Sabine Rädisch: Bis Auf Weiteres Für Immer

Heute kommt noch eine Rezension mit einem Settting am Meer. Es geht nach Föhr.

Johanna ist eigentlich Tischlerin von Beruf, sie liebt die Arbeit mit dem Holz. Doch eine unglückliche Affäre mit einem Kollegen hat ihr diesen Job genommen. Ihr Mitbewohner Malte lädt sie auf die Nordseeinsel Föhr ein. Sie ist seine Heimat und für die Bayerin ist diese Reise eine tolle Abwechslung und eine Auszeit von ihren Sorgen.

Auf Föhr angekommen, lernt sie schnell Kai kennen. Den Bruder ihres Mitbewohners. Attraktiv, offen und er geht auf sie zu. Die Bayern und der Friese kommen sich bald näher. Sie verbringen wundervolle Sommertage am Meer. Über Liebe und eine Zukunft denken beide nicht nach. Aber dann merkt Kai, dass er mehr von Johanna will. Wird sie sich auf ihn einlassen? Immerhin ist sie in Bayern verwurzelt und er lebt auf Föhr…

Wie gut kann man den Norden und Süden Deutschlands miteinander literarisch verbinden? Sabine Rädisch gelingt dies ganz wunderbar. Sie hat eine grundsolide, tolle Liebesgeschichte erschaffen, die ein absolut rundes Bild ergibt. Durch ihren empathischen, locker- leichten Schreibstil, durch die Kulturzusammenführung von Bayern & Friesland, hat sie ein ganz tolles Buch geschrieben. Ich habe mich sofort auf Föhr wohl gefühlt und habe es gemocht, wie wir nicht nur viel über bayerische Traditionen erfahren, sondern auch über norddeutsche Geflogenheit viel lernen. Denn diese Traditionsunterschiede sind eines der Themen im Buch.

Übrigens bekommt auch der verschlossene Malte seine Liebesgeschichte. Der zweite Erzählstrang ist ebenso mitreissend und emotional. Ich kannte die Autorin vor diesem Buch nicht- aber ich bin froh, die Gelegenheit gehabt zu haben, dieses wunderbare Buch gelesen zu haben.

Das Cover finde ich passend, es schreit nach Meer, nach Urlaub, nach Freiheit. Zu gerne würde auch ich meine Füße im Sand vergraben oder einen Strandspaziergang machen.

Ein rundum toller Roman voller Gefühle, Atmosphäre, Liebe- und Meer.

 

 

Johanna Olsen: Kira Kolumna- Plötzlich Beliebt

Auf gehts ins zweite Abenteuer mit Kira Kolumna. Dieses Mal dreht sich alles um Beliebtheit, Social Media und echte Freundschaft.

Nach ihrem ersten Abenteuer in Südberg geht es für Kira nun zum ersten Mal in die neue Schule. Natürlich ist sie wieder die Neue. Aber zu ihrer Freude startet sie mit einer Projektwoche in ihre neue Schule. Thema „Social Media“. Natürlich ein absolutes Lieblingsthema für die leidenschaftliche Reporterin/ Bloggerin. Aber bald entwickelt sich das Ganze in eine Richtung, die Kira nicht für möglich gehalten hat. Ihre Freundin Nele ist plötzlich beliebt. Sie hat in einem Eiscafé den angesagten Sänger Jannis getroffen und ein Selfie mit ihm hochgeladen. Und sie steht angeblich hoch in der Gunst des Stars. Nele steht im Mittelpunkt und genießt es. Aber bald merkt Kira, dass dahinter etwas ganz anderes steckt. Nele steckt fest in einem Netz aus Fake News und Lügen. Kann sie ihrer Freundin helfen? Und wenn ja, wie?

Ein wichtiges Thema wird in diesem Jugendbuch aufgegriffen. Es geht um die Message, dass Follower und Klickzahlen nicht alles im Leben sind. Es kommt auf ganz andere Werte an: Freundschaft, Loyalität, Authentizität. Kira hilft ihrer Freundin und erlebt dabei ein weiteres Abenteuer.

Ich mag die Buchreihe zu den gleichnamigen Hörspielen sehr und auch mit „Plötzlich beliebt“ hat die Autorin wieder ein tolles Buch für ältere Kids und Teenager geschrieben. Toll!

