Rebecca Yarros: Fourth Wing- Flammengeküsst

Alle paar Jahre taucht in der Literaturwelt ein Buch auf, was einen riesigen Hype erfährt. Meistens ignoriere ich das und lese es erst später. Aber 2023 kommt man um „Fourth Wing“ scheinbar nicht drumherum. Im Juni erschien der erste Band „Fourth Wing“ von Rebecca Yarros im dtv-Verlag und hat einen echten Hype ausgelöst. Die Geschichte rund um Drachenreitern Violet hat das Buchgame in diesem Jahr wirklich geändert. Und nun bin auch ich diesem Hype verfallen. Ich habe das Buch binnen eineinhalb Tagen wirklich weggesuchtet und wurde in einen richtigen Lesesog hineingezogen.

Ich möchte nicht zu viel über den Inhalt verraten. Unsere Hauptprotagonistin ist die 20 Jahre alte Violet, sie lebt in der imaginären Welt von Fourth Wing. Dieses Land lebt im ständigen Krieg. Um diesem Einhalt zu gebieten, gibt es verschiedene Tätigkeiten, die man als Bewohner ausüben kann. Schriftgelehrte, Drachenreiterin usw. Violet ist die Tochter einer bekannten und angesehenen Generälin. Und obwohl sie am liebsten Schriftgelehrte wie ihr verstorbener Vater werden würde, verdonnert ihre Mutter sie dazu, in den Quadranten zu ziehen und sich als Drachenreiterin zu erproben. Und das ist für die schmächtige, nicht gerade vor Kraft strotzende Violet ein riesiges Problem. Ihre Schwester und Bruder sind/ waren Drachenreiter. Und irgendwann packt sie dann der Ehrgeiz. Alle halten sie für ein Problem, für zu schwach, zu klein, zu dünn. Und dazu ist sie nicht gerade beliebt, denn nicht jeder mag ihre Mutter, die viele brutale Urteile fällen musste und auch berüchtigt ist. Viele der Mitstreiter trachten ihr nach dem Leben, aus Hass oder Neid und wollen sie ausschalten, indem sie versuchen, sie zu ermorden. Allen voran scheint vor allem Truppenführer Xaden sie zu hassen. Er schreibt ihrer Mutter die Schuld am Tod seiner Familie zu und hat einen guten Grund, sie zu verachten. Aber dann passiert das, was nicht passieren darf: Xaden und Violet fühlen sich extrem zueinander hingezogen. Was sie nicht ahnen: sie sind füreinander bestimmt. Auf eine Weise, die niemand hat voraussehen können. Und dann kommt der Tag des Dreschens: die Drachen wählen ihre Reiter. Violet hat sich bis dahin durchgekämpft- und irgendwie überlebt. Doch wird ein Drache sie wählen? Und kann sie weiter am Leben bleiben?

Ich wurde einfach nur mitgerissen. Vor ein paar Wochen hatte ich die ersten hundert Seiten gelesen, wollte mir das Buch aufsparen und im November lesen, denn Anfang Dezember erscheint Band 2. Und ich wurde wirklich in einen Leseog hineingezogen, der mich bis morgens halb vier Uhr hat lesen lassen. Ich wollt wissen, wie die Geschichte von Violet weitergeht, was aus ihr und Xaden wird, warum sie miteinander verbunden sind und wie sie sich als Drachenreiterin macht. Und was es mit all den Geheimnissen rund um das Land und den Krieg auf sich hat…

Kurz gesagt: ich bin geflasht. Ich verstehe den Hype! Obwohl der Roman sehr vielschichtig aufgebaut ist, hat er einen roten Faden, dem ich locker folgen konnte. Ich habe es einfach geliebt. Violet ist so unfassbar stark, mutig und hat einen so großen Lebenswillen, man muss sie einfach lieben. Xaden ist mehr als der hasserfüllte Feind. Die Gewaltszenen waren auf den Punkt, aber nicht blutig oder zu detailliert beschrieben, sie sind erträglich geschildert.

Rebecca Yarros hat eine ganz eigene Welt erschaffen, die ich wundervoll finde. Ich mag ihren Schreibstil sehr. Der perfekte Fantasy-/ Romantasyroman.

5/5 *

April Dawson: Proof Of Hope

So sehr ich es liebe, neue Bücher zu entdecken und zu kaufen, so gerne mag ich es auch, Schätze von meinem SuB zu befreien. „Proof of hope“ von Autorin April Dawson verweilt schon eine Weile dort und ich habe den New Adult-Roman nun endlich gelesen. Und frage mich, warum ich das nicht vorher schon getan habe, denn ich habe ein Lesehighlight entdeckt.

