Carsten Henn: Die Goldene Schreibmaschine

Aktuell läuft mit „Der Buchspazierer“ eine Verfilmung von Carsten Henns Bestseller im Kino. Auf der FMB war er mit seinem neuen Buch „Die goldene Schreibmaschine“ vertreten- ein Kinderbuch voller Abenteuer und Spannung. Ich möchte es euch heute genauer vorstellen!

Vorab: ich finde das Cover wunderschön. Es ist hochwertig und lädt zum Schmökern und Träumen ein.

Emily ist die Aussenseiterin in der Schule. Mit dieser Rolle hat sie sich abgefunden. Immerhin hat sie die besten Freunde, die sie sich vorstellen kann: Frederick und Charlie. Emily lebt bei ihren Großeltern, da ihre Eltern am anderen Ende der Welt arbeiten.
Ihre Oma arbeitet hingegen in der Anna Amalia Bibliothek. Und Emily liebt Bücher. Eines Tages entdeckt das Mädchen durch Zufall, dass es noch eine zweite, geheimnisvolle Bibliothek gibt- hinter der Anna Amalia. Und dort steht eine goldene Schreibmaschine. Sie ist nicht nur schön, sondern magisch. Mit ihr kann man Bücher verändern- was Auswirkungen auf den Ablauf und Geschehnisse in der realen Welt hat. Emily beginnt, diese Magie zu nutzen.
Da ist aber noch ihr unsympathischer und unmöglicher Lehrer Dr. Dresskau. Er hat Emily auf dem Kieker- und er sucht verzweifelt nach eben diesem Geheimnis der Bibliothek, welches sie gelüftet hat. Er reisst die goldene Schreibmaschine und damit die Macht über die Magie an sich. Kann Emily ihn aufhalten? Denn Dr. Dresskau hat nur eines im Sinn: die Weltherrschaft. Und damit eine Welt, die genauso dunkel und unerträglich ist wie er. Emily muss ihn stoppen… aber wie?

Ich mag den Schreibstil von Carsten Henn sehr. Er ist besonders, aber auch sehr flüssig und spannend. „Die goldene Schreibmaschine“ ist sein erstes Kinderbuch- und sein Schreibstil, den ich schon bei anderen Büchern sehr mochte, passt perfekt zu diesem Genre. Er haucht Emily Leben ein, ein wunderbares Mädchen voller Neugier, Stärke und Wissen. Die Geschichte rund um die Schreibmaschine ist einfach so fantasievoll und mitreissend, ich habe die Lektüre sehr genossen. Denn der Autor lässt auch viele wichtige Werte einfliessen. Er zeigt den Kids, wie wichtig Freundschaft und Mut sind und dass es nichts falsches ist, wenn man anders als andere ist.

Ein ganz wunderbares Abenteuer für Kinder und junge Teenager, aber auch für uns Erwachsene. Magische, mitreissend, klug und sehr spannend!

 

Melanie Raabe: Der Längste Schlaf

Die Bücher von Melanie Raabe sind bisher an mir vorbei gegangen- leider! Aber ich werde sie nun nach und nach lesen. Grund ist ihr neuer Roman „Der längste Schlaf“- ein unblutiger Thriller, der mich absolut mitgerissen hat.

Protagonistin Mara Lux arbeitet als Wissenschaftlerin, die sich mit dem Thema Schlaf beschäftigt. Sie kennt sich damit so gut aus wie kaum jemand anders. Mara, die in London wohnt, ist die führende Forscherin auf dem Gebiet, doch sie selbst kämpft seit langer Zeit unter Schlaflosigkeit und Schlafstörungen. Der Grund: ihre sehr lebhaften Träume, die jedes Mal Realität werden. Für Mara ist das eine Katastrophe, denn die rationale junge Frau hat dies nicht unter Kontrolle, was ihr sehr zusetzt.
Doch eines Tages erhält sie eine Nachricht aus ihrer Heimat Deutschland: ein Anwalt  teilt ihr mit, dass sie ein großes Haus geerbt hat- doch von wem, kann er ihr nicht mitteilen. Das große Haus samt Anwesen steht in einer Kleinstadt. Mara kann ihre Neugier darauf nicht zähmen und reist nach Deutschland. Bald erkennt sie, dass ihre wilden und bedrohlichen Träume sie mit diesem Haus verbinden…

