Lena Hofmeister: Die Goldschmiede Im Sternenweg

Der Titel „Die Goldschmiede im Sternenweg“ klingt nach einem echten Wohlfühlroman. Und nachdem ich bereits zwei Romane von Lena Hofmeister gelesen habe und sie wirklich mochte, durfte es nun das neue Buch der Autorin sein.

Paula entdeckt im Sternenweg eine alte Schmiede- und ist sofort hin und weg von ihr. Aber die Nachbarschaft ist das problem, allen voran die Kinder, aber auch die Erwachsenen. Sie sind ganz schön eigenwillig. Hat Paula die falsche Entscheidung getroffen und die Schmiede übernommen? Aber dann kommt ein Schneesturm und das Dorf ist von der Aussenwelt plötzlich abgeschnitten. Jetzt merkt Paula, was Zusammenhalt bedeutet und lernt die Nachbarn von einer gar nicht mehr nervigen Seite kennen. Die Dorfgemeinschaft hält zusammen und gemeinsam können sie der Situation sogar etwas tolles abgewinnen.

Erwartet bitte keinen klassischen Liebesroman. In diesem Buch geht es um Zusammenhalt, Freundschaft, Hilfe und Loyalität. Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte, aber diese ist nicht primär der zentrale Storyplott.

Ich mag den Schreibstil der Autorin zwar, aber dieses Mal konnte sie mich nicht ganz abholen. Der Roman ist wirklich unterhaltsam, aber er plätschert ab und zu nach meinem Leseempfinden einfach so dahin. Das liegt für mich an Paula, die mir nicht extrem sympathisch war. Natürlich kann mich die Hauptprotagonistin nicht immer begeistern- muss sie aber auch gar nicht! Trotzdem hätte ich mir bei ihr mehr Tiefgang gewünscht, mehr Einfühlungsvermögen.

Die anderen Romane waren in Ordnung, auch dieser ist angenehm. Ein Buch für zwischendurch, aber sicher kein Leselight. Sorry!

3/5 *

Debbie Macomber: Seesternwünsche (Cedar Cove 7)

Debbie Macomber hat sich einen Ruf als legendäre Unterhaltungsautorin erarbeitet. Kein Wunder,denn ihre Romance-Bücher sind wirklich klasse. Ich habe gerade den 7. Band der „Cedar Cove-„Reihe gelesen: „Seesternwünsche“. Es war mein dritter Roman der Autorin und ich wurde keinesweg enttäuscht. Es war allerdings der erste Band der Reihe für mich…

Es geht um Protagonistin Teri. Sie hat ihre große Liebe geheiratet: Bobby Polgar, er ist Champion im Schach. Sie arbeitet in einem wunderbaren Schönheitssalon in der Stadt und hat mit Bobby ein traumhaftes Haus bezogen, welches einen großartigen Panoramablick auf den Strand und das Meer besitzt. Aber dann ziehen dunkle Wolken am sonst himmelblauen Himmel auf! Was umtreibt Bobby? Er wirkt abwesend und scheint ihr etwas zu verheimlichen. Immer wieder ist er gedanklich abwesend und Teri weiß nicht, was los ist. Aber so richtig will ihr Mann nicht mit der Sprache herausrücken. Kommt sie noch hinter sein Geheimnis?

Ich habe mich sofort in Cedar Cove eingelebt! Es ist wirklich das typische amerikanische Städtchen, kuschelig und idyllisch. Und es war schön, in das Geschehen dort einzutauchen.

Die Geschichte ist so angenehm und leicht, sie macht großen Soaß und hat mich wundervoll unterhalten. Die Bewohner lernt man sicher in den vorherigen Büchern kennen, die ich mir vermutlich nach und nach zulegen werde. Einfach, um mehr von dieser Stadt zu entdecken und weitere zauberhafte Geschichten lesen zu dürfen.

Allerdings fehlt es dem Storyplott auch nicht an Tiefgang. Es geht um chronische Erkrankungen, Alkoholabhängigkeit, aber auch um Werte wie Liebe, Freundschaft, Loyalität und natürlich Familie.

„Seesternwünsche“ ist lebensnah, emotional, mitreissend und berührend. Eine Geschichte, die aus dem wahren Leben gegriffen sein könnte.

Die Autorin konnte mich für sich gewinnen und ich vergebe

4,5/5 *

 

Jo Simmons: Vampirkönigin Wider Willen- Fake It Till You Make It

Vampire sind aus dem Genre Fantasy nicht mehr wegzudenken, auch in der Kinder- und Jugendliteratur kommen sie oft vor. Jo Simmons widmet in der Reihe „Vampirkönigin wider Willen“ eine ganze Reihe einem 15jährigen Mädchen namens Mo Merrydrew, die plötzlich Vampirönigin wird. In Band 1 begleiten wir sie auf ihrem Weg.

