Anna Bell: Doppelt Geliebt Hält Besser

Vor einiger Zeit habe ich Autorin Anna Bell für mich entdeckt. Ihre Bücher sind eine tolle Mischung aus Rom Co, viel Humor und genau der richtigen Portion Gefühl. Mit „Doppelt geliebt hält besser“ durfte ich dank der Verlagsgruppe Droemer Knaur einen weiteren ihrer Romane lesen- und bin begeistert. Momentan hole ich es nach, die von mir gelesenen Bücher zu rezensieren. Gelesen habe ich „Doppelt geliebt hält besser“ bereits im Frühling. Da ich momentan daran arbeite, meine mentale Gesundheit wiederherzustellen, komme ich nun dazu, euch nach und nach die gelesenen Schätze vorzustellen.

Los geht´s !

Klappentext: “

Das zweite erste Date:
Im originellen humorvollen Liebesroman der britischen Autorin Anna Bell steht Ellie vor der Frage, ob sich ihr Mann Max nach einem Gedächtnisverlust ein zweites Mal in sie verlieben wird.

Für Ellie war es immer schon Max – bis der allerdings mehr in ihr gesehen hat als »Spider«, die nerdige Freundin seiner kleinen Schwester, hat es eine ganze Weile gedauert. Doch seit vier Jahren sind sie glücklich verheiratet und erwarten in wenigen Wochen ihr zweites Kind.

Da trifft es Ellie wie ein Schock, als Max sie eines Tages mit »Spider« anspricht: Er hat jede Erinnerung an die letzten fünf Jahre verloren – und damit auch an seine Ehe mit Ellie. Die Diagnose lautet dissoziative Amnesie, was sie ausgelöst hat und ob sie umkehrbar ist, wissen die Ärzte nicht.

Kann es Ellie gelingen, Maxʼ Herz ein zweites Mal für sich zu gewinnen?

Mit »Doppelt geliebt hält besser« hat Anna Bell eine hinreißende romantische Komödie geschrieben, in der britischer Humor auf Szenen zum Dahinschmelzen trifft.“

Wie schön kann ein Roman bitte sein? Ich mochte Ellie auf Anhieb. Sie ist authentisch, lebensnah und ich mag ihre Art.Max ist ihre große Liebe. Er war früher „nur“ der Freund ihres großen Bruders, aber dann verliebten die Beiden sich ineinander und heirateten Jahre später, werden Eltern. Sie führen ein glückliches Familienleben, Ellie ist schwanger mit dem zweiten Kind. Und dann passiert etwas, was ihr den Boden unter den Füßen wegreisst: Max erleidet eine bestimmte Art der Amnesie und damit sind die letzten Jahre an Ellies Seite aus seinem Gedächtnis gestrichen. Und damit beginnt nicht nur das Chaos, sondern auch eine vollkommen andere Zeit für das Paar und ihre Familie.

Dieser Erzählstrang ist tragisch, ich habe sogar an manchen Stellen geweint. Denn gerade war Max noch ihr liebender Ehemann, plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt. Ellie, die ihr zweites Kind erwartet, hat nicht nur die Verantwortung für ihre Familie, sondern arbeitet auch daran, dass Max sich wieder erinnern kann. Und so gehen sie zu einem zweiten ersten Date. Wird Max sich wieder neu in sie verlieben? Oder steht die Amnesie ihrem Glück im Weg?

Natürlich kommt Anna Bells Roman nicht ohne eine gute Prise Humor aus. Ich habe mich so gut unterhalten gefühlt, trotz des eigentlich ernsten und traurigen Themas. Protagonistin Ellie hat so viele tolle Facetten, die es uns Leser:innen leicht macht, sie ins Herz zu schließen und mitzufiebern. Die Liebe zwischen ihr und Max ist so intensiv, echt geschildert, man leidet mit den Beiden mit.

Dieser Roman hat mich weinen und lachen lassen zugleich. Ich habe jede Seite genossen und ich bin so froh, dass ich Anna Bell durch „Auf dich war ich nicht vorbereitet“ für mich als Autorin entdeckt habe.

Ein tolles Buch, tiefgängig, humorvoll, aber auch lebensbejahend und nachdenklich. Wunderbar!

