Judith Wilms: Wenn Dein Herz woanders wohnt

Der neue Roman von Judith Wilms war für mich zum Jahresende noch ein wirkliches Lesehighlight. Ich habe die Geschichte von Leonie sehr genossen. Warum, verrate ich euch heute.

Leonie ist Expertin für Einrichtung und Reovierung. Sie zieht ihre Kraft aus der Kreativität und erhält den Auftrage, die Wohnung eines Fremden neu einzurichten und zu gestalten. Ihr Sohn ist jedes zweite Wochenende bei ihr und an den freien Wochenenden arbeitet sie.
Die Wohnung gehört Thies, der jedes Wochenende nach Hause fährt, unter der Woche arbeitet er. Sie begegnen sich nie, aber Leonie möchte die Wohnung kreativ mit Farben etc. umgestalten. Gesaagt, getan. Das Ergebnis jedoch gefällt ihrem Auftraggeber so gar nicht. Er hinterlässt ihr eine Notiz und somut beginnt ein anregender Nachrichtenaustausch zwischen ihnen.
Es kommt, wie es kommen mus: Leonie fängt an, sich für den unbekannten Thies zu interessieren, den sie nur über Nachrichten kennt. Aber es ist der Beginn einer wunderbaren Geschichte, die ihr Leben bald nicht nur kreativ beeinflusst, sondern auch emotional…

Dieser Roman hat mir außerordentlich gut gefallen. Leonie habe ich schnell inb mein Herz geschlossen, denn wir beide sind kreativ und haben große Freude daran, Wohnung und Einrichtung zu ändern.
Ich mag die Geschichte, die für mich eine Slowburn-Romanze darstellt, aber keine typische Lovestory darstellt. Die sich langsam aufbauende Liebe gefällt mir so gut, die Zwischenhandlung passt perfekt. Der Schreibstil ist klasse, nimmt mich sofort mit.

Ich vergebe liebend gerne 4,5/ 5 * für dieses Highlight, was ich innerhalb eines Tages lesen konnte. Klasse!

Emily Gunnis: Das Geheimnis Des Mädchens

Mit „Das Geheimnis des Mädchens“ ist Autorin Emily Gunnis ein Buch gelungen, welches sich bei mir eingeprägt hat. Es geht um mehrere Generationen einer Familie und Geschehnisse, die alle Generationen miteinander verbinden.

Wir befinden uns zunächst im Jahr 1945 in England, genauer gesagt auf Yew Tree Manor. Die junge Herrin des geheimnisvollen Anwesens stirbt bei der Geburt ihres Kindes. Ihre Hebamme Tessa steht ihr zur Seite und versucht , sie zu retten. Doch ihr wird der Prozess gemacht, was die Familie der Hebame und der Herrin auseinander treibt.
1969 verschwindet die Tochter der neuen Herren von Yew Tree House und taucht nicht wieder aus.
Weiter geht es in die Gegenwart. Erneut verschwindet ein Mädchen und nun ist es Tess Ururenkelin, die sich dem Geschehen annimmt. Sie will endlich das Geheimnis der Familien lüften und Dunkel in den Familienzwist zwischen ihnen bringen.

Okay, ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, die Handlung klingt im Klappentext wirklich spannend, aber leider wird der Spannungsbogen nicht wirklich für mich aufrecht gehalten. Der Plott hat durchaus Potential, aber ich habe das Buch schnell vergessen und es hinterließ keinen bleibenden Eindruck bei mir. Schade, aber trotzdem eine solide Lektüre für zwischendurch.

3/5 *

Svea Lenz: Die Stewardessen. Bis Zum Horizont

Vor einigen Wochen habe ich bereits den ersten Teil der Reihe „Die Stewardessen“ von Svea Lenz gelesen und rezensiert. Darin geht es um Margot Frei, die eine Karriere als Flugbegleiterin anstrebt und ihren Weg zu ihrem Traumjob. Dabei muss sie nicht nur einige Irrungen und Wirrungen überstehen, sondern ist auch Neid und Missgunst der anderen Mitbewerberinnen ausgesetzt- und natürlich ist auch die Liebe eines der Themen in den Büchern. Ich habe mich sehr gefreut, mit „Bis zum Horizont“ den zweiten Teil dazu lesen zu können.

Margot hat sich ihren großen Wunsch erfüllt und bereist als Stewardess die Welt. Ihre Familie hat ein Problem damit. Denn damit wird Margot immer unabhängiger. Die Lufthansa hingegen, verlangt, dass die Flugbegleiterinnen ungebunden und ledig bleiben. Wenn sie heiratet, bedeutet dies das Aus für ihre Karriere und sie muss folglich ihren Traumjob an den Nagel hängen. Das Buch spielt im Jahr 1957 und konservative Werte waren damals Standard. Plötzlich erhält Margot das Angebot, für eine andere Airline zu arbeiten,die berühmte Pan Am. Nimmt sie das Angebot an, in den USA arbeiten zu können? Und was ist mit dem Piloten, in den sie verliebt ist und der ihr großes Glück bedeutet?

Ich muss sagen, dass mir der zweite Band noch besser gefallen hat, als der erste. Margots Lebenswerk wird erneut spannend geschildert und wir erfahren, was aus ihrem Traum wird. Der Schreibstil ist locker und lebhaft, außerdem mag ich die Konstruktion der Lufthansawelt in den 1950er Jahren.

