Kristen Mei Chase: Graceland- Die Geschichte eines Sommers

Eine Mutter-Tochter-Geschichte vor der Kulisse Gracelands und dazu ganz viel Elvis? Das bekommt ihr mit „Graceland- Die Geschichte eines Sommers“ aus der Feder von Kristen Mei Chase.

Loralynns größter Wunsch ist es, einmal nach Graceland zu reisen und sich das Anwesen ihres Helden Elvis anzusehen. Ihre Tochter Grace erfüllt ihr diesen Wunsch. Grace benötigt gerade eine gute Ablenkung und der Trip dorthin ist ideal dafür. Doch auf dem Weg nach El Paso erleben Mutter und Tochter einiges. Sie werden mit verhängnisvollen Erinnerungen konfrontiert, treffen alte Freunde, erleben eine Session bei Hellseher und werden auch noch mit ihrem eigenen, nicht gerade lupenreinen Verhältnis zueinander konfrontiert. Sie singen in Karaokebars, sie erleben ein echtes Abenteuer, ihren eigenen Roadmovie. Und trotzdem finden sie einen Weg zueinander, zurück zum engen Verhältnis von Mutter und Tochter. Sie merken, wie verletzt Beide jeweils sind und gestehen sich dies endlich ein.

 

Nicht nur eine literarische Reise hin zu Elvis, sondern auch eine Reise zu sich zurück, bietet dieses Buch.

Ich mag den Schreibstil ganz gern. Ich finde Bücher mit einer Mutter-Tochter-Problematik oft ganz schwierig und war eher kritisch. Aber ich als Elvis-Fan musste dieses Buch lesen und habe es nicht bereut. Ich habe eine tiefgründige, bunte und so vielschichtige Geschichte gelesen, die mich herrlich unterhalten hat, mich aber auch zum Nachdenken angeregt hat. Ich mag die angemessene Portion Emotionen, welche die Autorin in den Storyplott einfliessen lässt. Ich mag es, wie Mutter und Tochter miteinander umgehen. Und ich mag diesen feinen Humor der Verfasserin, er hat mir richtig gut gefallen.

Eine Hommage an Mütter und Töchter, an Elvis- aber auch ans Leben. Ans Verzeihen. Stark!

 

 

Alexa Linell: BOX- Nimm dich in Acht vor dieser KI

Lust auf einen richtig gelungenen Thriller, der sich rund um KI und ihre (möglichen) Folgen dreht? Dann empfehle ich dir „BOX- Nimm dich in Acht vor dieser KI“

Juristin Veda ist in Trauer. Ihr Ex-Freund Danilo hat Suizid begangen. Doch daran will sie nicht so ganz glauben. Und ihre Ahnung wird bald mit Infos untermauert, die sie erhält und die Danilo vor seinem Tod recherchiert hat. Ferner geht es um eine Reihe von Kriminalfällen, die voller Geheimnisse und Unklarheiten steckt. Veda steht vor einigem riesigen Rätsel. Und sie kann es nicht alleine löse. Ihr zur Seite steht ihr Kollege Phillip, ein Anwalt und ihr engster Vertrauter, außerdem noch Talli, eine Kommissarin. Sie glauben Velda, dass Danilos Tod kein Selbstmord war. Und sie ermitteln und kommen bald zu einer ersten Erkenntnis:  Danilo war an einer großen Sache dran, eine Korruption, ausgeübt von angesehenen, mächtigen Hamburger Juristen. Und auf einmal stehen sie einem Gegner gegenüber, mit dem sie nicht gerechnet haben. Und er hat eine Erfindung getätigt, die alles verändern kann: BOX, eine KI der Extraklasse. Bedrohlich… so bedrohlich, dass Veda selbst bereits in größter Gefahr schwebt- und mit ihr Phillip und auch Talli…

Mein erstes Buch der Autorin und sicher nicht mein letztes. Sie hat es geschafft, mich komplett zu überzeugen. Und ich lese selten Thriller. Aber dieser hier hat mir großen Lesespaß bereitet. Was auch an dem exellenten Schreibstil liegt. Er ist flüssig, gut verständlich, aber extrem mitreissend und intensiv. Alexa Linell schafft es, perfekt Spannung aufzubauen und lässt mich trotzdem stellenweise im Ungewissen. Und genauso stelle ich mir den idealen Thriller vor. Intelligent, voller Verwicklungen, voller Tiefgründigkeit. Außerdem finde ich es großartig, dass das Thema KI kritisch behandelt wird, ich selbst stehe ihr eher kritisch gegenüber. Natürlich ist diese eine fiktive Geschichte.

