Julia Krieger: Open Heart

Grace ist traumatisiert und stürzt sich zur Bewältigung eines schlimmen Ereignis in die Arbeit, ins Training und umgibt sich nur mit oberflächlichen Bekanntschaften. Das ist der für sie beste Weg, um mit allem umzugehen. Im Klappentext zu „Open Heart“ wird Grace als „Eine Eiskönigin, die niemanden an sich heranlässt.“ bezeichnet. Und das trifft es wirklich gut. Aber dann lernt sie Logan kennen, einen Immobilienmogul. Er ist dominant und zieht Grace damit stark an. Sie wird von ihrer Vergangenheit getriggert und muss sich ihr stellen.
Aber Logan ist auch kein unbeschriebenes Blatt und hat Geheimnisse, die Grace nicht erfahren darf.
Zwischen den Beiden lodert vom ersten Moment an ein Feuer, sie verbringen intensive Nächte miteinander und riskieren viel. Doch bald wird daraus mehr und es geht nicht mehr nur um Lust und Leidenschaft, sondern um echte Gefühle. Können diese beiden Menschen, die immer wieder von ihrer Vergangenheit beeinflusst werden, sich aufeinander einlassen? Haben sie genug Vertrauen zueinander, ist die Liebe stark genug?

Mein erster Roman von Julia Krieger- und garantiert nicht mein letzter. Die Geschichte hat großes Potential, der Klappentext hat mir wirklich gut gefallen. Und die Autorin hat mit „Open Heart“ einen absolut mitreissenden Roman geschrieben, der mir viel Lesespaß bereitet hat.

Julias Schreibstil ist leicht und sehr, sehr flüssig, was dazu geführt hat, dass ich mich mental schnell mitten im Storyplott wieder gefunden hat. Das liegt auch an dem Aufbau der beiden Hauptprotagonisten. Gerade mit Grace konnte ich mich identifizieren. Ich kann verstehen, dass sie nach allem, was sie durchmachen musste, ihr Herz verschlossen hat und nichts an sich heran kommen lässt. Und deshalb konnte ich auch ihre Gedanken, ihre Gefühle so gut nachempfinden.

Auch Logan mag ich. Er ist zwar dominant, aber hinter seiner Fasade steckt ein Mann, der verletzlich ist und mit seinen Geheimnissen zu kämpfen hat. Aber er ist auch ein starker Charakter.
Es sind die Gefühle der Beiden füreinander, welche sie wachsen lassen. Sie entwickeln sich weiter, trotz ihrer Vergangenheit oder vielleicht auch gerade wegen ihr. Wir Leser erleben ihre Geschichte hautnah, die so tiefgründig und emotional, aber auch verdammt spannend ist. Denn es gibt den einen oder anderen Storytwist, mit dem ich nicht gerechnet habe.

Es geht um Vergangenheitsbewältigung, um Leidenschaft, die zur Liebe wird- aber auch um Hoffnung, Vertrauen und den Weg zur Heilung.

Ein starker Roman, der Spannung und zeitgleich ganz viel Gefühl beinhaltet. Die Geschichte zweier Menschen, die durch Liebe lernen, wieder zu vertrauen. Absolut mitreissend!

 

 

Hanno Rinke: Über Leben

Kennst du Hanno Rinke?

Sein aktuelles Buch „Über Leben“ habe ich zuletzt gelesen. Es ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen und hat mich nachdenklich gestimmt.

Hanno Rinke ist Komponist, Filmemacher- und Schrifsteller. In seinem neuen Buch „Über Leben“ zieht er seine Lebensbilanz.

Seine Familie hat alte Wurzeln. Von diesen berichtet er uns auch zunächst. Diese reichen bis ins Jahr 1870 hinein. Einer seiner Großväter war Offizier preußischer Herkunft, der andere ein Polen lebender Jude. Inmitten dieser kuriosen Familienkonstellation wuchs Hanno Rinke auf.

Er berichtet auf ungeschönte, oft doch recht ironische Art von seinem Leben und nimmt gleichzeitig Abschied davon. Er stellt existenzielle Fragen: was passiert, wenn er geht und niemand aus seiner Familie mehr zurück bleibt? Er widmet sich seiner Partnerin, den Eltern und Menschen, die wichtig für ihn waren und seinen Lebensweg ebneten und begleiteten.