4,5/ 5 *

Franziska Blum: Chiemseesommer

In den letzten Tagen hatte ich einen schönen „Aha“-Moment! Wer mich kennt oder meinem Blog folgt, der weiß, wie sehr ich die Bücher von Autorin Lotte Römer liebe. Ob ihre „Norderney“-Reihe oder die aktuelle Reihe, die in den Alpen spielt. Ich liebe ihre Settings, ihre Geschichten und Protagonisten. Und umso erstaunter war ich, als ich den Roman „Chiemseesommer“ von Franziska Blum voller Begeisterung beenden konnte und nach der Autorin gesucht habe. Denn hinte Franziska Blum steckt Lotte Römer, bzw. umgekehrt. Und damit habe ich wieder mal gemerkt, wie großartig ich ihre Bücher finde!

Nelly ist eine ganz besondere Protagonistin. Ich mag sie sehr, denn direkt auf den ersten Seiten konnte sie mein Leserinherz für sich erobern. Sie hat gerade ihre Mutter verloren, bei der sie aufgewachsen ist. Ihr Vater war ihr bisher unbekannt. Doch dann erhält sie eine Visitenkarte mit seiner Adresse: er betreibt in Priem am Chiemsee eine Lakritzmanufaktur. Sie reist kurzerhand dorthin, Im Gepäck die Frage: warum hat er sich nie um sie gekümmert? Warum war sie ihm so egal? Dort angekommen fühlt sich die Städterin überraschend wohl in der bayerischen See- und Alpenlandschaft. Schnell lernt sie dort Quirin kennen, der ihr bei der ersten Begegnung so gar nicht sympathisch ist.
Sie sucht die Manufaktur auf- und wird irrtümlicherweise für die neue Aushilfe gehalten. Nelly spielt das Spiel mit- denn sie ist neugierig auf seinen Vater und dessen Familie. Denn was sie von ihm mitbekommt, passt so gar nicht zum Bild des lieblosen, ignoranten Erzeugers. Und bei der Zusammenarbeit lernt sie ihn kennen und merkt, dass die Dinge nicht so sind, wie sie bisher erschienen. Und sie fühlt sich ihm bald sehr nah, immerhin hat sie sein Talent für die Lakritzherstellung und die Liebe zu diesem Handwerk scheinbar geerbt. Sie verstehen sich bestens. Aber zwischen ihnen steht die Lüge über Nellys Identität, die Abneigung ihrer Halbschwester Christina. Schafft Nelly es, Teil der Familie zu werden? Wie wird ihr Vater auf ihre Lüge reagieren? Und schafft sie es, die Sympathie von Christina zu erobern? Und dann ist da auch noch Quirin, der alles andere als unsympathisch ist…

Wieder mal hat es Lotte/ Franziska geschaft, mich mit einem Roman zu begeistern. Ich bin so verliebt in diesen Roman, obwohl ich es ja nicht sooo mit den Bergen als Setting habe. Sehr sympathische, authentische Charaktere, eine spannende, aber liebevolle Handlung, dazu ihr typisch flüssiger und toller Schreibstil- fertig ist der perfekte Roman für tolle Lesestunden.

5/5 *

Julia Kuhn: Ravenhall Academy- Verborgene Magie

Selten habe ich auf das Debüt einer Autorin so sehr gewartet, wie auf Julias Kuhns Roman „Ravenhall Academy- Verborgene Magie“. Mit den Werken von Blogger:innen ist das oft so eine Sache, meistens können sie mich nicht ganz überzeugen. Warum der erste Band dieser Romantasy-Reihe mir richtig gut gefallen hat, lest ihr heute in meiner ausführlichen Rezension.

