Mila Paulsen: Sex Für Fortgeschrittene

Das Erste, was mir bei diesem Buch ins Auge fiel, war das Cover. Ein Pandabärenpaar mit Peitsche- wie passend zum Titel „Sex für Fortgeschrittene“. Dank dem Bloggerportal kam der Roman von Autorin Mila Paulsen vor dem Wochenende bei mir an und ich konnte somit ordentlich schmökern, jetzt folgt meine Rezension…

„Sex für Fortgeschrittene“ ist übrigens der zweite Teil zum Vorgänger „Sex für Wiedereinsteiger“.

Klappentext: „Sie sind zurück! Nachdem der VHS-Kurs »Sex für Wiedereinsteiger« nicht nur ihrem Sexualleben eine völlig neue Richtung gegeben hat, geht es endlich wieder zur Sache: Andrea, Mutter eines Hotel-Mama-Sohns, Maren, schwanger von einem außerehelichen One-Night-Stand, Anja, Partnerin eines spielsüchtigen Polizisten, und Iris, erfolgreiche Mami-Blog-Influencerin erleben, dass im Aufbaukurs »Sex für Fortgeschrittene« nicht nur alte Bekannte, sondern auch viele neue Erkenntnisse auf sie warten. Vor deren Risiken und Nebenwirkungen ist nicht einmal die frisch verheiratete Kursleiterin Tilda sicher. Denn wie ahnt Dörte, Gründerin eines Dildo-Start-ups, schon im Unterricht: »Es heißt wohl Wechseljahre, weil man da oft nochmal den Partner wechselt!“

Auch dieser zweite Band lässt sich in keine Genreschublade einsortieren! Die Autorin kombiniert eine Art humorvollen Sexratgeber mit einer unterhaltsamen Story und geht dabei entpannt mit diversen Themen um, die für andere sicher ein Tabu sind. Klingt eigentlich gut- aber fiel bei mir leider ziemlich durch.

Ich habe den ersten Band bereits gelesen und fand ihn durchwachsen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich keinen Blog und konnte meine Meinung auch nicht mit euch teilen. Mir fällt es erneut schwer, durchzublicken. Die Story ist ja ganz lustig, unterhaltsam und immer wieder fügt die Autorin Wissen und Know-How rund um das Thema Sexualität ein, allerdings strengt mich auch der zweite Band wieder ziemlich an. Ich mag die Protagonistinnen nicht sehr, ich habe mit dem Vorwissen des ersten Bandes zwar einigen Handlungssträngen folgen können, aber ich bin leider nicht begeistert.

Somit ist „Sex für Fortgeschrittene“ eine lockere Lektüre für zwischendurch, aber mehr auch nicht. Ich mag den Schreibstil zwar, aber er ist manchmal ziemlich drüber. Wie soll ich es beschreiben? Belehrend, aber auf keine so tolle Art.

Daher kann ich zum ersten Mal seit langem auch nur 2,5/5 * vergeben. Schade… die Idee ist super, aber die Umsetzung ist für mich leider kein Highlight.

2,5/5 *

Sophie Zach: Die Bergwacht: Alpenglühen

Im Verlag Rowohlt ist kürzlich mit „Die Bergwacht“ eine neue Reihe gestartet. Der Verlag war so freundlich und hat mir den ersten Teil „Alpehnglühen“ zugesendet. Ich habe mich sehr gefreut und war gespannt, was sich hinter diesem idyllisch klingenden Roman versteckt!

Im Mittelpunkt steht das Leben von Lena, die als Bergführerin in den Alpen arbeitet. Der bisherige Leiter der lokalen Bergwacht nominiert sie als Nachfolgerin. Und damit überrascht er nicht nur die junge Lena, sondern auch ihre Kolleginnen und Kollegen. Denn damit sorgt er für Neid und Missstimmung. Lena hat nicht damit gerechnet und sieht sich nun Anfeindungen ausgesetzt, die völlig haltlos sind. Dieser Handlungsstrang ist interessant, aber ich habe mich ein wenig schwer mit ihm getan. Lena ist eine nette Protagonistin, keine Frage- doch sie bekommt für mich erst richtigen Charakter, als Ben auftaucht, den sie aus der Schule kennt. Und eben dieser scheint der neue Ranger im Dorf zu sein. Sie hatten kein gutes Verhältnis zueinander, denn Ben war einst ein echter Quälgeist, der nur Mist gebaut hat. Und sie verzichtet gerne darauf, ihr angespanntes Verhältnis zu verbessern.