Auf den ersten 50 Seiten etwa hat mich die Story nicht erreicht- aber dann nahm der Plott an Fahrt auf und ich war mittendrin. Die Atmosphäre im Buch hat mich gefangen genommen. Sie ist geheimnisvoll und hat mir sehr gut gefallen. Mira ist für mich eine angenehme Protagonistin, die mit Problemen kämpft, die ich leider zu gut kenne. Ich hatte auch schon Phasen, in denen ich richtig schlecht schlief. Und das belastet sehr.
Doch ihr Leiden nimmt eine Wendung, als sie das Haus erbt und dorthin reist. Und was dort geschieht, verrate ich nicht. Ich spoiler nicht.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausgesprochen gut. Er ist flüssig, bildgewaltig und intensiv. Melanie Raabe hat es geschafft, dass das Buch für mich ein echter Pageturner wurde. Ich bin tief in Miras Gedanken eingetaucht und habe sie sehr gut nachvollziehen können. Sie ist authentisch, ich verstehe ihren Wunsch so gut, alles kontrollieren zu wollen. Aber uns selbst können wir im Schlaf, im Traum, nun mal nicht kontrollieren.

Das Buch würde ich als „Thriller“ einsortieren, allerdings kommt es ganz ohne Blut aus. Ich mag das sehr! Die Spannung hat mich wirklich mitgerissen, sie wird langsam aufgebaut und sorgt dafür, dass ich das Buch nicht zur Seite legen wollte. Intensiv, atmosphärisch und sehr mitreissend. Mit Sicherheit nicht mein letzter Roman der Autorin!

 

 

 

 

 

 

Lisa Graf: Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 1)

Das Cover zu „Lindt & Sprüngli“, dem ersten Band der gleichnamigen Reihe, gefällt mir ja mal richtig gut. ^^ Ich liebe Schokolade und ich mag auch die Schokolade von Lindt sehr gern. Als ich mitbekommen habe, dass es eine Buchreihe über die Entstehung des Unternehmens gibt, habe ich mich sehr gefreut. Ich durfte Band 1 lesen und möchte euch heute davon berichten!

Das Buch spielt in Zürich im Jahr 1826. Rudolf Sprüngli ist traurig: seine Mutter ist schwer krank und er möchte, dass sie schnell wieder gesund wird. Verzweifelt kratzt er seinen letzten Groschen Taschengeld zusammen und investiert sie in eine Tafel Schokolade. Denn er glaubt, dass diese Menschen wieder gesund machen kann. Und siehe da: seine Mutter ist schell wieder vollkommen genesen. Und damit entbrennt Rudolfs Liebe zur Schokolade vollends.
Als erwachsener Mann hat ihn diese Liebe nie losgelassen. Er möchte die „Confiserie Sprüngli“ gründen, natürlich soll diese in Zürich stehen und er möchte dort neben feinster Schokolade noch besondere Pralinen und leckeres Gebäck anbieten. Er sucht das richtige Rezept für besonders zarte Schokolade. Sein Herz brennt für die wunderschöne Katharina, die jedoch bald einen anderen Mann heiraten wird. Doch Rudolf gibt nicht auf. Voller Tatendrang und voller Fließ will er seinen Traum von der Konfiserie wahr werden lassen. Und was hat das Ganze mit der Familie Lindt zu tun? Findet es heraus!

Ich habe von der Autorin bereits ihre Reihe rund um das Dallmayr-Imperium gelesen und sehr gemocht. Und auch dieses Mal holt mich Lisa Graf wieder ab. Ich habe den kleinen Rudolf direkt ins Herz geschlossen. Die Szenen rund um die Erkrankung seiner Mutter sind rührend und zeigen, wie sehr in ihm der Wunsch reift, die perfekte Schokolade herzustellen.

