Laura Lee: Nächte Im Savoy- Der Blick Eines Viscounts

Ich liebe Regency- Liebesromane- aber es muss nicht immer „Bridgerton“ von Julia Quinn sein. Mit der Reihe „Nächte im Savoy“ konnte mich Autorin Laura Lee direkt catchen. Bereits der erste Band hat mich sofort überzeugt. Dieses Mal geht es um Delia, die in „Der Blick eines Viscounts“ ihre große Liebe treffen könnte…

Wir befinden uns erneut in London des 1898. Es ist Ballsaison und Delia Stratham genießt ein gewisses Ansehen. Sie hat Geld, hat gute Connections und mit ihrer unkonventionellen Art sorgt die schöne Frau stets für Aufsehen. Und sie schafft es, sich den Job ihrer Träume zu sichern. Fortan arbeitet sie als Veranstaltungsplanerin des Savoy Hotels. Genauer gesagt ist sie die erste Frau, welche dies geschafft hat. Aber schnell merkt sie, dass diese Stelle nicht so einfach ist, wie sie sich das vorgestellt hat. Denn Simon Hayden, Viscount of Calderon, ist der neue Manager des Hotels. Und mit seiner selbstgefälligen und arroganten Art und Weise macht er Delia das Leben schwer. Aber schnell entsteht zwischen ihnen eine gewisse Anziehung- auch wenn diese ziemlich widersprüchlich ist. Simon regt Delia ständig auf, während der Viscount Spaß daran findet, sie zu provozieren. Doch diese Leidenschaft hat Folgen, sie fühlen sich magisch zueinander hingezogen.
Allerdings steht das Savoy in den roten Zahlen und es ist Simons Aufgabe, der Ursache auf den Grund zugehen. Irgendjemand scheint sich am Umsatz des Hotels zu bereichern. Und Simon hat ausgerechnet Delia im Verdacht…

Laura Lees „Nächte im Savoy“-Reihe steht anderen Reihen des Genres in nichts nach. Sie hat einen wunderbar flüssigen, emotionalen und auch humorvollen Schreibstil. Sie schafft es, dass die Tension zwischen den beiden Hauptprotagonisten sehr fassbar und fühlbar für uns Leser:innen ist, ich habe sehr mitgefiebert.
Die unkonventionelle, freigeistige Delia hat mein Leserherz direkt erobert. Ich liebe es, wie sie auf ihre ganz eigene Weise ihren Platz im Leben einnimmt und sich einen Job erkämpft, den noch keine andere Frau ausgeübt hat. Das zeigt den Charakter der Protagonistin.
Simon als selbstgefälliger und arroganter Viscount passt perfekt zu ihr- die Chemie zwischen ihnen stimmt einfach. Denn der Haters to lovers-Trope wird von Laura Lee voll ausgekostet.
Die Dialoge zwischen Simon und Delia sind herrlich unterhaltsam, emotional und prickelnd.
Die Atmosphäre im Buch ist einfach mitreissend, besonders und spannend. Der Erzählstrang rund um das verschwundene Geld des Savoys hat mir sehr gut gefallen, er bringt noch einmal mehr Spannung und Tiefe in die Handlung.

Mit „Der Blick eines Viscounts“ hat Laura Lee einen weiteren Band einer großartigen Regency Romance-Reihe herausgebracht. Mein Leserherz hat sie damit erneut erobert. Und ehrlich gesagt, kann „Nächte im Savoy“ auch mit „Bridgerton“ mithalten. Ich liebe diese Reihe und bin gespannt auf Band 3, der im Februar bereits erscheinen wird.

 

Mollie Hughes: Whiteout- Mein Weg durchs ewige Eis

Kennst du Mollie Hughes? Sie ist Weltrekord-Halterin und hat die wildesten, unberechenbarsten Orte der Welt erkundet. Sie hat den Gripfel des Mount Everest erklommen, hat sich aber auch durch das Eis der Antarktis gekämpft. Weit über 700 Meilen hat sie bezwungen, unter dem Einfluss von sehr stürmischen Winden, bei Tempeaturen von nahezu – 45 Grad und hat sich den Weg gebannt bis zum Südpol.

