Katherine Black: May Morrigans mysteriöse Morde

Mit „May Morrigans mysteriöse Morde“ ist Katherine Black ein Kriminalroman über eine pensuonierte Bibliothekarin namens May Morrigan gelungen. May ist speziell. Sie liebt pastellfarbene Kleidung und ihre Perlenkette. Sie führt eine beeindruckende Buchhandlung, wo sie sehr viel Zeut verbringt. Und dazu lebt sie in einer vorbildlichen Gegend, einem Vorort von London. Ihr Leben teilt sie mit ihren beiden Hunden und mit ihrem früheren Studienfreund Fletcher. Alles könnte so idyllisch sein. Aber Mays Hang hat ein Problem. Sie entledigt sich gerne nervigen und liebsamen Menschen. Wer das Idyll ihres Vororts stört, wird von ihr schnellstens beseitigt. Aber dann verschwindet ein junges Mädchen und May fragt sich: wer hat das Mädchen entführt- will jemand May übertrumpfen? Kann sie das unschuldige Mädchen retten und den Täter vor dem Zugriff der Polizei eliminieren?

Für die Lektüre braucht man wirklich einen Verständnis für schwarzen Humor und für schwarze, britische Krimis. Anders kann man die Erlebnisse von May Morrigan nicht ertragen. Die ältere Dame hat Spass daran, Leute aus dem Leben scheiden zu lassen, die ihr unliebsam sind. Das erledigt sie mit Erfahrung und einer gewissen Finesse. Ich habe mich schwer getan, in den Roman hinein zu finden.

Es liegt vielleicht am Schreibstil, der für mich nicht komplett mitreissend ist. Und ich mag May einfach nicht. Ja, sie ist eine Mörderin und ich hege keinerlei Sympathien für sie- und das ist das Problem. Mir ist der ganze Fall, der ganze Storyplott, zu viel. Auf der einen Seite ist da die bieder wirkende May, die in einem echten Idyll zu leben scheint und diese um jeden Preis bewahren will- koste, was es wille.

Mir ist das Buch zu schwarz, zu absurd. Sorry, aber nicht mein Ding!

 

 

Du Stirbst Nicht Nur Zur Sommerzeit

Muss Weihnachtslektüre immer romantisch sein? Nein, denn mit der Sammlung „Du stirbst nicht nur zur Sommerzeit“ liefert der Verlag Harper Collins 24 mörderish gute, weihnachtliche Geschichten. Und die haben es in sich!

Die Anthologie versammelt wirklich gute, kurze Krimigeschichten voller Mord und Spannung.

Wer kurze Episoden mag, wird dieseS Sammlung lieben. Es gibt Geshichten von bekannten und beliebten Autor:innen des Genres. Das ist der ideale Adventskalender für alle Krimi-Fans. Die Geschichten sind sehr spannend, makabar, gruselig, aber auch lustig und stimmen teilweise zum Nachdenken. Was ich allerdings vermisst habe, war der schwarze Humor, den ich aus Sammlungen dieser Art kenne. Schade, aber das schmälert den Lesespaß nur ein wenig.

Absolut spannend, sehr unterhaltsam und mitreissend. Tolle Sammlung von kurzen Krimiepisoden.

 

Marten Vermeer: Die Toten Von Veere

Wenn du Lust auf einen atmosphärischen Krimi, der in Zeeland spielt, hast, dann lege ich dir „Die Toten von Veere“ von Autor Marten Veere ans Herz.

In einer der beschaulichen Kleinstadt Veere, inmitten von Zeeland am Meer, passiert eigentlich nichts- oder doch? Eine Person wird vermisst und eigentlich ist Kommissarin Liv de Vries überhaupt nicht damit betraut oder dafür zuständig. Aber um einen schief gelaufenen Einsatz wieder gut zu machen, nimmt sie den Auftrag ihres Vorgesetzten an. Rob van Loon ist verschwunden und von dem Koch fehlt damit jegliche Spur. Doch hinter diesem Vermisstenfall steckt viel mehr, wie Liv bald herausfindet. Bei ihrem Ermittlungen stößt sie auf einen weiteren Fall, bei dem ein Mensch wie vom Erdboben verschluckt zu sein scheint: Esmée, die surinamische Wurzeln hat, ist verschwunden. Hat der Koch van Loon was mit diesem Fall zu tun? Bald gerät Liv in den Kreis der rechten Szene Zeelands und entdeckt ungeheurliches. Und sie begreift, dass das beschauliche Zeeland gar nicht so idyllisch ist und Dinge vor sich gehen, die sie niemals vermutet hätte…

Vorweg möchte ich erwähnen, wie gut der Autor das Setting beschreibt. Wir befinden uns am Meer, im eigentlich beschaulichen Zeeland und diese Landschaft beschreibt er wirklich sehr passend. Es kling idyllisch- aber durch den Kriminalfall ist der Roman alles andere als idyllisch. Er ist vielschichtig, überraschend und besitzt eine dunkle Atmosphäre. Ich wurde schnell mit Liv warm, die mutig und stark ist, authentisch. Und der Vermisstenfall rund um van Loon ist wahnsinnig spannend und es machte großen Spaß, herauszufinden, was es mit dem Vermisstenfall des Mädchens auf sich hat und wie beide Fälle miteinander verbunden sind.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, bildhaft und lässt sich supergut lesen. Der Autor schafft es, eine gute, spannende Stimmung aufzubauen und verleiht dem Geschehen eine gewisse Tiefe.

