Karin König: Muschelsommer

In ihrem neuen Roman „Muschelsommer“ entführt uns Karin König erneut ans Meer. Ich durfte ihr neues Werk als Rezensionsexemplar lesen, was mir eine besondere Ehre ist. Ich mag ihre bisherigen Romane sehr und außerdem stammt Karin aus meiner Heimatstadt :).Natürlich beeinflusst dies nicht meine Meinung.

Alleine, dass die Hauptprotagonistin Köchin und Bloggerin ist, gefällt mir besonders gut. Isabella reist für 4 Wochen an die Ostsee. Die Berlinerin will dort neuen Feed für ihren Blog produzieren und wohnt dafür auf einem Bauernhof. Sinn ist es, ihre Community zu zeigen, woher frische und gesunde Lebensmittel kommen. Ein herausforderndes Thema für die Stadtpflanze, die nicht mal einen grünen Daumen hat… Auf dem Bauernhof trifft sie Tim, einen Landwirt. Er hat so seine Probleme mit Großstadtmenschen, wie Isabella nun mal einer ist. Doch er erweckt in ihr den Wunsch, ihm das Gegenteil zu beweisen. Sie kann durchaus hart anpacken und das tut sie nun- mit der Mistgabel in der Hand arbeitet sie nun auf dem Bauernhof. Und kommt dem attraktiven Tim dabei näher- ob ungewollt oder gewollt. Die Funken sprühen. Matchen Stadtmensch Isabella und der Bauer wohl am Ende doch?

Ich habe mich mit Isabella irgendwie verbunden gefühlt. Auch wenn ich selbst keine große Bloggerin bin wie sie, mag ich es, Einblicke in das tägliche Leben rund um Social Media zu erleben. Sie hat einen anstrengenden Beruf in einem Restaurant, der sie nicht glücklich macht, aber sie verdient eben ihr Geld damit. Das hat mich beeindruckt. Was micht mit ihr verbindet, ist das Stadtleben. Ich selbst lebe auf dem Land, habe lange in der Großstadt gelebt und weiß, welche Vorzüge das Leben dort hat.

Für Isabella ist das Leben auf dem Land inklusive dem Bauernhof ein kleiner Kultuschock. Sie merkt bald, welche harte Arbeit dahinter steckt und lernt den zu ihr recht spröden und abweisenden Tim kennen. Ein junger Landwirt, der so gar nichts mit der städtischen Isabella anfangen kann. Er hat Vorurteile und traut ihr nicht zu, dass sie ihre Hände schmutzig macht. Dazu ist sie noch eine Bloggerin, viel kann er nicht mit ihr anfangen. Aber da hat er sich getäuscht. Er fordert sie gefühlt heraus und Isabella beginnt, mit anzupacken, was ihn überrascht. Nach und nach lernen sie einander besser kennen und können ihre Vorurteile hinter sich lassen- oder doch nicht? Es funkt langsam, aber sicher und Isabella findet nicht nur an Tim Gefallen- sondern auch am Landleben. Doch wie passt das mit ihrem Leben in Berlin zusammen? Mit ihrer Tätigkeit als Köchin und als Foodbloggerin? Kann die urbane Bloggerin sich dauerhaft wohlfühlen, auf dem Land, am Meer?

Ich mag die Romane der Autorin sehr. Sie verbinden tiefgründige Themen mit einer wunderbaren Geschichte, der Storyplott ist unterhaltsam und berührt mich. Ich mag die Charaktere. Denn neben Isabella und Tim gibt es noch andere, wirklich liebenswerte Protagonisten, die ich nicht spoilern möchte. Sie agieren rund um den Bauernhof und haben ihren ganz eigenen Charme.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, bildhaft und sehr angenehm. Ich mag die vielen Facetten, die Isabella als Protagonistin besitzt. Sie erlebt eine tolle Entwicklung und lernt sehr viel über sich selbst.