Aber dann passieren Dinge, die ihre Pläne ändern. Sie will die Leitung der Bergwacht nicht übernehmen, es ist mit zu vielen Unstimmigkeiten verbunden und sie kann das nicht mit ihrer Einstellung vereinbaren.
Doch dann muss die Bergrettung eingreifen, denn es geht um Leben und Tod. Plötzlich muss Lena eine Führungsrolle übernehmen. Schafft sie das? Und was ist mit Ben, mit dem sie eigentlich nichts zu tun haben möchte?

Ich hatte vor dem Lesen die Befürchtung, dass es sich bei diesem Buch um einen seichten Roman mit ganz viel Heimatklischee handeln könnte. Bergwacht, ein kleines Dorf, Alpen… aber ich habe mich eines Besseren belehren lassen.

Die Geschichte ist wirklich spannend und mitreissend. Lena mauserte sich in meiner Wertung zu einer patenten, sympathischen Frau, die sich Situationen stellen muss, die über sich hinaus gehen muss. Und dazu noch eine angenehme Liebesgeschichte mit leichtem Enemies-to-lovers-Trope, wie man so schön sagt. Eine schöne Lektüre für vergnügliche Lesestunden. Natürlich werde ich mir auch Band 2 zulegen. Ich bin gespannt!

4/5 *

Luise Diekhoff: Gezeitenkinder

Erst kürzlich erreichte mich mit „Gezeitenkinder“ ein echtes Buchhighlight. Momentan lese ich ein Buch mit sehr ernstem Thema, „Gezeitenkinder“ habe ich mich sofort gewidmet- und es hat sich gelohnt!

Ich liebe momentan Bücher, die in der Vergangenheit spielen, so auch dieser Roman von Luise Diekhoff.

Klappentext: „Norderney 1962: Die junge Hanna fängt im Kindererholungsheim Strandhafer als Pflegerin an. Sie ist voller Hoffnung, einen Beitrag zum Guten in der Welt leisten und den kranken Kindern dort helfen zu können. Doch schnell stößt sie dabei auf Widerstand: Oberschwester Margot leitet das Heim mit harter Hand, Hanna fühlt sich bald von der strengen Frau drangsaliert. Wie kann solch eine herzlose Person die Aufsicht über kranke Kinder führen? Hanna beginnt zu recherchieren. Dabei stößt sie auf immer mehr erschreckende Ungereimtheiten in der dunklen Geschichte des Heims. Sie muss sich entscheiden: wie gewohnt den Kopf einziehen oder für ihre Überzeugungen kämpfen. Und dafür alles riskieren.“

Sobald das Setting eines Buchs an der Nordsee spielt, möchte ich es lesen. Und gerade Norderney liebe ich sehr. Das Buch spielt auf der Insel im Jahr 1962. Unsere Hautprotagonistin heißt Hanna und sie ist eine beeindruckende, junge Frau. Sie beginnt eine neue Stelle als Kinderpflegerin in einenm Erholungsheim. Ihre Arbeit ist ihr Ideal, sie kümmert sich voller Herzblut um die Kinder dort, die sehr leiden. Aber so leicht ist das nicht. Denn mit ihrer Einstellung ist sie fast allein im Heim „Strandhafer“ und sie macht sich nicht nur Freunde mit ihrem Mitgefühl und dem Wunsch, jedem Kind besonders zu helfen. Die Kinder müssen sich im Heim Maßnahmen unterziehen, die mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Hanna ist ein Lichtblick für sie, denn sie hat eine andere Auffassung von Behandlung und „Erholung“. Und mit genau dieser menschlichen, einfühlsamen Einstellung stößt sie fast nur auf taube Ohren, denn im Heim herrscht nicht nur menschliche Kälte. Die Erziehungsmaßnahmen sind unfassbar, grausam und menschlich nicht zu begreifen.

