Sally Lisa Starken: Zu Besuch am rechten Rand

Die Bundestagswahl hat mich schockiert. Über 20 % der deutschen Wähler haben einer gesichert rechtsextremen Partei (Stand Juni 2025) ihre Stimme gegeben. Ich bin fassungslos, denn diese Partei macht nur mit Hetze und Hass, sowie Rassismus & Co. auf sich aufmerksam. Die AfD- meiner Meinung nach keine Alternative für Deutschland. Aber ich möchte verstehen, wie Menschen diese Leute wählen können. Was bringt sie dazu, warum reissen viele ihre persönliche Brandmauer ein?

Genau dieser Frage widmet sich Sally Lisa Starken in ihrem Buch „Zu Besuch am rechten Rand- Warum Menschen Afd wählen“. Ich war gespannt, auf welche Weise sie sich damit befasst. Keine Sorge, das Buch ist kein Pamphlet, keine Ausrede, warum man die Afd wählt. Sondern eine kritische, aber auch menschliche Auseinandersetzung mit den Wählern. Der Vorteil unserer Demokratie ist eben u.A. die frei Wahl. Das ist definitiv ein großer Vorzug, bei aller Hetze gegen die Demokratie, die wir ja angeblich nicht mehr haben.

Es geht in erster Linie um Toleranz. So schwer sie uns wahrscheinlich auch fällt. Und es geht um die Ergründung der Motive. Warum wählt ein Mensch die AfD? Warum ist es plötzlich möglich geworden, dass eine rechtsextreme Partei so (im wahrsten Sinne des Wortes) auf dem Vormarsch ist? Was sind die Gründe, die oft ganz persönlichen? Was steckt hinter dem Entschluss? Geht es wirklich nur ums Protestwählen? Um der bisherigen Regierung zu zeigen:“ bis hierher und nicht weiter“?

Ich persönlich kann es gar nicht nachvollziehen, beim besten Willen und bei jeglichem Verständnis nicht, wie jemand seine Stimme(n) an die AfD geben kann. Mir ist die Tragweite der Entscheidung klar, aber vielleicht nicht jedem wahlberechtigten Bürger. Oder doch?

Wir müssen diesen Menschen zurück holen zur Demokratie. Und das geht nur durch Kommunikation auf Augenhöhe, was die Autorin deutlich macht. Ich weiß, dass dies nicht einfach ist. Ich habe jahrelang auf Social Media und im Bekanntenkreis versucht, mit fundierten Argumenten den Sinn der AfD zu entkräften, aber ich bin immer auf Granit gestoßen. Irgendwann habe ich damit aufgehört, was aber falsch ist.

Sally ist durch Deutschland gereist, hat intensive Gespräche mit Menschen geführt. Um sie verstehen zu können. Um zu wissen, was sie antreibt, eine Partei trotz Björn Hoecke oder Alice Weidel zu wählen. Trotz der klaren Auslebung von Rassismus, Antisemitismus, Hass, Mysogenie und Co. Und das finde ich sehr interessant.

Der Schreibstil ist wirklich brilliant und Sally Lisa Starken wird damit viele verschiedene Altersgruppen abholen können. Der Schreibstil ist sachlich, aber gleichzeitig auch voller Empathie, leicht verständlich und sorgt dafür, dass „Zu Besuch am rechten Rand“ zu mehr als einem politischen Sachbuch wird. Außerdem lässt Sally auch einiges an gutem Humor einfliessen, damit holt sie uns Leser:innen noch einmal mehr ab.

Das Buch klärt auf, aber belehrt nicht. Es durchleuchtet die Taktiken der AfD, die hinter ihrem Erfolg steht. Wir müssen mit der Afd leben. So bitter und traurig das auch ist, sie ist ein Teil der politischen Landschaft geworden. Klären wir auf, zeigen wir Kante und durchschauen wir diese rechtsextreme Partei.Sorgen wir für weniger Spaltung, welche die AfD sich wünscht.

 

Rob Biddulph: Peanut Jones und das Ende des Regenbogen

Der letzte Band der großartigen Kinderbuchreihe rund um Peanut Jones ist schon auf dem Markt. Schade, dass die Reihe nicht weitergeht, ich mag sie sehr.

