Katharina Von Der Lane: Haribo- Goldene Zeiten Brechen An

Dank des Bloggerportals durfte ich vor einiger Zeit den ersten Band der „Haribo-Saga“ lesen. In den beiden Büchern des Autorenduos geht es um die Enstehung des Haribo-Imperiums. Mit „Goldene Zeiten brechen an“ endet die Saga bereits als Dilogie. Der erste Band „So schmeckt das Glück“ hat mir bereits sehr gut gefallen und dadurch habe ich meine Liebe für Romane mit historischem, echten Hintergrund entdeckt.

Im zweiten und finalen Band befinden wir uns im Jahr 1939, natürlich erneut in Bonn. Hans und Gertrud Riegel haben sich mittlerweile einen größeren Namen mit ihren Süßigkeiten gemacht. Aber dann schlägt das Schicksal zu und Getrud muss das Unternehmen fortan alleine führen. Dabei hilft ihr die gemeinsame Tochter Anita. Sie verzichtet darauf, ihr eigenes Leben aufzubauen, und setzt sich nun für die Familie ein. Zusammen sind die beiden Frauen unschlagbar, denn das Geschäft erlebt harte Zeiten. Anitas Brüder Hans und Paul befinden sich in Kriegsgefangenschaft, was alles noch viel schwieriger macht. Aber dann entwickelt die Familie Riegel ein Produkt, welches alles ändert und wodurch Haribo zum Weltunternehmen aufsteigt: den leckeren, legendären Goldbären.

Ich warne euch vor: holt euch eine Tüte Haribo, am Besten Goldbären, während ihr das Buch lest. Ihr werdet totale Lust darauf bekommen 😉

Es fiel mir sehr leicht, in den Storyplott einzutauchen. Ich habe mit den Protagonisten gelitten, gelacht und mitgefiebert. Die Geschichte der Riegels ist vielschichtig, sehr mitreissend und sehr unterhaltsam. Immer wieder stellen sich ihen große Hindernisse in den Weg. Es geht um Verlust, um dem zweiten Weltkrieg, um Kämpfe, welche Getrud und Anita alleine durchstehen müssen. Aber auch um Kraft und Zusammenhalt, um Lichtblicke und um Stärke.

Das Autorenduo hat die Stimmung des Buches wieder wunderbar umgesetzt. Der Schreibstil ist flüssig, nicht überfordernd und hat mich komplett gefangen genommen. Nach Band 1 wollte ich unbedingt auch diesen Teil lesen. Schade, dass es nur eine Dilogie ist. Ein Pageturner, der gezeigt hat, wie hart es ist, ein Unternehmen zu Weltbekanntheit zu bringen.

Beeindruckend, mitreissend & spannend- und historisch. Und damit eine absolute Leseempfehlung.

Julia Krieger: Open Heart

Grace ist traumatisiert und stürzt sich zur Bewältigung eines schlimmen Ereignis in die Arbeit, ins Training und umgibt sich nur mit oberflächlichen Bekanntschaften. Das ist der für sie beste Weg, um mit allem umzugehen. Im Klappentext zu „Open Heart“ wird Grace als „Eine Eiskönigin, die niemanden an sich heranlässt.“ bezeichnet. Und das trifft es wirklich gut. Aber dann lernt sie Logan kennen, einen Immobilienmogul. Er ist dominant und zieht Grace damit stark an. Sie wird von ihrer Vergangenheit getriggert und muss sich ihr stellen.
Aber Logan ist auch kein unbeschriebenes Blatt und hat Geheimnisse, die Grace nicht erfahren darf.
Zwischen den Beiden lodert vom ersten Moment an ein Feuer, sie verbringen intensive Nächte miteinander und riskieren viel. Doch bald wird daraus mehr und es geht nicht mehr nur um Lust und Leidenschaft, sondern um echte Gefühle. Können diese beiden Menschen, die immer wieder von ihrer Vergangenheit beeinflusst werden, sich aufeinander einlassen? Haben sie genug Vertrauen zueinander, ist die Liebe stark genug?

Mein erster Roman von Julia Krieger- und garantiert nicht mein letzter. Die Geschichte hat großes Potential, der Klappentext hat mir wirklich gut gefallen. Und die Autorin hat mit „Open Heart“ einen absolut mitreissenden Roman geschrieben, der mir viel Lesespaß bereitet hat.

