Tanja Huthmacher Zeit Der Schwestern- Traubenfest

Für den dritten Band der zauberhaften Reihe „Die Zeit der Schwestern“ kehren wir erneut an den Bodensee zurück. Dieses Mal sind wir im Herz angekommen und beschäftigen uns mit dem Leben von Veronika. Sie ist Winzerin und es ist die Zeit der Weinlese. Sie will sich darauf konzentrieren, aber das ist nicht so leicht. Ihre Ehe steckt in einer Krise und ihre Tochter steckt mitten in der Pubertät und verheimlicht ihr so einiges. Aber da sind noch Carolin und Romy, ihre Schwestern. Bei ihnen findet sie einen Zufluchtsort und Verständnis. Bei einem Ausflug auf die Insel Reichnau lernt sie ein Ökoweingut kennen- und Veronika erinnert sich an ihren alten Traum. Ist sie soweit, um ihre private Entscheidung zu treffen und um vielleicht sogar diesen Traum zu realisieren? Kann sie ihre Ehe retten, will sie das überhaupt? Ihre Schwestern stehen ihr zur Seite und Veronika muss Entscheidungen treffen.

Ein gelungener dritter Band einer sehr schönen Reihe. Ich mag Veronika ebenfalls sehr, ich konnte dank ihr tief in den Bereich der Kelterei eintauchen. Die Protagonistin ist willensstark, aber tut sich im Buch doch schwer, Entscheidungen zu treffen und das Leben zu leben, welches sie sich gewünscht hat.

Der Zusammenhalt der Schwestern ist wieder wunderbar beschrieben und ein zentrales Thema des Buches. Wir erleben, wie Veronika am Ende doch ihren Weg findet. Der Schreibstil von Tanja Huthmacher ist genau mein Ding. Bildhaft, flüssig, leicht und einfühlsam und gibt dem Roman genau die richtige Dosis Emotionen. Ich bin tief eingetaucht in die Geschichte der dritten Schwester, in ihre Arbeit und in das tolle Setting am Bodensee. Geht diese Reihe damit zu Ende? Wir wissen es nicht. Ich werde jedoch auf weitere Romane der Autorin hoffen und werde auch diese lesen. Ich liebe diese Reihe, auch Band 3 konnte mich voll überzeugen!

 

 

 

Alberto Grandi: Mythos Nationalgericht. Die Erfundenen Traditionen Der Italienischen Küche

Die italienische Küche begeistert weltweit Millionen Menschen- sie ist auch meine liebste Küche! In seinem Buch „Mythos Nationalgericht“ räumt der Italiener mit falschen Gerüchten rund um das italienische Essen und die dazugehörigen Traditionen auf. Und berichtet dabei für mich sehr viel überraschendes.

Regionale Spezialitäten sind auch ein absolutes Highlight- oder nicht? Der Autor hat mit seinem Buch die Italiener aufgeregt. Der Wirtschaftshistoriker lehrt in Parma und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit den Mythen rund um die italienische Küche aufzuräumen. Damit hat er viele Landsleute nicht gerade begeistert, sondern sie mächtig aufgerüttelt.

Du liebst italienisches Essen? Dann lege ich dir diese Lektüre ans Herz. Auf direkte, wissenswerte Art kannn der Autor mit vielen Mythen aufräumen und bringt Licht ins Dunkel. Was hat es mit dem Parmesan auf sich? Und sind bestimmte Speisen wirklich regional oder sind sie ein Erzeugnis der italienischen Lebensmittelindustrie?  Grandi schlägt einen kritischen Ton an, sein Schreibstil ist herausfordernd, aber auch flüssig und gut verständlich. Für nicht italienische Leser wird dieses Buch sehr wissenswert sein, für Italiener ist es bestimmt keine leichte Kost, es wird als sehr kontrovers gehandelt.

Meine Liebe zur italienischen Küche konnte der Autor jedoch nicht schmälern. Im Gegenteil. Ich habe große Lust bekommen, direkt eine leckere Pasta zu kochen ;). Ein Buch, welches man gelesen haben sollte, wenn man sich für die Kulinarik interessiert.

 

Ellen Martin: Die Blütenfreundinnen

Mit „Die Blütenfreundinnen“ hat Autorin Ellen Martin einen ruhigen Roman geschrieben, der von Freundschaft, Hoffnung und Zusammenhalt erzählt.

Kristin, Lena und Nicole lernen sich durch einen großen Zufall kennen. Sie stehen am Bahnhof in München und wollen eigentlich mit dem Zug nach Hamburg fahren. Doch er kommt nicht und die drei nehmen gemeinsam den Mietwagen in die Hansestadt. Aus diesem Zufall wird eine echte Freundschaft, welche die drei begründen, als sie Nicoles Schwägerin Antonia in der Lüneburger Heide besuchen und ihr helfen, ihre schlimme Trennung zu verarbeiten. Fortan gehört auch Antonia zu der Freundesclique.

Dann bekommt Antonia die Nachricht, dass ihr Ex in der Lotterie gewonnen hat und nimmt den Gewinn für sich an. Aber damit beginnen nicht nur schöne Zeiten, sondern auch gefährliche. Denn die unberechtigte Annahme des Gewinns führt zu einigen Unannehmlichkeiten und Erlebenissen, über welche die Freundschaft der vier Frauen zu zerbrechen droht…

Ein so schöner Roman, der mein Herz berührt hat. Er erzählt von bedingungsloser Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Alleine ist man stärker und mutiger. Ich mag alle vier Frauen der Clique sehr. Ihre Geschichte zu lesen, hat so viel Spaß gemacht. Es geht um Lebensfreude, um Hoffnung, um Vertrauen und Trost. Ja, dieser Roman ist tröstend. Die Autorin hat einen sehr einfühlsamen, abwechslungsreichen Schreibstil und hat mit den Frauen tolle Protagonistinnen geschaffen. Jede von ihnen hat einen anderen Charakter, eine andere Lebensgeschichte, gemeinsam sind sie stark.

