Nadijka Herbisch, Jaroslaw Hryzak: Ukrainische Weihnacht

Jetzt wird es weihnachtlich :). Durch eine Verzögerung fand das Buch „Ukrainische Weihnacht“ von Nadijka Herbisch und Jaroslaw Hryzak erst vor wenigen Tagen zu mir. Aber natürlich möchte ich euch meinen Eindruck in Form einer Rezension dazu nicht vorenthalten. Denn dieses Buch ist wunderschön- nicht nur optisch.

Vor gut zwei Jahren überfiel der russische Präsident Putin sein Nachbarland- die Ukraine. Seitdem kämofen Regierung, Militär und Bevölkerung gegen die Invasion an. Ein Krieg, der leider noch lange anhalten wird, denn ein friedliches Ende ist nicht in Sicht.

Nadijka Herbisch ist Literaturwissenschaftlerin- Jaroslaw Hryzak Historiker. Das ideale Autorenduo, um die Geschichte der Weihnacht im Land zwischen westlichem und orthodoxen, christiliche Glauben genauer zu beleuchten. Und das ist hochinteressant.

Wir erfahren, wie das ukrainische Volk Weihnachten feiert. Es geht um die Wurzeln des Festes dort, um Mythen, Sitten und Bräuche. Bringt dort das Christkind die Geschenke? Und wenn nicht, wer dann? Was gibt es zu essen, welche Weihnachtslieder lieben die Ukrainer? Immerhin ist das „Lied der Glocken“ auf der ganzen Welt bekannt, was viele von uns nicht wissen. Auch die historische Seite wird genau erzählt.

Wie wurde in den Kriegen in der Ukraine das Fest der Liebe gefeiert? Wie war Weihnachten zu Zeiten von Stalin und Hitler? Und dann wird das Geheimnis gelüftet, warum dort seit 2017 zwei Mal im Jahr Weihnachten gefeiert wird…

Ein unterhaltsames, aber auch sehr lehrreiches Buch über die Bräuche und Feierlichkeiten in einem besonderen Land. Ein Land, was immer ein Streitpunkt für diverse Mächte war. Ein Land, in dem die Bevölkerung nicht zur Ruhe kommen. Ich möchte hiermit keinerlei politische Postion beziehen. Das gehört nicht hierher und wird auch im Buch nicht thematisiert.

Doch ich finde „Ukrainische Weihnacht“ so wertvoll, so wichtig in diesen Zeiten. Es beleuchtet die Menschen, ihr Familienleben und gibt ihnen ein Gesicht. Das Fest der Liebe ist für uns im freien Teil Europas eine Selbstverständlichkeit und es hat so viel Tradition. In der Ukraine hat es das auch. Und auf sensible, bildhafte Weise lernen wir das ukrainische Weihnachten kennen.

Dazu wurde ein wunderschönes Cover ausgewählt. Passt super zu diesem beeindruckenden Buch.

5/5 *

 

 

Wolfgang B. Engel: Blind Date Mit Der Hölle

Momentan lese ich gerne Thriller. Mit „Blind Date Mit Der Hölle“ von Wolfgang B. Engel habe ich ein Buch dieses Genres gelesen, welches ich euch heute vorstellen möchte- hier treffen Thriller und Mystery zusammen.

Die junge Frau Sophie Taff arbeitet bei einem Enthüllungsjournalstin, der investigativ arbeitet. Sie arbeitet ihm zu, ist seine Assistentin für alle anfallenden Aufgaben. Eines Tages landet er in U-Haft- und steht unter Mordverdacht. Sophie ist sich sicher: er ist nicht der Täter. Und sie will die Ermittler davon überzeugen, die ihn bereits fest als Mörder betrachten. Und so ermittelt sie eigenständig, um ihrem Chef zu helfen. Doch die Ermittlungen sind gefährlich: es gibt nicht den einen Täter, hinter dem Mord steckt eine ganze Organisation. Und diese ist sehr mächtig und hat die Täterschaft geschickt von sich gelenkt. Um aufzudecken, was wirklich passiert ist, muss Sophie den Kriminellen so nah wie möglich kommen. Doch schnell gerät sie in eine tödliche Situation, in der sie sich ihren eigenen Ängsten stellen muss, um zu überleben…
Ihr Freund Benjamin versucht zunächst, ihr zu helfen, aber er denkt, dass Sophie sich in ihrer Überzeugung verrant hat. Wird er eingreifen können? Er hat sie gewarnt- aber Sophie er mittelt allen Warnungen zum Trotz…