Der Spannungsbogen, den die Autorin lange aufrecht erhält, ist wirklich sehr gelungn gespannt worden. Es gibt Momente, in denen ich einfach nur weiterlesen wollte, ich konnte das Buch eh nur ganz schlecht zur Seite legen. So sehr hat mich der Storyplott mitgerissen.

Klug, sehr spannend, mysteriös und einfach großartig!

 

 

Frieda Lamberti: Der Brieffreund aus Svealand

Mit „Der Brieffreund aus Svealand“ durfte ich meinen zweiten Roman der Autorin lesen.

Ana hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und muss neuen Mut fassen. Zuflucht findet sie bei Tjorben, Autor und ihr früherer Schulfreund. Sie führen seit einigen Jahren eine innige Brieffreundschaft miteinander. Langsam geht es Ana besser und sie fasst den Entschluss, Tjorben zu besuchen. Der Autor lebt in Svealand und mitten im Winter fährt sie dorthin. Allerdings empfängt nicht er seine überraschende Besucherin, sondern Jördis, seine Lebensgefährt. Tjorben selbst ist vorübergehend in seinem Landhaus untergekommen, um dort ein neues Deehbuch zu schreiben. Aber Ana darf bleiben. Doch je länger sie in Svealand und bei Jördis bleibt, umso stärker nimmt sie wahr, dass etwas nicht stimmt. Aber was ist es, was im Argen liegt? Ana fängt an, Erforschungen anzustellen. Und nach und nach merkt sie, wie sich durch diese Suche nach Fakten ihre eigene Einstellung und ihr eigenes Leben ändern…

Was nach einem ruhigen Roman voller winterlicher Magie klingt, ist so viel mehr. Die Autorin schafft es, auf ihre ganz eigene Weise für Spannung zu sorgen. Ihr Schreibstil ist wirklich richtig gut. Einfühlsam, aber auch mitreissend, intensiv und tiefgründig. Anas Brieffreundschaft zu Tjorben ist etwas, was ich gut kenne. Seit meiner Kindheit habe ich auch Brieffreundschaften, wenn auch keine dieser Art. Ich mag Anas Geschichte daher umso mehr. Ich hätte allerdings niemals mit der einen oder anderen Wendung gerechnet.

Die Charaktere sind wunderbar aufgebaut, die Tiefgründigkeit gefällt mir sehr gut. Denn nicht nur Tjorben umgibt ein Geheimnis.

Das Buch ist fesseln, sehr spannend und mitreissend. Ich hatte tolle Lesestunden und war wirklich im Storyplott gefangen. Ich wollte wissen, wie es weitergeht.

Ein erneut sehr gelungener Roman einer tollen Autorin.

Annette Fabiani: Hotel Ritz. Träume von Glanz und Glück

Folge Autorin Annette Fabiani ins prächtige Hotel Ritz in Londoner im letzten Jahrhhundert. Venetia Grey ist die Hauptprotagonistin im gleichnamigen Buch „Hotel Ritz. Träume von Glanz und Glück“. Sie ist das Mädchen für alles im Hotel und hat einen guten Ruf. Dadurch ist sie Berühmtheiten und Royals begegnet und hat viel erlebt. Sie kennt auch all die Geheimnisse die im Hotel geschmiedet worden sind. Politische Verhandlungen, aber auch Verschwörungen und fragwürdige Geschäfte. Aber Venetia selbst ist ein Geheimnis- zumindest ihre Herkunft und die verheimlicht sie. Sie hat eine Tochter aus einer heimlichen Romanze mit dem angesehenen Adligen Bertie Townsend. Dann bricht der erste Weltkrieg aus und Venetia steht plötzlich wieder vor dem Vater ihres Kindes. Die intensiven Gefühle füreinander sind wieder präsent und werden noch stärker. Aber ihre Liebe hat keine Chance. Denn Bertie ist verheiratet und der Krieg stellt auch für ihre heimliche Liebe ein großes Hindernis dar… aber ist Liebe stärker als alles andere? Als gesellschaftliche Konventionen und als der Krieg?

