Corina Bomann: Die Schmetterlingsinsel

„Die Schmetterlingsinsel“ ist mein erstes Buch von Corina Bomann. Ich habe über ihre einfühlsamen, spannenden Romane bisher nur gute Meinungen vernommen und war daher sehr gespannt, wie ich ihr neuestes Buch finden werde.

Ich finde das Cover richtig schön, es stimmt passend auf das Buch ein, welches von einigen Familiengeheimnissen handelt.

Diana kommt überstürzt in Tremayne House in England an, ihre Großtante Emmely ist todkrank und liegt im Sterben. An ihrem Sterbebett berichtet sie ihr von einem mysteriösen Geheimnis, welches die Familie seit langer Zeit belastet. Diana muss ihr versprechen, es zu enthüllen. Dann stirbt Emmely und lässt Diana zunächst ratlos zurück- bis diese erste Hinweise in einer edlen Rosenholzschatuelle findet und ihr ein Palmblatt in due Hände fällt, welches mit geheimnisvollen Symbolen versehen ist. Diese Hinweise offenbaren Diana, wo ihre Reise als nächstes hingeht: nach Sri Lanka. Gemeinsam mit Jonathan, einem Freund ihrer Familie, reist sie an den fernen Ort und lernt die Teeplantage ihrer Ahninnen kennen. Zwischen Rätseln und Puzzlestücken des Geheimnisses, erfährt Diana bald, was es mit dem finsteren Geheimnis der Familie wirklich auf sich hat. Und sie kommt Jonathan dazu noch näher… kann das Geheimnis sie für immer zerstören? Oder gibt es Hoffnung für ihre Familie? Und vielleicht auch für die sich langsam entwickelnden Gefühle zu Jonathan?

Es war herrlich, in eine vollkommen andere Welt abzutauchen. Zum einem haben wir das Setting in England, das Familiengeheimnis, was ja schon spannend ist. Aber dann geht die Lesereise auch für uns nach Sri Lanka und die Geschichte nimmt an Fahrt auf, wird noch spannender und offenbart uns das Geheimnis der Familie. Das ist schockierend, aber dadurch wird der Spannungsbogen noch größer.

Der Schreibstil von Corina Bomann hat mich vollkommen überzeugt. Er ist bildhaft, einfühlsam, aber auch sehr mitreissend und besonders. Die Geschichte hat den einen oder anderen Twist, was mir richtig gut gefällt. Das Buch macht Spaß, es reisst wirklich mit, unterhält sehr gut und sorgt dafür, dass man immer weiter lesen will.

Ein rundum gelungener Roman voller Geheimnisse und Offenbarungen, aber auch voller Emotion und Spannung.

Leif Karpe: Die Göttin Der Blüten: Ein Fall Für Peter Falcon

Mit „Die Göttin der Blüten“ wird uns Band 2 der spannenden Reihe „Ein Fall für Peter Falcon“ geschenkt. Band 1 war schon ziemlich gut, nun habe ich also das neue Buch gelesen.

Dieses Mal geht es in die Welt der modernen Kultur & Kunst. Falcon bekommt einen neuen Auftrag: er soll entschieden, ob eine vorhandene Wachsbüste, „Flora“ genannt“, wirklich von Leonardo da Vinci stammt oder bloß eine täuschend echte Kopie vom Original ist. Das Auktionshaus Chroseby ist sein Auftraggeber. Er arbeitet fortan mit der Wissenschaftlerin Laura zusammen, die ein Verfahren entwickelt hat, welches die Echtheit (oder Falschheit) der Flora beweisen kann. Aber sie verschwindet wie au sdem Nichts- genau wie die legendäre Büste. Nun muss sich Falcon einer ganz anderen Aufgabe stellen. Er nimmt die Fährte auf und die Reise führt ihn quer über den europäischen Kontinent, endet auf der Route de Renaissance bei einem Kunstbetrieb. Und dieser ist in dunkle Machenschaften verstrickt…

