April Wynter: Lock Down Under

Einen ganz besonderen Roman von April Wynter durfte ich kürzlich lesen: „Lock Down Under“. Er entführt uns in die Welt, genauer gesagt begleiten wir die digitale Nomadin Maya auf ihre Reise.

Maya ist 26, hat sich dazu entschieden, als Freigeist die Welt zu bereisen. Sie landet in Australien und als sie einen Job als Housesitterin einer Villa in Australien annimt, schlägt eine Pandemie zu. Der Besitzer der Villa sitzt somit ebenfalls im Haus fest, Troy ist erfolgreicher Unternehmer und hat sich das so nicht vorgestellt. Doch je ungleicher sie auch sind, durch den Lock Down kommen sie einander bald näher. Aber diese Gefühle dürfen sie nicht zulassen. Denn Maya wird sobald wie möglich weiterziehen, während Troy seine Homebase in Australien hat. Entscheidet sich Maya für die Liebe und ändert damit alle Pläne oder zieht es sie weiter in die Welt hinaus?

Der Storyplott ist mal etwas ganz anderes. Wir alle kennen den Lock Down nur zu gut. Ab 2020 hatten wir alle damit zu kämpfen. Ich finde es toll, dass die Autorin das Pandemiegeschehen aufgreift und darauf diesen tollen Roman konstruiert hat. Maya hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Es zieht sie in die Welt, sie ist eine digitale Nomadin und reist herum. Sie legt sich nicht fest, nimmt Jobs an und lebt ihren Traum. Sie ist freigeistig, offen und das hat mir sehr imponiert. Ausgerechnet beim Housesitting gerät sie in den Lock Down und ist fortan mit dem Unternehmer Troy an die Villa „gefesselt“. Ich mag die Energie zwischen den Beiden, ich mag die Dialoge, die wirklich toll geschrieben sind.

Der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut. Er ist flüssig, bildhaft und sorgt dafür, dass ich wirklich viel Spaß beim Lesen hatte. Die Atmosphäre des Buches ist besonders, ich konnte mich nach Australien träumen und habe es sehr genossen. Dieses Buch spielt wirklich „down under“, was ich wirklch toll finde.

Ein interessanter Roman mit mal vollkommen anderem Storyplott, der mich wirklich überzeugen konnte. Eine Weltenbummlerin wird gezwungen, sich für eine Weile zur Ruhe zu setzen und findet dabei die Liebe, was sie in einen emotionalen Konflikt bringt. Das Buch besitzt auch genug Tiefe und berührt.

Ein Roman, der einfach Spaß macht und wahnsinnig gut unterhält! Ein New Adult-Roman, der vollkommen anders ist als das, was ich von diesem Genre gewohnt bin. Toll!

 

 

Alexis B. Cellan: Lonely Snow

Lasst euch vom Cover dieses Romans nicht täuschen! Vor einiger Zeit habe ich von Autorin Alex B. Cellan ihren Roman „Lonely Snow“ als Rezensionsexemplar erhalten. Da ich in den nächsten Tagen eine Rezensionen schreibe, von Büchern, die ich bereits gelesen habe, ist nun der zu Herzen gehende Roman mit tollem Cover dran.

Alfred lebt allein, er ist ein echter Grummel und wohnte schon immer in Lovelane, einer beschaulichen Kleinstadt. Er ist verbittert, seit er seine Frau verloren hat und möchte mit keinem Menschen mehr irgendwas zu tun haben. Und diese haben sich auch von dem mürrischen Eigenbrödler zurück gezogen. Nur seine Enkelin Cassie lässt er noch an sich ran und in sein Leben. Sie will ihrem Großvater helfen und eine Gesellschaft für ihn finden. Cassie selbst hat kein Glück in der Liebe. Bei ihrer Suche nach dem richtigen Menschen für den Griesgram, lernt sie Jeremy kennen, der wiederum der Enkel von Alfreds Frau war. Es knistert zwischen ihnen. Und es könnte alles so schön sein- wäre da nicht die Feindseligkeit der Großeltern, die ihnen im Weg steht…

Was für eine berührende Geschichte! Es geht um Familie, Trauer, Hoffnung, Liebe, Streit- aber auch um die Macht von Gefühlen.

