Lucy Chalice: Die Sweet-Teddy-Theorie

Erinnert ihr euch noch an Hot-Henry aus dem Buch „“Der Hot-Henry-Effekt“? Autprin Lucy Chalice versorgt uns mit Nachchub. Dieses Mal geht´s um seinen Zwillingsbruderm den „Sweet-Teddy“.

Dr. Hannah Havens ist erfolgreich in ihrem Job. Sie ist eine unabhängige, aufgeklärte Frau, aber lässt keine Nähe zu. Und sie sucht absolut nicht nach der Liebe. Aber dann kommt alles ganz anders.
Sie zieht zurück in ihre kleine Heimatstadt und begegnet dort ausgerechnet Teddy Fraser wieder. Er ist höllisch attraktiv und einst hat sie ihn geküsst. Und er weiß, wie gut er aussieht. Er ist ein echter Womanizer. Hannah hat so gar keine Lust auf ihn.
Sie hält sich von ihm fern, aber Teddy scheint andere Pläne zu verfolgen. Immer wieder taucht er in ihrer Nähe auf. Seine fröhliche, lockere Art geht ihr so richtig auf die Nerven. Aber da ihr Chef von ihr fordert, ihre Social Skills zu verbessern, versucht sie, weniger genervt von Teddy zu sein. Und dann kommt es so, wie es kommen muss. Sein Charme und seine gewinnende Art lassen ihr Herz dann doch höher schlagen…

Was für ein wundervolles Buch! Grumpy x Sunshine wird hier als Trope komplett benutzt.
Der immer gut gelaunte, äußerst charmante Teddy trifft auf die scheinbar unnahbare Hannah. Irgendwann fliegen die Funken und die Beiden kommen sich näher. Und es hat so großen Spaß gemacht, dies mitzuerleben.
Ich mag die leicht spröde, aber doch warmherzige Hannah sehr. Sie ist eine tolle Protagonistin und ein richtiger Grumpy. ^^ Ihre ganze Art kann ich so gut nachvollziehen und es war herrlich, wie sie auf Teddy getroffen ist. Die Energie zwischen ihnen ist großartig und die Autorin schafft es erneut, mir tolle Lesestunden zu schenken.

Was auch an ihrem locker leichten Schreibstil legt. Er sorgt dafür, dass wir Leser:innen schnell mitten im Geschehen sind und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Autorin schreibt sehr flüssig, witzig, aber auch warmherzig.
Ein unglaublich witziges, aber auch emotionales Buch. Eine leichte RomCom, die einfach Spaß macht und trotzdem auch tiefgründig genug ist.

Absoluter Lesespaß!

 

 

Kate Dylan: Until We Shatter

Cemmy ist ein sogenannter Halbschatten: entstanden aus der Fortpflanzung eines Schattens und eines magisch talentierten Menschen.
Doch Halbschatten werden von Nichtmagiern verfolgt. Diese sind auf ihre Magie aus, aber auch der Rat der Schatten ist ihnen auf den Fersen.
Cemmy bringt sich selbst als Diebin durch, dafür benutzt sie ihre Kräfte. Doch dann werden sie und ihre Freundin unter Druck gesetzt. Sie sollen auf eine absurde Reise gehen.

Was für eine Welt hat Kate Dylan bitte für ihren Roman erschaffen? Wahnsinn, ich bin immer noch fasziniert. Sie schreibt über Magier, die aber hier als „Schatten“ zu sehen sind. Sie hat aber auch Halbschatten erschaffen. Diese werden gehasst, eine Art Rassismus ist ein Thema im Buch. 

Mit Cemmy hat sie eine 20 Jahre alt Hauptprotagonisten skizziert, die mir außerordentlich gut gefällt. Sie ist vielschichtig, klug und weiß genau, was sie will. Ihre Zuneigung zu einem der Erpresser bildet den romantischen Teil dieses Abenteuers. Wir haben hier den Enemies-to-lovers-Trope, den die Autorin sehr gekonnt in den Storyplott eingewebt hat. Jedoch steht diese Romanze nicht im Vordergrund, was ich sehr angenehm finde.
Die Geschichte rund um die Erpressund und um die Welt der Schatten und Halbschatten bildet den wichtigsten Teil des Plotts.