Wir verfolgen, wie aus dem kleinen Rudolf ein fleißiger, ehrgeiziger Mann wird, der seinen Traum realisieren möchte. Der allerdings unter seiner nicht erfüllten Liebe zu Katharina leidet. Und trotzdem verliert er seinen Wunsch nicht aus den Augen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft. Sie hat Rudolf Sprüngli als einen Protagonisten gezeichnet, der wirklich meine Sympathien für sich gewinnen konnte. Ich habe mit ihm mitgefühlt, mitgelitten, mitgefiebert. Er hat mich beeindruckt mit seiner Vision von der eigenen Confiserie.Der Schreibstil lädt zum Schmökern ein, er ist nicht trocken und langweilig, sondern sehr spannend und mitreissend, gut verständlich. Er verleiht dem Storyplott viel Tiefgang und Abwechslung. Ich mag den Schreibstil sehr, bereits bei der vorherigen Buchreihe konnte mich die Autorin damit begeistern.

Ich mag es, wenn man historische Ereignisse oder, in diesem Fall, die Entstehung eines regelrechten Imperiums auf diese litarische Weise verpackt. Unterhaltsam, lehrreich, mitreissend und sehr spannend. Hinzu kommt dieses liebevoll gestaltete Cover, das Buch wirkt sehr hochwertig.

Ein tolles Buch, welches mich sehr berührt hat. Toll!

 

Elizabeth Hand: Die Geheimnisse von Hill House

Der Oktober ist für mich prädestiniert für Spukgeschichten und Bücher rund um Geister und andere übernatürliche Gestalten. 🙂 Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich die Zusage zum Buch „Die Geheimnisse von Hill House“ aus der Feder von Elizabeth Hand vom Bloggerportal kam. Danke an dieser Stelle!

Hill House ist ein altes, verlassenes Anwesen. Holly Sherwin hofft, dass sie genau das richtige Haus für ihr Projekt gefunden hat. Es liegt in den Wäldern weit über New York gelegen und die Autorin hat vor, dort ihr Theaterstück zu proben und daran zu feilen. Im Stück geht es um einen langen, intensiven Hexenprozess- und Hilly hofft, dass sie damit als Autorin den großen Erfolg feiern wird. Allerdings kommen bald Fragen auf: warum macht die Besitzerin einen großen Bog um Hill House und warum nächtigt das Paar, welches sich tagsüber um das Haus samt Anwesen kümmert, dort nie? Holly jedenfalls fühlt sich inspiriert vom Flair des ganz besonderen Hauses. Sie spürt die Energie des Hauses und fühlt sich davon trotz allem angezogen. Aber was ist das für eine cringe Energie? Es kommt zu immer mehr Zwischenfällen: sie sichtet schwarze Hasen, die sich ihr immer wieder zeigen, Blut im Tischtuch hat scheinbar keine Ursache und immer wieder sind komische Stimmen zu vernehmen. Für all das scheint es keine logische Verbindung zu geben. Und die eigentlich rationale Holly kommt bald an ihre Grenzen. Was geht auf Hill House vor? Welche Kräfte sind dort unterwegs und sind sie und ihre drei Kollegen in Gefahr?

Kennt ihr den Klassiker „Spuk im Hill House“? Daran lehnt sich dieser Roman an, er bringt die Vibes des Buches mit sich. Aber trotzdem ist alles moderner, mysteriöser und irgendwie tiefgründiger.
Wir tauchen direkt in die Geschichte ein, unsere Gruppe besteht aus vier Menschen- die alle nach und nach das Ziel des Spuks im Haus werden. Sie alle sind unterschiedliche Charaktere, was ich sehr stark finde. Da wäre zum Einem Holly, die sich erhofft, mit ihrem Theaterstück den absoluten Durchbruch zu schaffen. Amanda hingegen ist eine in die Jahre gekommene Schauspielerin, die glaubt, durch das Stück wieder an Ruhm zu gewinnen, sie wirkt oft ein wenig zu eitel. Nisa ist die Musikerin durch und durch und neben Holly die für mich beste Protagonistin, sie ist vielschichtiger als Protagonistin konstruiert. Und dann wäre da noch Steve, dessen Motive ich nicht ganz verstehe.