 

Silas Wolf: Meereshass- Die Toten Vom Ostseegrund

Nachdem mich schon der Thriller „Lostplace Killer“ von Silas Wolf voll überzeugen konnte, habe ich mich sehr gefreut, dass ich auch sein neues Werk lesen durfte. Dieser ist bereits im Dezember 2023 im Verlag Pahlberg veröffentlicht worden- und steht den anderen Büchern des Autoren in Sachen Spannung in nichts nach.

„Meereshass“ ist der erste Fall für Sönke Petersen an der Küste. Dafür kehrt der Hauptkommissar nach einer ganzen Weile in seine Heimatstadt Travemünde an der Ostsee zurück. Und er hat sofort alle Hände voll zu tun. In der Ostsee wird eine Leiche gefunden. Wie der Tote dort hin kam, ist ein Rätsel und seine Auffindesituation wirft weitere Fragen auf. Er sitzt auf dem Meeresboden, angebunden an einen Stegpfeiler. Und bei dieser Leiche bleibt es bei weitem nicht. Petrsen steht vor einem großen Rätsel. Was haben die Opfer miteinander zu tun und welches Motiv liegt vor? Warum findet man die Leichen sitzend auf dem Boden des Meeres?

Mehr verrate ich natürlich nicht, da ich sonst spoilern würde. Ein Krimi, der am Meer spielt, besser geht´s nicht, oder? Für mich lässt sich das Buch aber auch als „Thriller“ einsortieren.

Die Atmosphäre ist genauso, wie ich es von einem guten Krimi erwarte. Sie ist bedrückend, finster, mysteriös und die Handlung wirft viele Fragen auf. Ich habe richtig mitgefieber- und mitgezittert. Der Killer hinterlässt seine Opfer sitzend- warum?

Sönke Petersen ist ein verdammt guter Kommissar, der die richtigen Fragen stellt. Ich bin schnell mit ihm warm geworden und konnte wirklich schnell in die Geschichte einsteigen. Der Schreibstil lädt dazu auch wirklich ein. Er ist locker, gut verständlich und baut genau die richtige Spannung auf. Dazu die düstere Atmosphäre, die Mordfälle und ihre obskuren Besonderheiten und fertig ist ein sehr spannender, unterhaltsamer Krimi mit großen Thrillvibes.

Ich kann euch die Bücher von Silas Wolf nur ans Herz legen, wenn ihr gute Krimis/ Thriller mögt. Sie sind nicht zu lang, haben angenehm kurze Kapitel und man steigt leicht in die Geschichten ein. Empfehlung!

 

 

Jona Gellert: Inselkinder- Die Rückkehr Zu Mir

Fehmarn ist eine meiner Lieblingsinseln. Mehrfach habe ich diesen besonderen Ort in der Ostsee schon besucht und ich liebe die Atmosphäre dort sehr. In den letzten Tagen hat mich der roman „Inselkinder- Die Rückkehr zu mir“ von Jona Gellert begleitet. Und ich habe dieses Buch regelrecht in mein Herz geschlossen!

Jona Gellert beschreibt Fehmarn so treffend. Direkt am Anfang geht es über die Sundbrücke auf die Insel- und sofort fühle ich mich dort hintransportiert. Herrlich! Aber kommen wir mal zum Inhalt…

Hauptprotagonistin Arwen steht vor den Trümmern ihrer Beziehung. Er hat sie betrogen und damit hat sich auch die Hochzeit erledigt. Arwen ist Single und um auf andere Gedanken zu kommen, Erholung und Ruhe zu spüren, reist sie mit ihrer Freundin und deren Tochter nach Fehmarn. In einem Hotel kommen die drei Mädels unter und bald lernt Arwen Liko kennen. Seine Mutter ist die Inhaberin des Hotels und es passt sofort zwischen ihnen. Aus Small Talk werden schnell sehr tiefgründige Gespräche, sie treffen sich regelmäßig und lernen einander kennen, bald wird aus Sympathie mehr.

Aber so einfach ist das mit der Liebe nicht, denn Beide haben ihre Vorgeschichte. Arwens Ex-Verlobter taucht auf der Bildfläche auf. Der Grund, warum sie erst mal keinem Mann mehr vertrauen kann. Und Liko hat einen schweren Verlust erlitten, der ihn immer noch zutiefst bewegt. Und dann ist da noch Erik, sein Bruder, der ebenfalls Probleme hat, wie wir als Leser/in erfahren dürfen. Allerlei Hindernisse, Unstimmigkeiten & Konflikte verhindern, dass Arwen und Liko zueinander finden. Aber sind die Gefühle füreinander stark genug?