Chelsea, Sierra und Aurora Madigan betreiben eine Treuetest-Agentur in New York. Ihr Unternehmen floriert, hat einen sehr seriösen Ruf- und sie möchten expandieren. Damit sie noch mehr Auftraggeberinnen helfen können, soll „Proof of love“ vergrößert werden. Dazu benötigen sie Investoren. Und ausgerechnet der Mogul Elijah James zeigt Interesse daran.

Die jüngste Schwester Aurora, genannt Rory, hat den Glauben an die Liebe verloren. Sie sieht im Rahmen der Agenturarbeit, wieviele Männer es mit der Treue nicht so genau nehmen. Und da sie sowieso nicht an die große Liebe glaubt, lässt sie sich immer wieder auf kurze Verbindungen ein, die sie nicht verletzen können. Aber dann taucht eben Elijah auf- und die beiden prallen direkt aufeinander. So sehr, dass ihre Schwestern Rory darauf ansetzen, den Deal mit ihm zu retten. Doch das ist nicht gerade leicht. Denn zum ersten Mal ist Rory von einem Mann derart angetan, dass sie in seiner Nähe sofort Herzklopfen bekommt. Elijah ist sehr attraktiv und alles andere als der arrogante Finanzhai. Und er hat großes Interesse, in „Proof of love“ zu investieren. Allerdings zieht das große Probleme mit sich- auch für ihn. Denn auch er verliebt sich rettungslos in Rory. Die Funken sprühen, es knistert, sie kommen sich immer näher. Aber diese Liebe ist unmöglich. Denn die Schwestern haben eine eiserne Regel: ihr Privatleben darf nicht mit Angelegenheit der Agentur vermischt werden. Privates und Berufliches dürfen nicht vermischt werden. Damit ist Elijah für sie komplett tabu. Aber so einfach ist das nicht, denn er verbringt einige Wochen in der Agentur, um sich ein Bild von der Arbeit zu machen. Und Rory darf den Deal mit ihm nicht gefährden…

Ich habe so mit den Beiden mitgelitten! Für mich ist „Proof of hope“ kein klassisches New Adult. Natürlich tragen Rory und uach Elijah ihre persönlichen Probleme mit sich herum, aber für mich das Buch ein klassischer Romance-Roman, den ich sehr genossen habe. Rory ist eine so angenehme Protagonistin, sie ist stark und auch wenn sie nicht an die Liebe glaubt, sehr empathisch und einfühlsam. Sie lebt das Leben, gibt nie auf und ist tiefgründiger, als man im ersten Moment denkt. Elijah ist nicht der typische Businessmann, den wir aus x anderen Romanen kennen. Er ist zwar sehr attraktiv, reich und selbstbewusst, aber ihn umtreiben auch Probleme und Gedanken, die ihm das Leben nicht gerade erleichtern. Ich liebe die Chemie zwischen ihm und Rory sehr. Und ich finde das Setting rund um eine New Yorker Treuetest-Agentur sehr gelungen! Mal was vollkommen anderes, dazu drei Schwestern, die nach und nach ihre Liebe finden.

Ich vergebe mit gutem Gefühl volle 5 von 5 *. Ein Lesehighlight, was mich mitgerissen hat. Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig und es gibt keine unnötigen Längen. Großartig!

 

Sarah Sprinz: Infinity Falling- Mess Me Up

Die Romane von Sarah Sprinz sind klassisches New Adult- und werden jedes Mal gefeiert. Mit „Falling Infinity- Mess Me Up“ landete mein erstes Buch von ihr in meinen Händen. Ich habe das Buch leider abgebrochen, was ich sehr schade finde. Lest hier, warum ich dies schwerzen Herzens tun musste.

Das Genre „New Adult“ gehört zu einem meiner liebsten. Ja, auch mit fast 40 Jahren kann man das Genre noch lesen. Die Bücher besitzen immer sehr tiefgründige Themen und sind sehr intensiv, lassen uns mitleiden und mitfiebern. Ich habe mich mit „Infinity Falling- Mess me up“ an mein erstes Buch von Sarah Sprinz gewagt. Eine Autorin, die sehr beliebt ist und deren Bücher regelmäßig zu Bestsellern werden. Ich habe allgemein keine allzu großen Erwartungen an ein Buch, der Klappentext hier klang wirklich gut und mir gefielen die Rezensionen und Eindrücke, die ich zum Buch auf Social Media gelesen habe. Und ich habe „Infinity Falling“ tatsächlich abgebrochen.