Eigentlich fühlt sich Mo wie ein ganz normales Mädchen- ein menschliches, versteht sich. Aber sie is tmehr als das. Sie ist die Vampirkönigin von Großbritannien! Dies erfährt sie von einem gruseligen Vampir, der sie auf dem Nachhauseweg von der Schule abfängt. Mo glaubt das alles nicht. Seit wann gibt es Vampire und warum sollte sie deren Königin sein?
Aber sie möchte das nicht wahr haben- und überhaupt hat sie ein Problem mit der Krönung. Denn es passt so gar nicht zu ihren Prinzipien! Und ausserdem ist sie Vegetarierin- wie soll sie sich denn bitte von Blut ernähren? Sie ist wirklich ungeeignet für den Job der Vampirkönigin.

Aber dann ist da der Gedanke, dass sie in der Schule bei den Kameraden endlich was zu sagen hätte mit dem Amt als Königin. Und letzten Endes ist ausgerechnet ein Junge ausschlaggebend für ihre Entscheidung, sich dem Ganzen doch zu fügen. Luca hat es ihr angetan, ein sehr hübscher Vampirvertrauter.

Doch so einfach ist es nicht, ihre neue Aufgabe und ihr normales Leben unter einen Hut zu bekommen. Und sie will nicht das Menschsein aufgeben. Wie schafft sie das alles?

Die Autorin hat mit ihrem ersten Jugendroman ein Buch geschaffen voller Fantasy, voller Biss (achtung, Wortwitz! 🙂 ), aber greift auch viele Themen auf, die jugendliche Leser umtreibt. Freundschaft, erste Liebe, Probleme in der Schule mit anderen Schülern, Vertrauen und Zusammenhalt. Und natürlich darf ein gewisser Gruselfaktor nicht fehlen. Damit hat die Autorin den perfekten Jugend-Vampirroman erschaffen. Gruselig, aber auch humorvoll und mitreissend.

Der Schreibstil der Autorin ist altersgerecht und sehr gut verständlich. Trotzdem erschafft sie mit ihrer neuen Reihe eine ganze besondere. Die Geschichte der jungen Vampirkönigin Mo, die zwischen ihrem neuen Leben und dem alten hin- und herswitchen muss. Wir begleiten sie dabei und ich kann euch sagen, dies ist wirklich spannend und konnte mich vollkommen überzeugen. Ein sehr cooler Roman für ältere Kids und Teenager, der in keinem Bücherregal fehlen darf. Ein bildhafter, fantasievoller Schreibstil, viel Spannung und ein angenehmer Gruselfaktor, fertig ist ein gelungenes Buch, welches auch mir großen Spaß gemacht hat!

 

5/5 *

Michelle Adams: Die Sammlerin Der Erinnerungen

Wie schön kann ein Cover bitte sein? Im Bloggerportal sprang mir kürzlich das Buch „Die Sammlerin der Erinnerungen“ ins Auge. Der Klappentext klingt so gut, dass ich das Buch angefragt habe. Vielen Dank für die Zusendung, liebes Team vom Bloggerportal.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen und an zwei Orten.

Frances verlebt die warme Jahreszeit in einem südfranzösischen Dorf, irgendwann in den 80ern. Ihr Herz gehört Benoit und sie erlebt den Sommer ihres Lebens mit ihm. Allerdings werden die Beiden getrennt, als er ihr von einem dunklen Geheimnis erzählt- sie können nicht mehr zusammen sein.
Dann geht es weiter in England, im Jahr 2022. Harry Langley ist der Sohn von Frances, welche gerade gestorben ist. Er kümmert sich um die Abwicklung ihres Vermächtnisses, dazu gehört die Auflösung ihres Haushaltes. Er muss eine Aufgabe erfüllen: eine besondere, wertvolle Schatulle finden. Seine Ex-Freundin Tabitha hilft ihm dabei. Was von großem Vorteil ist, denn sie arbeitet als Kunsthistorikerin. Zusammen sortieren sie das Sammelsurium von Andenken seiner Mutter durch. Und immer mehr gleiten sie hinein in Frances Leben, in ihre Vergangenheit. Aber in welchem Zusammenhang steht die Schatulle? Und welches Geheimnis umgibt ihr damaliger Sommer in Südfrankreich?

Die Geschichte hat viel Potential- und ich habe es heute in einem Rutsch durchgelesen. Ich wollte wissen, welches Geheimnis von Benoit auch Frances beeinflusst hat und welche Auswirkungen dies auf Harry hat. Die Suche nach den Puzzleteilen, welches hinterher ein ganzes ergeben sollen, das Puzzle von Frances Leben, hat mir großen Spaß gemacht. Der Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass man dran bleibt und man mitfiebert.

Und trotz der wirklich guten Story, ich habe mich schwer getan, Zugang zu Harry und Tabitha zu bekommen. Ich hätte mir gewünscht, dass ich mehr von der einstigen Liebe und den wieder aufflammenden Gefühlen nachempfinden konnte, aber meine Erwartungen dahingehend wurden leider nicht erfüllt. Ich vermisse Leidenschaft, Liebe und Wärme zwischen ihnen. Das ich diese nicht fühlen konnte, tut mir wirklich leid. Der Storyplott ist spannend und ich habe darauf gewartet, dass ich noch ein Gefühl für die Beiden bekomme. Leider war das nicht der Fall.

