Frieda Lamberti: Der Brieffreund aus Svealand

Mit „Der Brieffreund aus Svealand“ durfte ich meinen zweiten Roman der Autorin lesen.

Ana hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und muss neuen Mut fassen. Zuflucht findet sie bei Tjorben, Autor und ihr früherer Schulfreund. Sie führen seit einigen Jahren eine innige Brieffreundschaft miteinander. Langsam geht es Ana besser und sie fasst den Entschluss, Tjorben zu besuchen. Der Autor lebt in Svealand und mitten im Winter fährt sie dorthin. Allerdings empfängt nicht er seine überraschende Besucherin, sondern Jördis, seine Lebensgefährt. Tjorben selbst ist vorübergehend in seinem Landhaus untergekommen, um dort ein neues Deehbuch zu schreiben. Aber Ana darf bleiben. Doch je länger sie in Svealand und bei Jördis bleibt, umso stärker nimmt sie wahr, dass etwas nicht stimmt. Aber was ist es, was im Argen liegt? Ana fängt an, Erforschungen anzustellen. Und nach und nach merkt sie, wie sich durch diese Suche nach Fakten ihre eigene Einstellung und ihr eigenes Leben ändern…

Was nach einem ruhigen Roman voller winterlicher Magie klingt, ist so viel mehr. Die Autorin schafft es, auf ihre ganz eigene Weise für Spannung zu sorgen. Ihr Schreibstil ist wirklich richtig gut. Einfühlsam, aber auch mitreissend, intensiv und tiefgründig. Anas Brieffreundschaft zu Tjorben ist etwas, was ich gut kenne. Seit meiner Kindheit habe ich auch Brieffreundschaften, wenn auch keine dieser Art. Ich mag Anas Geschichte daher umso mehr. Ich hätte allerdings niemals mit der einen oder anderen Wendung gerechnet.

Die Charaktere sind wunderbar aufgebaut, die Tiefgründigkeit gefällt mir sehr gut. Denn nicht nur Tjorben umgibt ein Geheimnis.

Das Buch ist fesseln, sehr spannend und mitreissend. Ich hatte tolle Lesestunden und war wirklich im Storyplott gefangen. Ich wollte wissen, wie es weitergeht.

Ein erneut sehr gelungener Roman einer tollen Autorin.

Elissa Sussman: Wir treffen uns in New York

Über Weihnachten begleitete mich diese wunderbare Romanze.

Kathleen „Katee Rose“ galt als Amerikas großer Star und Talent. Sie war der absolut gefeierte Popstar und bildete mit Ryan, einem Boybandsänger, das perfekte Traumpaar. Aber der Ruhm hatte seine Schattenseiten. Katee kam nicht mehr damit klar und verbrachte eine Nacht mit Ryans Kollegen Cal, zu dem sie sich stark angezogen fühlte. Damit war die Beziehung Geschichte. Jetzt ist Katee wieder Katleen und füht ein ganz anderes Leben fernab des Ruhms. Bis Cal wieder in ihr Leben tritt und ihr eine Hauptrolle in einem Musical am legendären Broadway anbietet. Das ist natürlich ihr Traum und sie sagt zu. Doch dieses Mal wird sie Cals Anziehungskraft ignorieren und wird sich ihr nicht mehr hinlegen. Zu blöd aber auch, dass sie eng zusammen arbeiten müssen und die Anziehung zu stark ist… aber da ist noch die Vergangenheit, welche Kathleen eigentlich hinter sich gelassen hat.

Der Klappentext verspricht nicht zuviel! Ich habe dieses Buch verschlungen. Auf der einen Seite ist es die Geschichte rund um Kathleen, die mich wirklich fasziniert hat. Eine Geschichte, die auch in der Realität so abgelaufen sein könnte. Denn auch real gibt es Popstars, die frühen und großen Ruhm erleben, aber nicht mit ihm klar kommen. In diesem Fall zieht sich Kathleen aus der Öffentlichkeit zurück. Sie bildete mit einem Boybandsänger das Traumpaar, aber dann betrügt sie ihn mit Cal, zu dem sie sich stark hingezogen fühlt. Die Autorin schafft es, mich mit ihrem Schreibstil komplett in die Story zu ziehen. Er ist locker leicht, aber auch gefühlvoll und sehr bildhaft. Sie verleiht dem Storyplott ausreichend Gefühl und Tiefgründigkeit. Denn es geht nicht nur um Stars, um Ruhm, sondern um Gefühle.

Ich habe mit Kathleen mitgelitten, mitgefiebert. Die tiefen Gefühle für Cal, die sie nie ganz hinter sich gelassen hat, flackern wieder auf und sie muss sich ihnen stellen. Kathleen ist eine vielschichtige Protagonistin mit teilweise widersprüchlichen Gefühlen. Sie versucht, gegen ihre eigenen Gefühle anzukämpfen, die aber stärker sind. Cal ist auch ein interesanter Charakter, so viel besser als Ryan, der mir viel zu glatt ist.

