Lisa Joan Gabauer:Wer Klaut Denn Einen Pinguin?

Mit „Wer klaut denn einen Pinguin?“ erleben wir gemeinsam mit Oskar Blumberg, einem sehr klugen und mutigen Jungen,sein erstes Abenteuer. Autorin Lisa Joan Gabauer ist ein großartiger Roman für Kinder gelungen, der auch mich begeistert hat.

Das Buch beeinhaltet 190 Seiten und ich habe dank des flüssigen Schreibstils ein tolles Leseerlebnis gehabt.

Oskar Blumbergs Welt sind die Tiere.Er ist ein gern gesehener Besucher im lokalen Zoo. Er liest gern und viel alles über Tiere und Professor Winthrop, der im Zoo arbeitet, bringt ihm viel Wissen nah.
Eines Nachts wird mitten im Zoo ein Pinguin gestohlen. Es gibt keine Spuren, keine Zeugen. Oskar entscheidet sich schnell, zu helfen und will den Diebstahl schnell aufklären. Der Pinguin kann nicht lange ohne seine gewohnte Umgebung und Pflege überleben, die Zeit rennt. Gemeinsam mit seinem besten Freund Lukas, Professor Winthrops Nichte Lucy und seiner Schwester Frida, beginnt er, nach Spuren zu suchen und die Freunde werden bald fündig. Aber schaffen sie es wirklich, die Diebe dingfest zu machen und den Pinguin noch rechtzeitig zu finden? Denn sie dürfen den Eltern und dem Professor nichts sagen. Aber Oskar ist klug und gemeinsam mit seinen Freunden kommen sie den Tätern ganz nah…

Spannend und mitreissend erleben wir gemeinsam mit ihnen die Suche nach dem Pinguin und den Versuch, ihn zu retten. Oskar gefällt mir als Protagonist sehr gut. Er ist nicht nur wissbegierig, sondern auch klug und letzten Endes hält er mit seinen Freunden zusammen, um das Tier zu retten. Auch die anderen der Freunde haben mir sehr gut gefallen. Seine Schwester Frida mausert sich von der Zicke zur großen Hilfe, Lukas beweist Mut und auch Lucy setzt alles daran, um den Pinguin aufzuspüren.

Der Schreibstil ist, wie bereits erwähnt, sehr flüssig, angenehm und lädt zum Schmökern ein. Die eine oder andere Illustration gibt es auch und bevor es mit der Erzählung losgeht, erhalten wir noch eine Beschreibung aller Charaktere, was ich sehr gut finde.

Ein rundum gelungenes Abenteuer, was mir wirklich großen Spaß bereitet hat.

5/5 *

Angie Morgan: Tage In Den Highlands

Ich lasse mich sehr gerne literarisch nach Schottland entführen. Dieses Mal fiel dafür meine Wahl auf den Roman „Tage in den Highlands“ von Angie Morgan. Das Cover und der Klappentext haben mich sehr gut gefallen und ich war gespannt, was mich erwartet.

Meg hat lange Zeit gespart, um sich ihre Traumreise nach Schottland leisten zu können. Nun ist es soweit, aber ein Problem jagt das andere: ihre Freundin, die eigentlich mitreisen wollte, muss zuhause bleiben. Meg bleibt nichts anderes übrig, als alleine nach Schottland zu fliegen. Dort erwarten sie dann auch die Highlands, die wunderschönen Seen und natürlich die typischen schottischen Gebäude. Und sie soll in einem Schloss unterkommen. Diese Unterkunft haben die Freundinnen gemeinsam gebucht und sich besonders darauf gefreut. Nun muss Meg also alleine für zwei Wochen dort einziehen- was auch wieder nicht so einfach ist. Aber dann bleibt sie doch dort und will sich einem weiteren Traum wünschen: dem Schreiben, denn sie will Autorin werden.

