Antje Sengebusch: Die Halloween-Bande: Eine Schaurig-Lustige Gruselgeschichte

Tom hat echt andere Sorgen! Erst kürzlich ist er mit seiner Mutter nach Grünhausen gezogen. Ein Ort, mit dem er nichts anfangen kann. Und er trauert noch immer um seinen Vater. Und natürlich reicht das nicht: Halloweens teht vor der Tür. Tom braucht diesen Tag nicht, er öffnet daher den Kindern missmutig und schlechtgelaunt die Tür. Aber dann gerät er an drei Leute, mit denen er nicht gerechnet hat! Sie klingeln nicht nur wegen Süßigkeiten bei ihm, sondern sie freunden sich mit ihm an. Damit könnte das Leben in Grünhausen doch einfacher werden, oder?
Gemeinsam mit seinen neuen besten Freunden ruft er die Halloween-Bande ins Leben…
Die Bande steht vpr einer ersten Aufgabe: in Gründhausen gibt es das „Geisterhaus“, ein altes, verlassenes Gebäude, um den sich viele Geschichten und Mythen ranken. Die Halloween-Bande besucht das Haus- und erlebt dort, wie erwartet, echte Nervenkitzel. Aber nicht nur das- sie stossen auf erschreckende, aber auch faszinierende Geheimnisse…

Als ich das doch schlichte Cover betrachtet habe und den Klappentext gelesen habe, war mir nicht klar, was mich erwartet! Und das ist ein gruselig-gutes Abenteuer für die ganze Familie.
Autorin Anja Sengebusch hat mich mit ihrem Buch begeistert. „Die Halloween-Bande“ ist angenehm gruselig und sehr, sehr unterhaltsam. Das Setting mit Grünhausen und seinem Geisterhaus finde ich total klasse. Ich habe mich voll in die Geschichte fallen lassen, hatte wirklich tolle Gruselmomente und musste immer weiterlesen.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, gut verständlich und mitreissend! Die Autorin weiß, wie man Spannung erzeugt und den einen oder anderen gruseligen Moment, der Gänsehaut bereitet. Sie hat eine unterhaltsame Geschichte geschrieben, die ich so gerne gelesen habe. Ich bin durch die Seiten geflogen und war gespannt, welche Geheimnisse das Geisterhaus offenbaren würde. Dazu finde ich den Erzählbogen rund um Tom und seine Freunde, die er neu findet, sehr gelungen.
Die Geschichte ist überraschend dunkel, finster und mysteriös.
Ein herrlich gruseliger, spannender Lesespaß für die ganze Familie. Wunderbar!
5/5 *

Anna Jefferson: Das Glück Wohnt Nebenan

 

George hat seine Frau Mary sehr geliebt. Sie ist gestorben und damit ist auch der Sinn seines Lebens gestorben. Er weiß nicht, wie er ohne sie weiterleben soll. Aber dann, im letzten Moment seiner Lebenskraft, findet er einen Brief, den Mary ihm hinterlassen hat. Damit hat er nicht gerechnet. Sie stellt ihm im Brief sieben Aufgaben, eine Art To-Do-Liste. Diese soll er abarbeiten, was George natürlich macht. Und durch die einzelne Realisierung der Punkte, lernt er seine Nachbarn kennen. Sie sind auch einsam, was ihm vorher nicht bewusst war. Die drei Frauen haben alle ein Schicksal zu bewältigen. Kirsty hat eine riesige Aufgabe vor sich, verzweifelt daran fast. Gloria hängt noch immer an ihrer alten Liebe und Sonia weiß nicht, was das Leben von ihr eigentlich will. Die 4 ungleichen Nachbarn lernen sich nach und nach kennen, wachsen zusammen- und aus Bekanntschaft wird eine Freundschaft fürs Leben…

Wie schön kann man das Thema Trauer bitte aufgreifen? Der Autorin gelingt dies auf sensible, einfühlsame und sehr unterhaltsame Art. Ich habe George so gut verstehen können, Trauer ist ein brutales Gefühl und kann alles in Frage stellen, woran man geglaubt hat. Er bekommt einen Brief seiner geliebten Frau. Und hat eine To-Do-Liste abzuarbeiten. Dabei merkt er, dass er mit seinen Gefühlen und der Einsamkeit nicht alleine ist.

Das Buch handelt vom Weitermachen im Leben, wenn man die Kraft verloren hat. Wenn ein Mensch von uns gegangen ist, der uns so viel bedeutet hat. Wenn er eine Lücke ins Leben gerissen hat, die niemand mehr füllen kann. Es handelt aber auch von Trost, von leiser Hoffnung und von Freundschaft. Vier ungleiche Menschen, die nah beisammen wohnen, werden zu Freunden, die sich auffangen, sich austauschen, einander gut tun. Das Schicksal kann manchmal um die Ecke auf uns warten.

Der Schreibstil ist hochemotional, mitreissend und angenehm flüssig. Die Autorin schafft es, das schwierige Thema aufzugreifen, aber ein positives Gefühl zu hinterlassen. Sie zeigt, dass es trotz tiefster Trauer immer einen Lichtblick gibt. Sie erzählt uns davon, dass man nicht aufgeben sollte, erzählt uns von überraschender Freundschaft und der Tatsache, dass unser Leben weitergelebt werden möchte. So einfühlsam und spannend, so angenehm und unterhaltsam. Der ältere George findet Rückhalt, wo er ihn niemals vermutet hätte. Die Kraft der Freundschaft kann so viel ändern.

