts anderes drin 🙂 . „Leave Me“ macht Lust auf den zweiten Band der Reihe.

Großartig! 5/5

 

 

Holly Matthews: Hinfallen Ist Auch Ein Weg Nach Vorne: 60 Wege Zu Einem Glücklicheren Leben

Hat euch der Titel dieses Buch auch gecatcht? Ich bin offen für Ratgeber dieser Art, die helfen können, dass Leben leichter zu nehmen und den Weg zum Glück zu finden. Daher habe ich mich auch sehr gefreut, als mir der Rowohlt Verlag dieses Buch zur Verfügung gestellt hat. Wer jetzt aber einen stoischen Ratgeber erwartet, der eine genaue Anleitung fürs Lebensglück bietet, der wird enttäuscht sein. Denn der Autorin ist ein Buch gelungen, welches auf humorvolle, sinnvolle Weise kleine Tipps fürs Leben bereit hält- unterhaltsam und einfach verständlich.

Klappentext: “

Herrlich offen erzählt die Britin Holly Matthews, wie man in 60 einfachen Schritten sein Leben um einiges glücklicher gestalten kann. Ihr «Happy Me Project» begeistert in England zahlreiche Fans. In 60 kurzweiligen Kapiteln fasst die zweifache Mutter einfache und alltagstaugliche Tipps für eine entlastende Achtsamkeit zusammen. Von der Einsicht, dass ständig nörgelnde Menschen einen negativen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden haben, über die Erlaubnis, im Alltag auch mal richtig heulen zu dürfen, bis hin zur Befreiung vom ewigen Nett-sein-Müssen gibt Matthews zahlreiche Aha-Erkenntnisse für die täglichen Herausforderungen des Lebens an die Hand.

Hier werden sogar Selbstoptimierungsskeptiker auf sympathische Art abgeholt!“

Erschienen ist das Buch bei Rowohlt 18.07.2023 und kostet 15 Euro.

Ich habe das „Happy Me Project“ von Holly bereits länger in den sozialen Medien verfolgt. Sie wirkt sympatisch und hat viele Fans gefunden, die ihre 60 Schritte zur Lebensverbesserung feiern. Ich zähle mich nun dazu. Die Autorin ist authentisch, sie liefert keine Tipps, die man nicht umsetzen kann, sondern bringt uns bei, wenn wir denn offen dafür sind, uns selbst mehr zu achten und achtsamer mit uns umzugehen. Und das ist einer der größten Schlüssel hin zu mehr Lebensfreude. Achtsamer mit den eigenen Gefühlen und Erlebnissen sein, das „Ich“ akzeptieren, es lieben und so nehmen, wie wir nun mal sind. Aber nicht nur darum geht es. Holly Matthews beleuchtet auch, welche Einflüsse unser Leben gefühlt ins Negative drehen können. Da sind die chronischen Unzufriedenen, die Choleriker, die mit ihrem eigenen Leben nicht klar kommen und deren Verhalten uns unbewusst mit runterziehen kann. Sie erklärt uns, wie wir liebevoll und achtsam mit unseren Gefühlen umgehen und macht deutlich, dass wir diese auch rauslassen dürfen. Denn eines weiß ich aus eigener Erfahrung: unterdrückt man ein Weinen, Wut oder andere nergative Gefühle, führt dies auf Dauer zu großen psychischen Problemen.

Wunderbar finde ich den Schreibstil. Humorvoll, lebensnah und lebhaft, nicht aufdringlich, aber klar und deutlich, führt sie uns in 60 Kapiteln, die einleuchtend und bildhaft geschrieben sind, in eine Reihe von Anregungen für ein besseres, easy Leben. Und ich habe viel daraus gezogen. Holly schafft es, dabei nicht belehrend zu klingen, sondern wie „Eine von uns“. Das mag ich sehr. Ein toller Input, tolle Impulse und wunderbar geschrieben. Dazu praxisnahe Tipps- ein großartiger Ratgeber, der auch Lebenslehre beinhaltet.

4,5/5 *