Petra Grill: Die Mondtänzerin

Fasziniert euch die Welt des Zirkus ebenfalls so wie mich? Dann möchte ich euch mit „Die Mondtänzerin“ einen historischen Roman rund um einen legendären Zirkus ans Herz legen…

Pipa ist einst in einer bitterkalten Nacht als Findelind in einem Eisenbahnwagen zur Welt gekommen. Doch sie bleibt nicht auf sich allein gestellt: Rosalia, eine recht maskuline Frau, nimmt sie auf und zieht sie mit Gewichtestemmer Antonio groß wie ihre eigene Tochter. Die Zieheltern gehören zur Gruppe „Menagerie Continental“, der Vorreiter des heute legendären Zurkus Krone. Und Pipas Weg ist ebenfalls vorbestimmt. Sie wird eine umjubelte Artistin. Aber sie erkennt bald, dass sie ihre wahre Herkunft wissen möchte. Sie ist irgendwie heimatlos. Und da ist noch Henry, die Liebe ihres Lebens. Eines Tages bricht der zweite Weltkrieg aus- und trennt Pipa von Henry und der Zirkus steht vor dem Aus…

Ich habe wirklich Zirkusluft geschnuppert. Die Geschichte geht zu Herzen, ist sehr vielschichtig und hat mich voll überzeugt. Das Findelkind Pipa wird zu einer gefeierten Artistin, sie liebt das Publikum und die Höhe. Und trotzdem stellt sie sich immer wieder die Frage, woher sie wirklich kommt. Ich mag die Liebesgeschichte zu Henry sehr, die Autorin schildert diese intensiv und berührend. Umso tragischer ist das Schicksal, welches das Paar bald auseinander treibt. Einen Einblick in die Gründung des Zirkus Krone zu erhalten, hat mir großen Spass bereitet. Denn es ist eine ganz andere, spezielle Welt voller skurriler Menschen und Künstler. Auch diese Atmosphäre hat die Autorin wunderbar transportiert. Ihr Schreibstil ist sensibel, aber auch bildgewaltig und gut verständlich.

Eine Geschichte einer starken jungen Frau in den Wirren des zweiten Weltkriegs, inmitten von Liebe und Zirkustreibe und auf der Suche nach ihrer Herkunft.

 

James Norbury: Die Katze, die nach Weisheit sucht

Kürzlich erreichte mich ein ganz bezauberndes Buch: „Die Katze, die nach Weisheit“ sucht aus der Feder von James Norbury. Schon das Cover gefällt mir richtig gut. Es strahlt Ruhe, Stille und Entschleunigung aus. Und darum geht es auch im Buch.

Denn die Katze, die unsere Protagonistin darstellt, ist auf der Suche nach den elementaren, wichtigen Dingen im Leben: Frieden, Ruhe und natürlich auch einen Sinn. Sie macht sich auf die Reise nach einer magischen, legendären alten Kiefer. Denn wer unter ihren Ästen Schutz sucht, der bekommt die totale, endlose Weisheit geschenkt. Auf ihrer Reise trifft sie auf diverse andere Tiere, die mit Problemen zu kämpfen. Da ist ein Affe, der sich Sorgen um sein Leben macht und eigentlich um alles, eine Schildkröte, welche nicht mehr leben möchte, ein vor Wut enbrannter Tiger… sie alle zeigen der Katze, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Aber ist es wirklich die Reise zur sagenhaftgen Kiefer, die ihr Denken verändert wird? Oder ist es doch die Begnung mit einem Katze, die ihr Leben verändern kann?

Dieses Buch hat mich sehr berührt und zum Nachdenken angeregt. Die Katze ist ein Sinnbild für uns Menschen. Die meisten von uns haben den Sinn ihres Lebens oft noch nicht entdeckt. Und dafür steht die Katze. Wie wir sehnt sie sich nach einem ruhigen, friedlichen Leben voller Harmonie. Auf ihrer Reise dorthin geht sie den einen oder anderen Umweg und merkt nach und nach, wo der Sinn ihres Lebens liegt. Und so ist das auch im Leben. Wir suchen im Leben nach Weisheit, nach etwas Höherem und merken oft nicht, was direkt vor unserer Nase liegt. Die Gespräche mit den Tieren, die sie auf ihrem Weg trifft, sind sehr lehrreich und voller Sinn. Auch diese Dialoge regen zum Nachdenken an. Und der Sinn ist: wir alle brauchen Ruhe, Gelassenheit und Entspannung. Wir wollen immer höher, weiter, wollen alles verstehen können. Doch mit der richtigen Einstellung ist das Leben so viel einfacher und schöner.