Kate Dylan hat ein Fantasy-Abenteuer erschaffen, welches ich wahnsinnig gut finde. Ihr Schreibstil ist intensiv, sehr gut verständlich, was ich bei der Ausarbeitung der Welt, des Settings, sehr wichtig finde. Sie hat mich mit ihrem flüssigen Schreibstil direkt abgeholt und ich konnte schnell und tief ins Geschehen eintauchen.
Ich bin fasziniert von der Protagonistin, vom Worldbuilding und dem einen oder anderen Plottwist. Die Spannung hat mich in Atem gehalten und mitgerissen.

Ein wahnsinnig guter, mitreissender Fantasyroman mit überzeugendem Setting. Großartig!

Für Leser:innen ab 14 Jahren ideal, aber eignet sich auch perfekt für ältere Leser:innen.

 

 

 

Rosie Hewlett: Medea

Romane rund um Figuren der griechischen Mythologie erfreuen sich großer Beliebtheit. Mit „Medea- Die Hexe von Kolchis“ widmet sich Rosie Hewlett einer der gefährlichsten weiblichen Wesen dieser Mythologie.

Medea wird verfolgt und gequält. Der Grund: sie beherrscht die Hexerei. Doch sie hat sich diese Last nicht ausgesucht. Ihre Familie will nichts von ihr wissen. Die Mutter ignoriert sie, ihre Schwester wurde ihr genommen, ihr Vater und Bruder machen ihr das Leben zur Hölle, indem sie sie verfolgen und quälen. Aber dann begegnet sie Jason. Er will das goldene Vlies einfordern. Dieses magische Artefakt beschützt ihr verhasster Vater intensiv. Medea sieht endlich den einzigen Zeitpunkt gekommen, um zu flüchten. Sie biegtet Jason an, ihm bei den Prüfungen ihres Vaters zu helfen, um das Vlies zu erobern. Gemeinsam gehen die Beiden auf eine Reise, auf der sie ständig Herausforderungen ausgesetzt sind. Sie müssen Monster bezwingen und Könige stürzen- und verlieben sich nach und nach ineinander. Aber diese Gefühle sind mehr als gefährlich und könnten alles verändern…

Die Geschichte Medeas hat mich schon immer sehr fasziniert. Die Autorin schenkt der sagenumwobenen Medea ein neues Gesicht, nimmt ihr den Schrecken und macht sie für uns Leser zu einem emotionalen Geschöpf. Und das schafft Rosie Hewlett auf beeindruckende, intensive Weise.

Ihr Schreibstil ist großartig, sehr mitreissend und sehr flüssig. Sie schafft es, diesen Teil der griechischen Mythologie in einer Neuadaption zu verarbeiten und hat doch ihre ganz eigene Geschichte daraus gemacht.

Ich bin sehr schnell ganz tief in den Storyplott eingetaucht. Was auch daran liegt, dass die Autorin die Welt der griechischen Mythologie und die Herkunft Medeas schlüssig und gut verständlich erklärt. Ich hatte vorher viel über Medea gelesen, aber keine so gute Neuerzählung ihrer Geschichte.

Ein beeindruckender, intensiver Roman voller Spannung, Dunkelheit und Plottwists. Man könnte Medea glatt ein wenig mögen…
Eine mutige Adaption über das Leben eines Wesens, welches so viele Fragen aufwirft…

 

 

Ragnar Jónasson: Weich fällt der Schnee: Kriminelle Weihnachtsgeschichten aus Island

