Ane Riel: Biest

Es sind die ungewöhnlichen Bücher, die mich länger beschäftigen. Bücher, die man so in ihrer Handlung nicht erwartet hat. Als ich „Biest“, den neuen Roman von Ane Riel in den Händen hielt, war ich neugierig…

Klappentext: „

Inhalt:
„Unten am Fluss versteckt sich ein Biest. Flüsternd erzählt es einer Krähe von dem Mädchen, das aufgehört hat zu atmen, obwohl es doch nur mit ihr kuscheln wollte. Das Biest heißt Leon und niemand weiß, woher Leon seine übermenschlichen Kräfte hat. Seine Mutter und sein bester Freund Mirko wissen aber, wie schwer es ihm fällt, sie zu kontrollieren. Die Geschichte, die dazu geführt hat, dass sich Leon jetzt am Fluss verstecken muss, handelt von Einsamkeit und Verzweiflung, von wilder Liebe und davon, wie in einer einzigen Nacht alles schiefgehen kann. Es ist die Nacht, die Mirko und Leon für den Rest ihres Lebens aneinander bindet.“Biest“ ist tragisch, aufregend, warmherzig und humorvoll. Eine modernes Märchen über das Anderssein und die Geschichte einer schicksalhaften Freundschaft.““

Das Cover hat mich schon mal beeindruckt. Die düsteren Farben, das Gefühl des Einbandes in meinen Händen, war irgendwie anders. Und das Cover passt perfekt zur Handlung…

Es geht um Leon, der sehr gerne schmust und kuschelt. Doch er verfügt über enorme Kräfte, welche nicht unter seiner Kontrolle sind, was es ihm schwer macht. Klingt seltsam? So mutet es auch an, aber an diesem Punkt sollte man weiterlesen…

Dann ist da noch Mirko, der sich um den seltsamen Jungen kümmert, sein Freund wird. Die Ereignisse überschlagen sich und schweissen die beiden Jungs eng aneinander. Ich möchte nicht mehr von der Handlung verraten. Nur soviel: wir befinden uns in einem modernen, kuriosen Märchen und in einer Geschichte der Freundschaft, des Anderssein und der Akzeptanz. Ein Märchen, was mich irgendwo beeindruckt hat, aber nicht so ganz abholen konnte. Ich musste mich einfinden in eine Geschichte, die schon mittendrin war.

Allerdings finde ich, dass „Biest“ ein Highlight der Literatur ist. Sicherlich kein triviales Werk, sondern eines, was beeindruckt und weiter beschäftigt.

3/5 *

Cariad Llyod: Im Club Der Trauernden

Einen geliebten Menschen zu verlieren, reißt einem den Boden unter den Füßen verloren. 2022 verlor ich meinen Vater und seitdem ist die Trauer mein ständiger Begleiter. Doch ich habe mich zurück gekämpft ins Leben und ich habe gelernt, irgendwie damit zu leben. Dann habe ich „Im Club der Trauernden“ entdeckt und habe mich sehr gefreut, ein Rezensionsexemplar zu erhalten.

Cariad Llyod widmet sich diesem Thema eindrücklich, einfühlsam und wunderbar. Sie verlor selbst mit 15 Jahren ihren Vater und die Trauer ist seitdem noch immer ihr ständiger Begleiter. Sie möchte ihre teilweise verdrängte Trauer aufarbeiten und rief dafür einen Podcast ins Leben. Auf einfühlsame Art führt sie Gespräche mit anderen Betroffenen, Freunden und Forschern. sogar mit Prominenten zu dem Thema und berührte meine Seele zutiefst damit.

„Im Club der Trauernden“ ist kein weiterer Ratgeber , der die Trauer eindämmen soll. Nein, es ist ein wertvolles Buch, welches aufzeigt, dass man trozdem weiterleben kann. Durch Positivität, Zuversicht und Lebensfreude. Und durch etwas, was uns niemand nehmen kann: Erinnerungen.

Das Buch schlägt einen sensiblen, sanften Ton an und holt mich direkt ab. Ich habe es geliebt. Die Gespräche sind so gestaltet, dass man sich darin wieder findet. Ich selbst kann viel aus diesem Buch für mich mitnehmen.

Ein toller Begleiter durch die Trauer. Trauer wird nicht genommen, aber es wird aufgezeigt, wie man weiter sein Leben führen kann, ohne daran zu zerbrechen und wieder mehr Zuversicht und Posititität erlebt.

