Liz Fenwick: Der Himmel Über Cornwall

Schon immer liebe ich Bücher, die ein wunderbares Landschaftssetting haben. Im neuen Roman „Der Himmel über Cornwall“ von Liz Fenwick befinden wir uns in diesem besonderen Gebiet Südenglands. Und die Autorin hat das Setting wunderbar umgesetzt. Dank der Bloggerjury durfte ich das Buch lesen und habe es verschlungen.

 

Klappentext: „Theodora hat ein altes Haus im idyllischen Cornwall gekauft, um nach ihrer gescheiterten Ehe einen Neuanfang zu wagen. Doch als sie zum ersten Mal vor dem Boatman’s Cottage steht, muss sie feststellen, dass ihr neues Heim seine besten Zeiten hinter sich hat. Entschlossen krempelt Theo die Ärmel hoch, beginnt mit der Renovierung des Hauses und verhilft dem verwilderten Garten zu alter Pracht. Dabei stößt sie auf geheimnisvolle, hundert Jahre alte Briefe, die von einer tragischen Liebe erzählen. Während Theo immer tiefer in die Geschichte der Liebenden eintaucht, öffnet sich auch für sie selbst ein Weg zu neuem Glück …“

Erschienen ist der Roman am 21.06.23 bei Goldmann.

Theodora steht an einem Scheidepunkt ihres Lebens. Ihre Ehe ist am Ende, sie möchte neu beginnen. Dafür hat sie ein altes Haus in Cornwall gekauft und will eben dort ihr Leben in neue Bahnen lenken. Sie reist nach Cornwall und findet ein Haus vor, welches renovierungsbedürftig ist. Aber das kommt „Theo“ gerade recht. Sie findet Gefallen und neue Leidenschaft darin, ihr „Boatman´s Cottage“ auf Vordermann zu bringen. Einen besonderen Reiz findet sie in der Neugestaltung des wunderschönen, aber wirren und wilden Gartens. Auch dieser hat lange keine Pflege mehr gesehen.
Romane dieser Art gibt es viele und wir können uns darauf verlassen, dass die Protagonistin ein Geheimnis aufdeckt. So auch in „Der Himmel über Cornwall“. Was dem Zauber des Buches aber nicht schadet. Theo findet alte Briefe, die von Verliebten geschrieben wurden. Sie ist fasziniert von dem Geschriebenen und fängt an, zu forschen. Was hat es mit dem Paar auf sich, was sich so leidenschaftlich liebte? Und was hat das Ganze mit dem Cottage zu tun? Sie findet immer mehr über die einstigen Verliebten heraus und merkt dabei nicht, wie die Recherche ihr eigenes Leben ändert.

Theodora ist eine typische Protagonistin, die mich nicht großartig überraschen konnte. Sie ist sympathisch, lebensnah und ich teile ihre Liebe zu Cornwall und zu alten Häusern. Sie will einen Neuanfang wagen, ist aufgeschlossen und mutig. Alleine ein Haus zu renovieren als alleinstehende Frau ist mutig, denn so gewinnt man wieder Stärke für den Neubeginn zurück. Und darin geht es auch im Buch zum großen Teil. Die Message für mich war anfangs, dass man auch nach schweren Zeiten immer wieder neu anfangen kann.
Dazu passt der Handlungsstrang mit den Briefen. Ich habe die Suche nach der Wahrheit sehr genossen! Es kamen immer mehr Informationen ans Tageslicht, die am Ende einen wunderbaren Storyplot ergeben.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Er ist flüssig, sie beschreibt Theodora hat ein altes Haus im idyllischen Cornwall gekauft, um nach ihrer gescheiterten Ehe einen Neuanfang zu wagen. Doch als sie zum ersten Mal vor dem Boatman’s Cottage steht, muss sie feststellen, dass ihr neues Heim seine besten Zeiten hinter sich hat. Entschlossen krempelt Theo die Ärmel hoch, beginnt mit der Renovierung des Hauses und verhilft dem verwilderten Garten zu alter Pracht. Dabei stößt sie auf geheimnisvolle, hundert Jahre alte Briefe, die von einer tragischen Liebe erzählen. Während Theo immer tiefer in die Geschichte der Liebenden eintaucht, öffnet sich auch für sie selbst ein Weg zu neuem Glück …Theo ist eine starke Protagonistin mit tiefgründigerem Hintergrund. Der Handlungsstrang rund um die Briefe hat mir auch sehr gut gefallen. Er gibt dem Buch eine bestimmte Richtung, ich wollte mit Theodora das Geheimnis dahinter erfahren. Das Buch liest sich sehr flüssig, es hat mich gut unterhalten.