Ich kann euch diesen Thriller mit bestem Gewissen empfehlen. Er ist vielschichtig, sehr spannend und unterhaltsam. Der Schreibstil des Autoren ist sehr angenehm, flüssig und mitreissend. „Blind Date mit der Hölle“ ist ein richtiger Pageturner. Ich habe viele sehr spannende Lesestunden erlebt, ich wollte Sophie unbedingt bei ihren Ermittlungen weiter begleiten und habe mitgefiebert.

Hinter dem Mord steckt so viel mehr, was im Laufe des Storplotts aufgedeckt wird. Die mächtige Organisation hat so viel Einfluss, kann morden und man kann ihr nichts anlasten- und das will Sophie ändern. Die junge Frau ist mutig, steht für ihre Überzeugung ein und ermittelt entgegen aller Zweifel ihres Freundes. Sie gibt sich nicht mit dem schnellen Urteil der zuständigen Behörden ab, sie will ihrem Chef helfen.

Ich mag den Erzählstrang rund um ihre eigenen Probleme, um ihre eigenen Dämonen. Dieser Strang schenkt dem Thriller noch mehr Tiefe und ich konnte wirklich sehr gut ins Geschehen eintauchen. Der Spannungsbogen ist groß und ideal. So bleibt man dran und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Der Schreibstil ist genregerecht, gut verständlich und, wie bereits erwähnt, mitreissend.

Ein wirklich sehr gelungener Thriller mit Mysteryvibes, der mich vollkommen überzeugt hat.

Übrigens finde ich das Cover auch sehr passend.

5/5 *

 

Jasmin Jülicher: Castle Rose- Das Schlafende Schloss

Märchenadaption meets Steampunk!

In „Castle Rose- das schlafende Schloss“ von Jasmin Jülicher erleben wir eine Dornröschen-Adaption der ganz besonderen Art…

Ein Jahrzehnt ist vergangen- alle Menschen in Castle Rose schlafen. Das Schloss ist von Rosenranken überwuchert. Grund ist der Aether, sobald man ihn berührt, schläft man ein- und fällt in einen ewigen Schlaf.

Juliannas Familie hat ein schlimmes Schicksal erlitten: ihr Vater ist ebenfalls ein Schläfer, ihre Mutter ist seit Jahren verschwunden. Sie muss ihren Bruder und sich selbst durchbringen. Dazu muss sie stehlen. Aber dann erkrankt ihr Bruder und es gibt kaum noch Hoffnung. Denn die einzige Therapie, die ihm hilft, ist unbezahlbar.

Aber Julianna gibt nicht auf. Sie bricht ins Castle ein und nimmt sich die dicksten Schätze. Sie will ihn retten! Aber dann steht sie vor dem schlafenden Prinzen, der durch eine unbedachte Berührung durch sie erwacht.

Wer die typischen Märchenprotagonisten erwartet: sorry, das wird nix. Denn hier gibt es verdrehte Rollen, willkommen im Steampunk!

Mich hat der Roman kurzweilig fesseln und sehr gut unterhalten können. Ich mag den unkonservativen, flotten Schreibstil der Autorin. Er ist sehr flüssig und sehr mitreissend. Das Setting finde ich sehr besonders, es ist nicht das typische Dornröschenschloss und nein, der Prinz ist nicht ganz soooo märchenhaft, wie erwartet.

Aber das ist ja das Besondere an dem Buch. Steampunk meets Fairytale.