In der damaligen Zeit haben manche ihre Kinder den Sommer über in Einrichtungen wie dem „Strandhafer“ „geparkt“. Sehr traurig, aber leider kein seltener Fall. Und genau das ging mir sehr zu Herzen. Ich habe jede Seite inhaliert, ich wollte wissen, ob Hanna sich durchsetzen kann und wie sich die Geschehnisse im Kindererholungsheim entwickeln. Ein Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Hanna ist großartig. Ihre Ansichten, ihre Einstellung, sind eine Wohltat für die Kinder, aber auch für das Herz des Lesers. Sie bringt mehr Herz und Emotionalität in die Einrichtung.

Ein emotionaler, tiefgründiger, intensiver Roman. Das Setting hat mir gut gefallen, Hanna ist authentisch und ich mag die Geschichten der Kinder, die wir ebenfalls erfahren dürfen. Ein Kampf gegen Widerstände, der spannend und mitreissend ist bis zur letzten Seite.

4,5/5 *

Anna Bell: Doppelt Geliebt Hält Besser

Vor einiger Zeit habe ich Autorin Anna Bell für mich entdeckt. Ihre Bücher sind eine tolle Mischung aus Rom Co, viel Humor und genau der richtigen Portion Gefühl. Mit „Doppelt geliebt hält besser“ durfte ich dank der Verlagsgruppe Droemer Knaur einen weiteren ihrer Romane lesen- und bin begeistert. Momentan hole ich es nach, die von mir gelesenen Bücher zu rezensieren. Gelesen habe ich „Doppelt geliebt hält besser“ bereits im Frühling. Da ich momentan daran arbeite, meine mentale Gesundheit wiederherzustellen, komme ich nun dazu, euch nach und nach die gelesenen Schätze vorzustellen.

Los geht´s !

Klappentext: “

Das zweite erste Date:
Im originellen humorvollen Liebesroman der britischen Autorin Anna Bell steht Ellie vor der Frage, ob sich ihr Mann Max nach einem Gedächtnisverlust ein zweites Mal in sie verlieben wird.

Für Ellie war es immer schon Max – bis der allerdings mehr in ihr gesehen hat als »Spider«, die nerdige Freundin seiner kleinen Schwester, hat es eine ganze Weile gedauert. Doch seit vier Jahren sind sie glücklich verheiratet und erwarten in wenigen Wochen ihr zweites Kind.

Da trifft es Ellie wie ein Schock, als Max sie eines Tages mit »Spider« anspricht: Er hat jede Erinnerung an die letzten fünf Jahre verloren – und damit auch an seine Ehe mit Ellie. Die Diagnose lautet dissoziative Amnesie, was sie ausgelöst hat und ob sie umkehrbar ist, wissen die Ärzte nicht.

Kann es Ellie gelingen, Maxʼ Herz ein zweites Mal für sich zu gewinnen?

Mit »Doppelt geliebt hält besser« hat Anna Bell eine hinreißende romantische Komödie geschrieben, in der britischer Humor auf Szenen zum Dahinschmelzen trifft.“

Wie schön kann ein Roman bitte sein? Ich mochte Ellie auf Anhieb. Sie ist authentisch, lebensnah und ich mag ihre Art.Max ist ihre große Liebe. Er war früher „nur“ der Freund ihres großen Bruders, aber dann verliebten die Beiden sich ineinander und heirateten Jahre später, werden Eltern. Sie führen ein glückliches Familienleben, Ellie ist schwanger mit dem zweiten Kind. Und dann passiert etwas, was ihr den Boden unter den Füßen wegreisst: Max erleidet eine bestimmte Art der Amnesie und damit sind die letzten Jahre an Ellies Seite aus seinem Gedächtnis gestrichen. Und damit beginnt nicht nur das Chaos, sondern auch eine vollkommen andere Zeit für das Paar und ihre Familie.

Dieser Erzählstrang ist tragisch, ich habe sogar an manchen Stellen geweint. Denn gerade war Max noch ihr liebender Ehemann, plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt. Ellie, die ihr zweites Kind erwartet, hat nicht nur die Verantwortung für ihre Familie, sondern arbeitet auch daran, dass Max sich wieder erinnern kann. Und so gehen sie zu einem zweiten ersten Date. Wird Max sich wieder neu in sie verlieben? Oder steht die Amnesie ihrem Glück im Weg?