Aber das Geschehen im Schloss und im anliegenden Dorf lenken sie immer wieder ab. Und nicht nur das- auch der Schlossbesitzer, der Whiskeyhersteller Finnley, trägt dazu bei, dass Meg sich nicht wirklich dem Schreiben widmen kann. Finnley übt eine gewisse Anziehung auf Meg aus, der sie sich anfangs noch entziehen will. Denn den Schotten umgibt ein scheinbar dunkles Geheimnis, über welches das Dorf spricht. Aber sie schenkt dem schlimmen Verdacht keinen Glauben und die Beiden kommen sich näher.

Aber was, wenn Finnley doch darin verwickelt ist? Und seine humorvolle, anziehende Art nur eine Fassade ist? Haben die Dorfbewohner Recht? Ist sie in Gefahr?

Ich habe einen coys Roman erwartet- und wurde überrascht. Das Buch beinhaltet für mich definitiv klare Krimielemente, die mich wirklich überrascht haben. Der Roman ist alles andere als schlecht, er hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und ich bin durch die Seiten geflogen. Somit war es eine schöne Lektüre für zwischendurch, die ich so nicht erwartet habe.

3,5/5 *

Ava Glass: Codename Emma- Jede Spur Wird Dich Verraten

Woran denkst du, wenn du den Begriff „Geheimagent:in“ liest? An James Bond, richtig? Autorin Ava Glass hat mit „Codename Emma- Jede Spur wird dich verraten“ eine Geschichte rund um Agentin Emma Makepeace konstruiert. Ich habe den ersten Band gelesen- und empfinde gemischte Gefühle.

Emma ist eine wunderschöne Frau- und arbeitet für die Regierungeinrichtung Agency, welche sich natürlich stilecht in London befindet. Ihr erster Einsatz naht- und Emma muss direkt gegen den Tod ankämpfen. Ihr Schützling ist Michael Primalow, ein russischer junger Arzt, der verfolgt wird, denn er ist ein Überläufer. Attentäter haben es auf ihn abgesehen, denn er weiß zuviel und ist eine Bedrohung. Emma soll ihn vor den Russen beschützen. Was nicht einfach ist. Denn diese haben das gesamte Überwachungssystem Londons infiltriert und machen die Flucht der Beiden scheinbar unmöglich. Der Mobilfunk wird von ihnen überwacht, außerdem können sie nicht die öfffentlichen Verkehrsmittel benutzen, geschweigen denn mit einem Auto flüchten. Sie sind auf sich allein gestellt. Kein leichter Fall für die toughe Agentin Emma.

Die Flucht wird immer schwieriger, denn sie können nur noch mit Bargeld zahlen und ihnen bleibt nur noch die Möglichkeit, durch den Londoner Untergrund zu fliehen. Die Russen scheinen aber auch diesen Plan bald vereiteln zu können und immer mehr Infos zu haben.

Und dann schleicht sich ein bitterer Gedanke in Emmas Denken ein: woher wissen die Russen immer, was sich und Michael als nächstes tun? Sind es die eigenen Leute von Agency, die am Geschehen beteiligt sind und gibt es einen ganz anderen Plan, was mit Michael passieren soll? Und ist sie einfach nur ein Bauernopfer in einem perfiden Plan?

Leider konnte mich dieser Thriller nicht überzeugen können. Ich bin ein großer Fan von „James Bond“ und liebe alles, was mit Geheimagenten zu tun hat. Ich wollte Emma Makepeace eine Chance geben und sie als Protagonistin ist auch kein Problem für mich. Aber die ganze Geschichte ist für mich leider zu konstruiert und zu vorhersehbar. Die ganzen Verstrickungen waren keine Überraschung, mir fehlt ein Plottwist. Der hätte mich durchaus überzeugt. So plätschert der Plott leider ein wenig zu sehr vor sich hin.

Eine angenehme Lektüre für zwischendurch, die für mich aber absolut kein Highlight ist.