Noch einmal gehen wir mit Peanut und ihren Freunden Little-Bit und Rockwell auf eine Reise. Erneut müssen sie sich gegen Mr. White stellen. Er will jegliche Kunst und Kreativität, jegliche Farbe aus der Stadt der Bilder verbannen. Und gleichzeitig sorgt er dafür, dass Peanuts und Little-Bits Mutter in Gefahr gerät.

Die Freunde müssen jetzt alles auf eine Karte setzen. Sie gehen ins Herz der Stadt und dabei müssen sie einen erbitterten Wettkampf gegen die Zeit gewinnen- und gegen Mr. White. Denn alles steht auf dem Spiel. Auch ihre Freundschaft…

Es hat sich toll angefühlt, ein letztes Mal zu Peanut und den Freunden zurück zu kehren. Ich habe mich in der Stadt der Bilder immer sehr wohl gefühlt. Für mich ist diese Reihe ideal für Kinder. Sie verstärkt die Fantasie, die Imagination und sorgt für wunderbare, wertvolle Unterhaltung.

Das Cover ist wieder wunderschön und bunt gestaltet, es hat eine gute Haptik. Der Schreibstil ist kindgerecht und sehr gut verständlich und trotz der besonderen Welt, können Kinder sich gut hineinfühlen und lesen.

Ein fantasievoller Abenteurroman voller wichtiger Werte. Es geht um Zusammenhalt, Familie und Freundschaft. Aber auch um Kreativität und so viel mehr.

Eine sehr besondere Reihe, die jedes Kind lesen kann.

 

Jana Lukas: Herzklopfen in der Bergpraxis

Jana Lukas startet mit „Herzklopfen in der Bergpraxis“ eine neue Reihe rund um eine Arztpraxis im Allgäu.

Damit hat Hausärztin Sanna nicht gerechnet: ihre Mutter und ihr Vater verschwinden gefühlt über Nacht auf eine Weltreise und sie ist mit ihrem Bruder Simon, einem Kinderarzt, in der Praxis auf sich selbst gestellt. Denn ihre Mutter praktiziert mit ihnen gemeinsam und fällt nun weg.  Aber dann schlägt dieser ihr ausgerechnet Mats vor, seinen besten Freund. Dieser wartet darauf, dass er seine hochangesehene Stelle in einer Klinik in den USA antreten kann und hat Zeit. Aber Mats ist ein echter Stadtmensch und hat so gar keine Lust, irgendwo im tiefen Allgäu den Hausarzt zu spielen. Aber schuldet Simon noch etwas und lässt sich widerwillig bereit schlagen, die Vertretung zu übernehmen. Zumindest, bis er seine Stelle endlich antreten kann. Ein weiterer Punkt, der ihn nicht gerade jubeln lässt ist Sanna. Mit der Schwester seines besten Freundes hat er sich noch nie verstanden, es gab in der Vergangenheit öfters Streit.

Aber es nutzt nichts, die beiden Geschwister brauchen eine Vertretung und somit reist Mats ins Allgäu. An seiner Seite: die Hündin, die ihm seine Ex-Freundin hinterlassen hat und die jetzt wohl bei ihm wohnt.
Es kommt, wie es kommen muss. Er gerät immer wieder mit Sanna aneinander. Die junge Ärztin lässt oft Naturmedizin in ihre Behandlung mit einfliessen, was dem absoluten Schulmediziner Mats so gar nicht passt. Und nicht nur das: er kommt ausgerechnet bei ihr unter. Denn in ihrem Garten steht ein Tiny House, wo er für die Dauer seines Aufenthalts samt Hund einzieht.
Doch nach und nach kommen sich die beiden Streithähne näher. Sanna merkt, dass Mats gar nicht so ätzend ist, wie sie gedacht hat. Auch er findet immer mehr Gefallen an der schönen Ärztin und anstatt dass die Fetzen fliegen, fliegen die Funken zwischen ihnen. Sie beginnen eine Affäre miteinander, aus der sich nach und nach echte Gefühle entwickeln. Aber diese machen keinerlei Sinn. Denn Mats fliegt bald in die USA und wird Sanna zurück lassen. Gefühle sind eine wirklich schlechte Idee…