Wunderbar! 4,5/5 *

Malachy Tallack: 60° Nord

Schon seit meiner Kindheit bin ich verzaubert von den nördlichen Regionen unserer Welt. Ich habe mich sehr gefreut, dass Buch „60° Nord2 von Malach Tallack entdecken zu können. Und ich möchte es euch ans Herz legen…

Der Autor beschreibt seine Reise durch nördliche Länder. Er ist nach dem Tod seines Vaters in tiefer Trauer. Der Schotte beschreibt seine Erfahrungen in Sibirien, Alaska, Grönland und Finnland, alles Sehnsuchtsorte von mir, denn ich liebe die Kälte. Allerdings beleuchtet Tallack seinen Weg auf interessante und vielschichtige Weise. Er schreibt über die Öde der Wildniss, setzt sich mit den Themen Gemeinschaft, Miteinander und Loyalität auseinander, erfährt dadurch sehr viel über sich selbst und reflektiert sich selbst ehrlich und direkt. Ich mag seinen authentischen und, wie erwähnt, ehrlichen Schreibstil. Somit ist das Buch für mich ein kleines Highlight. Sehr interessant, mitreissen und es erweiterte meinen Horizont.

Kein klarer Reisbericht, sondern der Tatsachenbericht einer persönlichen Erkundungsreise durch den Norden- hin zu sich selbst.

4,5/5 *

Emily Gunnis: Das Geheimnis Des Mädchens

Mit „Das Geheimnis des Mädchens“ ist Autorin Emily Gunnis ein Buch gelungen, welches sich bei mir eingeprägt hat. Es geht um mehrere Generationen einer Familie und Geschehnisse, die alle Generationen miteinander verbinden.

Wir befinden uns zunächst im Jahr 1945 in England, genauer gesagt auf Yew Tree Manor. Die junge Herrin des geheimnisvollen Anwesens stirbt bei der Geburt ihres Kindes. Ihre Hebamme Tessa steht ihr zur Seite und versucht , sie zu retten. Doch ihr wird der Prozess gemacht, was die Familie der Hebame und der Herrin auseinander treibt.
1969 verschwindet die Tochter der neuen Herren von Yew Tree House und taucht nicht wieder aus.
Weiter geht es in die Gegenwart. Erneut verschwindet ein Mädchen und nun ist es Tess Ururenkelin, die sich dem Geschehen annimmt. Sie will endlich das Geheimnis der Familien lüften und Dunkel in den Familienzwist zwischen ihnen bringen.

Okay, ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, die Handlung klingt im Klappentext wirklich spannend, aber leider wird der Spannungsbogen nicht wirklich für mich aufrecht gehalten. Der Plott hat durchaus Potential, aber ich habe das Buch schnell vergessen und es hinterließ keinen bleibenden Eindruck bei mir. Schade, aber trotzdem eine solide Lektüre für zwischendurch.

3/5 *

Svea Lenz: Die Stewardessen. Bis Zum Horizont

Vor einigen Wochen habe ich bereits den ersten Teil der Reihe „Die Stewardessen“ von Svea Lenz gelesen und rezensiert. Darin geht es um Margot Frei, die eine Karriere als Flugbegleiterin anstrebt und ihren Weg zu ihrem Traumjob. Dabei muss sie nicht nur einige Irrungen und Wirrungen überstehen, sondern ist auch Neid und Missgunst der anderen Mitbewerberinnen ausgesetzt- und natürlich ist auch die Liebe eines der Themen in den Büchern. Ich habe mich sehr gefreut, mit „Bis zum Horizont“ den zweiten Teil dazu lesen zu können.

Margot hat sich ihren großen Wunsch erfüllt und bereist als Stewardess die Welt. Ihre Familie hat ein Problem damit. Denn damit wird Margot immer unabhängiger. Die Lufthansa hingegen, verlangt, dass die Flugbegleiterinnen ungebunden und ledig bleiben. Wenn sie heiratet, bedeutet dies das Aus für ihre Karriere und sie muss folglich ihren Traumjob an den Nagel hängen. Das Buch spielt im Jahr 1957 und konservative Werte waren damals Standard. Plötzlich erhält Margot das Angebot, für eine andere Airline zu arbeiten,die berühmte Pan Am. Nimmt sie das Angebot an, in den USA arbeiten zu können? Und was ist mit dem Piloten, in den sie verliebt ist und der ihr großes Glück bedeutet?

Ich muss sagen, dass mir der zweite Band noch besser gefallen hat, als der erste. Margots Lebenswerk wird erneut spannend geschildert und wir erfahren, was aus ihrem Traum wird. Der Schreibstil ist locker und lebhaft, außerdem mag ich die Konstruktion der Lufthansawelt in den 1950er Jahren.

Eine rundum gelungene Fortsetzung, die ich gemeinsam mit Teil 2 als echte Leseempfehlung abgeben kann.

4,5/5 *