Katharina Von Der Lane: Haribo-So schmeckt Das Glück

Ein Buch über Haribo? Das musste ich unbedingt lesen! Das Autorenduo Katharina von der Lane besteht aus Christiane Omasreiter und Kathrin Scheck. Sie schildern in Romanform, wie der heutige Weltkonzern entstanden ist.

Das Buch spielt in Bonn, wir befinden uns im Jahr 1920. Hans Riegel hat es die Welt von Süßwaren angetan, er hat den Beruf des Bonbonkochers gelernt und damit seine Leidenschaft zum Job gemacht. Er träumt davon, eine eigene Firma zu gründen. Getrud Vianden teilt seinen Traum und hilft ihm, wo sie nur kann. Die Beiden sind verliebt und widmen sicn nach ihrer Hochzeit der ultimativen Herstellung von Süßigkeiten. So enstehen in ihrer Küche die leckerste Sünden Sie erfreuen sich bald großer Beliebtheit, Gertrud liefert die Ware an die Kunden aus. Aber so einfach ist das Geschäft nicht. Viele nehmen die Pläne und den Traum des Ehepaares nicht ernst und außerdem herrscht doch eine gewisse Konkurrenz vor. Können Hans und seine Frau es schaffen, mit ihren Bonbons ihre Familie zu ernähren? Oder verrennen sie sich in einen Wunschtraum?

Wer liebt nicht die Produkte von Haribo? Übrigens steht der Name Haribo für „Hans Riegel Bonn“. Ich liebe die Bonbons und das Konfekt jedenfalls sehr, das Weingummi ist legendär. Aber kommen wir zum Buch!

Der Schreibstil ist wirklich mitreissend. Die beiden Autorinnen schaffen es, mich wirklich zu fesseln. Ich habe befürchtet, dass der Roman mich nicht packen würde, bei historischem Geschehen ist das immer so eine Sache. Aber von der ersten bis zur letzten Seite, hat mir „Haribo- So schmeckt das Glück“ absolute Lesefreude bereitet. Das Autorinnen-Duo verpackt die Enstehungsgeschichte von Haribo so spannend und mitreissend, dass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte.

Hans und Getrud sind tolle Charaktere, die einen Traum haben und wider jeden Gegenwind dafür kämpfen. Sie wollen die Menschen mit leckeren Bonbons glücklich machen und müssen dafür einige Hindernisse überwinden. Die Liebesgeschichte zwischen ihnen finde ich berührend, da haben sich zwei Menschen gesucht und auch gefunden. Kurz gesagt: dieser Roman ist eine wunderbare Geschichte über ein legendäres Unternehmen, welches aus der Welt der Süßigkeiten nicht mehr wegzudenken ist. Es geht um den mühseligen Kampf, um den Aufstiegen zu einem weltweit bekannten und erfolgreichen Unternehmen. Ein Stück deutsche Geschichte wird hier auf erzählende Art wiedergegeben.

Wirklich toll!

 

 

Jenny Jackson: Pineapple Street

Ich habe auf Social Media vom neuen Roman „Pineapple Street“ von Autorin Jenny Jackson gehört. Der Klappentext klang super und ich habe mich riesig gefreut, als ich die Zusage bekam, das Buch rezensieren zu dürfen. Leider konnte es meine Erwartungen nicht ganz erfüllen.

Die Pineapple Street ist eine imaginäre Straße in der Gegend Brooklyn Heights. Dort in New York City lebt u.A. die Familie Stockton, die sehr vermögend ist. Sie können sich jeglichen Wunsch erfüllen, aber ihren Töchtern Darley und Georgiana, sowie der Schwiegertochter Georgiana reicht dies nicht.

Darley hat einen Job, der sie gut verdienen lässt, aber als sie die Chance bekommt, Mutter zu werden, liegt ihr dieser so gar nicht am Herzen. Sie schlägt auch ihr Erbe aus und schlussendlich bricht sie mit vielen Dingen, um privat glücklich zu sein. Sasha, die Schwiegertochter, stammt aus einer ganz anderen Welt als die Stocktons. Die Wertte, Traditionen und Konflikte der Familie sind ihr komplett fremd und sie lebt sich einfach nicht dort ein. Sie hadert mit dem großen Wunsch, dass ihre Schwiegermutter sie unbedingt mögen muss. Aber dann hat Sasha Probleme, den vorbereiteten Ehevertrag zu unterschreiben. Was ist wirklich los mit ihr?
Und dann ist da noch die jüngere Tochter der Stocktons, Georgiana, meine Favoritin unter den drei Frauen. Sie verliebt sich in einen Mann, es ist eine Art verbotene Liebe und sie leidet darunter, sich dem Ganzen zu stellen.