Ein Roman, der eher still ist, der sich aber sehr lohnt, ihn zu lesen. Feinfühlig, berührend, lebensbejahend und tröstend. Toll!

 

Kim Selvig: Keiner Liebt Mich So Wie Du

Das Autorenduo Silke Porath und Sören Prescher hat sich als „Kim Selvig“ für diesen Justiz-Krimi zusammen getan und hat einen atmosphärischen, beklemmenden Krimi verfasst, der ein Geheimtipp ist.

Kiki Holland ist Gerichtsreporterin und hat den Auftrag bekommen über einen Stalkingprozess zu berichten. Der Beschuldigte soll bestraft werden, aber es gibt keinerlei Beweise, nur Indizien. Als sein vermeintliches Opfer tot aufgefunden wird, erschüttert es den ganzen Prozess. Beging das Opfer Suizid oder wuirde sie ermordet? Und steht ihr Tod wirklich in einer Verbindung zum Angeklagten? Kiki ist mitten in der Berichterstattung, als sie selbst zum Opfer wird: nun wird sie gestalkt. Ist es derselbe Täter? Und bedroht er auch die Reporterin mit dem Tod?

Ich habe bisher von beiden Autoren ein Buch gelesen und muss sagen, ich sollte das nachholen. Das Thema „Stalking“ findet aktuell zum Glück ja in immer mehr Büchern seinen Platz und es reizt mich sehr, darüber zu lesen. Wie weit ein Liebeswahn gehen kann, erleben wir in „Keiner liebt mich so wie du“.

Der Schreibstil der Autoren hat mich überzeugt. Er ist direkt, unumwunden und baut gut Stimmung auf. Er ist auch gut verständlich und hat mich wirklich mitgerissen. Der Spannungsbogen wird aufgebaut und auf die Spitze getrieben, als Kiki selbst mit einem Stalker zu kämpfen haben scheint. Die Amtosphäre ist bedrückend, aber nicht so finster, dass ich das Buch abbrechen musste. Ich konnte die Crimeelemente gut verarbeiten und habe weiter gelesen und weiter gelesen. Der Plottwist hat mich dann überrascht, obwohl man das von diesem Genre ja erwarten kann. Ein vielschichtiger, unterhaltsamer, sehr spannender Krimi, der im Justizwesen spielt. Großartig!

 

 

Michelle Schrenk: Syltseeglück

Es geht zurück nach Sylt! Mit „Syltseeglück“ hat uns Michelle Schrenk einen weiteren, zweiten Roman ihrer neuen Reihe „Verliebt auf Sylt“ geschenkt. Und was sboll ich sagen? Auch dieses Mal habe ICH mich verliebt. In Sylt, in  die Geschichte, in das Setting.

Anni hat das Gefühl, sie schleppt einen Fluch mit sich herum. Ihr Leben verläuft nicht wie geplant. Sie hat diversen schlechte Dates, unnötigen Stress auf der Arbeit, alles scheint irgendwie schief zu laufen, sie hat dauernd Pech. Hat sie sich etwa ewiges Pech zugezogen, als sie vor 13 Jahren im Urlaub auf Sylt einem Jungen ihres Alters das Herz gebrochen hat? Indem sie ihn geküsst und stehen gelassen hat ohne ein Wort der Erkärung? Anni will es wissen und reist gemeinsam mit ihrem Vater für einen alweiteren Urlaub auf die Nordseeinsel. Dort wird sie auf dem Syltseeinsel unter gebracht, nachdem die eigentliche Unterkunft sie nicht beherbergen kann. Und schnell lernt sie Piet kennen, seiner Familie gehört der wunderschöne Hof am Strand. Und dieser Mann regt sie vom ersten Moment an auf, er ist unmöglich. Doch nach und nach lernt sie ihn besser kennen und fühlt sich zu ihm hingezogen. Was an den Küssen liegt, welche die Beiden bald austauschen. Denn die Beiden verbindet mehr, als Anni klar ist. Und wie war das mit dem ewigen Pech und dem Glück?

Ich habe mich wieder so wohl gefühlt auf der Insel und auf dem Syltseehof. Piets Familie wiederzutreffen, war wunderbar. Und wir treffen auch wieder auf die Protagonisten der ebenfalls von mir geliebten „Café mit Sylt und Zucker“-Reihe, einfach toll. Annis Geschichte ist erneut emotional, aber auch locker- leicht, erfrischend und humorvoll. Michells Schreibstil muss man einfach lieben. Sie schafft es immer, mich binnen weniger Zeilen zu begeistern und auch dieses Mal bin ich wieder in die Sylter Welt tief eingetaucht. Die Geschichte ist so unterhaltsam, spannend und ein absoluter Wohlfühlroman.

Ich kann nichts anderes sagen, als dass „Syltseeglück“ wieder ein Herzenbuch ist. Aber das ist kein Wunder. Ich bin immer begeistert von Michells Romanen, sie sorgen für eine mentale Auszeit und ich kann mich voll darauf einlassen, abtauchen aus dem Alltag in die Sylter Welt. Ich liebe es.

Wundervoll.