Aber vielleicht geht es ja anderen Leser:innen ganz anders! Ich bin eigentlich eine sehr empathische Leserin, aber hier fehlte mir der Zugang. Was nicht bedeutet, dass das Buch schlecht ist. Es ist solide, sorgt für nette Unterhaltung. Aber leider konnte es mich wegen der für mich mangelnden Emotionen von Harry und Tabitha nicht umhauen. So schade.Aber es gibt auch mal das eine oder andere Buch, was mich nicht erreichen kann.

3,5/5 ‚

Felicity D´Or: Kann Ein Lord Denn Sünde Sein?

Bestseller-Autorin Felicity D´Or schenkt uns mit ihrer erfolgreichen „Enterprising Ladies“-Reihe wunderbare Regencyromance. Ich kannte sie bisher nicht und bin froh, ihre Bücher nun für mich entdeckt zu haben. Ich liebe Regency, nach „Bridgerton“ liebe ich es, andere Autorinnen des Genres kennen zu lernen. „Kann ein Lord denn Sünde sein?“ ist der fünfte Band der Reihe und ist bereits im April 2021 erschienen.

Lady Annabell Vaugh ist anders als andere Damen ihres Alters und Standes. Sie liebt lieber die Tiere und verbringt viel Zeit mit ihnen. Sie hat gar keine Lust, sich einen Bräutigam, ferner einen Ehemann zu suchen. Sie ist nicht der Typ Frau, der nach typischen Konventionen leben möchte. Und es ist ihr größter Wunsch, zu ihren Tieren aufs Land zurück zu reisen und die ganze Gesellschaft nicht mehr erleben zu müssen!

Aber so einfach ist das nicht! Denn Annabells Familie ist reich und sie ist aus bestem Hause- und somit der Traum der heiratswilligen potentiellen Ehemänner. Und dann begegnet sie einem Mann, der ihre Prinzipien und ihre Meinung ändern könnte.

Ausgerechnet Sir Caspian Rougemont ist derjenige, der ihren Plan vom Leben auf den Land, nur mit ihren Tieren zusammen, vereiteln könnte. Er hat einen schlechten Ruf, außerdem muss sich Annabell vor allerhand Mitgiftjägern schützen, die es nur auf ihr Geld abgesehen haben und dann ist da noch ihre Tante, die ganz eigene Pläne schmiedet mit Annabell als vermeintliche Braut…

Das Cover gefällt mir schon mal richtig gut. Es zeigt eine Dame, wie sie nicht passender für das Genre Regency sein kann. Ob man sich so Annabell vorstellen möchte, bleibt jedem selbst überlassen 🙂

Ich fand etwas später in den Storyplott hinein, die Jagdgesellschaft war für mich ein wenig undurchschaubar. Die ganzen Namen, die dabei erwähnt wurden,die Verbindungen, haben mich leicht überfordert. Aber das gibt sich sehr schnell. Wir dürfen nicht vergessen: Regency-Romane leben von diesen Verbindungen, von Ladys, von heiratswilligen Gentlemen usw. Doch dann habe ich diesen Roman einfach nur geliebt.

Ich mag Annabell sehr, ihren Wunsch, ihr Leben anders zu verbringen als die anderen Damen ihrer Gesellschaft. Ich liebe Tiere ebenfalls, ich mag das Landleben und kann sehr gut nachvollziehen, warum sie zurückgezogen leben möchte. Mich würde diese heiratswütige Gesellschaft in der Regency-Zeit heillos überfordern.

Auch der Protagonist Caspian konnte mich überzeugen. Wir erfahren nach und nach einiges über ihn, beide Hauptprotagonisten entwickeln sich im Laufe der Geschichte deutlich. Caspian ist ab und zu mal etwas selbstmitleidig, was aber zu seiner Art passt. Die Energie zwischen ihm und Anabell hat mich mitgerissen, ich habe die sich aufbauenden Gefühle zwischen den Beiden wirklich gut nachempfinden können. Voller Spannung und Anziehung zueinander.

Der Schreibstil ist frisch, modern, aber passt auch sehr gut zu dem Genre. Felicity D´Or hat es mir leicht gemacht, ins Geschehen einzutauchen. Ihr Schreibstil ist herrlich unterhaltsam und mitreissend, der Storyplott besitzt einige Twists, die mir sehr gut gefallen haben. Ich bin durch die Seiten geflogen und hatte wirklich Bridgerton-Vibes. Natürlich kann man Regency-Romane miteinander vergleichen, die Vibes sind ähnlich. Allerdings finde ich, dass die Autorin eine ganz eigene Art hat, zu schreiben. Ihre Protagonisten sind erfrischend, angenehm und mir gefäll Annabell besser als manch andere Protagonistin in diesem Genre.

5/5 *