Anfangs fiel es mir schwer, ins Buch einzutauchen. Das liegt aber an mir, ich bin diese Art von Schreibstil nicht gewohnt. Doch nach kurzer Zeit konnte ich Hanno Rinke folgen und habe Seite für Seite bewusst gelesen und ganz auf mich wirken lassen. Sein Lebensbericht ist bereichernd, zynisch, überraschend, aber auch unterhaltsam. Eine Reise in die Vergangenheit, aber auch eine Beschreibung der Gegenwart. Interessant, feinsinnig, tiefgründig, aber auch mit einem gewissen Zynismus, mit leichter Ironie verbunden. Und manchmal tauchen auch melancholische Töne auf, als es um die Frage geht: was wird, wenn Hanno Rinke geht?

Das Buch hat meinen litarischen Horizont erweitert und hat mir gezeigt, dass auch Bücher dieses Genres lesenswert sein können.
Ein Lebenbericht, der zum Nachdenken anregt, Ehrlich, offen, anspruchsvoll und nachhaltig!

 

 

Mia Tsai: Der Halbelf, Der Mich Liebte

Mit „Der Halbelf, der mich liebte“ hat mich in den letzten Tagen ein ganz besonderes Buch begleitet. Eine Art von Buch, die ich bisher nicht gelesen habe.

Elle ist eine ganz besondere Frau: sie ist eine Nachfarin des chinesischen Gottes der Medizin und ihre Beruf ist es, eine ebenfalls erfolgreich und legendäre Heilerin zu werden. Aber dann passiert ein Eklat mitten in ihrer Familie und Elle muss abtauchen. Sie entscheidet sich, zum Schein als Kalligrafin mit magischen Fähigkeiten in einem niedlichen Asialaden zu arbeiten. Das ist nicht ihr einziges Geheimnis. Elle hat sich in ihren Kunden verliebt. Er kommt oft zu ihr und sie verkauft ihm ganz besondere Schutzzauber. Luc, der Kunde, ist ein Halbelf – und dazu noch sehr sexy und ein Franzose. Es knistert zwischen den Beiden. Aber da gibt es eine Sache: Luc arbeitet für die magische Community als Topagent und wurde auf Elle angesetzt…

Das Cover finde ich sehr gelungen. Es hat mich dazu verleitet, den Klappentext zu lesen und ich war wirklich sehr angetan. Aber wurden meine Erwartungen denn erfüllt?

Ich kenne bisher das Xianxia-Genre nicht und musste mich erst einmal damit vertraut machen. Was mir aber sehr leicht gefallen ist. Natürlich waren mir einige Aspekte fremd, aber ich bin sehr schnell mit dem Buch warm geworden. Dies liegt an dem sehr flüssigen, bildhaften und mitreissenden Schreibstil. Er passt perfekt zu den Urban Fantasy-Vibes, die das Buch uns schenkt.
Elle ist eine inspirierende, tolle Protagonistin. Sie muss untertauchen und beginnt, als magische Kalligrafin zu arbeiten. Sie hat ganz besondere Fähigkeiten und muss die Flucht ergreifen. Aber die magische Community hat ein Auge auf sie- in Form von Luc. Der charmante Franzose, für den Elle bald eine Schwäche hat. Kein Wunder, der Zauberagent ist wirklich überzeugend- und als Halbelf sowieso sehr interessant.

Die Autorin hat einen ganz besonderen Rahmen für ihren Storyplott erschaffen. Es geht um ganz viel Magie, es geht um Anziehung und um Geheimnisse jeglicher Art.

Hinzu kommen zwei besondere Protagonisten und eine Ausgangssituation, welche die eine oder andere Überraschung parat hält und welche ich so noch nicht gelesen habe.

Der Schreibstil ist wirklich gut, optimal verständlich und der Spannungsbogen ist nicht gerade klein.

Kurz gesagt: „Der Halbelf, der mich liebte“ ist humorvoll, magisch und sehr spannend.

Toll!

 

Megan Clawson: Love At First Knight

Was für eine grandiose RomCom!

 

In „Love at first knight“geht es um Daisy Hastings. Sie ist 23, sehr introvertiert,verträumt und geht der Welt da draussen aus dem Weg. Eines Tages erhält sie ein Jobangebot: sie soll Kinder im Tower of London vom Leben eines Ritters berichten und ihnen das Thema nah bringen. Sie nimmt die Stelle an. Was nicht gerade leicht ist. Denn ihr Kollege Theodore wird schnell zum Problem. Er bringt Daisy immer wieder gerne in Schwierigkeiten. Was sich liebt, das neckt sich? Jedenfalls kommen sich die Beiden langsam näher. Sie brauchen aneinander, beruflich- und bald auch emotional. Aus der Feindschaft wird Freundschaft- und vielleicht sogar mehr. Aber kann die schüchterne Daisy die Kraft aufbringen, sich auf eine Liebe einzulassen? Und dann ausgerechnet mit Teddy?

