Hendrikje Balsmeyer & Peter Maffay: Anouk Und Das Geheimnis Der Weihnachtszeit

Sänger Peter Maffay hat mit seiner Partnerin Henrikje Balsmeyer das Kinderbuch „Anouk und das Geheimnis der Weihnachtszeit“ geschrieben. Es ist im Verlag ars Edition erschienen. Vielen Dank für das Zusenden. Ich habe mich sehr gefreut, denn ich liebe Weihnachtsbücher für Kinder.

Ich bin kein Fan von Peter Maffay, aber ich mag den Gedanken hinter dem Buch. Anouk heißt übrigens die gemeinsame Tochter des Autorenduos. Natürlich ist es ihr gewidmet 😉

Anouk ist wissbegierig, aufgeschlossen, klug und kreativ. Jede Nacht leuchtet ein mysteriöses Licht unter ihrer Zimmertür hindurch. Anouk öffnet die Tür natürlicher voller Neugier und geht damit auf eine ganz besondere Reise. Sie schließt neue Freundschaften und hilft anderen Kindern. Dieses Mal landet sie in einem Kaufhaus, einem Zoo, einer Eissporthalle, einer Schule und einem fantastischen Schloss. Es sind mehrere Weihnachtsgeschichten, die uns das Autorenduo erzählt. Und schlussendlich eröffnet sich für Anouk das Geheimnis der Weihnachtszeit.

Ich finde das Cover einfach zauberhaft! Auch die Illustrationen sind wunderschön. Ich finde es toll, dass Anouks wirkliche Familie im Buch als Protagonisten verwendet wird. Da ist ihr Papa Peter, die Mama Henrikje, ihr Stiefbruder Yares und da sind noch viele mehr. Dadurch bekommt das Buch einen persönlichen Touch.

Die Geschichten sind phantasievoll, moralisch sehr wertvoll und unterhaltsam. Die Sprache ist kindgerecht, aber die Geschichten eignen sich auch super für junggebliebene Erwachsene, denn wir sollten uns alle das Kind in uns bewahren.

Illustriert wurde das Ganze von Joelle Tourlonias und die Bilder sind einfach schön. Aber das Hauptaugenmerk liegt auf den Geschichten. So kann man den Geist der Weihnacht super den eigenen Kindern nahebringen. Und das ist so ein schöner Gedanke. Ich bin begeistert. Man muss wahrlich kein Fan von Maffay sein, um die Geschichten seiner Tochter Anouk zu lesen. Sie sind toll erzählt, sind einfühlsam geschrieben und machen Lust auf den Advent und Weihnachten.

4,5/5 *

 

 

 

Sebastian Kreimeier: Agonie Auf Der Rolltreppe

Mit seinem Roman „Agonie auf der Rolltreppe“ ist Sebastian Kreiemer ein gesellschaftskritisches Buch voller Denkanstösse und Impulse gelungen.

Stell dir vor, die Welt wird komplett kontrolliert. Was machst du: kämpfst du oder fügst du dich der Kontrolle? Und wie weit gehst du, um in diesem Konstrukt zu überleben? Hast du Interesse, deine Identität zu behalten oder wirst du gezwungermaßen mit der Masse mitschwimmen?

Basti muss sich diese Frage ständig stellen. Der junge Mann mit dem wachen Geist lebt in dieser Welt. Und auch wenn diese nur eine dystopische Erfindung des Autoren ist- sie hat erschreckend viele Parellelen mit unserer Welt, mit unserem Zeitgeschehen.
In dieser Welt herrscht der totale Kapitalismus, der ständige Konsum. Die Rolltreppen sind ein Symbol dafür. Basti fährt immer wieder auf und ab auf den Rolltreppen der Gesellschaft und spürt dabei eine gewisse Agonie, die ihn ausmacht, die sein Leben bestimmt.

Die Menschheit wird immer mehr zu Waren transformiert. Der Kapitalismus schlägt voll zu und missbraucht die Menschheit für seine Realisierung. Es geht um Konsum, um Amüsement, um Träume und Lachen- und alles wird kontrolliert von den großen Konzernen. Eine eigene Identätit zu haben, ist nicht erwünscht in dieser Gesellschaft und wer sich gegen den Massenkapitalismus und die Abgabe seiner Identität wehrt, lebt sehr gefährlich und wird bedroht.