3,5/5 *

Holger Kellmeyer: #IchbinArtemis – Dämonenschatten

Hast du Lust auf eine spannende Fantasyreihe? Mit der Reihe „#IchbinArtemis“ startet Autor Holger Kellmeyer mehre Bände rund um Artemis, die Dämonenjägerin. Die Urban-Fantasy-Reihe startet dabei mit „Dämonenschatten“ sehr vielversprechend!

Artemis ist alarmiert: binnen kurzer Zeit sterben zwei ihrer Mitschüler an ihrer Schule. Und ausgerechnet sie soll die Schuldige sein! Denn am Abend zuvor ist auf Social Media ein Post samt Foto aufgetaucht, welcher von Mitschüler Ben erstellt wurde.  er ist an diesem Abend verstorben. Artemis gerät in ein Kreuzfeuer aus Shistorms und Mobbing, worunter sie natürlich leidet.

Aber damit nicht genug: Ben schickt ihr einen Abschiedsbrief über seinen besten Freund Ilja und vermacht ihr ein Grimoire. Er teilt ihr mit, dass das geheimnisvolle Buch magische Kräfte besitzen soll. Artemis glaubt aber nicht daran. Wer erlaubt sich diesen üblen Scherz mit ihr, der sie einem krassen Mobbing aussetzt? Was hat Ben mit alldem nur bezweckt? Aber dann wählt Artemis einen anderen Weg. In Ilja und Jenna findet sie zwei Freunde und geht auf Spurensuche. Gemeinsam ermitteln sie und fügen immer mehr Indizien zu einer Sache zusammen. Diese Indizien sind virtuell und es ist schwer, sich einen Reim darauf zu machen. Und dann landen Artemis und ihre Freundin in der Welt der Schatten, die unfassbar finster und gefährlich ist. Und ständig wird die Welt dunkler.
Schaffen es Artemis und ihre neuen Vertrauten, die Hintergründe der Todesfälle zu ermitteln? Und haben sie eine Chance, das drohende Unheil im Form des totalen Grauens aufzuhalten? Oder ist das, was Ben ihr übergeben hat, gefährlich und wird sie zerstören?

Der Roman eignet sich nicht nur für jugendliche Leser, sondern auch für uns Erwachsene. Nicht umsonst wird er als „All-Age-Urban-Fantasy“ bezeichnet.
Artemis wird zur Dämonenjägerin, als sie ein Grimoire von ihrem gerade verstorbenen Mitschüler erhält und geht dem Ganzen auf die Spur.
Mich haben das Mobbing und der Shitstorm , welches Artemis erleiden muss, wirklich sehr mitgenommen. Ich kenne diese Gefühle, die Verzweiflung, wenn man unschuldig ins Kreuzfeuer der Mitschüler gerät- und nichts rechtfertigt dies. Und ich empfinde sie als eine sehr starke Protagonistin, denn sie will erforschen, was hinter allem steckt. Was hat Ben ihr vererbt und warum? Und was hat es mit der dunklen Welt auf sich, die immer stärker wird und dunkler?Kann Artemis das drohende Unheil aufhalten?
Die Fragen werden in Band 1 beantwortet. Wir gehen auf eine fantasievolle, beeindruckende und eindringliche Reise mit der jungen Artemis.
Holger Kellmeyer hat mit „Dämonenschatten“ einen Auftakt zu einer tollen Fantasy-Reihe erschaffen. Ich war vollkommen gefesselt und mit Spannung dabei. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und bin gespannt, wie der Storyplott in Band 2 weitergeht.
Fesselnd, spannend, unterhaltsam und fantasievoll. 5/5 *

Sarah Lemme: Das Argus-Auge- Versteckt

Mit „Versteckt“ startet Autorin Sarah Lemme die „Argus“-Trilogie. Ein Auftakt, der mich komplett mitgerissen hat!