Der Schreibstil ist erneut sehr mitreissend. Es geht um die „Göttin der Blumen“, die Flora. Der Autor ist auch Regisseur für Dokumentarfilme über Kultur. Er ist also prädestiniert, einen Krimi mit kulturellem Bezug zu schreiben. Und das kann er gut. Flüssig, leicht und voller Spannung schildert er diesen Fall. Der Kommissar ist ein abwechselungsreicher Charakter, er hat auch überraschende Züge an sich, die ich erfrischend finde. Das Ganze hat einen angenehmen Stil, einen großen Spannungsbogen und jede Menge Unterhaltungswert. Es gibt die eine oder andere Überraschung in Form eines Plottwists und letzten Endes bekommt man mit den Buch einen soliden Krimi mit Niveau.

 

Tobias Quast: Weißglut

Hey liebe Bookies!

Heute habe ich mal wieder eine Rezension zu einem Krinmalroman für euch. „Weißglut“ stammt aus der Feder von Tobias Quast. Lohnt es sich, das Buch zu lesen?

Protagonistin Sarah Fuchs gehört der Münchener High Society an, der „Schickeria“. Doch ihre Ehe steht vor dem Aus, was in der Yellow Press zerrissen wird. Sie ergreift die Flucht und verbringt den Sommer im ganz hohen Norden- in Finnland. Sie logiert in einem Luxussommerhaus an einem tollen See und inmitten von Wäldern.

Aber die Idylle in Finnland trügt. Denn Sarah findet am Seeufer eine Leiche vor. Ein unbekannter Mann ist zu Tode gekommen. Ein Kommissar namen Toivo Aalto hat schnell Sarah in Verdacht, denn immerhin hat sie die Leiche des Mannes gefunden und ist weit und breit die einzige Person in der Umgebung. Aber Sarah möchte diesen Verdacht nicht auf sich sitzen lassen. So ermittelt sie auf eigene Faust, um ihre Weste wieder rein zu waschen. Sie will den wahren Mörder finden. Natürlich hat dieser ganz andere Pläne, schlägt erneut zu- und schnell gerät Sarah in seinen Fokus…

Zunächst möchte ich anmerken, wie brilliant der Autore die Protagonisten aufgebaut hat. Diese sind so vielschichtig konstruiert und teilweise überraschend, dass sie den Thrillfaktor des Buches enorm verstärken. Das Setting ist sehr passend für einen Kriminalroman. Inmitten einer wunderbaren finnischen Landschaft lebt eine Deutsche in der Fremde, um zur Ruhe zu kommen und wird bald mit einer Leiche konfrontiert. Das klingt doch schon mal gut- und meine Erwartungen wurden auch dahingehend erfüllt.

Der Schreibstil ist überzeugend. Er reisst schnell mit, verstärkt die Spannung und ist gut konsumierbar. Er macht den Krimi zu einem echten Pageturner, den man nicht aus der Hand legen möchte. Die Atmosphäre ist zwar düster, aber nicht bedrohlich, aber sorgt für jede Menge Thrill. Ich habe zuerst befürchtet, Sarah ist eine typische Vertreterin der Schickeria, aber sie ist facettenreicher als angenommen und in ihr stekt mehr als eine gescheiterte High Society- Lady und Ehefrau. Sie ist willensstark, weiß was sie möchte und geht den Weg der Einsamkeit freiwillig, um endlich zu sich zu finden.

Das Cover ist passend, die Kapitel sind angenehm in der Länge und laden zum Schmökern einen. Es gab einen Plottwist, den ich so nicht erwartet habe, der mich aber vollkommen mitgenommen hat in Sachen Unterhaltung und Mitfiebern.

Ein sehr gelungener Kriminalroman voller Stärke, einem passenden Setting und mit jeder Menge Lesespass.

 

Frieda Lamberti: Mittsommer In Småland

Nun möchte ich euch ein weiteres Buch zum Thema Freundschaft vorstellen!