Was ich sehr mag, ist der Kontrast zwischen dem Stadt- und Landleben. Den hat die Autorin sehr gut eingefangen und ich muss gestehen, mir hat das Geschehen auf dem Bauernhof sehr gefallen. Isabella bekommt durch ihre Reise an die Ostsee viel mehr Tiefe und die Anziehung zu Tim, die sich stetig entwickelt, trifft genau meinen Geschmack.

Ein wunderbarer, warmherziger Roman mit einem tollen Setting.

4,5/5

Ayla Dade: Blackwell Palace- Feeling It All

Willkommen zurück im Blackwell Palace!

Ein letztes Mal lädt uns Erfolgsautorin Ayla Dade in das Edelhotel in St. Moritz ein. Ein letztes Mal öffnet es seine Türen für uns und zieht uns hinein in die Welt der Reichen und Schönen- aber auch in Intrigen, Sex, Liebe und Machtkriege.

Dieses Mal geht es um Edward Blackwell. Das Enfant Terrible der Blackwells. Wir kennen ihn schon aus den ersten beiden Bänden, als sich Paolo nicht zwischen ihm und seinem Bruder Charles entscheiden konnte.

Jetzt bekommt Ed seine eigene Geschichte- und die verbindet ihn mit Blair Wagner.

Blair arbeitet im Casino des Blackwell Palace und träumt davon, eines Tages Mitglied der High Society zu sein. Sie hat ein dunkles Geheimnis, welches sie umtreibt und immer wieder fertig macht. Aber sie hat noch ein weiteres Problem: Hotelerbe Edward Blackwell. Der aufgeblasene Schönling weiß, wie attraktiv und anziehend ist. Und irgendwann kann Blair nicht mehr gegen die Anziehungskraft zwischen ihnen angehen. Sie verbindet eine Art Hassliebe, ein Spiel, bei dem beide die Oberhand behalten wollen. Blair hat Edward einst verraten, das kann er ihr noch lange nicht verzeihen.

Dann nimmt Blair an einer Datingshow teil. Diese wird im Blackwell Palace gedreht und mit 11 anderen Frauen kämpft sie um das Herz des „Königs“. Und dieser ist… kein Geringerer als Edward! Ausgerechnet er! Blair ist geschockt, aber dann nimmt sie die Challenge an. Inmitten der unterschiedlichen Frauen, die um ihn kämpfen, inmitten von Machtspielchen, Intrigen und Sex, finden ihre Herzen langsam zueinander. Doch es steht unfassbar vieles zwischen ihnen. Können sie diese Hindernisse überwinden? Für wen entscheidet sich Edward am Ende? Und was hat es mit dem Mord an seiner Ex-Freundin wirklich auf sich?

Wieder mal hat mich Aylas Schreibstil umgehauen! Er ist direkt, authentisch, bildhaft- und eben typisch Ayla. Ich mag es, dass sie genau die richtige Portion Spice hat einfliessen lassen. Die Hassliebe zwischen Edward und Blair funktioniert bestens. Da ist gefühlt so viel Energie und Anziehung zwischen ihnen.

Der Storyplott rund um die Datingshow finde ich sehr gelungen und spannend- aber es gibt noch andere Handlungssstränge und einige Spannungsbögen. Eine Wendung folgt auf die andere, ein Geheimnis nach dem anderen wird gelüftet.

Mich hat der letzte Ausflug ins Blackwell Palace total geflasht und mitgerissen hinterlassen. Was war das bitte wieder? Danke für dieses geniale Buch, für diesen tollen Abschluss einer großartigen Reihe. So viel Spannung, Emotion und Intrigen, wow!

 

5/5 *

Sarah Lark: Himmelsstürmerinnen- Wir Greifen Nach Den Sternen

Mit „Himelsstürmerinnen“ veröffentlicht die bekannte und beliebte Autorin den ersten Band ihrer Dilogie. Es war mein erster Roman von ihr und ich habe dank der Bloggerjury die Chance erhalten, mir ein eigenes Bild zu machen.