4,5/5 *

 

C.A. Mayer: Volltod: Flieg, Angel, Flieg

Dem Autoren ist mit „C.A. Mayer“ ein Urban Fantasy-Roman gelungen, der anders ist. Der Schreibstil ist extrem unterhaltsam, der Humor ist (tief)schwarz- und anders.
Angel hat eine Überdosis genommen- sie findet den Weg ins Licht und lernt dort ihren Führungsengel kennen. Aber die Zeit ist noch nicht ganz reif für sie, dort zu bleiben. Sie kann auch nicht mehr ins Leben zurück kehren. Aber sie kann ein Engel der Extraklsse werden. Dazu muss sie eine sogenannte „verloren“ Seele retten. Und im Rotlichtmilieu findet sie diesen Menschen:Lia, 7 Jahre alt. Ihre Mutter ist Tänzerin in der Bar „Devils Paradise“ und heißt Luzi. Um Lia zu retten, muss Angel die Seele ihrer Mutter retten. Aber das ist nicht leicht. Denn viele Menschen, darunter natürlich auch Zuhälter, stehen ihrem Vorhaben im Weg. Kann sie es trotzdem schaffen?
Der schwarze Humor hatte mich schnell. Ich habe viel gelacht, denn der Roman ist einfach voll davon. Und damit ist „Volltod“ ein herrlich unterhaltsamer Roman. Schwarzer Humor trifft auf Urban Fantasy voller Spaß, aber auch tiefgründige Themen kommen nicht zu kurz.
Die Protagonisten sind so lebhaft und mitreissend aufgebaut, der Storyplott ist spannend, unterhaltsam, der Autor hat dazu einen bildhaften Schreibstil, der einfach witzig und direkt ist. Da bleibt kein Auge trocken!
Aber: „Volltod“ berührt auch. Denn hinter der scheinbar tiefschwarzen, humorvollen Geschichte stecken Schicksale. Menschen, die vom Weg abgekommen sind, verlorene Seelen, die gerettet werden müssen. Und das berührt mich sehr.
Ich bin begeistert. Ich hätte beim Lesen des Klappentextes niemals erwartet, dass mich „Volltod“ so catchen würde. Ich habe es sehr genossen, bin durch die Seiten geflogen und konnte es nicht weglegen. Ich brauche mehr Romane von C.A. Mayer. Eine Bereicherung für jeden Leser!
5/5 *

Marlen May: Nebelwind

Ich möchte euch heute ein Buch vorstellen, welches mich ziemlich berührt hat.

„Nebelwind“ ist Band 1 der gleichnamigen Trilogie. Das Cover ist wunderschön, schlicht, aber kunstvoll.

Alyssas Leben ist von jetzt auf gleich nicht mehr dieselbe: sie ist plötzlich in Makára. Ein Land, welches hinter den Neben liegt: Bakea. Dort ist alles anders, als in unserer Welt. Die ganze Natur ist anders. Es gibt sprechende Wolken und tötende Blumen. Alles ist magisch- aber auch mit Alyssa selbst geschieht etwas. Sie hat eine Kraft in sich, die ans Tageslicht kommen möchte. Und außerdem gibt es noch einen Mann, einen Kämpfer, der sie unterstützt… und ihr das Herz auf besondere Weise raubt.

Ich habe noch kein vergleichbares Buch gelesen. „Nebelwind“ ist der Beginn einer außergewöhnlichen und magischen Trilogie. Die Autorin hat einen ausschweifenden, bildhaften Schreibstil, an den ich mich erst einmal eine ganze Weile lang gewöhnen musste. Aber ich habe ihn nach einem Viertel des Buches dann für mich entdeckt. Der Schreibstil ist detailliert, lebhaft und fantastievoll.

Ich habe in Alyssa eine besondere Protagonisten entdeckt. Die Nebenprotagonisten konnten mich ebenfalls überzeugen und ich habe magische Lesemomente gehabt. „Nebelwind“ ist sicher nichts für den typischen Mainstream-Leser. Es ist zauberhaft, einfühlsam, besonders. Es ist kein lauter Blockbuster-Roman, sondern eher ein leises Lesevergnügen, wir Bookies werden langsam, aber sicher vom Zauber des Buches erst gefangen genommen. Und dann will man weiterlesen…

Fantasievoll, besonders, eine magische Reise in eine andere Welt- und hin zu Alyssas wahrem ich.

4/5 *