Dieses einschneidende, aber auch sehr mutige Erlebnis verarbeitet sie nun in ihrem Buch „Whiteout- Mein Weg durchs ewige Eis“. Allerdings ist das Buch nicht nur ein Erlebnisbericht, der autobiographisch ist, sondern auch ein sehr inspirierendes, motivierendes Werk in Sachen Psychologie und Lebenslektionen.

Sie berichte von der Kraft des Mutes, von Risiken und von sehr belastenden, besonderen Ausnahmesituationen. Dies hat ihre Sicht auf die Dinge gestärkt, hat ihrer Persönlichkeit ebenfalls gestärkt und hat ihr sehr viele sehr wichtige Lektionen rund ums Leben erteilt.

Ihr Schreibstil ist sehr flüssig, sehr gut konsumierbar und liest sich wie eine Abenteuergeschichte. Hinzu kommt eben ihre Auseinandersetzung mit wichtigen Themen. Die Reise war eine große Herausforderung, der sie sich täglich neu gestellt hat. Doch diese Erfahrung brachte sie nicht nur an ihre Grenzen, sie lernte, ihr psychologisches Potential auf gesunde und heilende Weise einzusetzen. Es geht darum, wie man seine Emotionen regulieren kann und auch Ängste überwindet. Wie geht man mit Stress und mit immer größer werdenden Druck um? Und welche Bedeutung haben Stille und der geistige Freiraum für unsere psychische Entwicklung?

Ich habe mir sehr viele Notizen gemacht, habe auch viele neue Erkenntnisse aus dem Buch für mich mitnehmen können. Ich mag den Schreibstil der Autorin, ich mag wie sie ihre Abenteurreise mit so wichtigen Lektionen und Punkten bereichert.

Ein unglaublich inspiriendes Buch, welches neue Impulse gibt und auch wahnsinnig angenehm unterhält. Mehr als ein Polarabenteuer einer großartigen, bekannten und beeindruckenden Bergsteigerin. Sie hat Persönlichkeit und bereichert uns Leser mit so viel wichtigen Impulsen.

 

Karen Swan: Das Geheimnis einer Winternacht

Darcy ist Kunststudentin und lebt in Kopenhagen. Die weihnachtliche Stimmung kommt nicht bei ihr an. Ihr Freund hat mit ihr Schluss gemacht und Bücherwurm Darcy will sich während der Feiertage einfach nur mit ihren Büchern verkriechen. Aber da ist ihre beste Freundin. Freja überredet sie, dass sie sich bis zu den Feiertagen mit drei Männern treffen wird. Darcy willigt schweren Herzens ein. Denn dieser Plan steht zwischen ihr und den Büchern. ^^ Aber sie kann sich nicht aufs Dating konzentrieren. Ihr begegnet ein ganz besonderes, mysteriöses Gemälde , welches ihr nicht aus dem Kopf geht. Was steckt dahinter? Bei ihrer Suche nach Spuren lernt sie Anwalt Max kennen. Ausgerechnet er hat mit dem Bild zu tun- und ausgerechnet er ist ihr erstes Date. Bei der Recherche rund ums Bild kommen sie sich immer näher, die Anziehungskraft ist groß. Aber Max scheint ein Geheimnis zu umgeben. Kann Darcy dieses lösen und was hat das alles mit dem Gemälde zu tun?

Die Atmosphäre und das Setting des Buches sind herrlich weihnachtlich. Kopenhagen ist an sich schon eine ganz besondere, wunderschöne Stadt. Doch im winterlichen, weihnachtlichen Gewand stelle ich es mir besonders schön vor.
Mittendrin in diesem Setting lernen wir Darcy kennen. Sie ist ein Bücherwurm wie ich, hat die Schnauze voll von der Liebe und Männern und ist auch herrlich authentisch. Ich mag ihre Art. Sie lässt sich auf den Plan von Freja ein,  die hofft, dass Darcy beim Dating mit drei Männern den Richtigen treffen könnte. Ihr Interesse gilt aber dem geheimnisvollen Gemälde. Bis sie Max begegnet. Der Anwalt ist höllisch sexy und könnte Darcy gefährlich werden.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach wunderbar. Ich mag ihn sehr und freue mich jedes Mal, wenn sie einen winterlichen Roman veröffentlicht. Er ist sehr, sehr flüssig und gut lesbar. Ich bin wirklich durch die Seiten geglitten und hatte sehr spannende und amüsante Lesestunden.