Sam ist 15 Jahre alt- und verzweifelt auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Aber das ist ihr geringstes Problem. Sie wurde adoptiert- und nicht nur das. Sie besitzt eine Gabe, Magie, die gefährlich werden könnte, denn bisher hat sie keinerlei Steuerung oder Kontrolle darüber.
Sie macht sich auf die Suche, denn sie will wissen, woher sie kommt, sie sucht ihre Familie und will natürlich wissen, warum sie Magie in sich trägt und was diese Gabe ihr bringt. Aber das ist noch lange nicht alles. Sie merkt schnell, dass sie zwischen die Fronten zweier Geheimgesellschaften gerät.Sam kann sich dieser Magie nicht verwehren, sie ist zu wertvoll und sie hat damit die Magie des Argus-Auges geerbt! Die Kraft besteht aus weitaus mehr, als ihr bewusst war. Sie kann nicht nur blaue Blitze erzeugen, sondern sieht die Zukunft durch die Gabe der Prophezeiung hervor.
Und dann ist da noch ihre Familie, allen voran Zwillingsschwester Bea. Aber auf ein enges Verhältnis kann sie nicht hoffen. Bea ist verschwunden und das seit 13 Jahren. Irgendwo wird sie versteckt gehalten, um zu vermeiden, dass die Zwillingsschwestern zusammen arbeiten. Zusammen arbeiten, um die Welt vor einer schlimmen Zukunft voller Finsternis und voller Verachtung für den Menschen zu retten. Kann Sam, die gerade erst ihre Gabe entdeckt und ihre Familie kennen lernt, die Kraft aufbringen, kann sie ihre Schwester finden und das scheinbar Unaufhaltsame stoppen?

Fangen wir mal mit dem Cover an. Es gibt mir genau die Vibes, welches ein Fantasybuch für mich beeinhaltet. Zu sehen ist ein weibliches Gesicht mit markanten Augen, dazu blaue Blitze. Damit passt das Cover perfekt zur Story rund um Sam und ihre Kraft.

Das Buch hat mich total mitgerissen! Sam ist eine sehr starke Protagonistin, die eigentlich nur ihren Alltag lebt. Plötzlich wird ihre Welt aus den Angeln gehoben, ihr gesamtes Weltbild verändert sich. Sie wurde nicht nur adoptiert und gehört einer ganz anderen Familie an, nein, sie wird auch mit ihrer Kraft konfrontiert. Nicht gerade einfach für einen bisher „normalen“ Teenager. Und mit dieser Kraft geht sie auf die Suche nach ihrer Familie, nach ihren Wurzeln. Es war ungeheuer spannend für mich, mit ihr auf diese Reise zu gehen, ihre Gabe zu entdecken und ihrer Herkunft auf den Grund zu gehen. Ich habe mitgefiebert, wir erfahren nach und nach. was es mit dem Argus-Auge auf sich hat. Sam trägt dieses Argus-Auge, sie ist fähig, zu phrophezeien, vorherzusagen. Und diese Gabe ist wertvoll im Kampf für die Welt, für die Menschheit.

Aber noch kann sie die Welt nicht retten. Sie braucht dafür ihre Schwester Bea. Und dieser Storytwist ist erneut sehr spannend. Die Suche nach ihr ist abenteuerlich, mystisch und gefährlich, denn Bea ist seit 13 Jahren verschwunden und niemand weiß, wo sie versteckt gehalten wird. Aber derjenige, der sie festhält, scheint die Rettung der Menschen verhindern zu wollen. An dieser Stelle gehe ich nicht weiter auf den Storyplott ein, denn ich möchte nicht spoilern.

Ich habe den ersten Band der „Argus“-Trilogie geliebt! Sam ist eine starke Protagonistin, die ihre Schwester finden will und die sich ihrer Gabe stellt, ihre Fähigkeiten annimmt und sich darauf einlässt. Das Setting konnte mich ebenfalls überzeugen und  der Schreibstil von Sarah Lemme ist so bildlich, gut verständlich und flüssig, dass ich sofort in die Geschichte hineingesogen wurde. Das Buch lässt sich somit leicht lesen und ist sehr spannend und unterhaltsam.

Ein Highlight für Fantasy-Fans. 4,5/5 *