Annika Strauss: Nachtfahrt

Vor einer Weile kam ich mit Neuautorin Annika Strauss auf Instagram ins Gespräch. Wir unterhielten uns über die anstehende Veröffentlichung ihres Debüts „Nachtfahrt“ und ich war begeistert, als sie mich fragte, ob ich das Buch lesen möchte. Natürlich, für einen guten Psychothriller bin ich doch immer zu haben.

Katharina Holten ist geschockt: ihr Vater ist bei einem tragischen, unerklärlichen Verkehrsunfall ums Leben gekommen- und das als Fahrlehrer! Sie hat nun nicht nur die Verantwortung für seine Fahrschule, sondern muss sich auch um ihre Nicht Ronja kümmern. Für Katharina ist das alles schwer genug, sie wird aber durch die Rückkehr in ihre Heimat mit einem Ereignis konfrontiert, welches sie eigentlich hinter sich lassen wollte. Damals wurde ihr Leben komplett durcheinander gewirbelt. Nun ist ihr Vater tot, der Unfall wirft viele Fragen auf und ein Fahrlehrer wird brutal zusammen geschlagen. Katharina gerät unter Druck, als Ronka verschwindet und sie vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt wird: sie muss heraus finden, was die ganzen Geschehnisse mit ihrer Familie zu tun haben, ansonsten wird Ronja ebenfalls ermordet. Und damit beginnt der Wahnsinn, der Wettlauf gegen die Zeit…

Wie gut kann ein Psychothriller sein? Ich finde das Cover samt dem neongelben Farbschnitt sehr passend gewählt und das Setting ist mal richtig interessant. Wir bewegen uns in einer Fahrschule, aber es geht um ein dunkles, mörderisches Familiengeheimnis.
Katharina weiß als Hauptprotagonistin durchaus zu überzeugen. Sie gerät in einen Sog aus Dunkelheit, Gewalt und eben der Frage, was in ihrer Familie wirklich los ist. Katharina ist stark, auch wenn sie das manchmal selbst nicht denkt und ich finde sie authentisch.
Die Atmosphäre des Thrillers hat mich sofort gepackt. Ich wollte wissen, aus welchem Grund ihr Vater sterben musste, warum die Fahrschule scheinbar der Dreh- und Wendepunkt des Ganzen ist. Die Atmosphäre ist düster, mitreissend, prickelnd und genau so, wie ich sie von einem guten Pychothriller erwarte.
Die Autorin hat einen packenden Schreibstil, der sehr flüssig ist und perfekt zum Storyplott passt. Der Spannungsbogen wird angenehm mitreissend in die Länge gezogen.

Ein eindringlicher, mysteriöser Psychothriller, der gut unterhält und für aufregende Lesestunden sorgt. So gut!

 

 

Melanie Raabe: Der Längste Schlaf

Die Bücher von Melanie Raabe sind bisher an mir vorbei gegangen- leider! Aber ich werde sie nun nach und nach lesen. Grund ist ihr neuer Roman „Der längste Schlaf“- ein unblutiger Thriller, der mich absolut mitgerissen hat.

Protagonistin Mara Lux arbeitet als Wissenschaftlerin, die sich mit dem Thema Schlaf beschäftigt. Sie kennt sich damit so gut aus wie kaum jemand anders. Mara, die in London wohnt, ist die führende Forscherin auf dem Gebiet, doch sie selbst kämpft seit langer Zeit unter Schlaflosigkeit und Schlafstörungen. Der Grund: ihre sehr lebhaften Träume, die jedes Mal Realität werden. Für Mara ist das eine Katastrophe, denn die rationale junge Frau hat dies nicht unter Kontrolle, was ihr sehr zusetzt.
Doch eines Tages erhält sie eine Nachricht aus ihrer Heimat Deutschland: ein Anwalt  teilt ihr mit, dass sie ein großes Haus geerbt hat- doch von wem, kann er ihr nicht mitteilen. Das große Haus samt Anwesen steht in einer Kleinstadt. Mara kann ihre Neugier darauf nicht zähmen und reist nach Deutschland. Bald erkennt sie, dass ihre wilden und bedrohlichen Träume sie mit diesem Haus verbinden…