Das Buch hat mich wirklich in Atem gehalten. Anfangs entwickelt sich eine intensive Liebesgeschichte, die aber immer wieder durch verschiedene Ereignisse und Personen durchkreuzt wird. Ich habe wirklich mitgelitten. Was daran liegt, dass der Roman recht authentisch ist. Es sind Probleme, die jede/n von uns betreffen können und sie sind nachvollziehbar. Man kann sich prima in die Gedanken der Protagonisten einfühlen, versteht ihre Beweggründe. Und manchmal habe ich mich selbst wieder erkannt in Arwen.

Der Schreibstil von Jona Gellert ist wunderbar. Er ist zwar leicht, aber bringt auch ausreichend Tiefe mit. Sie findet die richtigen Worte, um das Gefühlsleben der Protagonisten authentisch zu schildern. Der Stil ist sensibel, bildhaft und sehr gut lesbar. Man fliegt durch die Seiten, fiebert mit Arwen und Liko mit.

Ein Roman, der mich vollkommen überzeugt hat. Er ist emotional & berührt. Wunderbar!

 

Katharina Mosel: Frühlingswellen

Kennt ihr schon die Romane von Katharina Mosel? „Frühlingswellen“ trägt als „Untertitel“ die Bezeichnung „Ein Sylt-Roman“. Und wo Sylt drauf steht, ist auch Sylt drin 😉

Ich habe die Lektüre dieses wunderschönen Romans sehr genossen & stelle ihn euch heute in Form einer Rezension genauer vor.

Henrike ist 50 Jahre alt und Aussteigerin. Kurz vor ihrem runden Geburtstag zieht es sie unfreiwillig auf Sylt zurück, ihre Heimat. Sie zieht wieder zu ihrer Mutter Witta. Das Verhältnis der Beiden war immer schwierig. Aber es steht nicht so gut um ihre Finanzen und sie hat keine Wahl. Außerdem nimmt sie in der Not einen Job bei Joris an. Er ist der Bruder ihrer früheren Freundin Ulli. Bald kommen die Beiden sich näher- aber Henrike ist nur übergangsmäßig in ihrer Heimat, es zieht sie innerlich wieder zurück in die Welt. Aber ist das die richtige Entscheidung? Plötzlich steht die Weltenbummlerin vor der Frage: ist es richtig, die Insel wieder verlassen zu wollen? Und auch Witta gibt ihr viele Rätsel auf- und Joris ebenso. Was passiert, wenn Henrike merkt, dass das Leben auf der Insel gar nicht so schlimm ist, wie sie dachte?

Ich habe zuvor kein Buch der Autorin gelesen und freue mich, sie für mich entdeckt zu haben. Mir gefällt ihr sensibler, lockerer Schreibstil sehr gut. Er ist angenehm emotional und einfühlsam.

Die Geschichte von Aussteigerin Henrike gefällt mir sehr gut. Endlich gibt es Romane über Frauen, welche über 40 sind (und zu denen ich bald auch gehöre), am Meer spielen und mir so so gut gefallen. „Frühlingswellen“ ist der bereits dritte Sylt-Roman von Katharina Mosel und er hat mich wirklich überzeugt. Ich mag den Plott, das Buch ist spannend und beschäftigt sich mit Themen, die mich selbst auch bewegen. Ich habe schon mehrfach darüber nachgedacht, aus dem Wahnsinn des Alltags auszusteigen & Konventionen somit zu entfliehen. Henrike hat diesen Mut- aber kommt irgendwann an dem Punkt an, den ich auch gut nachvollziehen kann. Sie merkt, dass das Leben in der Heimat doch nicht so furchtbar trist ist wie in ihrer Erinnerung.

Auch der Konflikt mit ihrer Mutter Witta ist ein Thema. Einfühlsam geht die Autorin auch damit um und offenbart, welches Geheimnis Witta hat. Warum hat sie so viele Freundinnen? Das findet Henrike raus… und dann ist da noch die Liebe.

Ein angenehmer Roman voller Gefühl, voller Meer- und voller Sylt. Das Setting ist wunderbar beschrieben worden, Henrike ist eine authentische Protagonistin und so würde ich auch das Buch beschreiben: authentisch. Eine Geschichte mitten aus dem Leben gegriffen.

Ich freue mich sehr, weitere Bücher der Autorin entdecken zu können.