Julias Schreibstil ist leicht und sehr, sehr flüssig, was dazu geführt hat, dass ich mich mental schnell mitten im Storyplott wieder gefunden hat. Das liegt auch an dem Aufbau der beiden Hauptprotagonisten. Gerade mit Grace konnte ich mich identifizieren. Ich kann verstehen, dass sie nach allem, was sie durchmachen musste, ihr Herz verschlossen hat und nichts an sich heran kommen lässt. Und deshalb konnte ich auch ihre Gedanken, ihre Gefühle so gut nachempfinden.

Auch Logan mag ich. Er ist zwar dominant, aber hinter seiner Fasade steckt ein Mann, der verletzlich ist und mit seinen Geheimnissen zu kämpfen hat. Aber er ist auch ein starker Charakter.
Es sind die Gefühle der Beiden füreinander, welche sie wachsen lassen. Sie entwickeln sich weiter, trotz ihrer Vergangenheit oder vielleicht auch gerade wegen ihr. Wir Leser erleben ihre Geschichte hautnah, die so tiefgründig und emotional, aber auch verdammt spannend ist. Denn es gibt den einen oder anderen Storytwist, mit dem ich nicht gerechnet habe.

Es geht um Vergangenheitsbewältigung, um Leidenschaft, die zur Liebe wird- aber auch um Hoffnung, Vertrauen und den Weg zur Heilung.

Ein starker Roman, der Spannung und zeitgleich ganz viel Gefühl beinhaltet. Die Geschichte zweier Menschen, die durch Liebe lernen, wieder zu vertrauen. Absolut mitreissend!

 

 

Ann Petry: Miss Muriel: Die Erzählungen

Lust auf einen echten Klassiker? Dann möchte ich dir mit „Miss Muriel: Die Erzählungen“ einen Sammelband der Erzählungen von Ann Petry ans Herz legen.

Die Protagonisten in diesen Geschichten sind allesamt sehr stark, kommen aus allen Gesellschaftsschichten, sie haben verschiedenste Berufe und sind absolut unterschiedlich. Aber sie eine vereint etwas: Ann Petry schenkt der schwarzen Bevölkerung der USA mit ihren Geschichten ein Gesicht. Und das ist so, so wichtig!

Noch immer gibt es viele Fälle von Gewalt gegen schwarze Bürger in den vereinigten Staaten, was mich immer wieder aufs Neue schockiert. Ich verstehe nicht, warum sie noch immer verfolgt und regelrecht gehasst werden, warum der Rassismus noch immer so stark ist. Denn es ist egal, welche Hautfarbe ein Mensch hat- alle Menschen sind gleich. Und wir „Weißen“ sind keine besseren Menschen oder elitär. Nein, wir alle haben denselben Wert und es sollte kein Unterschied gemacht werden.

Daher finde ich die Geschichten der Autorin so wichtig!

Die Erzählerin Miss Muriel im Buch ist 12 Jahre alt und hat noch eine unverstellte, echte Sicht auf die Welt, auf die Menschen. Und das ist auch der wichtigste Punkt der Erzählungen. Sie ist noch ohne Vorurteile. Aber nicht ihre weißen Mitmenschen. Und so erleben wir eine Welt aus Hass, Hetze und schierem Rassismus. In den Geschichten lernen wir wundervolle Menschen kennen mit afroamerikanischen Hintergrund und wir erleben hautnah, wie sie immer wieder diskriminiert werden, während sie einfach nur ihr Leben leben wollen.

Ich finde „Miss Muriel“ so wertvoll und so ausdrucksstark. Das Thema ist kein Tabu, sondern muss einfach immer wieder besprochen werden. Solange, bis Rassismus gegen Peope Of Colour endlich abnimmt.

Ich mag den Schreibstil der Autorin so sehr. Er ist sensibel, einfühlsam und beeindruckend, er hat mich zum Nachdenken angeregt und ist teilweise auch poetisch. Ann Petry schafft es, die richtigen Impulse zu setzen und hat ein Werk verfasst, welches mich stark beeindruckt hat.

Eine wichtige, wunderbare Lektüre!

 

 

 

Petra Schier: Die Wächterin Von Köln

Die letzten Tage begleitete mich ein historischer Roman von Petra Schier.