So vielschichtig wie die drei Protagonistinnen sind, so vielschichtig ist der Storyplott. Ich habe allerdings mehr erwartet. Wir erfahren hier alles rund um die reiche Familie Stockton. Eine Familie voller Tradition, aber auch Zwänge und Konventionen. Alle 3 Frauen erleben ein anderes Schicksal, sind unterschiedlich, aber letzten Endes kämpfen sie gegen dieselben Umstände an und wollen nur eins: glücklich werden, wenn auch auf ihre eigene Art und Weise.

Die Tiefe der Charaktere gefällt mir sehr gut, außerdem mag ich den Schreibstil von Jenny Jackson. Er ist flüssig, tiefgründig, emotional und gut konsumierbar. Die Atmosphäre der Handlung mochte ich ebenfalls, aber oft war mir die Familie Stockton, schlicht gesagt, zu kompliziert, zu oberflächlich. Ihre Dynamik ist eine ganz eigene, das verrät uns bereits der Klappentext. Aber es geht auch um Geld und Macht. Und die einfache Frage: was bringt das ganze Geld, wenn man nicht glücklich ist?

Ich habe jedoch mehr erwartet. Mehr Drama, weniger Familienproblematik, mehr Gefühl. Sicherlich ist „Pineapple Street“ alles andere als ein schlechtes Buch. Ich habe mich jedoch nicht so gut unterhalten gefühlt. Vieles war vorhersehbar und hat mich überhaupt nicht überrascht. Und das finde ich schade. Ich mag allerdings den Humor.

Erzählt wird „Pineapple Street“ aus der Sicht der drei Frauen, was dem Storyplott gut tut, aber mir fehlt es an Spannung und mehr Dynamik. Das Buch ist mir etwas zu ruhig und wie gesagt, vorhersehbar.

Ansonsten ein solider Roman rund um eine reiche Familie, ihre Probleme und der Frage, welchen Wert Geld im Leben ausmacht.

 

Ane Riel: Geister Weinen Nicht

Witwe Alma wohnt seit dem Tod ihres Mannes allein im einst gemeinsamen Haus in einer Sackgase in einem kleinen, dänischen Ort. Gesundheitlich ist die Seniorin nicht fit. Sie hat mit Gedächtnislücken zu kämpfen, mit Gicht, kann kaum noch laufen und ist dazu noch taub. Aber trotz aller Leiden lässt sie es sich nicht nehmen, die Bornholmer Standuhr in ihrem Besitz aufzuziehen. Alma ist klar: wenn sie vergisst,die Standuhr nicht mehr aufzuziehen, wird sie selbst am nächsten Morgen nicht mehr leben. Aber dann tritt ein Junge in ihrem Leben. Er besitzt einen Hund Alma schließt eine ungewöhnliche Freunschaft mit ihnen. Er sorgt dafür, dass all die Erinnerungen an ihren Mann, den Uhrmacher Otto, wieder lebendig werden. Und diese Erinnerungen sind nicht unbedingt positiv. Denn Otto war kein zufriedener Mann, er war unberechenbar und jähzornig. Alma weiß, warum er tatsächlich nicht mehr lebt. Doch der wahre Grund ist ihr entfallen…

Ich habe dieses recht kurze Büchlein an Halloween gelesen und wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte hat mich wirklich gefangen genommen. Sie ist nicht nur unheimlich und spannend, sondern hat mich auch sehr berührt. Ich mag ältere Menschen sehr und Alma ist eine ganz besondere Frau. Sie hat ihr Leben gelebt, hat den Tod ihres Mannes erlebt. Die Freundschaft, die sie mit dem Jungen schließt, hat mein Herz berührt. Wir begleiten Alma durch ihren Alltag und erfahren nach und nach, wie ihre Ehe mit Otto wirklich war. Wir kommen hinter ihre Geheimnisse und hinter den Grund, warum der Uhrmacher wirklich gestorben ist. Es gibt unheimliche, intensive Szenen, das Buch besitzt trotzdem eine gewisse Tiefe und regt sehr zum Nachdenken an.

Beeindruckend, berührend und spannend.

 

Lea Melcher: Buttercream Witch

Schon vor einem Jahr habe ich mir das zauberhafte Buch „Buttercream Witch“ von Lea Melcher zugelegt und war sofort begeistert von der Gestaltung. Jetzt, kurz vor Halloween, habe ich es endlich vom Sub erlöst und muss sagen: das Warten hat sich so was von gelohnt!