Weihnachten liegt ja schon einige Tage zurück- aber mit „Weich fällt der Schnee“ veröffentlicht Ragnar Jónasson eine Sammlung von schaurigen Geschichten, die man auch ansonsten bestens in der dunklen Jahreszeit lesen kann.
Er entführt uns ins weihnachtliche, verschneite Island. Die Geschichten sind extrem spannend- aber auch sehr vielseitig. Wir lernen Ari Arason kennen, eine mutige Polizistin, die zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen wird, dann fiebern wir mit einer jungen Dame mit, die in den Bergen eine Auszeit sucht- und das Gegenteil findet. Mehr möchte ich nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Weihnachtliche Bücher müssen nicht immer cosy und romantisch sein- es geht auch anders. Und mit „Weich fällt der Schnee“ schenkt uns der Autor Geschichten, die es in sich haben. Was auch an seinem einzigartigen, eindringlichen Schreibstil liegt. Dieser ist sehr gut verständlich, lädt zum Schmökern ein- und sorgt für sehr, sehr spannende Lesestunden. Denn jede Geschichte ist extrem mitreissend, abwechslungsreich, schaurig und absolut vereinnahmend.

So wird der Winter spannend und sorgt für beklemmende, eindringliche Vibes. Großartig!
Hinzu kommt das Setting im winterlichen Island voller Schnee, Eis- und voller Unheil.

 

 

Andrea Weidlich: Das Geheimnis eines fucking guten Lebens

Bestsellerautorin Andrea Weidlich hat mit „Das Geheimnis eines fucking guten Lebens- Wie du bekommst, was du wirklich willst“ einen weiteren Erfolgsratgeber veröffentlicht. Nach „Wo ein Fuck it, da ein Weg“ und „Ich denke, also bin ich… mir im Weg“ ist es auch mein bereits drittes Buch der Autorin und ich lege euch auch das neue Werk ans Herz.

Josefine ist frustriert und unzufrieden. So hat sie sich das Leben nicht vorgestellt. Ihre Pläne, die sie mal hatte, hat sie nicht in die Tat umgesetzt und sie ist an einem Punkt angekommen, an dem sich etwas ändern muss. Warum setzt sie ihre Pläne und Wünsche nicht um? Warum geht sie es nicht an, endlich glücklich zu sein, was ist der Sinn ihres Lebens und woran hakt das alles=
Josefine packt ihre Sachen und fährt in ihr Heimatdorf. Dort startet sie mit einem Selbstversuch. Sie schreibt Briefe und adressiet diese ans Leben. Und dann bekommt sie plötzlich Antworten…
Dann lernen wir noch die zehn Jahre alte Josefine kennen. Sie sitzt jeden Tag auf einer Bank und beobachtet eine rote Tür. Sie beobachtet, wie Menschen durch die Tür gehen und ganz anders wieder heraustreten. Dort entdeckt sie dann Eduard Goldbach. Was hat Josefine mit ihm zu tun und was offenbart er dem Kind und welchen Zusammenhang hat das mit der erwachsenen Josefine?

Andrea Weidlich hat mit „Das Geheimnis eines fucking guten Lebens“ erneut ein Buch geschrieben, welches in mir nachhallt.
Der Mix aus Geschichte, Humor, lebensbejahenden Punkten und ganz viel positiven Vibes ergeben eine sehr lebenswerte, wertvolle Mischung. Auch wenn ihr Schreibstil humorvoll ist, fehlt es ihm auch nicht an Emotionen und Tiefgang. Außerdem schreibt die Autorin schonungslos ehrlich und auch sehr mitreissend. Und das ist genau das, was ihre Bücher ausmacht. Andrea Weidlich ist nicht umsonst Bestsellerautorin.

Dieses Buch handelt vom Sinn des Lebens, von Plänen und Selbstverwirklichung und davon, dass wir uns selbst oft im Weg stehen, wenn es darum geht, Träume zu verwirklichen.

Und trotz des Humors und Scharfsinns, hat die Autorin mich auch mental sehr bewegt- und berührt. Manche Stellen im Buch haben mich zum Weinen gebracht, aber haben mich auch ein Stückchen heilen lassen. Und das hat sehr gut getan.

Ein wunderbares, bereicherndes Buch, welches so viele gute Impulse schenkt. Sehr wertvoll!