Kate Franklin: (Never) Kiss Santa Claus (Weihnachten In Maple Falls)

Was passt besser zur Weihnachts- und Winterzeit, als ein zauberhafter Liebesroman mit einem wahnsinnig schönen Setting? Mit „(Never) Kiss Santa Claus“ entführt uns Autorin Kate Franklin ins imaginäre Maple Falls. Ich habe mich in diesen Ort verliebt- was auch kein Wunder ist!

Im Zentrum des Geschehens steht Hazel Greenwood. Sie hat Maple Falls einst den Rücken gekehrt und ist nach Boston umgezogen. Ihre Karriere läuft sehr gut- aber dann muss sie ihrer Mutter aushelfen. Diese führt ein Bistro, welches in der Weihnachtszeit zu wenig Personal hat. Hazel reist in ihre Heimatstadt zurück, denn sie hilft ihrer Mutter in der Not natürlich. Und natürlich begegnet ihr Aiden Williams direkt wieder. Wegen ihm ist Hazel damals nach Boston geflüchtet. Die alten Gefühle kommen wieder hoch, gemischt mit neuer Anziehungskraft.
Hazel kann ihm seine Fehler nicht verzeihen. Er ist mittlerweile ein Geschäftsmann geworden, erfolgreich und noch attraktiver als damals. Er verdreht Hazel erneut den Kopf. Und auch er bleibt nicht unbeeindruckt, die Funken sprühen. Aber kann sie ihm jemals wieder vertrauen, haben sie eine Grundlage, damit es dieses Mal funktioniert? Oder wird Hazel wieder flüchten? Und kann sie sich ein Leben in Maple Falls überhaupt vorstellen?

Wenn du einen Feelgood-Roman mit winterlichem Setting, tollen Einwohnern und viel Weihnachtsvibes suchst (natürlich kann der Roman auch zu einer anderen Zeit gelesen werden), dann bist du hier genau richtig.

Kate Franklin hat einen erfrischend leichten, wunderbaren Schreibstil. Sie hat mit Hazel und Aiden ein Protagonistenpaar konstruiert, was mir sehr gut gefällt. Sie sind tolle Romancecharaktere, die eine zweite Chance bekommen könnten. Und ich habe mich so wohl gefühlt in Maple Falls.

Dazu ein tolles Cover , Humor, der warmherzige Schreibstil- fertig ist der perfekte Roman.

5/5 * Ein Herzensbuch!

Jacqueline Weichmann-Fuchs: Aladins Siebter Wunsch

Märchenadaptionen sind immer so eine Sache. Meistens reichen sie nicht an das Original heran. Mit ihrer Reihe „Märchen für 1001 Nachmittag“ gelingt es Autorin Jacqueline Weichmann-Fuchs aber, moderne Abhandlungen mit Witz, Spannung und viel Humor zu verfassen. Ich durfte ihre Version von „Aladin“ lesen: „Aladins siebter Wunsch“. Was für eine Adaption!

Stell dir vor, Aladin ist ein richtiger Pascha. Er wird von seiner Mutter umsorgt und tut nichts, um sie zu entlasten. Dann verschwindet sie- und von jetzt auf gleich ist er auf sich selbst gestellt. Das kannst du dir nicht vorstellen? Dann lies das Buch 🙂  Ich fand es sehr amüsant, wie die Autorin mit den verschrobenen Frauen- und Männerbildern spielt und Aladin zu einem Pascha hat werden lassen. Aber dann muss er sein Leben selbst in die Hand nehmen und gerät in ein richtiges Abenteuer, die ihn sein Leben kosten könnte.
Er findet eine ominöse Wunderlampe, in der eine Dschinni wohnt- ein weiblicher Flaschengeist. Und natürlich wissen wir: dieser Geist erfüllt Wünsche. Aber dieser ist ganz anders. Sie hat so ihre Probleme mit Aladin. Und genau das habe ich großartig gefunden!