Auf der einen Seite habe ich mit Darcy mitgelitten, als sich ihr Freund von ihr trennt und konnte ihre Gefühle rund um Männer und die Trennung so gut nachvollziehen. Die Autorin erschafft stets authentische Protagonisten, die uns Leser:innen schnell ans Herz wachsen können. Und das mag ich sehr. Dazu kommt eine sehr spannende Geschichte voller Geheimnisse, die für jede Menge Spannung sorgt und die aus einer typischen Romance-Geschichte so viel mehr macht.

Ein wunderbarer Roman, der winterlich und weihnachtlich ist. Der perfekte Winterroman mit genug Tiefgründigkeit.

 

 

Emma Heming Willis: Eine ganz besondere Reise

Bruce Willis gehört seit vielen Jahrzehnten zur obersten Riege Hollywoods. Er hat sich aus der Öffentlichkeit zurück gezogen, da er die Diagnose frontotemporale Demenz erhalten hat. Doch mit dieser Schockdiagnose musste nicht nur er selbst umgehen, sondern auch seine Ehefrau Emma Heming. Die Beiden haben auch noch zwei kleine Töchter. Im Buch „Eine ganz besondere Reise“ erzählt Emma von dieser Diagnose, den Umgang damit und welchen Einfluss die Demenz auf ihr Leben hat, welche Konsequenzen sie zu tragen hat.

Sie schreibt aber nicht nur einen ehrlichen Lebensbericht, sondern bietet auch einen hilfreichen Ratgeber/ Kompass für andere Betroffene und ihre Angehörigen. Von jetzt auf gleich kann der geliebte Mensch zu einem Pflegefall werden und sich binnen kürzester Zeit sehr verändern. Dies ist dem Tempo der Erkrankung geschuldet.
Doch nicht nur für Bruce selbst hat sich alles geändert. Auch Emma und ihre kleine Familie muss seitdem viele Einschnitte im Leben hinnehmen.
Sie verliert sich dabei aber selbst nicht aus den Augen, sondern geht besonders achtsam mit sich um. Denn als Angehöriger kann man sich eben schnell selbst verlieren.

Emotional, aber auch mit einer gesunden Distanz, schildert Emma Heming den Umgang mit der schweren Diagnose und klärt dabei auch umfassend über Symptome, Entwicklung der Erkrankung usw. auf. Sie arbeitete für den Schreibprozess mit weltweit anerkannten Experten und Wissenschaftlern zusammen, deren Erkenntnise mit ins Buch eingeflossen sind, um es so aktuell wie möglich zu halten.

„Eine ganz besondere Reise“ ist eine liebevolle Erzählung über Demenz, über die Erkankung des geliebten Mitmenschen und um den Umgang damit. Die Erkrankung hat so viele Facetten und kann uns alle irgendwann beeinflussen.

Ich habe das Buch verschlungen. Es geht nicht nur um das Schicksal eines Weltstars- sondern auch um das eines Familienvaters und Ehemannes. Auf einfühlsame, persönliche Art berichtet seine Ehefrau, wie das Leben sich verändert hat, wie die Prognose ist- und wie sie und ihre Töchter mit eben dieser leben können. Sie verlieren ihren Mann und Vater jeden Tag ein kleines Stückchen mehr. Jeder Tag bedeutet mehr Verlust. Und trotzdem ist Emmas Schreibstil unglaublich heilsam, sehr gut lesbar und ich hatte oft Tränen in den Augen.

Wer nicht verstehen kann, was in Betroffenen vorgeht, der sollte sich „Eine ganz besondere Reise“ zulegen und das Buch ganz bewusst lesen. Eine unglaublich beeindruckende, authentische Lektüre.

Sie erzählt aber nicht nur vom Umgang mit der Erkrankung, sondern auch von der Pflege. Sie berichtet, welche Herausforderungen sie tagtäglich zu meistern hatte und warum sie ihren Ehemann mittlerweile zur Pflege gegeben hat. Ein schmerzhafter, aber absolut nachvollziehbarer Schritt.

Bewegend, intensiv und sehr beeindruckend.