Eine rundum gelungene Fortsetzung, die ich gemeinsam mit Teil 2 als echte Leseempfehlung abgeben kann.

4,5/5 *

Ellie Pilcher: Wenn Die Sterne Günstig stehen

Das Wochenende habe ich genutzt, um ein echtes Lesewochenende daraus zu machen. Als eine der Lektüren habe ich „Wenn die Sterne günstig stehen“ von Autorin Ellie Pilcher ausgewählt. Der Klappentext klang so gut, dass ich hohe Erwartungen daran hatte. Und ich hatte so richtig Lust auf einen guten Roman mit Humor!

Klappentext: „Seit ihrem 29. Geburtstag geht in Krystals Leben plötzlich alles schief: Erst wird sie von ihrem Verlobten verlassen, dann ist der Job weg, und die Traumwohnung hat einen Wasserschaden. Es sei bekannt, dass Saturn in diesem Lebensabschnitt für Chaos sorgt, behauptet ihre beste Freundin. Aber wenn die Sterne sie in diese Lage gebracht haben, dann kann die Astrologie ihr da auch wieder raushelfen. Mit Horoskop-App, Tarotkarten und Kristallen bewaffnet, will Krystal das Universum mit seinen eigenen Waffen schlagen. Und plötzlich scheint das Glück wieder auf ihrer Seite. Doch als sie dem attraktiven Neffen ihrer Astrologielehrerin begegnet, der so gar nicht zu ihrem Horoskop passt, muss sich Krystal fragen, ob sie den Sternen oder doch besser ihrem Herzen folgen sollte.“

Krystal ist die Hauptprotagonistin- und ich habe sie wirklich ins Herz geschlossen. Sie hat ein gutes Herz, aber jede Menge Pech im Leben. Nicht nur, dass sie ihr Verlobter im Stich lässt, sie verliert auch noch ihren Job und hat mit anderen Katastrophen zu kämpfen, Ihre beste Freundin ist sehr astrologieaffin und erklärt die Ereignisse natürlich mit übernatürlichen, astrologischen Umständen. Krystal widmet sich fortan exakt diesem Thema. Sie will das Leben in andere Bahnen lenken… und möchte das Glück wiederfinden. Und siehe da, es gelingt ihr auch. Ich fand es sehr witzig, wie sie versucht, die Kontrolle über ihr Leben durch Aberglauben und die Macht der Sterne zu bekommen. 🙂

Der Schreibstil der Autorin hat mich sehr überzeugt. Ich bin durch die Seiten geflogen, das Buch ist unterhaltsam und spritzig, lebensfroh und eine perfekte Lektüre für lange Lesestunden. Die Liebesgeschichte gefällt mir richtig gut, ich möchte nicht zu viel verraten. Aber so viel sei gesagt: es dauert etwas, bis Krystal den passenden Mann findet, den ihr nicht die Sterne geschickt haben, sondern der Zufall. Und ab da nimmt die Handlung ihren Lauf.

Ein toller Roman, der mir äußerst gut gefallen hat und sicher nicht mein letzter von der Autorin bleibt. Klasse!

4,5/5 *

Hanne Paulsen: Das Kontor Der Düfte- Eine Prise Hoffnung

Autorin Hanne Paulsen erschafft mit „Die Hamburger Gewürzkontor-Saga“ eine neue Buchreihe. Mir gefallen das Design und das Cover so gut, dass ich Lust bekommen habe, das Buch zu lesen. Und dank der Bloggerjury war dies auch in den letzten Tagen möglich.

Wir befinden uns im Hamburg des Jahres 1919. Greta Rosenthal lernt einen jungen Mann kennen- und die Beiden verlieben sich ineinander. Carl von Löwenstein ist mitreissend, verzaubert sie durch sein Herz aus Gold und mit seiner Liebe für das Geschäft seiner Familie. Diese handelt mit Gewürzen und er geht ganz in diesem Geschäft auf. Aber ihnen stehen einige Hindernisse im Weg. Die Löwensteins sind eine reiche, angesehene Hamburger Familie, während Greta aus armen Verhältnissen kommt und somit nicht standesgemäß ist. Seine Mutter hat ein echtes Problem mit ihrer Herkunft und da Greta eine starke Persönlichkeit ist, will sie sich fortan den Respekt seiner Familie verschaffen. Sie bringt sich in den Gewürzhandel ein, arbeitet hart und findet ihren Platz inmitten von verschiedenen Düften und Aromen. Aber Carls Mutter macht ihnen trotzdem das Leben schwer und kann Greta nicht akzeptieren…

Die Atmosphäre des früheren Hamburgs, der Hansestadt, hat mir sehr gut gefallen. Außerdem habe ich regelrecht die Düfte im Kontor riechen können, so bildlich und perfekt beschreibt die Autorin diese.
Die Liebesgeschichte zwischen der tüchtigen, lebensfrohen Greta und Carl hat mir sehr gut gefallen. Durch die geschilderten gesellschaftlichen und familiären Widerstände gewinnt die Handlung an Spannung und Unterhaltung. Normalerweise lese ich keine Familiensaga, allerdings konnte mich die Autorin mit ihrem Roman eines Besseren belehren.

4/5 *