Millie Battersea ist nach Snickerford zurück gekommen, um die Tradition ihrer Familie weiterzuführen: diese backt für die Hexen des kleinen Ortes magische Buttercremetorten. Aus diesen ziehen die Hexen dann ihre Kraft. Aber eines Tages kommt es zu einem üblen Vorfall: die Torten von Mille wurden mit schwarzer Magie vergiftet und machen sie zu gefährlichen, unberechenbaren Wesen, die fast Snickerford zerstören. Gemeinsam mit Remington, dem Torten-Lieferanten und Lieferant für alles, verhindert Millie Schlimmeres und verabreicht den eskalierenden Hexen ein Gegengift. Nachdem sich die Aufregung gelegt hat, wird ausgerechnet sie verdächtigt, die schwarze Magie in die Torten gebracht zu haben. Aber das lässt Millie nicht auf sich sitzen! Mit Remington will sie Beweise für ihre Undschuld und den wahren Täter finden. Dabei kommen sich der Tortenlieferant und sie bald näher- aber kann Millie es schaffen, den wahren Übeltäter zu finden? Oder hält bald die dunkle Magie Einzug im kleinen magischen Snickerford?

Ach, ich liebe dieses Buch. Wie kommt man bitte auf so eine großartige Idee? Lea Melcher hat ein absolut magisches, großartiges Leseerlebnis geschrieben, welches ich einmalig finde. Sie hat eine Welt konstruiert, die ich einfach lieben muss. Millie ist toll, sie ist mutig und gibt nicht auf. Und ich mag auch die Geschichte, die sich zwischen ihr und Remington entwickelt. Übrigens besitzt diese Buch auch eine gute Portion Spice, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe.

Lea Melchers Schreibstil ist sehr flüssig, sehr erfrischend und ich habe jede einzelne Seite dadurch regelrecht verschlungen. Ich wollte wissen, was hinter dem Vorfall in Snickerford steckt und habe mitgefiebert. Zuckersüß finde ich Millies Sidekick, die Fledermaus „Maus“, die mich echt zum Lachen gebracht hat. In der Realität mag ich Fledermäuse überhaupt nicht, aber hier passt Maus supergut rein und ist einfach nur niedlich. Auch Maus hat ein Geheimnis…

Spannend, mysteriös und soooo gut. Ein toller Roman, der ideal für den Herbst ist. Ich liebe es!

 

Annika Strauss: Nachtfahrt

Vor einer Weile kam ich mit Neuautorin Annika Strauss auf Instagram ins Gespräch. Wir unterhielten uns über die anstehende Veröffentlichung ihres Debüts „Nachtfahrt“ und ich war begeistert, als sie mich fragte, ob ich das Buch lesen möchte. Natürlich, für einen guten Psychothriller bin ich doch immer zu haben.

Katharina Holten ist geschockt: ihr Vater ist bei einem tragischen, unerklärlichen Verkehrsunfall ums Leben gekommen- und das als Fahrlehrer! Sie hat nun nicht nur die Verantwortung für seine Fahrschule, sondern muss sich auch um ihre Nicht Ronja kümmern. Für Katharina ist das alles schwer genug, sie wird aber durch die Rückkehr in ihre Heimat mit einem Ereignis konfrontiert, welches sie eigentlich hinter sich lassen wollte. Damals wurde ihr Leben komplett durcheinander gewirbelt. Nun ist ihr Vater tot, der Unfall wirft viele Fragen auf und ein Fahrlehrer wird brutal zusammen geschlagen. Katharina gerät unter Druck, als Ronka verschwindet und sie vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt wird: sie muss heraus finden, was die ganzen Geschehnisse mit ihrer Familie zu tun haben, ansonsten wird Ronja ebenfalls ermordet. Und damit beginnt der Wahnsinn, der Wettlauf gegen die Zeit…

Wie gut kann ein Psychothriller sein? Ich finde das Cover samt dem neongelben Farbschnitt sehr passend gewählt und das Setting ist mal richtig interessant. Wir bewegen uns in einer Fahrschule, aber es geht um ein dunkles, mörderisches Familiengeheimnis.
Katharina weiß als Hauptprotagonistin durchaus zu überzeugen. Sie gerät in einen Sog aus Dunkelheit, Gewalt und eben der Frage, was in ihrer Familie wirklich los ist. Katharina ist stark, auch wenn sie das manchmal selbst nicht denkt und ich finde sie authentisch.
Die Atmosphäre des Thrillers hat mich sofort gepackt. Ich wollte wissen, aus welchem Grund ihr Vater sterben musste, warum die Fahrschule scheinbar der Dreh- und Wendepunkt des Ganzen ist. Die Atmosphäre ist düster, mitreissend, prickelnd und genau so, wie ich sie von einem guten Pychothriller erwarte.
Die Autorin hat einen packenden Schreibstil, der sehr flüssig ist und perfekt zum Storyplott passt. Der Spannungsbogen wird angenehm mitreissend in die Länge gezogen.

Ein eindringlicher, mysteriöser Psychothriller, der gut unterhält und für aufregende Lesestunden sorgt. So gut!