Der Schreibstil des Autoren finde ich großartig. Er ist gut verständlich, leicht konsumierbar und trotzdem von einem gewissen philosophischen Charakter. Er ist einfühlsam, bildhaft und auch bildgewaltig. Das verleiht der Handlung noch einmal eine gewisse Tiefe.

Ein Buch voller wichtiger Impulse, die dazu anregen, das eigene Werteverständnis zu überdenken. Wunderbar!

 

Dies ist die Geschichte einer Katze, die nach Frieden, innerer Ruhe und einem Sinn im Leben sucht. Eines Tages erfährt sie von einer sagenumwobenen alten Kiefer. Unter dem Schutz ihrer Äste, so heißt es, lässt sich unendliche Weisheit erlangen. Die Katze begibt sich auf die Reise, und unterwegs trifft sie eine Reihe von Tieren, die alle ihre eigene Geschichte haben: einen sorgenvollen Affen, eine Schildkröte, die ihren Lebensmut verloren hat, einen Tiger, der mit seiner Wut kämpft, ein verwirrtes Wolfsjunges und eine begehrliche Krähe. Aber erst die unerwartete Begegnung mit einem Katzenjungen wird sie zwingen, alle Gewissheiten infrage zu stellen …

Materialien zum Buch

Maja Peter: Wenn du nicht wärst

Mit „Wenn du nich wärst“ von Maja Peter habe ich einen wunderbaren, tiefgründigen Roman gelesen, der mich sehr beeindruckt hat.

Hauptprotagonistin  Carla arbeitet an einem Theaterstück über die Liebe und unterrichtet ausserdem Jugendliche. Und dann ist da Samuel, der einst ein typischer Technofan war, der jetzt einen Laden für schicke Einrichtung führt und seine Mutter in ihrer Karriere als Modell unterstützt. Diese beiden unterschiedlichen Menschen treffen sich und sie merken, wie ähnlich ihre Leben und Schicksale sind. Sie beide sind in der Mitte des Lebens angekommen und haben die Scheidung ihrer Eltern erlebt. Sie verlieben sich ineinander und beginnen eine Beziehung. Sie schaffen es, das Erlebte hinter sich zu lassen und ihre Verbindung funktioniert. Doch mit dieser Beziehung ist nicht jeder einverstanden…

Wie schön kann ein Schreibstil bitte sein? Der Klappentext klingt nicht besonders vielversprechend, aber der Roman begeistert durch diesen besonderen Schreibstil und seine Protagonisten. Der Schreibstil ist sensibel, direkt, mitreissend und wirklich emotional. Die Autorin hat mich sehr schnell damit gepackt und sorgte dafür, dass ich diese besondere Lebensgeschichte zwischen Samuel und Carla nicht zur Seite legen konnte. Ein Roman fernab des Mainstreams, aber dafür umso lesenswerter. Er hat mich begeistert, berührt und ich hatte wunderbare Lesestunden. Feinsinnig, intensiv und vollkommen gelungen.

Eine Bereicherung für jedes Bücherregal.

 

Sophie Kinsella: Wie Fühlt Es Sich An?

Seit langer Zeit liebe ich die Bücher von Sophie Kinsella. Mit ihrem Humor und dem super flüssigen Schreibstil, hat sie in den 200er Jahren mein Herz erobert. Doch jetzt schlägt sie im Buch „Wie fühlt es sich an?“ eher leisere, nachdenkliche Töne an. Und das hat einen tragischenen Grund…

Sophie Kinsella berichtet auf literarische Weise von ihrer Krebsdiagnose und der Zeit danach. Sie ist also Hauptprotagonistin Eve. Und „Wie fühlt es sich an?“ hat mich wirklich sehr berührt.

Eve findet sich eines Tages im Krankenhaus wieder und erfährt die schlimme Diagnose: sie hat einen Hirntumor und dieser wurde operativ entfernt. Ihr geliebter Mann Nick ist an ihrer Seite. Und durch die OP verändert sich Eves ganzes Leben. Alles, was selbstverständlich war, muss sie neu erlernen: das Laufen, das Reden, das Schreiben, einfache Dinge des Alltags. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie nie wieder dieselbe Person sein wird. Denn der Tumor hat vieles verändert. In ihr, in ihrem Leben und sie weiß nicht, ob sie jemals wieder heilen wird. Und dann steht sie vor dem Moment, in dem sie ihren Kids die ganze Situation erklären muss. Ihr bisheriges Leben scheint in Trümmern zu liegen. Sie muss mit der Unsicherheit leben. Aber dann beginnt Eve, die kleinen Dinge zu sehen, die so wertvoll sind. Die Zeit mit ihrem Mann, das Händchenhalten mit ihm, die Tasse Tee in der Frühe, die Auszeit mit ihren Kindern und vieles mehr. Sie beginnt, neuen Lebensmut zu fassen.