Alfred habe ich trotz seiner abweisenden Art schnell in mein Herz geschlossen. Er hat seine Gründe, warum er für sich mit der Welt abgeschlossen hat und warum er alleine lebt. Trauer ist ein schreckliches Gefühl und durch den Tod seiner geliebten Doris wurde er verbittert und abweisend. Aber da ist seine herzensgute Enkelin, die man einfach mögen muss. Cassie ist aufgeschlossen, lässt sich von ihm nicht aus der Ruhe bringen und der einzige Mensch, der es mit ihm aushält. Ich finde die Idee toll, dass sie ihm helfen will, in dem sie eine neue Gesellschaft für ihn findet. Sie ist authentisch, herzlich und mein Highlight des ganzen Romans. Sie lernt Jeremy kennen und ich habe die sich anbahnende Geschichte zwischen ihnen sehr gemocht. Es knistert und funkt heftig und das hat Alexis B. Cellan sehr gut herüber gebracht. Überhaupt mag ich ihren Schreibstil sehr…

Denn dieser ist emotional, mitreissend, einfühlsam und so angenehm flüssig. Der doch recht dünne Roman macht so großen Spaß. Ich finde ihn authentisch und echt. Es werden Themen behandelt, die jeden von uns betreffen und die Geschichte fühlt sich an, als wäre sie aus dem Leben gegriffen.

Hinzu kommt das tolle Kleinstadtsetting. Man muss Lovelane einfach mögen, auch wenn Alfred nicht viel mit seinen Bewohnern zu tun haben möchte.

Eine wunderbare Geschichte voller Gefühl, Feeldgood-Charakter und Themen, die berühren. Ein Buch, welches berührt.

Toll!

 

Patricia Lehmann: Toxic Hug- Wenn Die Liebe Zur Gefahr Wird

Wenige Bücher schaffen es, mich so zu berühren wie „Toxic Hug- Wenn die Liebe zur Gefahr wird“. Warum? Weil es in dem Debüt der Autorin, welche sie im Rahmen von „story.one- Life is a story“ veröffentlicht hat, um toxische Liebe und häusliche Gewalt geht. Und genau das habe ich viele Jahre erlebt. Mein Ehemann war genauso toxisch wie der Partner der Protagonistin. Das Buch ist sehr authentisch und hat mich viele Szenen noch einmal durchleben lassen.

Die Kapitel sind kurz. Es ist kein Roman, sondern eine Art Tatsachenbericht. Die Protagonistin berichtet vom Zusammenleben mit ihrem Partner, der Konflikte nicht normal austrägt, sondern zu Gewalt greift. Ein Partner, der nicht in der Lage ist, normal zu agieren. Und genau das habe ich so erlebt. Es geht auch um sexuelle Gewalt, die ich zum Glück nicht erleben musste.

Man vertraut dem Menschen, den man liebt und denkt, er erwidert diese Liebe. Sobald dann die erste Gewalttat begangen wurde, ist der Damm gebrochen. Es wird immer schlimmer. Es bringt nichts, auf Besserung zu hoffen, zu verzeihen und zu glauben, wenn der Partner verspricht, dass er sich ändert. Das wird er niemals tun. Und das Wichtigste ist, dass wir selbst uns davon befreien.

Auf intensive und eindringliche Art beschreibt die Autorin das Gefühl der Lähmung, des Alleinseins und der emotionalen Abhängigkeit. Man gerät in einen Strudel aus Gewalt, Liebe (die keine ist), Hoffnung, Angst und all das dreht sich in einem scheinbar endlosen Karussell. Ich konnte mich daraus befreien, ich hatte Unterstützung durch eine Freundin, die bedingungslos zu mir stand, mir die Augen geöffnet hat und mir geholfen hat, zu gehen.

Die Protagonistin hat es bisher nicht geschafft. Sie berichtet von wirklich krankem Verhalten des Partners, der ausrastet, lügt, manipuliert und mit ihr spielt.

Ein Bericht, der mich wirklich getriggert hat- aber auf gute Weise. Ich habe vieles noch mal durchlebt und habe gemerkt, dass ich eine Distanz zu allem habe und nie wieder in so eine Situation geraten will.

Dieses Buch geht unter die Haut, ist beeindruckend, der Schreibstil ist extrem authentisch und bildhaft. Ein heftiges, aber auch starkes und so wichtiges Buch!

 

Sonja Roos: Eine Grenzenlose Welt-Aufbruch

Durch Miriam Georg habe ich dieses Genre für mich entdeckt. Belletristik mit historischem Bezug vor einer tollen Kulisse. Mit „Eine grenzenlose Welt- Aufbruch“ entführt uns nun Sonja Roos in eine vergangene Welt, die jedoch sehr realistisch ist.