Ein Krimi, den man gelesen haben sollte, wenn man eine atmosphärische, detailreiche Spannung mag. Und das Meer liebt!

 

 

 

Kim Selvig: Keiner Liebt Mich So Wie Du

Das Autorenduo Silke Porath und Sören Prescher hat sich als „Kim Selvig“ für diesen Justiz-Krimi zusammen getan und hat einen atmosphärischen, beklemmenden Krimi verfasst, der ein Geheimtipp ist.

Kiki Holland ist Gerichtsreporterin und hat den Auftrag bekommen über einen Stalkingprozess zu berichten. Der Beschuldigte soll bestraft werden, aber es gibt keinerlei Beweise, nur Indizien. Als sein vermeintliches Opfer tot aufgefunden wird, erschüttert es den ganzen Prozess. Beging das Opfer Suizid oder wuirde sie ermordet? Und steht ihr Tod wirklich in einer Verbindung zum Angeklagten? Kiki ist mitten in der Berichterstattung, als sie selbst zum Opfer wird: nun wird sie gestalkt. Ist es derselbe Täter? Und bedroht er auch die Reporterin mit dem Tod?

Ich habe bisher von beiden Autoren ein Buch gelesen und muss sagen, ich sollte das nachholen. Das Thema „Stalking“ findet aktuell zum Glück ja in immer mehr Büchern seinen Platz und es reizt mich sehr, darüber zu lesen. Wie weit ein Liebeswahn gehen kann, erleben wir in „Keiner liebt mich so wie du“.

Der Schreibstil der Autoren hat mich überzeugt. Er ist direkt, unumwunden und baut gut Stimmung auf. Er ist auch gut verständlich und hat mich wirklich mitgerissen. Der Spannungsbogen wird aufgebaut und auf die Spitze getrieben, als Kiki selbst mit einem Stalker zu kämpfen haben scheint. Die Amtosphäre ist bedrückend, aber nicht so finster, dass ich das Buch abbrechen musste. Ich konnte die Crimeelemente gut verarbeiten und habe weiter gelesen und weiter gelesen. Der Plottwist hat mich dann überrascht, obwohl man das von diesem Genre ja erwarten kann. Ein vielschichtiger, unterhaltsamer, sehr spannender Krimi, der im Justizwesen spielt. Großartig!

 

 

Martin Krüger: Wer Angst Sät

Heute habe ich einige Rezensionen für euch. 🙂 In den letzten Wochen hatte ich viel zu tun & bin kaum dazu gekommen, Rezis zu schreiben. Dies hole ich nun für die gelesenen Bücher nach!

Kenntn ihr schon die Krimis/ Thriller von Martin Krüger? Er ist bekannt für seine großartigen Winter-und-Parkov-Thriller. Dieses Mal geht´s noch atmosphärischer zu, denn „Wer Angst sät“ hat mich wirklich gepackt!

Das Buch spielt mitten in einem schwül-heißen Sommer irgendwo in einem brandenburgischen Dorf, wie wir ihn gerade erleben. Die Leiche von Max, gerade mal 13 Jahre alt, wird vermisst. Zeitgleich findet man in einem Feld eine Leiche. Und max taucht wieder auf. Er wirkt verstört und traumatisiert, er ist voller Teer und hat sein Gedächtnis verloren. Dann wird noch ein junger Mensch entführt, ein weiblicher Teenager und deren Mutter wird ermordet. Ein Fall für die toughe und intelligente Kommissarin Ella Berger. Sie bekommtbald mit, dass in der Region eine alte Sage umher geht. Demnach treibt die Roggenmuhme aus dieser Geschichte wieder ihr Unwesen. Sie stiehlt Kinder und bringt sie als Wechselbälger zurück. Ein Wechselbalg ist ein dämonisches Kind, welches Menschen im Tausch/ Raub gegen die eigenen Kinder untergeschoben wird laut der Sage. Berger spürt, dass die Dorfbewohner alles andere als unwissend sind. Sie hat nur eine Chance, den Teenager zu retten und dafür zu sorgen, dass kein weiterer Mensch ermordert wird. Sie muss das Geheimnis um die ominöse, schreckliche Sage lüften. Dafür wird ihr die LKA-Profilerin Aya zur Seite gestellt.

Wow, was für eine düstere, bedrückende Atmosphäre! Durch die Sommerhitze, welche der Autor sehr gut schildert und die beklemmende Art und Weise der Dorfbewohner, durch die dunkle Sage, wird „Wer Angst sät“ zu einem intensiven, heftigen Thriller voller schauriger Elemente. Martin Krüger schafft es erstaunlich gut, diese Atmosphäre während des ganzen Buches aufrecht zu erhalten. Zeitgleich hat er mit Ella Berger eine starke und extrem gute Persönlichkeit als Protagonistin erschaffen, die für ihre Ermittlungen in die Tiefe geht und genau die richtigen Fragen stellt. Aya begeistert ebenfalls. Sie ist genauso tough und gemeinsam sind die Frauen ein starkes Duo, die an einem wirklich schockierenden Fall arbeiten.

Atmosphärischer Schreibstil, ein extrem gut gespannter Spannungsbogen mit dem einen oder anderen Plottwist, das Buch hat mich bestens unterhalten von der ersten bis zur letzten Seite. Intensiv, packend, beängstigend, beklemmend. Ein Lesetipp!