Die Geschichte hat sich die Autorin zu ihrer ganz eigenen gemacht und hat ein herrlich humorvolles und unterhaltsames Buch geschaffen. Es gibt spritzige, erfrischende Dialoge, der ganze Storyplott ist herrlich. Dieser Humor gefällt mir sehr gut und ich bin mir sicher, dass ich mir nach und nach die anderen Bände der Reihe zulegen werde.

Großartig!

 

5/5 *

 

Karin Müller: Seahorse- Die Hoffnung Der Wasserpferde

Über Weihnachten habe ich noch diesen Jugend-/ Pferderoman von Karin Müller gelesen.

Ich kam etwas schwer hinein, denn „Die Hoffnung der Wasserpferde“ ist der dritte Teil der „Seahorse“-Trilogie. Aber das liegt nicht am Buch, sondern an mir persönlich:)

Cuan und Shona steht eine harte Prüfung bevor. Denn scheinbar kann Shona doch die Dimension der Insel erreichen, wo die Wasserpferde leben. Aber wie soll das funktionieren? Dafür müssen die Menschen es schaffen, hinter die Nebel zu gelangen. Und wie geht das? Sie müssen dafür die Seiten des Buchs der Mythen finden. Nur dann können sie die Lösung entschlüsseln. Aber nicht nur ihre Liebe steht vor einer Prüfung. Da ist noch Peabody, der scheinbar ganz eigene Interessen hat in Sachen Wasserpferden- und an Shonas und Cuans Erlebnissen.

Das ist mal eine ganz andere Art von Pferdebuch! Es ist mystisch, sehr geheimnisvoll, magisch und sehr sehr unterhaltsam. Ich mag es, dass nicht um typische Pferdegeschichten geht, sondern um eine Geschichte zwischen Menschen und Wasserpferden. Das Setting ist unfassbar schön, der Schreibstil der Autorin so unterhaltsam und flüssig. Ich habe mir die anderen Bände bestellt, damit ich die Geschichte von Shona und Cuan noch nachlesen kann. Ein wunderbarer Pferderoman für junge Erwachsene ab 12 Jahren, sprich Teenager. Nicht nur für Pferdefans ein Muss, auch für jede:n Leser:innen, die/der Lust auf ein mystisches Abenteuer hat voller Spannung.

5/5 *

Juliana Weinberg: Gut Erlensee- Marillas Schicksal

Bisher habe ich keinen Roman der Autorin gelesen. Mit „Marillas Schicksal“ hat Juliana Weinberg den dritten Band der „Gut Erlensee“-Reihe veröffentlicht. Und der vertrieb mir auf angenehme Weise meinen Weihnachtsfrust und meine Einsamkeit.

Das Buch spielt im Jahr 1924 in der Nähe von Kiel. Marilla ist fassungslos. Sie hat ihre große Liebe verloren und damit auch ihren Lebenssinn. Sie möchte sich nur zurückziehen, möchte nichts sehen und hören. Aber da sind noch ihre Schwestern, die nicht zulassen möchten, dass Marilla sich nicht mehr auf dem Gut Erlensee betätigt, welches der Familie gehört. Und sie nimmt den Wunsch an, ist fortan an der frischen Luft, verbringt Zeit mit den Pferden und in der Natur. Langsam halten die guten Gedanken wieder Einzug. Dafür sorgt auch der lebensfrohe nachbar Leonhard, der sie auffängt und zu dem sie eine besondere Verbindung aufbaut. Aber dann passiert etwas, was alles zerstören könnte…

Wie mir eine befreundete Leseratte mir mitteilte, war Marilla in den ersten beiden Bänden eine lebensfrohe junge Frau, die eine ungeheure positive Einstellung hatte. Aber durch den Verlust des Ehemannes, den sie sehr geliebt hat, versinkt sie in einem tiefen Loch aus Sinnlosigkeit und Trauer, Verzweiflung und auch einiger Hoffnungslosigkeit. Jede der Schwestern scheint einen eigenen Charakter zu haben und ich werde mir die ersten Bände noch kaufen.

Ich habe Marilla in mein Herz geschlossen. Ihre Trauer um die verlorene Liebe ist so berührend, so emotional und intensiv geschildert. Zusammen mit dem flüssigen, angenehmen Schreibstil der Autorin habe ich mich sehr wohl auf Gut Erlensee gefühlt. Ich habe die ersten Bände bisher nicht gelesen, aber es gelang mir, in den Storplott hinein zu tauchen und mitzufiebern.