Die Autorin erschafft zwar eine unheimliche, finstere Atmosphäre, aber sie kratzt für mich gefühlt nur an der Oberfläche. Die Geschichte hat eigentlich viel mehr Potential. Wir haben eine Gruppe von verschiedenen Charakteren, die mehr hergegeben hätten. Ich bin kein Fan von grausamen/ brutalen Szenen, die gibt es in diesem Buch auch nicht. Ich mag eher eine gut konstruierte Spukatmosphäre voller mysteriöser Vorkommnisse, eben eine Heimsuchung durch übernatürliche Wesen im Haus. Die Handlung geht für mich zu sehr in die flache Horrorrichtung, die ich nicht so gerne mag. Ich grusele mich gerne, aber bitte auf eindringliche und intensive Weise und nicht nur so oberflächlich.

Ansonsten ein Spukroman, der viel Spannung aufbaut, aber für mich eine Spur finsterer und mysteriöser sein dürfte.

 

 

Beate Maly: Gegen Den Wind Des Widerstandes

Ich war gespannt, was mich beim Roman „Gegen den Wind des Widerstandes“ erwartet. Der Klappentext klingt sehr interessant und hat mich wirklich sehr angesprochen.

Das Buch spielt im Jahr 1900: Helen ist jung, liebt das Wasser und ihr liebste Hobby: das Segeln. Die mutige junge Frau schafft es, ihre Brüder auf dem Wasser zu zwingen. Dafür zieht sie Hosen an, was ihr Umfeld überhaupt nicht gut findet. Dann heiratet sie und siedelt mit ihrem Ehemann nach Cannes um. Und hier ist Helen genau richtig. Sie ist in ihrem Element, denn sie lebt nun am Meer. Bedeutet: sie hat die ganze Zeit den Wind, das Wasser, die Wellen und den Zauber des Meeres in ihrer Nähe. Und damit fühlt sich die Seglerin auch sehr wohl und befreut. Allerdings hat Helen einen Traum: sie will an professionellen Segelwettkämofen teilnehmen. Das ist ein sehr schwieriger Plan, denn die Gesellschaft sieht keine solche Rolle für Frauen gerechtfertigt. Aber Helen lässt nicht von ihrem Traum ab: sie will die erste Frau sein, die als Seglerin bei den Olympischen Spielen teilnehmen darf. Es ist ein echter Kampf, aber sie gibt die Hoffnung trotz einiger unschöner Erlebnisse nicht auf und will mit ihrer Leidenschat Wettkämpfe gewinnen. Bringt sie ihre Ehe damit in Gefahr?

Ein starker, interessanter Roman, der mich aber auch sehr berührt hat. Die Autorin schafft es, immer den richtigen Ton zu treffen. Sie hat mit Helen eine bewundernswerte Protagonistin geformt, die ich sehr authentisch finde. Eine junge Frau, die Spaß am Segeln hat und sich gegen gesellschafliche Konventionen stellt. Sie möchte unbedingt an Olympia teilnehmen und setzt dafür oft alles auf eine Karte.

Der Schreibstil ist toll, er passt perfekt zum Storyplott und hat mir sehr gut gefallen. Er ist flüssig, leicht verständlich und durch ihn wird Helen noch nahbarer dargestellt.

Das Buch zeigt, wie noch im letzten Jahrhundert Frauen nichts zugetraut wurde, sie sogar diskrimiert wurden. Ein Zeitzeugnis der damaligen Gesellschaft, aber auch ein Buch voller Stärke, Hoffnung und interessanten Segelaspekten.

Ich mag es sehr!