Lilly ist fast 18 Jahre alt- und liebt die Bücher von Harry Potter. Sie reist zu ihrer Oma, die einen Bücherladen betreibt und soll ihr helfen. Doch mit dem, was ihr bevorsteht, hätte sie niemals gerechnet. Sofort bei ihrer Ankunft bemerkt sie, dass ihre neue Umgebung alles andere als normal ist. Sie erlebt magische Momente- und fällt aus allen Wolken, als ihre Granny ihr den Grund dafür eroffnet: sie ist Teil einer magischen Familie- und somit eine angehende Hexe. Und dazu noch eine außergewöhnlich starke und mächtige. Fortan ist sie Schülerin der Ravenhall Academy, die sich um die Ausbildung von Hexen und Zauberern kümmert. Ihr ganzes Leben steht Kopf, kennt sie ein solches Szenarie bisher nur aus ihren geliebten Harry Potter-Büchern. Sie ist nun eine Hexe und lernt an der Academy das Ausmaß ihrer Kräfte nach und nach kennen- und dazu noch Jason. Der geheimnisvolle, ältere Schüler der Academy zieht Lilly magisch an- und auch er kann die Anziehungskraft zwischen ihnen nicht mehr leugnen. Aber diese Verbindung darf nicht sein und hat keine Zukunft- oder doch? Lilly steht noch ganz am Anfang und muss ihre magischen Kräfte noch entwickeln. Kann sie die Wahrheit über Jason und seine Familie herausfinden? Und schaffen die Beiden es, ein Paar zu sein?

Zugegeben, ab und an habe ich mich in der Academy ein wenig an Hogwarts erinnert gefühlt. Aber trotzdem hat Julia Kuhn eine ganz eigene, magische Welt rund um Ravenhall erschaffen. Mit eigenen Charakteren und einem ganz eigenen Plott. Auch Feen und andere Wesen finden ihren Platz. Am Anfang fand ich etwas schwer in die Handlung hinein, aber ich mochte Lilly von der ersten Seite an und ich liebe ihre tierische Begleiterin, eine zuckersüße Hündin, die noch eine ganz besondere Bedeutung in Band 2 erhalten wird, da bin ich mir sicher. Ich mag Jason, er ist kein typischer Bad Boy und ich habe die Geschichte zwischen den Beiden wirklich sehr gespannt verfolgt. Julias Schreibstil ist sehr flüssig, bildlich und einfach verständlich. Somit ist ihr mit „Verborgene Magie“ ein toller erster Band einer Romantasy-Dilogie (?) gelungen, den ich sehr mag.

4/5 *

Was ich noch anmerken möchte: der Carlsen Verlag hat dem Buch eine wundervolle Ausstattung verpasst. Ein extrem schöner Buchschnitt, ein großartiges Cover- ein Schmuckstück in jedem Bücherregal. Wunderschön!

David Levithan & Jennifer Nives: Nimm Mich Mit Dir, Wenn Du Gehst

Aus der Feder von David Levithan & Jennifer Nives stammt dieser neue Jugendroman. Ich habe ihn in einem Rutsch durchlesen können und er hat mir sehr gut gefallen.

Klappentext: „Ezras Leben ändert sich von einem Tag auf den anderen, als seine ältere Schwester urplötzlich verschwindet. Kein Brief, kein Hinweis, keine Vorwarnung. Das Einzige, was er findet, ist eine geheime Mailadresse. Alles hätte er von seiner großen Schwester erwartet, aber niemals, dass sie ihn alleinlässt. Verzweifelt versucht er, dem Geheimnis ihres Verschwindens auf die Spur zu kommen.
Bea weiß schon lange, dass sie von zu Hause fliehen muss. Hals über Kopf, ohne ihren jüngeren Bruder in eine fremde Stadt aufzubrechen war allerdings nie ihr Plan. Doch eine geheimnisvolle Nachricht in ihrem Postfach ändert einfach alles – und sie begibt sich auf die Suche – nach jemandem, von dem sie nicht einmal weiß, ob er je gefunden werden will.
Zwei der bedeutendsten Stimmen der YA-Literatur brillieren in dieser Geschichte über Hoffnung, Geschwisterliebe und darüber, was es bedeutet, die eigene Herzens-Familie zu finden“

Dieses Buch konnte mich überzeugen. Ich dachte, dass es sich um einen typischen Jugendroman handelt, doch es ist so viel mehr als das. Es ist kein klassischer Roman. Es erzählt die Geschichte von Bea und Ezra anhand von E-Mails, welche die Beiden austauschen. Sie sind Geschhwister und nutzen diese Möglichkeit, um endlich miteinander zu kommuninzieren. Die E-Mails decken nach und nach die wahre Familiegeschichte auf, viele Geheimnisse und viele Dinge, mit denen man als Leser:In nicht rechnet.