Auf den ersten 50 Seiten etwa hat mich die Story nicht erreicht- aber dann nahm der Plott an Fahrt auf und ich war mittendrin. Die Atmosphäre im Buch hat mich gefangen genommen. Sie ist geheimnisvoll und hat mir sehr gut gefallen. Mira ist für mich eine angenehme Protagonistin, die mit Problemen kämpft, die ich leider zu gut kenne. Ich hatte auch schon Phasen, in denen ich richtig schlecht schlief. Und das belastet sehr.
Doch ihr Leiden nimmt eine Wendung, als sie das Haus erbt und dorthin reist. Und was dort geschieht, verrate ich nicht. Ich spoiler nicht.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausgesprochen gut. Er ist flüssig, bildgewaltig und intensiv. Melanie Raabe hat es geschafft, dass das Buch für mich ein echter Pageturner wurde. Ich bin tief in Miras Gedanken eingetaucht und habe sie sehr gut nachvollziehen können. Sie ist authentisch, ich verstehe ihren Wunsch so gut, alles kontrollieren zu wollen. Aber uns selbst können wir im Schlaf, im Traum, nun mal nicht kontrollieren.

Das Buch würde ich als „Thriller“ einsortieren, allerdings kommt es ganz ohne Blut aus. Ich mag das sehr! Die Spannung hat mich wirklich mitgerissen, sie wird langsam aufgebaut und sorgt dafür, dass ich das Buch nicht zur Seite legen wollte. Intensiv, atmosphärisch und sehr mitreissend. Mit Sicherheit nicht mein letzter Roman der Autorin!

 

 

 

 

 

 

Martin Krüger: Wer Angst Sät

Heute habe ich einige Rezensionen für euch. 🙂 In den letzten Wochen hatte ich viel zu tun & bin kaum dazu gekommen, Rezis zu schreiben. Dies hole ich nun für die gelesenen Bücher nach!

Kenntn ihr schon die Krimis/ Thriller von Martin Krüger? Er ist bekannt für seine großartigen Winter-und-Parkov-Thriller. Dieses Mal geht´s noch atmosphärischer zu, denn „Wer Angst sät“ hat mich wirklich gepackt!

Das Buch spielt mitten in einem schwül-heißen Sommer irgendwo in einem brandenburgischen Dorf, wie wir ihn gerade erleben. Die Leiche von Max, gerade mal 13 Jahre alt, wird vermisst. Zeitgleich findet man in einem Feld eine Leiche. Und max taucht wieder auf. Er wirkt verstört und traumatisiert, er ist voller Teer und hat sein Gedächtnis verloren. Dann wird noch ein junger Mensch entführt, ein weiblicher Teenager und deren Mutter wird ermordet. Ein Fall für die toughe und intelligente Kommissarin Ella Berger. Sie bekommtbald mit, dass in der Region eine alte Sage umher geht. Demnach treibt die Roggenmuhme aus dieser Geschichte wieder ihr Unwesen. Sie stiehlt Kinder und bringt sie als Wechselbälger zurück. Ein Wechselbalg ist ein dämonisches Kind, welches Menschen im Tausch/ Raub gegen die eigenen Kinder untergeschoben wird laut der Sage. Berger spürt, dass die Dorfbewohner alles andere als unwissend sind. Sie hat nur eine Chance, den Teenager zu retten und dafür zu sorgen, dass kein weiterer Mensch ermordert wird. Sie muss das Geheimnis um die ominöse, schreckliche Sage lüften. Dafür wird ihr die LKA-Profilerin Aya zur Seite gestellt.

Wow, was für eine düstere, bedrückende Atmosphäre! Durch die Sommerhitze, welche der Autor sehr gut schildert und die beklemmende Art und Weise der Dorfbewohner, durch die dunkle Sage, wird „Wer Angst sät“ zu einem intensiven, heftigen Thriller voller schauriger Elemente. Martin Krüger schafft es erstaunlich gut, diese Atmosphäre während des ganzen Buches aufrecht zu erhalten. Zeitgleich hat er mit Ella Berger eine starke und extrem gute Persönlichkeit als Protagonistin erschaffen, die für ihre Ermittlungen in die Tiefe geht und genau die richtigen Fragen stellt. Aya begeistert ebenfalls. Sie ist genauso tough und gemeinsam sind die Frauen ein starkes Duo, die an einem wirklich schockierenden Fall arbeiten.

Atmosphärischer Schreibstil, ein extrem gut gespannter Spannungsbogen mit dem einen oder anderen Plottwist, das Buch hat mich bestens unterhalten von der ersten bis zur letzten Seite. Intensiv, packend, beängstigend, beklemmend. Ein Lesetipp!

Silas Wolf: Meereshass- Die Toten Vom Ostseegrund

Nachdem mich schon der Thriller „Lostplace Killer“ von Silas Wolf voll überzeugen konnte, habe ich mich sehr gefreut, dass ich auch sein neues Werk lesen durfte. Dieser ist bereits im Dezember 2023 im Verlag Pahlberg veröffentlicht worden- und steht den anderen Büchern des Autoren in Sachen Spannung in nichts nach.