Wir befinden uns im Jahr 1892 in Hamburg. Cholera hat auch die Hafenstadt im Norden fest im Griff. Margea und Rosie hält nichts mehr dort. Sie finden Platz auf einem Auswandererschiff und wollen in Amerika ein neues Leben beginnen. Denn sie kämpfen ständig mit Armut und mit der Angt vor Cholera. Doch die Reise ist lang- und sie lernen zwei Männer kennen: Simon und Nando werden bald zu den Freunden der beiden jungen Frauen. Sie wollen ebenfalls in der „neuen Welt“ Fuß fassen und hoffen auf ein besseres Leben dort. Sie schließen sich zusammen und wollen auch nach der Ankunft sich nicht mehr aus den Augen verlieren. Rosie und Simon entwickeln jedoch bald Gefühle füreinander. Doch diese Liebe hat keine Chance, denn es gibt viele dunkle Geheimnisse, welche die Freundschaft der vier jungen Leute zerstören könnte… blüht ihnen ein freies, sorgenloses Leben in Amerika oder trennen sich die Wege wieder und sie werden zu Alleinkämpfern? Und die Liebe zwischen Rosie und Simon- schafft sie es, die Hindernisse gleich zu Beginn zu überwinden?

Ein wunderbares Buch. Ich habe mich gut in die Frauen hinein versetzen können, die sich ein besseres Leben in den USA erhoffen. Die dem dunklen und bedrohlichen Szenario in Hamburg entfliehen und neu beginnen wollen. Sie sind authentisch beschrieben worden von Sonja Roos und macht sie so zu empathischen Hauptprotagonistinnen. Auch die beiden Männer wirken authentisch und bringen Spannung in die Geschichte. Das Buch wirkt nicht nur wie ein fiktiver Roman, sondern wie ein Zeitzeugenbericht. Damals wollten so viele Menschen der Armut und den Problemen ihres Standes entfliehen und suchten Zuflucht in Amerika. Davon berichtet dieser Roman. Davon und von der Macht der Freundschaft, Hoffnung und Liebe.

Ein gelungener, gefühlvoller und interessanter Auftakt einer neuen Reihe. Der Schreibstil der Autorin ist einfühlsam, mitreissend, leicht verständlich und macht Spaß. Ein Buch, welches nicht allzu leichte Themen behandelt, aber trotzdem gut unterhält- und auch zum Nachdenken anregt.

 

Stephanie Jana: Sommerglück Auf Sylt

Merkt ihr? Die Zeit der Sommerromane ist auch auf meinem Blog eingeläutet worden. Passend dazu möchte ich euch den Roman „Sommerglück auf Sylt“ von Stephanie Jana ausführlich anhand einer Rezension vorstellen.

Lou ist Modedesignerin und lebt im aufregenden Berlin. Doch genau das wird ihr eines Tages zu viel. Sie entschließt sich, gemeinsam mit ihren Mädels, Nette und Kati, eine Auszeit auf der Trauminsel Sylt zu verbringen. Sie wollen allesamt zur Ruhe kommen und brauchen diese auch dringend. Sie wollen sich erholen & neue Kraft stärken. Aber so einfach ist das nicht. Die Unterkunft, die sie kurzfristig buchen mussten, ist ein Kapitänshaus, welches dringend renoviert werden muss. Die drei Frauen nehmen dies in die Hand. Und sie erleben den Sommer ihres Lebens. Es geht um Freundschaft, Entspannung, Geheimnisse, aber auch um wichtige Entscheidungen und ums Leben. Und das alles spielt sich auf Sylt ab. Besser geht´s nicht.

Ein toller Roman! Ich liebe ja Sylt als Setting, die Nordsee ist sowieso mein Ding. Die Geschichten der drei Freundinnen, allen voran Lou, hat mich herrlich unterhalten. Sie merkt, dass sie am Scheideweg des Lebens steht und sich entscheiden muss: macht sie weiter mit dem Trott oder geht sie eine andere Abbiegung des Pfades? Ihre Freundschaft zu den anderen Frauen ist das zentrale Thema des Buches.

Der Schreibstil hat mir sehr, sehr gut gefallen. Er ist einfühlsam, sensibel und emotional. Das Buch behandelt dazu wichtige Themen, Lebenswege und regt zum NAchdenken an. Das Setting hat die Autorin sehr gut getroffen. Ich habe mich sehr wohl literarisch auf Sylt gefühlt. Der Schreibstil ist trotzdem flüssig, leicht und bildhaft. Hinzu kommt ein angenehmer Spannungsbogen, das eine oder andere unvorhersehbare Ereignis. Und fertig ist ein wunderbarer, sommerlicher Roman voller Gefühl und Sensibilität. Klasse!

Der Roman sorgt für leichte, spannende Lesestunden und man träumt sich schnell an die Nordsee.