Die Dilogie spielt zum Ende des 19. Jahrhunderts, in Schottland, aber auch in Paris und Boston. Wir begleiten drei Cousinnen der Familie Clan, die aus ihrer adligen Herkunft mehr machen wollen. Ailis ist eine Fanatikerin der Sterne und will diese erfroschen, Donella hingegen hegt den großen Wunsch, in einem Ballon fliegen zu dürfen und Haily wünscht sich ganz klassisch, ein Star zu werden. Wir begleiten sie auf ihren Weg durch die Mädchschule in Schottland, welche sie auf ihr Studium vorbereitet. Und dann ist da noch die vierte Frau im Bunde der Hauptprtagonistinnen: Emily. Sie ist von bürgerlicher Herkunft, darf aber gemeinsam mit den drei Cousinen auf die Schule gehen. Doch sie merkt zu spät, welchen Preis sie dafür zahlen muss… Die vier Frauen halten natürlich zusammen, sind froh einander zu haben. Doch dann ereilt das Schicksal eine der Frauen und trennt die vier…

Wir sind Zeugen, wie sich die Frauen vom Kind zur Erwachsenen entwickeln. Wir begleiten sie ca. 20 Jahre lang und lernen sie alle kennen. Die Erzählperspektive ist aus der Sicht aller Protagonistinnen geschrieben und wechselt immer wieder, was den Lesefluss sehr angenehm und spannend gestaltet. Wir bekommen Einblicke in die Gedanke jeder einzelnen Frau und können somit tiefer in den Storyplott eintauchen. Ich mag die Protagonistinnen, sie haben alle unterschiedliche Charaktere und das Schicksal hat jeweils diverse Pläne mit ihnen.

Wir erleben den Weg der Frauen, den sie unabhängig gehen. Und damals war die Welt eine andere als heute, Männer waren das stärkere Geschlecht und Frauen hatten kaum die Chance, ihre Wünsche zu erfüllen oder ihre beruflichen Vorstellungen zu erreichen. Umso beeindruckender finde ich, wie jede von ihnen eine Entscheidung trifft und sich durchkämpft. Sich beruflich selbst verwirklichen kann udn wie sich ihr Leben jeweils entwickelt hat.

Das Buch hat mir Spaß gemacht. Es ist ein anspruchsvoller Roman, der gute Einblicke in das Leben der Frau zu dem Zeitpunkt gibt und mich gut unterhalten hat. Ich mochte die Protagonistinnen sehr gern. Sie sind stark, geben nicht auf. Es ist traurig, zu lesen, wie das Leben die Freundinnen auseinander reisst, aber ich bin gespannt, ob sie letzten Endes nicht doch wieder zueinander finden werden.

Das Buch ist als Hardcover im Lübbe Verlag erschienen und ich empfehle es euch, wenn ihr mal anspruchsvollere Literatur lesen wollt.

Toll finde ich, dass man vieles über die damalige Zeit erfährt, über Erfindungen, das Weltgeschehen usw.

Es war ein tolles, angenehmes Lesevergnügen.

4/5 *

 

 

A.S. Dowidat: Zimmer 752

Autorin A.S. Dowidat hat mit „zimmer 752“ einen Roman verfasst, der meinen ersten Eindruck nicht bestätigen konnte. Denn wenn man sich das Cover anschaut, denkt man, das Buch gehört dem Genre „Thriller“ an. Aber das ist „Zimmer 752“ nicht. Es ist ein kurzer Roman, fast schon eher eine Novelle…

Bellaqui arbeitet als kleines Licht in einer öffentliche Behörde. Dann taucht ein neuer Kollege namens Sarafaki auf- und es passieren Dinge, die anders sind. Die Behörde ist im Begriff, aufgelöst zu werden, denn da ist ein großer Energiekonzern namens Aquasol, der die Behörde im bestehen bedroht. Und dann wird plötzlich in der Behörde ein sonst immer nicht besetztes Zimmer belegt. Der neue Kollege beginnt seinen Job. Aber was sind seine Aufgaben? Was führt er wirklich im Schilde? Sarafaki passt nicht rein in die Kollegschaft, er arbeitet gefühlt gegen sie- und gegen die Behörde. Bellaqui spürt ebenfalls eine Bedrohung von ihm ausgehen- oder ist Sarafaki gar nicht der skrupellose Kollege?