Es existieren nur noch zwei dieser Großkonzerne und sie wollen jeweils das Weltmonopol für sich gewinnen. Der Westen wird vertreten von BuddyCorp aus den USA, der Osten von der CopyCatGroup, sesshaft in China. Sie führen eine Art kalten Krieg miteinander, der langsam in eine echte Schlacht umschlägen könnte. Denn bevor es zum Kampf kommt, müssen die anderen Gesellschaftschichten mundtot gemacht werden, sie müssen sich fügen. Denn wie in jeder dystopischen Welt, gibt es Rebellen. Menschen, die sich eben nicht fügen werden und gegen die neue Weltordnung einstehen.

Basti muss sich entscheiden. Fügt er sich ein und lebt damit ruhig, verliert aber einen großen Teil seiner Identätit oder schliesst er sich den Rebellen an und leistet Widerstand gegen den Kapitalismus und hemmungslosen Konsum? Und was wird passieren, wenn er ein Aufständiger wird? Basti hat die Fähigkeiten, das Chaos aus Lügen, Wahnsinn und Kontrolle aufzudecken…

Der Schreibstil von Sebastian Kreimeier fällt auf und sticht hervor. Er besitzt einen schlichten, aber sehr direkten Schreibstil und umschreibt die Welt in „Agonie auf der Rolltreppe“ sehr treffend. Dieser macht die Lektüre des doch umfangreichen und kritischen Themas sehr einfach und sorgt dafür, dass man Zugang zum Storyplott findet. Und der Inhalt ist definitiv keine leichte Kost. Er regt sehr zum Nachdenken an und ja, natürlich ist er auch politisch. Ich habe erschreckend viele Parallelen zu unserer Gesellschaft gefunden, ich habe sehr viel über die Handlung nachgedacht und war beeindruckt.

Wer sich damit befassen möchte, welche krassen Folgen Kapitalismus haben kann, der sollte sich dieses Buch zulegen. Es gibt neue Impulse, legt den Finger in politische Wunden, mit denen wir uns tatsächlich herumschlagen müssen. Alleine der Aspekt des Konsum hat in der Realität in den letzten Jahren überhand genommen. Zu lesen, was Kontrolle, mit der der Kapitalismus nun mal verbunden ist, auslösen könnte, ist schockierend, aber auch sehr unterhaltsam.

Ich musste mich erst mal an den Schreibstil des Autoren gewöhnen, aber dann war ich voll dabei. Für mich ist das Buch nicht massentauglich, denn eine bestimmte Lesergruppe wird sich nicht mit dem Thema befassen wollen. Dabei ist es wie eine Warnung vor dem, was uns erwarten könnte. Ich bin dankbar, dass es mir neue Denkanstöße und Impulse geschenkt hat.

Ein Buch, welches man nicht einfach mal so, zwischendurch, lesen kann. Ein Buch, dass nachdenklich stimmt.

3,5/5 *

Mareen Kempker: Die Ringfabrik

Mit „Die Ringfabrik“ durfte ich eine mysteriöse Familiensaga voller Geheimnisse entdecken.

„Die Ringfabrik“ von Mareen Kempker fällt durch sein Cover auf. Es wirkt schlicht, aber auch mystisch. Und so kann man den Storyplott des Romans auch bezeichnen: mystisch und spannend.

Letizia ist 27 Jahre alt, studiert Kunstgeschichte und nimmt einen Job in einem Museum in Berlin an. Aber schnell merkt sie, dass es nicht einfach nur ein Job ist: sie wird in die Vergangenheit gezogen.
Auf einem Event lernt sie einen attraktiven Mann kennen, an den sie fortan ständig denken muss. Er ist geheimnisvoll und hat sich in ihre Gedanken geschlichen. Aber woher kennt sie ihn nur? Er ist kein Unbekannter, aber sie weiß nicht, wo sie ihm schon mal begegnet ist.
Dann jedoch führt ihr Job sie kurzfristig nach Wien, wo sie in einem weiteren Museum aushelfen soll, welches sich mit Kunsthistorie beschäftigt. Und genau dort begegnet sie dem Unbekannten wieder und begreift, warum sie sich ihm gegenüber so verbunden fühlt. Aber genau diese Verbindung stellt ihre gesamte Welt auf den Kopf. Ihre Vorstellungskraft, alles was sie bisher wusste und kannte.

Und was genau hat die geheimnisvolle Ringfabrik damit zu tun? Welche Geheimnisse umgeben Letizias Geschichte noch und was steckt hinter diesem mysteriösen Ring und die Haushälterin maria?

Ich habe mich auf einen spannenden Roman rund um Familiengeheimnisse eingestellt- und wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Meine Erwartungen wurden übertroffen.

Das Buch spielt zum größten Teil in Wien, was ich sehr mag. Das ist mal ein anderes Setting und ich bin fasziniert von der Ringfabrik!