Zum Inhalt: wir befinden uns in Kön der Jahre 1396/97. Die naive, bildhübsche Elsbeth beginnt im junge Alter von 16 Jahren, im Bordell „Zur schönen Frau“ als Prostituierte zu arbeiten. Doch einer ihrer Freier, der angesehene Ratsherr van Kneyart wird ermordet und Elsbeth soll die Täterin sein und ihn vergiftet haben.
Aber dann taucht ihr Halbbruder auf und sorgt dafür, dass sie nicht gehangen wird. Sie werden zu engen Freunden und Elsbeth tut ihm einen Gefallen. Sie liefert ihm Informationen aus dem Dirnenhaus, was ihren Halbbruder zum mächtigsten Mann der Rheinstadt macht. Und Elsbeth avanchiert zur mächtigen Anführerin in der Unterwelt. Sie setzt sich für andere ein und schafft es, eine verurteilte Frau wie einst sie selbst, vor dem Tod zu retten. Ausgerechnet Henker Jörg findet Gefallen an der schönen, machtvollen Elsbeth und eine verbotene Liebe nimmt ihren Lauf.

Ich habe mich mit diesem Buch wirklich schwer getan. Ich wollte dem Genre eine Chance geben und habe von Petra Schier bisher tolle Romane gelesen. Aber „Die Wächterin von Köln“ konnte mich nicht überzeugen. Der Schreibstil der Autorin ist alles andere als schlecht, er ist flüssig und mitreissend. Es ist eher die ganze Handlung rund um Elsbeth. Ich konnte einfach nicht in das Köln der damaligen Zeit eintauchen, es ging mir außerdem viel zu oft um den Tod und alleine, dass Elsbeth sich in einen Henker verliebt, ist für mich einfach nichts.

Anfangs ist die junge Frau naiv und ein wenig dümmlich, sie steigt aber zur Drahtzieherin der Unterwelt auf. Dieser Wandel ist für mich ein wenig zu plötzlich, ich habe einfach nicht in den Storyplott hineingefunden.

„Die Wächterin von Köln“ ist kein schlechtes Buch, das Ganze ist meine subjektive Meinung. Ich bin nur leider enttäuscht, habe mehr erwartet und hatte Probleme, überhaupt weiterzulesen und habe mich stellenweise hindurch gequält. Schade!

 

 

Kati Naumann: Sehnsucht nach Licht

Ein Roman, der sich rund um den Bergbau dreht? Noch nie gelesen, ich auch nicht… aber das habe ich geändert. Mit „Sehnsucht nach Licht“ von Kati Naumann.

Luisa ist Bergfrau. Sie arbeitet unter Tage im Schlematal, in Erzgebirge. Oft sieht sie den ganzen Tag über keinen Sonnenstrahl, kein Licht. Doch sie liebt ihre Arbeit sehr und das Ganze wurde ihr durch die Familie in die Wiege gelegt. Alle Vorfahren haben im Bergbau gearbeitet. Ihr Familie war voller Hoffnung und voller Liebe und Bewusstsein. Sie haben jede Minute im Licht sozusagen genossen. Doch manchmal ist jemand von ihnen nicht von der Arbeit im Berg zurück gekerht. Und Luisa beginnt, Nachforschungen zu betreiben. Was ist mit ihrem Großvater passiert, der seit langer Zeit verschollen ist? Es eröffnen sich einige Geheimnisse und Rätsel… und Kati erkennt: es war die Hoffnung auf Licht, die ihre Familie am Leben gehalten hat… aber was hat es mit dem Verschwinden des Großvaters wirklich auf sich?

Ein Roman, der mich sehr bewegt hat! Das Thema ist für mich bisher unbekannt, aber hat mich wirklich gut unterhalten. Die Familiengeschichte von Luisa zu erfahren, war beeindruckend. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der fast schon poetisch auf mich wirkt. Trotzdem ist er sehr gut verständlich und gefühlvoll. Sie schafft es, eine vielschichtige Familienproblematik mit tiefgründigen Themen zu verbinden. Es geht um Geheimnisse, um Rätsel und um die Hoffnung auf Licht- sprichwörtlich und tatsächlich. Ich finde die Schilderungen rund um Luisas Arbeit im Berg sehr interessant und gelungen. Ich mag das sehr und hatte großartige Lesestunden.

Stark!