Es ist keine leichte Lektüre, sondern ist sehr tiefgründig und vielschichtig. Der Schreibstil ist einfach, wenn man sich mal an die E-Mails gewöhnt hat. Wir lernen die Beiden von Grund auf kennen und werden in die Geheimnisse der Familie mit einbezogen. Kurz gesagt: ich bin positiv überrascht.
Auch das Cover ist toll.

Eine echte Empfehlung!

4/5 *

 

Sophie Villard: Mademoiselle Eiffel Und Der Turm Der Liebe

Mit ihrem Roman „Mademoiselle Eiffel und der Turm der Liebe“ entführt uns Autorin Sophie Villard in die Stadt der Liebe, nach Paris. Alleine das Cover und der Klappentext hatten mein Interesse erweckt und heute folgt die Rezension zu diesem tollen Roman!

Klappentext: „Paris 1887: Gustave Eiffel will den höchsten Turm der Welt bauen. Außer ihm glaubt niemand, dass der wahnwitzige Stahlkoloss rechtzeitig zur Weltausstellung fertig wird – bis auf seine mutige Tochter Claire. Zu einer Zeit, als es für Frauen noch als unschicklich gilt, allein spazieren zu gehen, steht sie ihrem Vater als wichtigste Ratgeberin und als Privatsekretärin zur Seite. Doch nicht nur der Wettlauf gegen die Zeit macht den Eiffels zu schaffen: Die Pariser Künstlerszene, allen voran Guy de Maupassant und Alexandre Dumas, formiert sich gegen die angebliche Verschandelung der Stadt. Indes hat Claire auch private Sorgen: Die ständige Angst um ihren Ehemann Adolphe, der als junger Ingenieur für den gefährlichen Bau der Turmspitze verantwortlich ist, bringt ihre Beziehung an den Rand des Abgrunds. Als ein Arbeiter durch einen Sturz vom Gerüst zu Tode kommt und Claire den attraktiven Reporter Gordon Bennett kennenlernt, der ihr ein freies und sorgenloses Leben in Amerika ermöglichen will, muss sie sich entscheiden: Ist der Eiffelturm ihr Schicksal – oder liegt ihre Zukunft in der neuen Welt?“

Ich war schnell fasziniert von Protagonistin Claire Eiffel. Sie ist stark, leidenschaftlich und authentisch. Als Tochter des bekannten Konstrukteurs steht sie im direkten Kontakt mit dem Bau des Eiffelturms. Einem heute weltbekannten Gebäude. Sie unterstützt ihren Vater im ehrgeizigen Vorhaben, den aussergewöhnlichen Turm bis zur Weltausstellung fertig gestellt zu haben. Und damit zeigt sich zum ersten Mal, was für eine Frau Claire ist. Sie ist unabhängig und stark. Und verheiratet mit Adophe. Dieser ist Ingenieur und wird von ihrem Vater in den Bau mit einbezogen. Seine Aufgabe ist gefährlich, die Gefahr belastet die Beziehung des Paares zueinander enorm. Und dann passieren Dinge, die nicht passieren dürfen. Claire lernt dadurch Journalist Gordon kennen- und es funkt zwischen ihnen. Der Amerikaner bietet ihr an, mit ihr in die USA zu gehen, ihr Leben mit den privaten Sorgen hinter sich zu lassen

Claire mag ich wirklich. Sie weiß, was sie will, aber sie leidet auch unter dem Verhältnis zu ihrem Ehemann. Sie ist mit dem zukünftigen Eiffelturm verbunden, der ihrer Familie sehr viel abverlangt. Und dann lernt sie Gordon kennen. Dadurch nimmt die Geschichte viel mehr an Fahrt auf. Ich habe mit Claire mitgelitten und war gespannt, welche Entscheidung sie letzten Endes trifft. Ich werde nicht spoilern.

Was mir gut gefällt, sind die kurzen Kapitel. So kann man das eine oder andere Kapitel mehr lesen und auch der Schreibstil war sehr gut. Verständlich, mitreissend und einfach.

Ich mag Gordon sehr. Er ist ein interessanter Charakter, der super zu Claire passt. Im Gegensatz zu Adolphe, ihrem Ehemann.

Das Cover liebe ich. Es zeigt den Eiffelturm und es passt perfekt zur Geschichte.

Ein angenehmer Roman!

3,5/5 *