Natürlich kommt Anna Bells Roman nicht ohne eine gute Prise Humor aus. Ich habe mich so gut unterhalten gefühlt, trotz des eigentlich ernsten und traurigen Themas. Protagonistin Ellie hat so viele tolle Facetten, die es uns Leser:innen leicht macht, sie ins Herz zu schließen und mitzufiebern. Die Liebe zwischen ihr und Max ist so intensiv, echt geschildert, man leidet mit den Beiden mit.

Dieser Roman hat mich weinen und lachen lassen zugleich. Ich habe jede Seite genossen und ich bin so froh, dass ich Anna Bell durch „Auf dich war ich nicht vorbereitet“ für mich als Autorin entdeckt habe.

Ein tolles Buch, tiefgängig, humorvoll, aber auch lebensbejahend und nachdenklich. Wunderbar!

4,5/ 5 *

Franziska Blum: Chiemseesommer

In den letzten Tagen hatte ich einen schönen „Aha“-Moment! Wer mich kennt oder meinem Blog folgt, der weiß, wie sehr ich die Bücher von Autorin Lotte Römer liebe. Ob ihre „Norderney“-Reihe oder die aktuelle Reihe, die in den Alpen spielt. Ich liebe ihre Settings, ihre Geschichten und Protagonisten. Und umso erstaunter war ich, als ich den Roman „Chiemseesommer“ von Franziska Blum voller Begeisterung beenden konnte und nach der Autorin gesucht habe. Denn hinte Franziska Blum steckt Lotte Römer, bzw. umgekehrt. Und damit habe ich wieder mal gemerkt, wie großartig ich ihre Bücher finde!

Nelly ist eine ganz besondere Protagonistin. Ich mag sie sehr, denn direkt auf den ersten Seiten konnte sie mein Leserinherz für sich erobern. Sie hat gerade ihre Mutter verloren, bei der sie aufgewachsen ist. Ihr Vater war ihr bisher unbekannt. Doch dann erhält sie eine Visitenkarte mit seiner Adresse: er betreibt in Priem am Chiemsee eine Lakritzmanufaktur. Sie reist kurzerhand dorthin, Im Gepäck die Frage: warum hat er sich nie um sie gekümmert? Warum war sie ihm so egal? Dort angekommen fühlt sich die Städterin überraschend wohl in der bayerischen See- und Alpenlandschaft. Schnell lernt sie dort Quirin kennen, der ihr bei der ersten Begegnung so gar nicht sympathisch ist.
Sie sucht die Manufaktur auf- und wird irrtümlicherweise für die neue Aushilfe gehalten. Nelly spielt das Spiel mit- denn sie ist neugierig auf seinen Vater und dessen Familie. Denn was sie von ihm mitbekommt, passt so gar nicht zum Bild des lieblosen, ignoranten Erzeugers. Und bei der Zusammenarbeit lernt sie ihn kennen und merkt, dass die Dinge nicht so sind, wie sie bisher erschienen. Und sie fühlt sich ihm bald sehr nah, immerhin hat sie sein Talent für die Lakritzherstellung und die Liebe zu diesem Handwerk scheinbar geerbt. Sie verstehen sich bestens. Aber zwischen ihnen steht die Lüge über Nellys Identität, die Abneigung ihrer Halbschwester Christina. Schafft Nelly es, Teil der Familie zu werden? Wie wird ihr Vater auf ihre Lüge reagieren? Und schafft sie es, die Sympathie von Christina zu erobern? Und dann ist da auch noch Quirin, der alles andere als unsympathisch ist…

Wieder mal hat es Lotte/ Franziska geschaft, mich mit einem Roman zu begeistern. Ich bin so verliebt in diesen Roman, obwohl ich es ja nicht sooo mit den Bergen als Setting habe. Sehr sympathische, authentische Charaktere, eine spannende, aber liebevolle Handlung, dazu ihr typisch flüssiger und toller Schreibstil- fertig ist der perfekte Roman für tolle Lesestunden.

5/5 *