Versteht mich nicht falsch. Es ist sicherlich alles andere als ein schlechtes Buch und meine Erfahrung ist sehr subjektiv. Der Storyplott hat so großes Potential und viele Leser:Innen sind einfach begeistert, ich habe wenige negative Stimmen gehört. Und ich kann das Buch auch nicht als „schlecht“ verurteilen. Ich bin nur einfach nicht hineingekommen, ich habe mich in der Handlung nicht zurecht gefunden und hatte überhaupt keinen Zugang zu den beiden Hauptprotagonisten. Ich liebe New Adult und natürlich gehören gewisse Themen einfach zu einem guten Buchkonstrukt in diesem Genre dazu. Aber ich habe es nicht geschafft, damit warm zu werden.

Das Setting, die Story, alles klingt verdammt gut, vielversprechend. Aber ich habe es so oft versucht, habe entgegen meines Gefühls weitergelesen, es hatte keinen Sinn mehr an einem gewissen Punkt. Es liegt nicht am Schreibstil, es liegt einfach an meinem fehlenden Zugang zum Roman, zu der Hauptprotagonistin. Mir sind die Protagonisten zu problembehaftet, zu dramatisch gezeichnet und irgendwie passiert alles, aber auch nichts. Sehr sehr schade. Der Schreibstil ist großartig, aber es will einfach nicht funktionieren bei mir.

Daher gebe ich nur sehr subjektive 2,5/5 *. Sorry!

 

 

Franziska Blum: Chiemseeträume

Wer mich kennt und wer meine Rezensionen regelmäßig liest, der weiß, dass ich die Bücher von Lotte Römer sehr gerne lese. Unter ihrem eigentlichen Namen hat sie mit „Chiemseesommer“ im letzten Jahr einen wundervollen Roman veröffentlicht, den ich sehr sehr mochte. Mit „Chiemseeträume“ erschien Band 2. Konnte die Geschichte rund um Christina und ihre Töpferei mit Band 1 mithalten?

Im ersten Band „Chiemseesommer“ lernten wir Stadtpflanze Nelly kennen, die auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater in Priem am Chiemsee landet. Er betreibt dort eine Lakritzmanufaktur, die auch in Band 2 erwähnt wird. Mittlerweile ist Nelly in die Familie Rieger aufgenommen worden und versteht sich mit ihrer Halbschwester Christina prima. Diese war anfangs eher stur und sehr skeptisch, was Nelly anging. Und um Christina geht es nun!

Sie arbeitet in der Manufaktur mit, aber es macht ihr keinen Spaß. Denn ihre Leidenschaft war schon immer das Töpfern, das Erschaffen von tonernen Kunstwerken mit den eigenen Händen. Regelmäßig stattet sie der Fraueninsel im Chiemsee, also direkt um die Ecke, einen Besuch ab. Dort steht neben einem Kloster eine wunderbare Töpferei, in die sie sich verliebt hat. Bei einem Ausflug auf die Insel, fällt Christina eine große Möglichkeit vor die Füße: die bisherige Besitzerin sucht eine Nachmieterin für ihren Handwerksbetrieb. Sie weiß anfangs nicht, ob sie das Abenteuer wagen soll, aber Nelly ist es, die ihr Mut zuspricht und so erfüllt sich ihr größter Traum: sie ist die Inhaberin der Töpferei. Dafür zieht sie mit ihrem Sohn Michael auf die Fraueninsel, denn zur Töpferei gehört auch eine schöne Wohnung. Christina wird sofort von den anderen Inselbewohnern warm empfangen und sie erleichtern den Beiden die Eingewöhnung. Besonders Fischer Benedikt, genannt „Bene“, findet Gefallen an der jungen Frau. Und sie versteht sich mit fast allen Bewohnern der Fraueninsel…

Fast… denn eines Tages passiert etwas schlimmes und Christina hadert mit ihrer Entscheidung. Jemand will sie nicht auf der Insel haben- oder steckt was anderes dahinter?

In der Zwischenzeit kehrt Michaels Vater in ihr Leben zurück- und zeigt auf einmal Seiten, die sie lange nicht an ihm erlebt hat. Er kümmert sich liebevoll um seinen Sohn- und ihr kommt der Gedanke, dass aus den dreien eine richtige Familie werden könnte. Aber da ist noch Bene, mit dem es gefunkt hat, der so anders ist als ihr Ex. Der kein Geheimnis aus seiner Zuneigung zu Christina macht, ihr das deutlich zeigt und der auch ihren Sohn großartig behandelt. Als dann die Töpferei in Gefahr gerät, zeigt sich, wer wirklich an ihrer Seite steh. Doch wem gehört ihr Herz und wird sie die Töpferei behalten?

