Kalynn Bayron: Schneewittchen Schlägt Zurück

„Schneewittchen schlägt zurück“ ist nach „Cinderella ist tot“ das nächste Highlight aus der Feder von Kalynn Bayron.

Prinzessin Eve wurde seit ihrer jüngsten Kindheit darauf vorbereitet und trainiert, irgendwann den Ritter zu bezwingen, der das Reich ihrer Mutter bedroht. Ihre Mutter ist die mächtige Königin Regina, der Ritter ist ein Zauberer, der Wünsche erfüllt. Aber wer sich einen Wunsch erfüllen lässt, muss immer einen großen Preis zahlen.
Eve hingegen besitzt ebenfalls eine magische Fähigkeit. Und damit hat sie als Einzige eine Chance, den Ritter zu besiegen. Sobald Eve 17 ist, steht dem Kampf gegen ihn nichts im Weg. Aber da entwickelt Regina ein sehr seltsames Verhalten. Sie steht jede Nacht vor einem wunderschönen Spiegel, der voller Magie ist. Was hat das zu bedeuten? Und dann erhält Eve durch einen Boten des Ritters eine schockierende Nachricht, was ihre wahre Herkunft bedeutet. Damit ist ihre ganze Welt aus den Angeln gehoben. Eve ist noch sicherer, dass sie für ihr Königreich kämpfen muss. Aber stellt ihre wahre Herkunft sich ihr in den Weg?

Ich habe bereits „Cinderella ist tot“ gelesen und habe es sehr gemocht. „Schneewittchen schlägt zurück“ hat mich auch absolut überzeugt. Wir haben hier eine Mischung aus Märchen, Fantasy und ein wenig Romance. Eve ist eine sehr starke Protagonistin, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie ist nicht nur körperlich stark, sondern auch sehr willensstark. Sie hat eine besondere magische Fähigkeit und setzt alles daran, um ihr Königreich zu retten.

Das Buch ist eine moderne Adaption von Schneewittchen. Eine, die mir wirklich großen Spaß gemacht hat. Der Schreibstil hat mich vom ersten Satz an erneut gefesselt und ich war sehr schnell im märchenhaften Storyplott. Was mir ein wenig fehlt: magischer Background. Wie kommt es zu Eves Kraft? Welche Macht hat der Ritter, was macht diese aus? Aber ich habe es mir selbst hergeleitet. Der Schreibstil ist nicht nur fesselnd , sondern auch episch und sehr bildhaft. Das magische Setting gefällt mir besonders gut. Und Eve ist eine Protagonistin, wie ich mir eine Prinzessin im eigentlichen Sinne vorstelle.

Eine tolle Neuauflage von Schneewittchen. Ein wenig böse, sehr magisch, leicht episch und wirklich mitreissend. Ich wurde herrlich unterhalten!

 

 

Liv O´Malley: Herzklopfen In Den Highlands

Mit „Herzklopfen in den Highlands“ hat Liv O´Malley das perfekte Romance-Buch geschrieben. Warum? Das verrate ich dir heute.

Emmy reist nach Schottland, genauer gesagt in die bezaubernde Kleinstadt Glenndoon in den Highlands. Sie soll dort die Familie McFain überreden, ihre kleine Weberei an ihren Chef zu verkaufen. Das ist ihre Aufgabe und ihr Job hängt davon ab. Sie kann es sich nicht leisten, diesen zu verlieren, denn sie unterstützt so ihre Eltern finanziell. Wie soll sie die Besitzer überzeugen, die Familienweberei zu veräußern?

Sie lernt schnell Sean McFain kennen, den Sohn der Familie, kennen. Sie gibt vor, eine Urlauberin zu sein. Sean führt das Handwerksunternehmen und ist auch ein Tour Guide. Sie bittet ihn, mit ihr auf eine Wanderung zu gehen, um mehr von den Highlands zu sehen.
Das Problem: vom ersten Moment an knistert es zwischen den Beiden- und es funkt gewaltig. Sie verstehen sich blendend, flirten miteinander und kommen einander immer näher. Sie verlieben sich- aber hat diese Liebe eine Chance? Zwischen ihnen steht immerhin eine große Lüge und Emmy weiß nicht, wie sie ihm sagen soll, warum sie wirklich in Schottland ist. Doch sie genießt jede Sekunde mit dem attraktiven Schotten, der ihr so gut gefällt. Und auch Sean ist regelrecht verzaubert von Emmy.  Aber dann erfährt er die Wahrheit…

Kurzweilig, romantisch und herrlich unterhaltsam. Dieser Roman hat mir wunderbare Lesestunden gewöhnt.  Ich liebe die beiden Protagonisten. Emmy ist keine typische Großstädterin, die Sean sie kennt. Sie ist warmherzig und lebensfroh, sie verliebt sich in die schottischen Highlands. Was ich total nachvollziehen kann. Schottland ist mein Reiseziel Nr. 1, irgendwann möchte ich dort Urlaub machen.
Auch Sean ist sehr sympathisch. Er ist geradlinig, charmant und total anziehend. Die Beiden sind wie füreinander geschaffen.