„Meereshass“ ist der erste Fall für Sönke Petersen an der Küste. Dafür kehrt der Hauptkommissar nach einer ganzen Weile in seine Heimatstadt Travemünde an der Ostsee zurück. Und er hat sofort alle Hände voll zu tun. In der Ostsee wird eine Leiche gefunden. Wie der Tote dort hin kam, ist ein Rätsel und seine Auffindesituation wirft weitere Fragen auf. Er sitzt auf dem Meeresboden, angebunden an einen Stegpfeiler. Und bei dieser Leiche bleibt es bei weitem nicht. Petrsen steht vor einem großen Rätsel. Was haben die Opfer miteinander zu tun und welches Motiv liegt vor? Warum findet man die Leichen sitzend auf dem Boden des Meeres?

Mehr verrate ich natürlich nicht, da ich sonst spoilern würde. Ein Krimi, der am Meer spielt, besser geht´s nicht, oder? Für mich lässt sich das Buch aber auch als „Thriller“ einsortieren.

Die Atmosphäre ist genauso, wie ich es von einem guten Krimi erwarte. Sie ist bedrückend, finster, mysteriös und die Handlung wirft viele Fragen auf. Ich habe richtig mitgefieber- und mitgezittert. Der Killer hinterlässt seine Opfer sitzend- warum?

Sönke Petersen ist ein verdammt guter Kommissar, der die richtigen Fragen stellt. Ich bin schnell mit ihm warm geworden und konnte wirklich schnell in die Geschichte einsteigen. Der Schreibstil lädt dazu auch wirklich ein. Er ist locker, gut verständlich und baut genau die richtige Spannung auf. Dazu die düstere Atmosphäre, die Mordfälle und ihre obskuren Besonderheiten und fertig ist ein sehr spannender, unterhaltsamer Krimi mit großen Thrillvibes.

Ich kann euch die Bücher von Silas Wolf nur ans Herz legen, wenn ihr gute Krimis/ Thriller mögt. Sie sind nicht zu lang, haben angenehm kurze Kapitel und man steigt leicht in die Geschichten ein. Empfehlung!

 

 

Sarah Goodwin: Das Resort

In den letzten Tagen hielt mich ein Thriller von Sarah Goodwin in Atem: „Das Resort“. Der Roman ist im Lübbe Verlag erschienen und hat mich absolut überzeugt. Warum? Das lest ihr hier…

Protagonistin Mila ist mit Ethan verheiratet und gerade auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Schwester. Diese soll in einem Luxusskigebiet in den Alpen statt finden. Aber bevor die Beiden dort ankommen, gibt der Motor ihres Mietwagens seinen Geist auf und ihnen bleibt nichts anderes übrig, als per Pedes zum Ort zurück zu kehren, den sie zuletzt im Auto gesehen haben. Aber in diesem Ort gibt es scheinbar nur Hütten, die öde und verlassen sind. Aber das Wetter samt heftigem Schneefall zwingt sie, sich Zugang zu einer dieser Hütten zu verschaffen und dort bis zum nächsten Morgen auszuharren. Eigentlich keine schlechte Idee, so haben sie immerhin eine warme Unterkunft. Aber am nächsten Morgen ist nichts mehr, wie es war. Mila wacht auf- und Etthan ist nicht mehr da. Sie ist alleine und kann ihn nicht finden. Aber ist sie das wirklich? Denn Mila nimmt Schatten wahr und sie überkommt das ungute Gefühl, doch nicht alleine in diesem seltsamen Ressort zu sein…

Mehr verrate ich nicht, denn ich gebe euch den Tipp: lest dieses Buch selbst! Von der ersten Seite an hat Sarah Goodwin eine finstere, bedrückende Atmosphäre erschaffen, die ab dem Kapitel, in dem das Ehepaar im Resort ankommt, noch intensiver wird. Das Setting ist düster, beklemmend. Der Schreibstil der Autorin hat mich direkt eingefangen. Er ist flüssig, ebenso düster und gut verständlich. Man versinkt schnell im Geschehen und fiebert mit. Was ist mit Ethan passiert? Und wer befindet sich neben Mila nach dessen Verschwinden im Resort?

Ich wurde sehr gut unterhalten, „Das Resort“ ist super spannend und überraschte mich an der einen oder anderen Stelle mit einer gelungenen Wendung, einem Storytwist.

Kurz gesagt: ein spannender Thriller, der mitreisst und Spaß macht.

4/5 ‚