Wer hier Trivialliteratur erwartet, den muss ich enttäuschen. „Zimmer 752“ ist anspruchsvoll und lädt zum Nachdenken ein. Der Schreibstil der Autorin ist anders. Er ist ehrlich, recht nüchtern, aber genau auf den Punkt. Ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, aber habe mich recht schnell eingelesen.

Wer am Anfang ratlos ist, dem empfehle ich, einfach weiterzulesen. Nach und nach offenbart sich das Rätsel dieses Buches, die Kernaussage. Und die hat es in sich. Das Buch wird aus drei Perspektiven erzählt, was ihm Tiefe und bessere Verständlichkeit verleiht.

Ich bin ehrlich. „Zimmer 752“ war nicht sofort ein Highlight. Es ist ein vollkommen anderes Buch, welches nicht mit dem Mainstream mitschwimmt- und es ist einfach gut und sehr gelungen. Skurril, anders, aber mitreissend, auf den Punkt und sehr unterhaltsam.

Ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin. Wenn du Interesse an anspruchsvollem Lesestoff hast, lege ich dir „Zimmer 752“ ans Herz. Dieses Buch hat seinen ganz eigenen Charakter und ich hatte ein großes Lesevergnügen, aber hatte auch viel zum Nachdenken.

Ein brillianter Schreibstil, ein sehr gelungener Roman, der fast schon eine Novelle ist.

4/5 *

Sabine Richling: Liebe Braucht Keine Hexerei

„Liebe braucht keine Hexerei“- bei diesem Buch ist der Name Programm. Denn der Roman von Sabine Richling ist richtig schön- schön magisch!

Hauptprotagonistin Jenny beginnt einen Job auf einem Gutshof. Obwohl sie keine Ahnung von ihren Aufgaben hat, kann sie den Besitzer überzeugen, ihr die Stelle zu geben. Dieser ist der reiche, attraktive David Barclay. Er gibt ihr die Chance. Bald merkt Jenny, dass er eine cholerische Ader hat- mit der sie erstaunlich gut umgehen kann.

Und nach und nach gefällt er ihr immer besser. Und auch er ist verwirrt. Jenny bringt sein Leben gehörig durcheinander. Aber diese Anziehung hat keine Kraft. Denn David ist vergeben- und sogar verlobt. Damit hat Jenny keine Chance, egal wie verliebt sie auch in ihn ist.

Aber da ist noch Jennys Tante, die magische Maßnahmen ergreift, um David und Jenny zusammen zu bringen. Jenny nimmt diesen natürlich an- und gerät bald in ein Chaos aus Magie, Liebe und lustigen Momenten… kann sie David für sich gewinnen? Und ist das alels nur Magie- oder doch mehr?

Doch Jennys Tante hat einen magischen Plan, wie ihre Nichte den Auserwählten für sich gewinnen kann …

Mich hat „Liebe braucht keine Hexerei“ auf jede Art begeistert. Fangen wir mal beim Schreibstil der Autorin an. Dieser ist locker-leicht, humorvoll und bildhaft. Und auch magisch. Der Storyplott ist genial. Natürlich ist das nicht neu: Magie trifft auf Liebe. Aber Sabine Richling schafft es, uns Leser:innen sehr gut zu unterhalten.

Die Geschichte rund um Jenny und ihren Hofbesitzer ist einfach toll. Fantasievoll, herrlich unterhaltsam, witzig und spannend, aber auch die Emotionen kommen nicht zu kurz.

Eine wunderbar warmherzige, humorvolle Geschichte. Zauberhaft und absolut überzeugend!

Hexerei und Liebe? Genau mein Ding!

5/5 *