Livs Schreibstil kenne ich bereits von ihren Büchern unter dem Pseudonym Lotta Petersen.

Auch hier schreibt die Autorin wieder sehr angenehm, sehr sehr flüssig und emotional. Sie trifft genau die richtige Portion Gefühl, der Roman ist Romance pur- aber kommt ganz ohne Kitsch aus. Ja, es gibt einige romantische Szenen, aber nichts ist überladen, sondern authentisch. Und herrlich unterhaltsam.
Außerdem beschreibt Liv das Setting der schottischen Highlands so passend und bildhaft, dass ich wirklich die Bilder dazu im Kopf hatte. Ob die Kleinstadt, ob die Highlands an sich, Loch Ness, einfach toll.

Eine bezaubernde Lovestory voller Romantik und Gefühl vor der prächtigen Kulisse Schottlands.

 

Ann Petry: Miss Muriel: Die Erzählungen

Lust auf einen echten Klassiker? Dann möchte ich dir mit „Miss Muriel: Die Erzählungen“ einen Sammelband der Erzählungen von Ann Petry ans Herz legen.

Die Protagonisten in diesen Geschichten sind allesamt sehr stark, kommen aus allen Gesellschaftsschichten, sie haben verschiedenste Berufe und sind absolut unterschiedlich. Aber sie eine vereint etwas: Ann Petry schenkt der schwarzen Bevölkerung der USA mit ihren Geschichten ein Gesicht. Und das ist so, so wichtig!

Noch immer gibt es viele Fälle von Gewalt gegen schwarze Bürger in den vereinigten Staaten, was mich immer wieder aufs Neue schockiert. Ich verstehe nicht, warum sie noch immer verfolgt und regelrecht gehasst werden, warum der Rassismus noch immer so stark ist. Denn es ist egal, welche Hautfarbe ein Mensch hat- alle Menschen sind gleich. Und wir „Weißen“ sind keine besseren Menschen oder elitär. Nein, wir alle haben denselben Wert und es sollte kein Unterschied gemacht werden.

Daher finde ich die Geschichten der Autorin so wichtig!

Die Erzählerin Miss Muriel im Buch ist 12 Jahre alt und hat noch eine unverstellte, echte Sicht auf die Welt, auf die Menschen. Und das ist auch der wichtigste Punkt der Erzählungen. Sie ist noch ohne Vorurteile. Aber nicht ihre weißen Mitmenschen. Und so erleben wir eine Welt aus Hass, Hetze und schierem Rassismus. In den Geschichten lernen wir wundervolle Menschen kennen mit afroamerikanischen Hintergrund und wir erleben hautnah, wie sie immer wieder diskriminiert werden, während sie einfach nur ihr Leben leben wollen.

Ich finde „Miss Muriel“ so wertvoll und so ausdrucksstark. Das Thema ist kein Tabu, sondern muss einfach immer wieder besprochen werden. Solange, bis Rassismus gegen Peope Of Colour endlich abnimmt.

Ich mag den Schreibstil der Autorin so sehr. Er ist sensibel, einfühlsam und beeindruckend, er hat mich zum Nachdenken angeregt und ist teilweise auch poetisch. Ann Petry schafft es, die richtigen Impulse zu setzen und hat ein Werk verfasst, welches mich stark beeindruckt hat.

Eine wichtige, wunderbare Lektüre!

 

 

 

Julie Larsen: Lichterzauber in Whispering Heights

Winterlich und so cosy: das ist „Lichterzauber in Whispering Heights“- und damit mein erster Roman von Julie Larsen! Gelesen habe ich ihn an Weihnachten, heute folgt meine Rezension.