Ich möchte nicht zu viel verraten. Ich mag es sehr, wie die Töpferei uns näher gebracht wird. Außerdem mag ich die Atmosphäre des Settings auf der Fraueninsel sehr. Ich habe Christina nicht verstanden, dass sie auf einmal wieder Gefallen am Vater ihres Sohnes findet und Bene damit verletzt, aber das ist ja meine persönliche Wahrnehmung 🙂 Christina hat eine tolle Entwicklung nach Band 1 erlebt. Sie ist umgänglich, authentisch, warmherzig und ehrlich. Und ich mag auch Michael, ein toller Junge, den die Autorin da als Nebenprotagonisten erschaffen hat. Und was ich besonders mag: wir treffen Nelly und alle anderen Protagonisten des ersten Bandes wieder. Klasse.

Ich hatte wieder große Freude beim Lesen und habe mich durch das toll transportierte Setting direkt an den Chiemsee entführt gefühlt. Ein warmherziger, spannender Roman rund um eine Frau, die ihren Traum verwirklicht und dabei das eine oder andere Hindernis aus dem Weg räumen muss.

4,5/5*

Hanna Blixt: Zimtschnecken Und Schneegestöber

Und da sind sie wieder. Die Bücher mit Bezug zu Weihnachten, dem Winter und der Adventszeit. Feelgoodromane. Der neue Roman „Zimtschnecken und Schneegestöber“ von Hanna Blixt reiht sich in diesem Jahr in dieses Genre ein. Ich war sehr gespannt, ob mich die Geschichte für sich gewinnen konnte. Heute folgt meine Rezension.

Ich mag das Cover. Es verströmt eine schöne Winterstimmung und ich finde es wirklich passend. Es lädt regelrecht ein zur Lektüre des Romans bei einer Tasse Tee, Keksen und mit Kuschelsocken unter der Decke:)

Klappentext: “ Weiße Flocken tanzen vom Himmel, als Nora frisch getrennt in Leksand ankommt. Als sie klein war, fühlte sie sich an diesem Ort in der schwedischen Provinz zu Hause – und darum ist er perfekt für ihren Neubeginn. In das rote Holzhäuschen, das bedeckt von einer dicken Schneedecke am Rande eines zauberhaft funkelnden Sees steht, verliebt sie sich auf den ersten Blick. Innen ist es zwar nicht ganz so einladend wie erwartet, doch davon lässt sie sich nicht entmutigen. Mit ihrem Händchen für Inneneinrichtung weiß sie, wie sie es sich auch ohne viel Geld gemütlich machen kann – und dass ihr sympathischer Nachbar Viktor den Kamin in Gang bringt, ist der erste Schritt zu einem kuscheligen Zuhause. Immer wenn sich ihre Blicke begegnen, erfasst sie ein so warmes Gefühl wie bei einer Tasse heißer Schokolade. Doch Viktor verbirgt eindeutig ein Geheimnis – und es kommt gar nicht infrage, dass Nora ihr Herz noch einmal dem falschen Mann schenkt …“

Eine Anmerkung vorweg: wir haben hier zwei Geschichten vorliegen, die zu einem Erzählstrang zusammengefasst werden. Das ist das Besondere an dem Buch. Wenn diese einer/einem Leser:in nicht klar ist, könnte es zu Verständnisproblemen kommen. Es hilft ab und zu, mal die eine oder andere Rezension zu lesen:)

Nora ist also frisch getrennt und dadurch zieht es sie aus der City aufs Land. Natürlich ist die Liebe ein elemantarer Bestandteil dieses Buches. Denn da ist ihr attraktiver Nachbar Viktor, der sie sofort in ihren Bann zieht. Und damit beginnt die Geschichte der Beiden, die mir wirklich Spaß gemacht hat. Es geht um zarte Bände, die Angst vor etwas neuem, Vertrauensprobleme, aber auch um tiefe Gefühle und echte Liebe.

Dann gibt es da noch die Geschichte von Claes. Der Autor ist auf der Suche nach neuer Inspiration und Motivation und findet sie im Buch. Wir werden Zeugen davon. Dieser parellele Erzählstrang hat mir gut gefallen. Es gibt jedoch keinen einzigen Moment, in dem Nora und Claes sich kennen lernen. Nur wir Leser:innen wissen, was es mit ihrer außergewöhnlichen Verbindung auf sich hat. s

Ich habe mich in den Schreibstil von Hanna Blixt verliebt. Sie nimmt uns mit ins winterliche, verschneite Schweden und schafft damit den Schauplatz für diese schöne Geschichte. Sie zeichnet mit den Protagonisten tolle Menschen, die ich als sehr angenehm empfunden habe, allen voran Nora und Claes, aber auch Viktor gefällt mir ausgesprichen gut. Das Setting ist toll, der Schreibstil irgendwie besonders, warmherzig und ich habe mich sofort nach Schweden entführt gefühlt. Das ideale Buch für lange Lesestunden.

4/5 *