Sophie Kinsella bekam 2020 die Diagnose, einen agressive Hirnturmor zu haben. Sie ist noch immer in Therapie, aber hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Und genau diese Hoffnung legt sie auch in die starke, authentische Gestaltung der Eve. Eine wunderbare Frau, die nicht aufgibt, obwohl ihre Zukunft ungewiss ist. Dieser Kurzroman hat mich sehr berührt, denn Krebs hat in meiner Familie leider immer eine Rolle gespielt. Als ich 9 war, erkrankte meine Mutter an Brustkrebs, dann verlor ich meinen Lieblingsonkel an einen Gehirntumor. Diese Krankheit ist so fordernd, so ungerecht. Sie stellt einfach so alles auf den Kopf und ist sehr besitzergreifend. Aber es gibt auch Dinge, die man trotz der Brutalität der Erkrankung nicht aus den Augen verlieren darf. Dinge und Werte. Liebe. Familie. Freunde. Zeit.

 

Mit „Wie fühlt es sich an?“ ist Sophie Kinsella ein authentischer Roman voller Tragik, Drama, Nachdenklichkeit gelungen, der mich sehr betroffen gemacht hat. Doch sie schenkt uns auch Hoffnung und Zuversicht und die Message, dass am Ende eines Tunnels immer Licht auf uns wartet. Egal, wie dunkel die Tage sind, es gibt immer etwas, was unser Leben wieder erleuchtet.

Der Schreibstil ist sehr einfühlsam, intensiv und mitreissend. Er ist gut verständlich und verpackt dieses traurige Thema in ein literarisches, sensibles Gewand. Stark und gefühlvoll.

Dieses Buch empfehle ich von Herzen!

 

Katharina Von Der Lane: Haribo-So schmeckt Das Glück

Ein Buch über Haribo? Das musste ich unbedingt lesen! Das Autorenduo Katharina von der Lane besteht aus Christiane Omasreiter und Kathrin Scheck. Sie schildern in Romanform, wie der heutige Weltkonzern entstanden ist.

Das Buch spielt in Bonn, wir befinden uns im Jahr 1920. Hans Riegel hat es die Welt von Süßwaren angetan, er hat den Beruf des Bonbonkochers gelernt und damit seine Leidenschaft zum Job gemacht. Er träumt davon, eine eigene Firma zu gründen. Getrud Vianden teilt seinen Traum und hilft ihm, wo sie nur kann. Die Beiden sind verliebt und widmen sicn nach ihrer Hochzeit der ultimativen Herstellung von Süßigkeiten. So enstehen in ihrer Küche die leckerste Sünden Sie erfreuen sich bald großer Beliebtheit, Gertrud liefert die Ware an die Kunden aus. Aber so einfach ist das Geschäft nicht. Viele nehmen die Pläne und den Traum des Ehepaares nicht ernst und außerdem herrscht doch eine gewisse Konkurrenz vor. Können Hans und seine Frau es schaffen, mit ihren Bonbons ihre Familie zu ernähren? Oder verrennen sie sich in einen Wunschtraum?

Wer liebt nicht die Produkte von Haribo? Übrigens steht der Name Haribo für „Hans Riegel Bonn“. Ich liebe die Bonbons und das Konfekt jedenfalls sehr, das Weingummi ist legendär. Aber kommen wir zum Buch!

Der Schreibstil ist wirklich mitreissend. Die beiden Autorinnen schaffen es, mich wirklich zu fesseln. Ich habe befürchtet, dass der Roman mich nicht packen würde, bei historischem Geschehen ist das immer so eine Sache. Aber von der ersten bis zur letzten Seite, hat mir „Haribo- So schmeckt das Glück“ absolute Lesefreude bereitet. Das Autorinnen-Duo verpackt die Enstehungsgeschichte von Haribo so spannend und mitreissend, dass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte.

Hans und Getrud sind tolle Charaktere, die einen Traum haben und wider jeden Gegenwind dafür kämpfen. Sie wollen die Menschen mit leckeren Bonbons glücklich machen und müssen dafür einige Hindernisse überwinden. Die Liebesgeschichte zwischen ihnen finde ich berührend, da haben sich zwei Menschen gesucht und auch gefunden. Kurz gesagt: dieser Roman ist eine wunderbare Geschichte über ein legendäres Unternehmen, welches aus der Welt der Süßigkeiten nicht mehr wegzudenken ist. Es geht um den mühseligen Kampf, um den Aufstiegen zu einem weltweit bekannten und erfolgreichen Unternehmen. Ein Stück deutsche Geschichte wird hier auf erzählende Art wiedergegeben.

Wirklich toll!