Neben dem flüssigen und bildstarken Schreibstil der Autorin, hat mich Venetia als sehr starke und gefühlvolle Protagonistin überzeugt. Ich mag das Setting rund ums alt ehrwürdige Hotel Ritz sehr gern und es war spannend, dort literarisch zu Gast zu sein. Es steht natürlich die Geschichte Venetias im Mittelpunkt, aber ich fand auch die ganzen Verschwörungen und Geschäfte, die in den Hinterzimmern des Hotels geschmiedet und durchgeführt worden sind, sehr sehr spannend. Die Autorin schafft es, diesen Nebenstrang des Romans sehr interessant zu gestalten.
Die Liebesgeschichte zwischen Venetia und dem adligen Bertie mag ich auch sehr. Sie erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einer Bediensteten des Hotels und einem adligen Mann, verheiratet und somit nicht verfügbar für Venetia. Die Gefühle schildert die Autorin authentisch. Dann ist da noch der erste Weltkrieg mit seiner Brutalität und all den Hindernissen, die er dem heimlichen Paar in den Weg stellt.
Ich konnte mich sehr gut in Venetia einfühlen, der Roman besitzt auch viel Tiefgang und handelt wichtige Themen erzählerisch und unterhaltsam ab. Kurz gesagt: mich konnte „Hotel Ritz“ definitiv überzeugen und der Glanz des Hotels hat mir auch sehr gut gefallen. Ein tolles Lesevergnügen, vielschichtig und sehr unterhaltsam.

 

Luna von Eisenhart Rothe: Die Sünden Der Anderen

Manchmal nimmt der Alltag überhand und ich vergesse, eine Rezension zu veröffentlichen. Das möchte ich hiermit gerne nachholen. Schon vor einer ganzen Weile erreichte mich der Roman „Die Sünden der Anderen“ aus der Feder von Luna Von Eisenhart Rothe. Heute möchte ich euch endlich die Rezension dazu ans Herzs legen. Wenn ihr Lust auf eine vielschichtige, intensive Familiengeschichte habt, ist der Roman eine klare Leseempfehlung. Aber lest selbst…

Anna war die beste Freundin von Tesas Mutter. Aber sie war immer ein rotes Tuch für die Familie, seit sie der Liebe wegen vor langer Zeit auf eine spanische Insel ausgewandert ist. Tessa hat das Gefühl, dass ausgerechnet Anna ihr helfen kann bei der Klärung der Frage, woher sie kommt. Anna erinnert sich und berichtet ihr von Ereignissen in den 70er Jahren und schafft es damit, Anna ein wenig Einblick in ihre Geschichte zu gewähren. Aber ganz offen ist sie nicht zu Tessa. Was verbrigt sie nur vor ihr?

Doch dann erschüttert ein brutaler Mord alles und Tessa muss sich die Frage stellen: was hat sie mit allem zu tun? Warum fühlt sie sich mit Anna so verbunden und mit den ganzen Ereignissen? Und was ist das für ein Geheimnis, welches sie scheinbar nicht erfahren sollte?

Ich mag tiefgründige, vielschichtige Romane- und bin mit diesem Buch voll auf meine Kosten gekommen! Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, einfühlsam und packend. Teilweise habe ich ihn als poetisch empfunden und das mag ich. Ich bin vollkommen ins Geschehen eingetaucht. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, was das Lesen für mich noch erlebbarer und intensiver macht. Auf der einen Seite befinden wir uns in der Gegenwart und erforschen mit Tessa das Geheimnis rund um ihre Herkunft. Und wollen mit ihr die nagende Frage danach beantworten können. Dann wiederum entführt uns Autorin Luna in die Vergangenheit, wir werden Zeugen von den Geschehnissen damals. Mich hat vieles überrascht, der Storyplott war für mich nicht vorhersehbar.

Durch den flüssigen Schreibstil habe ich jede Seite regelrecht verschlungen. Die Protagonisten sind authentische Charaktere. Tessa hab ich in mein Herz geschlossen, aber auch die etwas egozentrische Anna.
Außerdem mag ich das Setting, welches dem Roman einen besonderen Flair verleiht.

Ein intensiver, spannender Roman über Familiengeheimnisse. Er konnte mich überraschen und hat mich großartig unterhalten.