Erzählt wird, wie es für eine Familiensaga typisch ist, auf zwei Zeitebenen. Das macht das Lesevergnügen noch größter, wir tauchen somit in die Vergangenheit der Familie ein und lernen Details kennen, die uns dem Geschehen noch näher bringen.

Einordnen lässt sich dass Buch als Familiensaga, aber es gibt einen großartigen Spannungsbogen, Krimielemente, eine romantische Erzählebene und so viel mehr zu lesen und zu entdecken.

Dieses Buch wirkt mysteriös- und so ist auch der Storyplott. Ich hatte großen Lesespaß und bin tief in die Geheimnisse der Familie und die Ringfabrik, sowie den einen, besonderen Ring, eingetaucht.

Der Schreibstil von Mareen Kempker konnte mich überzeugen. Er ist flüssig, sehr mitreissend und verleiht dem Roman somit noch mehr Spannung.

4,5/5 *

Ina Linger & Cina Bard: Aschenblut- Die Hexenwaldbestie

Wow, was für ein Titel! Mit „Aschenblut- Die Hexenwaldbestie“ hat das Autorenduo  Linger & Bard ein krasses Buch abgeliefert, welches es in sich hat- und was mich mehr als gefesselt hat!

Das Buch spielt im Königreich Asgeran. Plötzlich werden zwei Leichen gefunden, die übel zugerichtet worden sind. Und sie werden genau beim Dorf Ivendal gesorgt. Damit hat das Gebiet um Ivendal herum einen grausamen Ruf errungen: der Hexenwald soll verflucht sein, alte Geister wurden wieder zum Leben erweckt und ihr Unwesen kann nur beendet werden, in dem alle Hexen getötet werden- regelrecht ausgerottet werden.
Cedar stammt aus Ivendal, sie arbeitet als Bedienstete und reist in ihr Dorf, um herauszufinden, ob einer der Toten ihre große Liebe Aron ist. Er ist seit Monaten verschwunden und sie ahnt Schlimmes. Und ja, er ist es. Cedar ist zutiefst geschockt und bekommt nun die Ausmaße des Fluches und die brutalen Taten mit. Es gibt noch einige weitere Vermisste, die Ermittler sind aber heillos überfordert mit den Taten und Ereignissen.
Die junge Cedar fängt an, zu ermitteln. Denn sie besitzt ein gutes Gespür, ist sehr klug und kombiniert immer weitere Fakten, bis sie das große Geheimnis rund um den Hexenwald entdeckt. Sie ist eigentlich nur auf der Suche nach den verschwundenen Menschen- aber dann merkt sie, dass das dunkle Geheimnis nicht nur auf dem Hexenwald basiert- sondern auch das Könighaus darin verwickelt ist. Und das intensiver, als es zunächst scheint. Und dann bringt die Suche nach dem Täter und den verschwundenen Frauen und Männer Cedar in größte Gefahr: sie entdeckt die Bestie und wird mit ihr konfrontiert- mit einer kaltblütigen, mordenden Bestie…

Mich hat dieses Buch komplett überzeugt. Es ist düster, mystisch und voller Geheimnisse- und so spannend.

Ich liebe Bücher, in denen Hexe und Wicca eine große Rolle spielen. Das Geheimnis um den Hexenwald hat mich gepackt, ich wollte unbedingt wissen, wer der wahre Mörder ist, der Menschen in Angst und Schrecken versetzt, der eine heftige Mordslust empfindet.
So viel Fantasie, so viel Magie, so eine großartige Protagonistin. Cedar ist sehr stark, voller Mut und lässt sich nicht beirren, das wahre Geheimnis aufzudecken. Sie bringt sich damit in Gefahr, aber sie macht weiter. Unbeirrt und voller Kraft.

Das Buch besitzt Crime-Vibes, dazu spielt es in der viktorianischen Zeit und es gibt auch einiges an Horror. Somit ist das Buch ein Mix aus diversen Genres, aber sicher im Genre Krimi und Fantasy am besten anzusiedeln. Und die Krimi-Elemente sind ebenfalls vorhanden.

Ein fantasievoller Auftakt, mitreissend ohne Ende und fessenlnd. Der Schreibstil ist flüssig, spannend und intensiv. Ich bin begeistert. Dazu kommen die düstere Atmosphäre und eine starke Hauptprotagonistin. Kurz gesagt: ich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen, wenn ihr diese Art von Fantasy genauso liebt, wie mich. „Aschenblut- Die Hexenwaldbestie“ ist ein abgeschlossener Roman.