Das Cover ist so passend und macht Lust, in die Geschichte einzutauchen.

Ich vergebe sehr gerne 4,5/5 *. „Der Himmel über Cornwall“ beinhaltet alles, was einen guten Roman ausmacht! Einen tollen Schreibstil, eine spannende Handlung, sympathische und authentische Protagonisten, ein wunderbares Setting, einen geheimnisvollen Handlungsstrang voller Geheimnisse. Genau richtig!

Kate Stewart: The Ravenhood- Flock

Wer sich in der Welt von Booktok oder Bookstagram bewegt, der hat in den letzten Monaten sicher den Hype um die Trilogie „The Ravenhood“ von Kate Stewart mitbekommen. Eigentlich ist es unvermeidlich, nichts von dieser Buchreihe gehört zu haben. Und ja, manchmal mache ich den Hype mit. Mit der lieben Freya von Instagram (Bookstagram) habe ich Band 1 „Flock“ im Buddy Read gelesen. Ich wollte mir eine eigene Meinung bilden können und mir die Frage beantworten: is it worth the hype?

Anfangs dachte ich, dass es sich bei „The Ravenhood“ um eine neue Fantasy-Reihe drehen würde. Falsch gedacht! Das Genre kann man „Reverse Harem“ nennen, denn es geht nicht gerade um Monogamie. Das Cover finde ich passend, es ist dunkel gehalten und passt zum Inhalt.

Im Buch geht es um Cecelia, die einen Deal mit ihrem bisher fast unbekannten Erzeuger vereinbart hat: sie braucht Geld für ihre kranke Mutter und dafür wohnt sie 1 Jahr bei ihm. Bei dem Mann, den sie gar nicht kennt, aber der eine Fabrik im Ort Triple Falls betreibt. Sie soll dort arbeiten und damit alles über ihr späteres Erbe erfahren. Cecelia geht auf den Deal ein und landet in Triple Falls. Die bisher unbedarfte, durchschnittliche junge Frau lernt schnell Sean kennen- ein höllisch attraktiver Mann, der sie sofort in ihren Bann zieht. Sie lässt sich auf ihn ein und vergisst schnell das Blümchen als kleines Mauerblümchen. Tagsüber arbeitet sie in der Fabrik, wo sie mit dem Hass der Angestellten zu kämpfen hat, abends verbringt sie ihre Zeit bei Sean. Er stellt sie seiner Clique vor, einer Gruppe extrem attraktiver, aber auch gefährlicher Männer vor, die ein Geheimnis hüten: denn ihre Gemeinschaft trägt den Namen „The Ravenhood“. Und sie teilen nicht nur ihre Geheimnisse miteinander, sondern auch die Frauen… und Cecelia findet Gefallen an dem finsteren, aber teuflisch gut aussehenden Dominic…

Okay, die spicy Szenen kann ich durchaus bestätigen. Allerdings haben sie mich nicht aus dem Konzept gebracht oder die Röte in mein Gesicht getrieben. Dafür habe ich schon viel erotischere Szenen in anderen Büchern gelesen. Aber die Sogwirkung kann ich bestätigen. Eigentlich ist der Reverse Harem nicht mein Ding, aber bei „Flock“ habe ich mich wirklich einsaugen lassen. In den Bann, den das Buch auf viele andere Leser:innen ausübt. Der Schreibstil ist extrem einladend, sehr flüssig und man fliegt nicht nur sprichwörtlich durch die Seiten, man inhaliert sie regelrecht. Und das begründet sicher auch den Hype. Cecelia hat als Protagonistin schnell meine Sympathie gewonnen, aber auch Sean und Dominic mochte ich. Kate Stewart hat Cecelia als charakterstarkes Mauerblümchen erdacht, welches sich durch die Zeit in Triple Falls zu einer unabhängigen und noch willensstärkeren Frau als zuvor entwickelt. Die auch mal auf Regeln verzichtet und ihr Ding macht. Sean und Dominic haben jeder für sich ihre eigene Geschichte, auch tiefgründigere Themen werden angesprochen. Kurz gesagt: ich konnte mich der Wirkung des Buches nicht verweigern und ich bin sonst nicht anfällig für Hypes (außer bei Harry Potter ^^).