Kommt mit nach Smaland, der wunderbaren Heidelandschaft in Schweden. Hier wohnen Anne und ihre Tochter Tilda, die bereits erwachsen ist. Aber obwohl alles wirklich schön ist, ist das alles mehr Schein als sein: denn Annes Vater ist an Demenz erkrankt. Und wer Betroffene mal erlebt hat, weiß, wie schlimm diese Erkrankung ist. Und dann kommt es noch dicker: Annes engste Vertraute und beste Freundin Birte steckt in einer heftigen Krise und braucht einen Unterschlupf- Anne nimmt sie natürlich auf.

Tilda ist glücklich verliebt- aber am Himmel der Liebe sind dunkle Wolken aufgezogen. Sie möchte die Familie ihres Freundes kennen lernen. Dafür geht sie mit ihnen auf einen Segeltrip über den Göta-Kanal. Und inmitten dieser Tour kommt das eine oder andere Geheimnis ans Tageslicht, es erfolgt eine schicksalhate Begegnung, mit der keiner gerechnet hat und welche das Leben alle verändern könnte…

Der Klappentext konnte mich nicht so ganz überzeugen, daher waren meine Erwartungen etwas verhalten. Aber dann bin ich schnell ins Geschehen der Geschichte hinein geglitten und habe mich darin sehr wohl gefühlt. Ich hätte nicht gedacht, was für ein erfrischender Roman mich erwartet hat. Der Schreibstil ist wunderbar locker-leicht, sehr gut verständlich und lädt wahrlich zum Schmökern ein. Ich habe viele Stunden damit verbracht, das Schicksal von Mutter und Tochter zu erfahren, es hat riesigen Spaß gemacht. Eine Geschichte, die berührt, auch mal zum Lachen ermuntert und die überraschend gut und erfrischend ist. Sehr sehr angenehm und ein toller Roman für den Sommer!

 

Aja Leuthner: Felicitá! Einmal Waren Wir Freundinnen!

Jetzt wird es italienisch.

Einst waren die vier Freundinnen Elli, Marie, Giovanna und Antonella ganz eng miteinander und teilten alles. Kennen gelernt haben sie sich in der Grundschule in München. Im Buch sind wir 30 Jahre weiter. Viel ist passiert. Es gab Ehemänner und Kinder, zerstörte Illusionen, die eine oder andere Affäre- und Antonella ist mittlerweile verstorben. Ihre Schwester Giovanna kommt bis heute nicht mit diesem Verlust klar. Sie trifft die Entscheidung, nach Italien, ihr Heimatland zu reisen, und dort ein Akkordeon zu kaufen. Elli sagt kurzerhand zu, sie zu begleiten, denn so haben Beide die Chance, Marie wiederzusehen. Diese lebt in einem Doorf in Mittelitalien. Ein Wiedersehen der drei Freundinnen, die allesamt um die vierte im Bunde trauern. Doch sie müssen bald nicht nur ihre lebenslange Freundschaft in Frage stellen, sondern sich selbst die Frage stellen: was wollen sie vom Leben? Wie können sie alle drei endlich glücklich werden und welche Rolle spielt Italien dabei? Die Lösung liegt in der Freundschaft, in Entschlossenheit und an den Glauben an Träume…

Ein sensibles, mitnehmendes Buch, welches mich wirklich beeindruckt hat. Ein sehr emotionaler Roman mit einem sehr flüssigen Schreibstil, mit Schilderungen von ganz wunderbaren Orten Italiens, sowie ganz viel Emotion. Der Schreibstil ist bildgewaltig, einühlsam und unterhaltsam, Ab und zu hatte der Roman einige unnötigen Längen, einige etwas zu verwirrende Stellen und mich hat die Trauer um Antonella auch ziemlich mitgenommen, denn Trauer ist ein Gefühl, welches ich leider zu sehr fühlen musste und muss.

Ein schöner Roman voller Freundschaft, voller Werte und voller Feingefühl.