Ich mag die Entwicklung von Marilla sehr. Sie war einst lebensfroh und aktiv, hat sich dann aus gutem Grund zurück gezogen. Zu erleben, wie sie langsam wieder neuen Mut fasst, eins wird mit der Natur und durch die frische Luft wieder regelrecht durchatmen kann, war einfach schön. Dazu hat sich mit Leonhard ein Handlungsstrang angebannt, den ich sehr sehr mag. Der positive junge Mann tut unserer Hauptprotagonistin sehr gut. Und dann passiert etwas, was alles in Gefahr bringen könnte und was mich wirklich aufgeregt hat. Der Spannungsbogen war ideal, damit wurde die Geschichte noch mal unterhaltsamer.

Ich bin dankbar, diese Reihe für mich entdeckt zu haben. Dieser Roman gefällt mir äußerst gut, besitzt genug Tiefgang, beschäftigt sich mit wichtigen Themen und ist herrlich unterhaltsam. Ich bin gespannt auf die Schicksale der anderen Schwestern.

4,5/5 *

Stéphane Carlier: Clara Und Die Posie Des Lebens

Lange hielt ich kein Buch mehr in den Händen, welches mir optisch so gut gefiel.  Es fühlt sich so hochwertig, aber auch gleichzeitig so leicht an. Als wöre der Einband mit Leinen gebunden. Die Bilder darin haben mich verzaubert und ich mag die kurzen Kapitel sehr, auch konnte mich der Schreibstil überzeugen. Aber kommen wir erst mal zu meiner kurzen Inhaltszusammenfassung:)

Claras Leben ist geordnet, gut sortiert. Die Friseurin liebt ihren Job in einem recht altbackenen, aber liebevoll eingerichteten Salon in Frankreich und liebt die Geschichten ihrer Kundinnen. Ihre Chefin macht ihr das Leben nicht immer leicht, aber auch hier zeigt Clara immer Geduld. Sie ist in einer Beziehung und lebt mit ihrem Freund und einer Katze zusammen in einer Wohnung. Sie freut sich auf die routinierten, gemütlichen Abende mit ihnen. Aber dann passiert etwas, was Claras Leben auf den Kopf stellt.

Ein Fremder, der im Salon war zum Haareschneiden, lässt sein Buch im Salon liegen: Marcel Proust. Clara ist absolut kein Bücherwurm, aber das Buch zieht sie irgendwie an- und begeistert sie. Sie liest es durch- bis zum Ende. Und Proust schafft etwas, was sie niemals für möglich gehalten hätte: ihr Leben wird fortan anders sein.

Die Aufmachung finde ich sehr edel und schick. Und ich liebe Literatur, von daher wird dieses Buch für immer in meiner Sammlung bleiben. Danke an den Verlag für das Zusenden. Kommen wir jetzt zu den anderen Aspekten.

Der Schreibstil ist wunderbar leicht und gut verständlich, die Geschichte ist sehr schön  und schlicht konstruiert. Das Ganze besitzt viel Tiefgang, aber auch viel Melancholie. Natürlich war mir das klar, denn alleine der Klappentext verspricht dies. Und ich habe es geliebt, wie die Autorin der Literatur ein wunderbares Zeichen der Anerkennung schenkt mit ihrem eigenen Buch!

Es geht darum, was Literatur im Leben eines Menschen beeinflussen kann. Das ist ein schöner Gedanke, der mir aber zu wage, zu dünn erzählt erscheint. Da hätte ich mir mehr erhofft.

Trotzdem ist das Buch eine Bereicherung, die ich sehr gerne gelesen habe. Ein ruhiger Roman, eher gesagt eine Novelle, die kurzweilig, aber tiefgründig ist und die berührt. Zwar nicht so sehr, wie ich es mir erhofft habe, aber es ist eine angenehme Ehrung der Literatur, die leider hinter meinen Erwartungen bleibt.

4/5 *