5/5 *

Svenja Lassen: Seesterntage

Mit dem dritten Band ihrer wunderbaren „Küstenliebe“-Reihe geht es für uns mit Svenja Lassen zurück nach Flensburg, zurück ans Meer, zurück an die Förde.

Dieses Mal geht es um Lara, die mit ihrer Zwillingsschwester Linn gemeinsam das „Hygge Up“ betreibt, einen liebevoll eingerichteten Laden mit Möbeln aus zweiter Hand. Sie lebt auch mit Linn zusammen in einer Wohnung, was nicht immer einfach ist. Denn Linn ist ganz anders als sie. Unvernünftiger, sie lässt sich durchs Leben treiben und macht das, worauf sie Lust hat. Von jetzt auf gleich lässt sie Lara sitzen- mit dem Hygge up- mitten im Weihnachtsgeschäft. Und dann ist da noch Dackelwelpe Snorre. Mit allem steht Lara nun alleine da- die Wut auf ihren Zwilling wächst.

Zu allem Überfluss zieht in den Hinterhof, in dem u.A. das Hygge Up liegt, ein Tatto-Studio ein. Und einer der Betreiber ist Hendrik- ausgerechnet einer der vielen Ex-Freunde von Linn. Lara geht ihm aus dem Weg- zumindest versucht sie das. Denn sie hat keine gute Meinung von ihm, immerhin hat ihre Schwester ihr genüg über ihn und die Trennung erzählt. Und überhaupt passt ein Tattoo-Studio doch so gar nicht zu den anderen Läden in ihrem Hinterhof!

Aber sie hat die Rechnung ohne das Leben und ihr Herz gemacht. Denn nach und nach kommen sich Lara und Hendrik näher, lernen sich besser kennen- und sie merkt: so schlimm ist er gar nicht, im Gegenteil. Langsam entwickelt sich immer mehr zwischen ihnen, sie verlieben sich ernsthaft ineinander. Und auch mit Snorre kommt Lara bestens klar, das Hygge Up macht ihr sogar mehr Spaß ohne ihre Schwester, die ihre Pflichten nicht wirklich ernst nahm.

Doch dann steht Linn wieder vor ihr und meldet Anspruch an: an Snorre, am Hygge Up- und an Hendrik. Lara muss die gerade beginnende Romanze zu ihm beenden- oder bleibt sie standhaft?Und ist Hendrik doch der unmögliche Mann, der ihre Schwester zutiefst verletzt hat? Kann sie das Hygge Up behalten und was wird aus dem kleinen Snorre, der ihr so sehr ans Herz gewachsen ist?

Lara hatte in den beiden ersten Bänden die Rolle der Nebenprotagonistin- genau wie ihre Schwester. Und ich mochte sie immer mehr als ihren eigenwilligen Zwilling, sie kam mir schon vorher ziemlich egozentrisch vor. Lara hingegen ist empathisch, lebensfroh, stark- aber setzt sich gegen ihre flatterhafte Schwester nicht durch, worunter sie immer stärker leidet.

Mir gefällt es sehr gut, welche Entwicklung sie im Buch durchlebt. Wie sie ihr Leben auf komplett eigene Beine stellt, die wahren Werte neben der Arbeit im Hyyge Up entdeckt, wie sie mit ihren Freunden zusammen hält. Die Freunde kennen wir übrigens aus den ersten beiden Bänden! Und das liebe ich sehr an der „Küstenliebe“-Reihe. Wir treffen alte Bekannte wieder, die Protagonistinnen aus Band 1 & 2 nehmen eine wichtige Rolle in „Seesterntage“ ein. Sie sind die besten Freundinnen, die man sich für Lara wünschen kann.

Und dann ist da noch Welpe Snorre. Ich bin nicht so der Hundefan- aber er konnte mein Herz erobern. Er ist zuckersüß und ich finde es toll, dass Lara ihn praktisch adoptiert mit allem Drum und Dran.

Natürlich ist auch die Liebesgeschichte wunderbar. Hendrik und Lara finden langsam zusammen, was ich sehr mag. Sie entwickeln echte Gefühle füreinander, räumen Vorurteile aus dem Weg und verlieben sich. Ein wenig Slow-Burn, was einfach sehr angenehm zu lesen ist.

Kurz gesagt: ich liebe auch diesen Band der Reihe wieder sehr!

Svenjas Schreibstil leistet seinen Beitrag dazu. Flüssig, gut verständlich, mitreissend und sehr unterhaltsam. Dazu das tolle Setting an der Ostsee in der Flensburger Förde, der Hinterhof, in dem das Tattoostudio und das Hygge Up liegen, die bekannten Protagonisten- wundervoll!

5/5 *