Erst mal möchte ich anmerken, wie sehr ich Daisys Familie liebe! Sie ist leicht verrückt, schräg und sehr witzig, lebhaft. Die ruhige Daisy steht im absoluten Kontrast zu ihnen.
Erwartet habe ich eine locker-leichte RomCom, die einfach Spaß macht- und das tut sie! „Love at first knight“ war ein wirklich grandioses Buch. Ich habe viel, viel gelacht. Der Schreibstil ist sehr warmherzig, lebensfroh und herzlich. Ich mag es, wie die beiden Protagonisten miteinander interagieren, welche Wortgefechte sie sich liefern. Der Trope Enemies-To-Lovers wird hier wunderbar umgesetzt und sorgt für eine spürbare Energie zwischen Daisy und Theodore. Der Schreibstil ist außerdem leicht und erfrischend.

Und wie authentisch ist Daisy bitte? Sie hat Ängste, sie ist schüchtern- und damit sehr lebensnah und ich habe sie in mein Herz geschlossen. Sie durchlebt allerdings eine tolle Entwicklung, die ihr gut tut und die ihr hilft, sich von mancher Angst zu lösen.

„Love at first knight“ ist die perfekte RomCom. Sie hat mir so großen Lesespaß bereitet. Sie ist voller Emotion, Witz, Energie, aber widmet sich auch ernsten Themen. Trotzdem ein Highlight des Genres. Ich liebe dieses Buch!

 

 

Kalynn Bayron: Schneewittchen Schlägt Zurück

„Schneewittchen schlägt zurück“ ist nach „Cinderella ist tot“ das nächste Highlight aus der Feder von Kalynn Bayron.

Prinzessin Eve wurde seit ihrer jüngsten Kindheit darauf vorbereitet und trainiert, irgendwann den Ritter zu bezwingen, der das Reich ihrer Mutter bedroht. Ihre Mutter ist die mächtige Königin Regina, der Ritter ist ein Zauberer, der Wünsche erfüllt. Aber wer sich einen Wunsch erfüllen lässt, muss immer einen großen Preis zahlen.
Eve hingegen besitzt ebenfalls eine magische Fähigkeit. Und damit hat sie als Einzige eine Chance, den Ritter zu besiegen. Sobald Eve 17 ist, steht dem Kampf gegen ihn nichts im Weg. Aber da entwickelt Regina ein sehr seltsames Verhalten. Sie steht jede Nacht vor einem wunderschönen Spiegel, der voller Magie ist. Was hat das zu bedeuten? Und dann erhält Eve durch einen Boten des Ritters eine schockierende Nachricht, was ihre wahre Herkunft bedeutet. Damit ist ihre ganze Welt aus den Angeln gehoben. Eve ist noch sicherer, dass sie für ihr Königreich kämpfen muss. Aber stellt ihre wahre Herkunft sich ihr in den Weg?

Ich habe bereits „Cinderella ist tot“ gelesen und habe es sehr gemocht. „Schneewittchen schlägt zurück“ hat mich auch absolut überzeugt. Wir haben hier eine Mischung aus Märchen, Fantasy und ein wenig Romance. Eve ist eine sehr starke Protagonistin, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie ist nicht nur körperlich stark, sondern auch sehr willensstark. Sie hat eine besondere magische Fähigkeit und setzt alles daran, um ihr Königreich zu retten.

Das Buch ist eine moderne Adaption von Schneewittchen. Eine, die mir wirklich großen Spaß gemacht hat. Der Schreibstil hat mich vom ersten Satz an erneut gefesselt und ich war sehr schnell im märchenhaften Storyplott. Was mir ein wenig fehlt: magischer Background. Wie kommt es zu Eves Kraft? Welche Macht hat der Ritter, was macht diese aus? Aber ich habe es mir selbst hergeleitet. Der Schreibstil ist nicht nur fesselnd , sondern auch episch und sehr bildhaft. Das magische Setting gefällt mir besonders gut. Und Eve ist eine Protagonistin, wie ich mir eine Prinzessin im eigentlichen Sinne vorstelle.

Eine tolle Neuauflage von Schneewittchen. Ein wenig böse, sehr magisch, leicht episch und wirklich mitreissend. Ich wurde herrlich unterhalten!