Ein guter Roman, der keiner Triggerwarnung benötigt, da er mich trotz meiner Traumata nicht triggern konnte. Er macht Spaß, unterhält und ist spannend. Und ich sage mal so: der Cliffhanger ist mies:)

4,5/5 *

Claudia Winter: Sterne Über Siena

Welches Land passt als Setting besser in diese Jahreszeit, als Italien? Autorin Claudia Winter entführt uns in ihrem neuen Roman nach Siena. Und liefert einen ganz besonderen Roman ab, den ich am Wochenende gelesen habe.

Erschienen ist „Sterne über Siena“ übrigens am 21.06.23 bei Goldmann. Ich habe mich sehr gefreut, als mich ein Paket mit dem Roman als Rezensionsexemplar erreicht hat.

Klappentext: „Als Emilia Volani in den Ferien in ihre geliebte Heimatstadt Siena zurückkehrt, erwartet sie eine große Herausforderung. Das traditionelle Pferderennen auf der Piazza del Campo, das dem Sieger Ruhm und Ehre einbringt, steht unmittelbar bevor. Und ausgerechnet die Familie Graziotti hat hohe Chancen, zu gewinnen. Emilias Vater, der mit den Graziottis durch eine langjährige Fehde verbunden ist, fordert von seiner Tochter, den Sieg seiner Widersacher zu verhindern. Als Emilia aber erfährt, dass ihre Schwester und der jüngste Graziotti-Sohn unsterblich ineinander verliebt sind, gerät sie zwischen die Fronten. Und dann sind da noch eine kleine Stute, die ihr Herz berührt, ein Anwesen in den Hügeln, das sich wie ein Zuhause anfühlt, und ein Mann, der alles in Frage stellt, was sie über die Liebe zu wissen glaubte …“

Was passt besser nach Italien, als ein Storyplott rund um eine verbotene Liebe und eine Familienfehde?

Emilia Volani ist die Hauptprotagonistin. Und mit ihr wurde ichs chnell warm. Sie kehrt in ihre Heimat zurück und direkt steht ein großes Event an: das Pferderennen, bei dem die Familie Graziotti als Sieger hervor gehen könnte. Uns ausgerechnet zu dieser Familie hat ihre eigene kein gutes Verhältnis. Sie sind in einer Fehde und in Hass und Abneigung miteinander verbunden. Ihr Vater will den Sieg nicht zulassen und erwartet von Emilia , dass sie diesen verhindert. Aber da gibt es noch ihre Schwester, die ein Verhältnis zu einem Sohn der Graziottis hat und irgendwann auch ihre eigenen Gefühle im Spiel…

Der Schreibstil ist wunderbar. Flüssig, mitreissend und die Story selbst ist sehr spannend. Siena ist großartig von der Autorin als Setting eingesetzt worden, es klingt so sommerlich und perfekt, dass mein Fernweh entfacht wurde. Die Geschichte selbst bietet Spannung, diverse Verwicklungen, keine überflüssigen Längen und konnte mich überzeugen. Er ist vielseitig, es gibt nicht nur einen spannenden Handlungsstrang, sondern mehrere, die mich mitreissen konnten. Emilia entpuppt sich im Laufe des Buches als zwar charakterstarke Person, die aber auch Emotionen zeigen kann und mit dem Plan ihres Vaters hadert.

Toll! 5/5 *

Sabine Platz: Im Garten

Am Wochenende kam bei mir mal ein ganz anderes Buch an: „Im Garten“ von Sabine Platz. Seit ich psychisch heile, bin ich arbeitsunfähig zuhause und habe dadurch unseren Garten sehr lieb gewonnen. Deshalb habe ich dieses Buch am Wochenende auch regelrecht verschlungen. Nun folgt meine Rezension.

Klappentext: „Sabine Platz reist für das ZDF-Morgenmagazin quer durch die Republik und trifft Menschen mit außergewöhnlichen Gartengeschichten. Sie rupft raus und bepflanzt, hilft bei der Apfelernte, berichtet über die Weinlese, besucht Staudenproduzenten und trinkt Tee in englischen Cottagegärten. Dabei erfährt sie allerlei Erstaunliches und Bewegendes – von einer jungen Orchideenzüchterin, von einem Sammler alter Apfelsorten, von einer jahrhundertealten Werkzeugschmiede, und sie erinnert sich an den wohlbehüteten Tomatenschatz ihrer Großmutter aus Rumänien. Die Reisen der Reporterin klingen in ihr nach, sie verändern ihren Blick auf die Welt. Ein literarisches, zutiefst philanthropisches Gartenbuch über das Leben und die besondere Spezies Gartenmensch.“

Sabine Platz selbst fand durch ihren Job zu ihrer Gärtnerliebe. Sie ist unterwegs für das „Moma“ des ZDF und sammelt allerlei Gartengeschichten. Dabei hat sie sehr viel über ihr mittlerweile liebstes Hobby, das Gärtnern, gelernt und hat ihre große Leidenschaft dazu entdeckt. Diese Geschichten, Erfahrungen und Tipps teilt sie in ihrem neuen Buch mit uns.