Letzten Endes ist „Wir treffen uns in New York“ eine intensive, bittersüße Liebesgeschichte voller großer Gefühle und Unterhaltung. Ein angenehmes Lesevergnügen.

 

Anna Suchanek: Du bist okay, auch wenn du eine Angststörung oder Depression hast

Als Betroffene einer traumabedingten Angst- und Panikstörung, habe ich das Buch „Du bist okay, auch wenn du eine Angststörung oder Depresion hast“ von Anna Suchanek mit großem Interesse wahrgenommen und habe mich sehr gefreut, als ich es dank dem Bloggerportal als Rezensionsexemplar erhalten habe. Dieses Buch ist sehr wertvoll für mich geworden und heute erzähle ich dir, warum.

Vorweg eine Info, die ich persönlich sehr wichtig finde: Anna selbst hat eine Angststörung und kennt Angst- und Panikattacken seit ihrer Jugend. Das ist für mich wichtig, da sie somit ganz genau weiß, wovon sie spricht/ schreibt. Sie kennt die ganzen Symptome der Erkrankung selbst sehr gut und schafft es damit, mich komplett zu erreichen.

Zuerst geht es im Buch um die wichtigste Message überhaupt: wir sind wertvoll. Ja, wir haben eine psychische Erkrankung, aber dadurch sind wir nicht weniger wertvoll und sind „ganze“ Menschen. Mir ist es nach meiner Diagnose vor zwei Jahren erst mal schwer gefallen, dies zu verstehen zu akzeptieren, was mit mir los ist. Aber es ist kein Manko. Im Gegenteil. Durch die Angststörung, aber auch durch Depressionen, sind wir trotz allem oft mental viel stärker und uns unserer selbst viel stärker bewusst als „gesunde“ Menschen. Nein, eine psychische Erkrankung/ Störung macht uns nicht zu minderwertigen Menschen. Wir sind mehr als okay. Diese Message verdeutlicht Anna Suchanek auf wunderbar einfühlsame, aber auch ganz klare und deutliche Art und Weise. Dies ist genau der richtige Denkanstoß und exakt die Botschaft, die wir brauchen.

Dann geht es weiter mit Situationen, die wir alle kennen. Die Autorin beleuchtet genauer, was wir tun können. Es geht nicht nur um das reine Setzen eines neuen Mindsets, sondern um wirkliche Tipps, die in der Praxis von uns sofort umgesetzt werden können. Maßnahmen, die sofort helfen, aber unser unproduktives Denken in Bezug auf unsere Situation nachhaltig umwerfen und neu gestalten können.

Es gibt auch ein Kapitel, welches sich an unsere Angehörigen wendet. Darin wendet sich Anna direkt an unsere Menschen und schafft damit für mehr Verständnis und Akzeptanz. Denn nicht jeder „Aussenstehende“ kann sich vorstellen, was in uns vorgeht.

Das Buch beinhaltet 50 so wertvolle und umsetzbare Tipps. Ich bin dankbar für dieses Buch. Es ist wirklich wunderbar geschrieben und es hilft.

Anna Suchaneks Schreistil ist sehr einfühlsam, sehr authentisch und sie schlägt immer genau den richtigen Ton an. Und das ist genau das, was wir Betroffene so sehr brauchen. Akzeptanz für unsere Erkrankung und Tipps, die wir wirklich anwenden können.

Mir hat das Buch geholfen, meine Erkrankung und die Symptome davon noch stärker zu akzeptieren. Ich bin gut so, wie ich bin. Mein Leben, meine Geschichte, hat mich zu der Person gemacht, die ich bin. Ich bin eben Kathrin mit der Angst- und Panikstörung.

Es geht übrigens nicht nur um die Angststörung, sondern auch um Depressionen. Das Buch kann auch hier helfen, umzudenken. Es liefert genau die sensiblen, passenden und guten Denkanstöße. Anna Suchanek belehrt nicht, sie klärt auch nicht auf, sondern sie hilft. Sie zeigt uns: wir sind richtig und voll okay.

Ein wundervolles, sehr wichtiges Buch, welches ich ganz sicher noch oft zur Hand nehmen werde und in meine Tasche packe. Denn es kann in Angstsituationen sicher sehr gut helfen.

Wunderbar!