Unser Setting ist die Kleinstadt Whispering Heights in Yorkshire. Dort findet jedes Jahr der große Weihnachtsdeko-Contest statt. Maggie nimmt liebend gerne daran teil, denn sie ist Illustratorin und damit ist der Wettbewerb doch genau ihr Ding. Sie lebt recht zurück gezogen, aber sie liebt es, ihr Haus in der Vorweihnachtszeit weihnachtlich zu schmücken und erfreut sich an den Familien und Kindern, die zu ihr kommen, um ihre Dko anzuschauen. Sie muss das Haus nicht verlassen, aber sorgt dafür, dass sich alle über ihre schönen Einfälle freuen. Aber dann bekommt sie einen neuen Nachbarn. Und wer hätte das gedacht, er wird zu Maggies stärkstem Rivalen in Sachen Wettbewerb. Sie ist gar nicht angetan von ihm. Er ist kreativ und einfallsreich- und sieht dazu noch sehr gut aus. Der attraktive Mann bringt bald Maggies Herz zum Schlagen. Und dann entwickeln sich nach und nach echte Gefühle zwischen den Beiden…

Ich liebe Maggie als Protagonistin einfach! Sie ist feinsinnig, kreativ und hat ein großes Herz. Sie geht nicht gerne unter Menschen, lebt zurück gezogen in ihrem wunderschönen Haus. Und als dann ihr Nachbar auftaucht, nimmt eine ganz besondere Liebesgeschichte ihren Lauf. Eine Geschichte, die mein Herz einfach erobert hat. Was am sehr flüssigen, emotionalen Schreibstil der Autorin liegt.

Ich konnte sofort eine Verbindung zu Maggie aufbauen, sie ist sehr authentisch und ich konnte viele ihrer Gefühle so gut nachvollziehen. Die Protagonisten sind allesamt authentisch, greifbar und ich habe mich sehr wohl in Whispering Heights gefühlt. Was eben auch an der weihnachtlichen, festlichen Atmosphäre liegt. Der Roman ist tiefgründig, herrlich unterhaltsam und spannend.

Ein wunderbarer Roman!

Das Cover ist einfach schön und gefällt mir so, so gut.

Cosy, einfühlsam und sehr unterhaltsam.

 

Petra Schier: Die Wächterin Von Köln

Die letzten Tage begleitete mich ein historischer Roman von Petra Schier.

Zum Inhalt: wir befinden uns in Kön der Jahre 1396/97. Die naive, bildhübsche Elsbeth beginnt im junge Alter von 16 Jahren, im Bordell „Zur schönen Frau“ als Prostituierte zu arbeiten. Doch einer ihrer Freier, der angesehene Ratsherr van Kneyart wird ermordet und Elsbeth soll die Täterin sein und ihn vergiftet haben.
Aber dann taucht ihr Halbbruder auf und sorgt dafür, dass sie nicht gehangen wird. Sie werden zu engen Freunden und Elsbeth tut ihm einen Gefallen. Sie liefert ihm Informationen aus dem Dirnenhaus, was ihren Halbbruder zum mächtigsten Mann der Rheinstadt macht. Und Elsbeth avanchiert zur mächtigen Anführerin in der Unterwelt. Sie setzt sich für andere ein und schafft es, eine verurteilte Frau wie einst sie selbst, vor dem Tod zu retten. Ausgerechnet Henker Jörg findet Gefallen an der schönen, machtvollen Elsbeth und eine verbotene Liebe nimmt ihren Lauf.

Ich habe mich mit diesem Buch wirklich schwer getan. Ich wollte dem Genre eine Chance geben und habe von Petra Schier bisher tolle Romane gelesen. Aber „Die Wächterin von Köln“ konnte mich nicht überzeugen. Der Schreibstil der Autorin ist alles andere als schlecht, er ist flüssig und mitreissend. Es ist eher die ganze Handlung rund um Elsbeth. Ich konnte einfach nicht in das Köln der damaligen Zeit eintauchen, es ging mir außerdem viel zu oft um den Tod und alleine, dass Elsbeth sich in einen Henker verliebt, ist für mich einfach nichts.

Anfangs ist die junge Frau naiv und ein wenig dümmlich, sie steigt aber zur Drahtzieherin der Unterwelt auf. Dieser Wandel ist für mich ein wenig zu plötzlich, ich habe einfach nicht in den Storyplott hineingefunden.

„Die Wächterin von Köln“ ist kein schlechtes Buch, das Ganze ist meine subjektive Meinung. Ich bin nur leider enttäuscht, habe mehr erwartet und hatte Probleme, überhaupt weiterzulesen und habe mich stellenweise hindurch gequält. Schade!