Der Schreibstil ist locker, einladend und hat mir wunderbare Lesestunden bereitet. Es war schön, mal etwas fernab meiner sonstigen Genres zu lesen, diese Gartengeschichten zu entdecken.

Sie berichtet von ihren Reisen und Erlebnissen, die sie während der Dreharbeiten zum „Moma“-Format gemacht hat. Entstanden ist eine Sammlung von großartigen Storys und Erlebnisberichten, die mir richtig gut gefallen haben.

Jedes Kapitel handelt von eine dieser Begegnungen und ist sehr interessant. Es geht rund ums Thema Gartenliebe, das Gärtnern und die Eigenarten des Gartenlebens. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, habe jedes Kapitel sehr gemocht und ich war ein wenig traurig, als ich „Im Garten“ beendet habe. Ein tolles Buch!

4,5/ 5*

Mia Moreno: Beautiful Secrets- Wenn Du Mich Berührst

2022 war gefühlt das Jahr, in dem gute New Adult-Romane mit einem Setting in einem Krankenhaus erschienen. Angefangen bei Ava Reeds von mir geliebtem „Whitestone Hospital“ über das „St. Alex“ von Anne Lücke hin zur „Beautiful Secrets“-Trilogie von Mia Moreno. Teil 1 durfte diese Woche bei mir einziehen- und ich habe „Wenn du mich berührst“ binnen 24 Stunden beendet. Heute folgt natürlich meine ausführliche Rezension, wie ihr es von mir gewohnt seit 🙂

Layla hat es geschafft! Nach ihrem Examen hat sie eine Stelle an der renomminierten Klinik „Villa“ in Berlin ergattert. Dort operiert die junge Chirurgin mit türkischen Wurzeln fortan nicht nur Promis, die sich optisch verschönern wollen, sondern hilft auch Menschen in Not weiter, dank eines Pro Boni-Programmes der Klinik. Doch sie hat ein Problem. Ihr Oberarzt Dr. Goldberg ist kein geringerer als ihr Flirt aus dem Club zwei Tage zuvor- und die Anziehungskraft zwischen den Beiden lässt sich nicht leugnen. Doch Gabriel, so lautet Dr. Goldbergs Vorname, möchte dieser Liebe keine Chance geben, denn immerhin ist er ihr Vorgesetzter und immerhin sind in der Klinik alle auf den guten Ruf und Prestige bedacht.

Aber dann spürt Layla, dass mit dem Charity-Programm der Klinik irgendwas nicht stimmt. Denn sie hat eine Patientin ins Herz geschlossen, der sie mit einer OP geholfen hat und die jetzt Opfer von Umständen geworden ist, die Layla noch nicht herausgefunden hat. Etwas stimmt gewaltig nicht in der Klinik „Villa“. Doch was? Wird sich Gabriel auf ihre Seite stellen? Oder hält er zur Klinikleitung?

Ich hoffe, ich habe nicht gespoilert. Erst mal eines vorweg: ich habe das Buch sehr schnell gelesen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und animiert dazu, weiter zu lesen. Ich mag Layla, sie ist eine sensible, aber auch abwechslungsreiche Protagonistin, die sich unglücklich in ihren Oberarzt verliebt hat. Gabriel selbst durchschaue ich ab und nach nicht wirklich. Welche Rolle spielt er in allem? Und was hat er mit den Unstimmigkeiten zu tun? Die Liebesgeschichte ist schön erzählt, aber kein großes Highlight. Ansonsten mochte ich den Roman ganz gerne. Es ist für mich kein „Whitestone Hospital“, aber ich freue mich auf den zweiten Band, der noch 2023 erscheinen soll und bin gespannt, was wir noch herausfinden werden. Spannend war es schon, aber es war keine große Offenbarung. Mir fehlte ein wenig Drama, ein wenig mehr Abwechselung im Plottwist.

Eine angenehme Lektüre ohne große Highlights, ohne unnötige Längen.

3,5/5 *