 

 

Annette Fabiani: Hotel Ritz. Träume von Glanz und Glück

Folge Autorin Annette Fabiani ins prächtige Hotel Ritz in Londoner im letzten Jahrhhundert. Venetia Grey ist die Hauptprotagonistin im gleichnamigen Buch „Hotel Ritz. Träume von Glanz und Glück“. Sie ist das Mädchen für alles im Hotel und hat einen guten Ruf. Dadurch ist sie Berühmtheiten und Royals begegnet und hat viel erlebt. Sie kennt auch all die Geheimnisse die im Hotel geschmiedet worden sind. Politische Verhandlungen, aber auch Verschwörungen und fragwürdige Geschäfte. Aber Venetia selbst ist ein Geheimnis- zumindest ihre Herkunft und die verheimlicht sie. Sie hat eine Tochter aus einer heimlichen Romanze mit dem angesehenen Adligen Bertie Townsend. Dann bricht der erste Weltkrieg aus und Venetia steht plötzlich wieder vor dem Vater ihres Kindes. Die intensiven Gefühle füreinander sind wieder präsent und werden noch stärker. Aber ihre Liebe hat keine Chance. Denn Bertie ist verheiratet und der Krieg stellt auch für ihre heimliche Liebe ein großes Hindernis dar… aber ist Liebe stärker als alles andere? Als gesellschaftliche Konventionen und als der Krieg?

Neben dem flüssigen und bildstarken Schreibstil der Autorin, hat mich Venetia als sehr starke und gefühlvolle Protagonistin überzeugt. Ich mag das Setting rund ums alt ehrwürdige Hotel Ritz sehr gern und es war spannend, dort literarisch zu Gast zu sein. Es steht natürlich die Geschichte Venetias im Mittelpunkt, aber ich fand auch die ganzen Verschwörungen und Geschäfte, die in den Hinterzimmern des Hotels geschmiedet und durchgeführt worden sind, sehr sehr spannend. Die Autorin schafft es, diesen Nebenstrang des Romans sehr interessant zu gestalten.
Die Liebesgeschichte zwischen Venetia und dem adligen Bertie mag ich auch sehr. Sie erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einer Bediensteten des Hotels und einem adligen Mann, verheiratet und somit nicht verfügbar für Venetia. Die Gefühle schildert die Autorin authentisch. Dann ist da noch der erste Weltkrieg mit seiner Brutalität und all den Hindernissen, die er dem heimlichen Paar in den Weg stellt.
Ich konnte mich sehr gut in Venetia einfühlen, der Roman besitzt auch viel Tiefgang und handelt wichtige Themen erzählerisch und unterhaltsam ab. Kurz gesagt: mich konnte „Hotel Ritz“ definitiv überzeugen und der Glanz des Hotels hat mir auch sehr gut gefallen. Ein tolles Lesevergnügen, vielschichtig und sehr unterhaltsam.

 

Luna von Eisenhart Rothe: Die Sünden Der Anderen

Manchmal nimmt der Alltag überhand und ich vergesse, eine Rezension zu veröffentlichen. Das möchte ich hiermit gerne nachholen. Schon vor einer ganzen Weile erreichte mich der Roman „Die Sünden der Anderen“ aus der Feder von Luna Von Eisenhart Rothe. Heute möchte ich euch endlich die Rezension dazu ans Herzs legen. Wenn ihr Lust auf eine vielschichtige, intensive Familiengeschichte habt, ist der Roman eine klare Leseempfehlung. Aber lest selbst…

Anna war die beste Freundin von Tesas Mutter. Aber sie war immer ein rotes Tuch für die Familie, seit sie der Liebe wegen vor langer Zeit auf eine spanische Insel ausgewandert ist. Tessa hat das Gefühl, dass ausgerechnet Anna ihr helfen kann bei der Klärung der Frage, woher sie kommt. Anna erinnert sich und berichtet ihr von Ereignissen in den 70er Jahren und schafft es damit, Anna ein wenig Einblick in ihre Geschichte zu gewähren. Aber ganz offen ist sie nicht zu Tessa. Was verbrigt sie nur vor ihr?

Doch dann erschüttert ein brutaler Mord alles und Tessa muss sich die Frage stellen: was hat sie mit allem zu tun? Warum fühlt sie sich mit Anna so verbunden und mit den ganzen Ereignissen? Und was ist das für ein Geheimnis, welches sie scheinbar nicht erfahren sollte?

Ich mag tiefgründige, vielschichtige Romane- und bin mit diesem Buch voll auf meine Kosten gekommen! Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, einfühlsam und packend. Teilweise habe ich ihn als poetisch empfunden und das mag ich. Ich bin vollkommen ins Geschehen eingetaucht. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, was das Lesen für mich noch erlebbarer und intensiver macht. Auf der einen Seite befinden wir uns in der Gegenwart und erforschen mit Tessa das Geheimnis rund um ihre Herkunft. Und wollen mit ihr die nagende Frage danach beantworten können. Dann wiederum entführt uns Autorin Luna in die Vergangenheit, wir werden Zeugen von den Geschehnissen damals. Mich hat vieles überrascht, der Storyplott war für mich nicht vorhersehbar.

Durch den flüssigen Schreibstil habe ich jede Seite regelrecht verschlungen. Die Protagonisten sind authentische Charaktere. Tessa hab ich in mein Herz geschlossen, aber auch die etwas egozentrische Anna.
Außerdem mag ich das Setting, welches dem Roman einen besonderen Flair verleiht.

Ein intensiver, spannender Roman über Familiengeheimnisse. Er konnte mich überraschen und hat mich großartig unterhalten.