Anfangs habe ich etwas gebraucht, um im literarisch im Allgäu anzukommen. ^^ Aber dann habe ich durchschaut, wie die Bewohner des Ortes funktionieren und habe sie direkt in mein Herz geschlossen. Die bayerische Lebensart gefällt mir richtig gut und Jana Lukas hat sie sehr passend getroffen. Ich mag Sanna, die eine wirklich starke Protagonistin ist und ich liebe die Energie zwischen ihr und Mats. Es ist herrlich, wie die Beiden anfangs immer wieder aneinander geraten, aber wir Leser:innen spüren die wahren Gefühle und die enorme Tension zwischen ihnen natürlich sofort. Und das liebe ich an einem guten Buch einfach.

Ich habe schon unzählige Bücher der Autorin gelesen und ich liebe ihren Schreibstil. Sie schafft es immer wieder aufs Neue, mich zu begeistern. Ihre Bücher haben einen ländlichen Bezug, was ich sehr mag. Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht und erfrischend. Hinzu kommt das wirklich tolle Setting im Allgäu, welches wir genauer kennen lernen. Ich hatte bisher keinen Bezug dazu oder zu Bayern, da die Berge nicht so mein Sehnsuchtsort sind. Aber das tut meinem Lesespaß keinerlei Abbruch. Im Gegenteil. Es war schön, mal beim Lesen dorthin zu reisen.

Ein rundum gelungener, wunderbarer Roman, der Lust auf die anderen Teile macht.

 

Tina Glück: Verliebt in das kleine Café am Meer

Es sind immer wieder cosy Romance-Bücher, die am Meer spielen, die mir so gut gefallen und mich gefühlt verzaubern.

Als mich die Autorin Tina Glück bei Instagram kontaktierte und fragte, ob ich den ersten Band ihrer Reihe „Liebe, Strand und Inselküsse“ lesen möchte, habe ich natürlich zugesagt. Der Klappentext klang überzeugend und genau nach einem Buch, wie ich es am meisten mag. Der Titel „Verliebt in das kleine Café am Meer“ passt perfekt zum Storyplott.

Ellas Leben ist gerade nicht fair. Sie hat nicht nur ihren Job verloren, sondern auch ihren Freund in Flagranti mit einer anderen Frau erwischt. Kurz gesagt: sie steht vor den Trümmern ihres Lebens. Und als sie dann auch nur das Zimmer in ihrer WG verliert, ist sie heimatlos. Kurz entschlossen flüchtet sie zu ihrer Tante Inge, die auf der Ostseeinsel Poel lebt.

Inge fängt sie auf und Ella merkt einmal mehr, wie wohl sie sich doch bei ihrer Tante fühlt. Früher hat sie auf Poel glückliche Ferientage erlebt, sie war unzertrennlich mit ihrer Freundin Mia. Dieser begegnet sie nun wieder, Mias Freude ist groß und die beiden Frauen verstehen sich auf Anhieb wieder. Mia betreibt mittlerweile ein kleines, beliebtes Café am Strand.

Und dann ist da noch Lasse. Der extrem attraktive Fischer gefällt Ella auf Anhieb- aber er ist so gar nicht angetan von ihr. Kein Wunder, sie kollidieren immer wieder miteinander, im wahrsten Sinne des Wortes. Und er hat ein Problem mit Menschen aus der Stadt. Aber trotz aller gefühlter Abneigung, hegen die Beiden heimlich Interesse am anderen, was keiner zugeben würde.

Bis zu der Nacht, als Mias Café in Flammen steht. Die Bewohner der Insel halten zusammen, löschen das Feuer und wollen Mias Existenz neu aufbauen. Ella, die ein Social Media Profi ist, plant eine Crowdfunding-Kampagne, um die Kosten für den Wiederaufbau bezahlen zu können. Damit bleibt sie für den restlichen Sommer auf der Insel. Und kommt bei den Arbeiten Lasse gefährlich nahe…

Was für ein Lesehighlight! Ich liebe alles an „Verliebt in das kleine Café am Meer“. Angefangen bei der wirklich großartigen Ella, die absolut authentisch ist. Ich mag ihre leicht chaotische, aber herzliche Art. Dann haben wir Lasse, der einfach höllisch attraktiv ist und zwischen ihm und Ella ist vom ersten Moment an ganz viel Energie, es knistert regelrecht. Ich mag es, wie die Autorin hier einen leichten Enemys-To-Lovers-Trope einfliessen lässt. Denn hinter der angeblichen Abneigung steckt viel mehr, wie wir im Laufe der Handlung erfahren.

Die Nebenprotagonisten haben ebenso mein Herz erobert. Tante Inge ist ein Goldstück und ich hätte gerne eine Tante wie sie. Einfach großartig! Auch Mia mag ich sehr gern, die Bewohner der Insel haben mich alle im Sturm erobert.

Der Schreibstil der Autorin ist genau richtig für mich. Er ist herrlich leicht, locker und sehr, sehr fliessend. Ich habe das Buch regelrecht inhaliert und ich habe so mitgelitten, mitgefiebert, mitgelebt. Eine wundervolle Geschichte voller Wärme, Freundschaft und Liebe. Wundervoll!

 

 

Francis Eden: Say my name

Romance mit Suspense ist eine gute Alternative für alle, die kein Dark Romance lesen wollen. Ein kleiner Hype herrscht aktuell um „Say my name“ von Francis Eden. Ich habe das Buch gelesen und berichte euch heute davon.

Vida ist nach einer negativen Erfahrung Single. Sie arbeitet viel und hat keine Lust auf eine neue Beziehung. An ihrem Geburtstag überredet ihre beste Freundin sie, feiern zu gehen. Im Club trifft Vida auf einen attraktiven, mysteriösen Mann, der sofort ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Irgendetwas zieht sie zu ihm hin- doch er gibt ihr eine dicke Abfuhr. Aber dann rettet Krystian, so sein Name, sie aus einer schlimmen Notsituation und sie wacht am nächsten Morgen in seinem Bett auf. Gelaufen ist und ihre Wege trennen sich- oder doch nicht. Denn Krystian taucht in den nächsten Wochen ständig in Vidas Nähe auf. Stalkerartig ist er immer an den Orten, an denen sie sich aufhält. Doch ist er wirklich ein Stalker oder hat er ganz andere Absichten? Nach und nach öffnet der mysteriöse Mann sich und lässt zu, dass er Vida besser und besser kennen lernt. Sie geben sich ihrer Anziehung hin, nach und nach entstehen echte Gefühle. Doch Krystian umtreibt ein finsteres, furchtbares Geheimnis. Kann er Vida halten, wenn sie davon erfährt?

Ich muss zugeben, ich hatte große Erwartungen an das Buch und diese wurden zum größten Teil auch erfüllt.

Auf der einen Seite erleben wir Vidas Geschichte, das Buch ist aus ihrer Sicht geschrieben. Zwischendurch gibt es immer wieder kürzere Kapitel, in denen Krystian uns seine Sicht der Dinge erzählt und in denen wir tiefer in sein Geheimnis eintauchen. Dadurch baut sich die Spannung immer mehr auf, während sich im „normalen“ Erzählstrang eine echte Liebesgeschichte zwischen Vida und ihm entwickelt. So ist die Geschichte vielschichtig und sehr facettenreich.

Der Schreibstil der Autorin hat mich von Seite an gecatcht. Ich mag es, wie intensiv sie schreibt, aber auch sehr flüssig und bildreich. Der Schreibstil verleiht dem Storyplott noch mehr Tiefe und Spannung.

Ich habe jedoch nicht mit dieser Entwicklung gerechnet. Dabei sollte das bei Romance Suspense doch eigentlich normal sein. ^^ Der Plottwist kommt dann doch unerwartet und überraschend und hat mir einen kalten Schauer verursacht. Ich war komplett in der Geschichte und musste immer weiter lesen.

Letzten Endes ist „Say my name“ ein starker Romance Roman mit Suspense und mit Thrillerelementen, der mir wirklich gut gefallen hat. Ich bin gespannt auf weitere Romane der Autorin!

Sehr lesenswert und mal was anderes als das typische New Adult.