4,5/5*

 

Lynda Cohen Loigman: Saras Gespür Für Die Liebe

Heute stelle ich euch ein wundervolles Buch vor: „Saras Gespür für die Liebe“. Dieser Roman ging mir wirklich zu Herzen. Denn Sara, die Protagonistin, hat eine außergewöhnliche Gabe.

Das Buch beginnt im Jahr 1910. Sara Glikman besitzt eine Gabe, die kein anderer Mensch hat: sie erkennt Seelenverwandte. Als Kind hat sie so für die eine oder andere Ehe gesorgt.
Damit haben die tradtionellen jüdischen Heiratsvermittler ein großes Problem! Sie verdienen ihr Geld mit der Kuppelei  und durch Saras Talent bedroht sie ihren Umsatz natürlich enorm. Sie legen Sara fortan Steine in den Weg und tun alles, damit sie ihre Gabe nicht mehr einsetzt.

Auf einer weiteren Zeitebene lernen wir Abby kennen, sie ist Saras Enkelin. Ihre Eltern ließen sich scheiden, daher glaubt Abby nicht an die Liebe und hat einen passenden Job gewählt: sie ist erfolgreiche Scheidungsanwältin. Doch in ihrem Erbe der lieben Großmutter findet sie deren Aufzeichnungen und beginnt, die Botschaften darin zu entschlüsseln. Und damit dreht sich Abbys Bild von der Liebe komplett. Ist eine Scheidung wirklich die letzte Option für die Paare, die sie vertretet? Und dann erkennt Abby, dass sie selbst die besondere Gabe ihrer Oma geerbt hat…

Was für ein wunderbarer Storyplott. Mich hat die Geschichte von Sara enorm berührt. Sie bringt Menschen zusammen, die zusammen gehören. Ihre eigentlich rationale Enkelin Abby erbt diese Gabe von ihr- was mit ihrer Arbeit als Scheidungsanwältin gehörig kolidiert. Sie hat bisher nicht an die Liebe geglaubt. Doch die Geschichte ihrer Großmutter ändert ihre Sicht auf die Dinge komplett. Sie begreift, was Liebe wirklich ist und lernt nach und nach, was diese Gabe ausmacht.

Der Roman ist einfach toll. Er stand auf der Liste von New York Post • People • BuzzFeed der Bücher des Jahres- und das hat es auch verdient. Es ist einfach wundervoll.
Sara ist eine Protagonistin, die mein Herz berührt hat. Der Storyplott ist irgendwie magisch, aber auch emotional. Der Schreibstil passt perfekt dazu. Einfühlsam, bildhaft und zu Herzen gehend. Allerdings ist dieses Buch nicht flach und kitschig, sondern einfach angenehm gefühlvoll.

Das Cover finde ich an sich ganz schön, nur wirkt es ein wenig zu kitschig für die wirkliche Qualität des Romans.

4,5/5 *

Jani Friese: Die Insel Der Wale

Ich bin ein großer Fan von Irland und liebe Bücher, die auf der grünen Insel spielen. Allein deshalb musste ich „Die Insel der Wale“ von Bestsellerautorin Jani Friese unbedingt lesen. Und es hat sich im Lauf des Lesens zu einem Herzensbuch entwickelt!
Maya ist auf der Suche nach ihrer Mutter- und reist dafür auf die Insel. Und dabei stößt sie nicht nur auf Geheimnisse, sondern auch auf die Liebe. Am ersten Abend lernt sie den sehr attraktiven Musiker Brendan kennen. Und sie sieht ihn wieder. Denn Maya entschliesst isch, an einer Whale Watching Tour teilzunehmen. Sie will Wale sehen. Bei der Tour sieht sie ihn wieder- und was wie ein Urlaubsflirt aussieht, entwickelt sich immer weiter. Denn nach der Tour verbringen sie, zueinander hingezogen, viel Zeit miteinander, unternehmen zusammen Ausflüge und Brendan zeigt Maya sein Irland. Und auch die Liebe zu den Walen verbindet sie. Aber so einfach ist es nicht, aus dem Flirt mehr werden zu lassen! Brendan ist noch ungewollt mit seiner Vergangenheit verbunden- und Maya findet plötzlich Hinweise auf den Verblieb der Mutter. Was sie aber zu einem Geheimnis führt, welches ihre Familie umgibt.

Isabel Holocher-Knosp: Tatort Villa Rustica

Dank der Plattform Storrie habe ich die Chance bekommen, mit „Tatort Villa Rustica“ einen Krimi der anderen Art lesen zu dürfen: einen „Schwabenkrimi“.

Gut, dies ist natürlich eine Herausforderung für eine waschechte Westfalin wie mich :). Aber keine Angst, der Krimi ist nicht im schwäbischen Dialekt geschrieben, da hätte ich vielleicht sogar passen müssen.

Ich habe euch bisher eine ausführliche Rezension vorenthalten, was ich hiermit aber korrigiere!

Erschienen ist das Buch übrigens bereits im Jahr 2019- was natürlich dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut.

Dies ist der neue Fall für Uschi Lämmle. Dieses Mal geht es um einen ominösen Römerschatz, einen geheimnisvollen Faken sowie eine Fluchtafel aus der Antike- was genau hat das jetzt mit dem Mord an einem Schauspieler beim Römerfest zu tun? Uschi hat nur zwei Tage Zeit, um die Tat aufzuklären- genauer gesagt: ein Wochenende.

Im Rahmen eines bunten Spekatels, bietet Uschi Führungen durch die „Villa Rustica“ an- sie lernt somit die Alamannen, Römer und Kelten kennen. Fans der Antike, die Spaß an diesen Festen und Spektakeln haben. Aber die ausgelassende, bunte Veranstaltung bleibt nicht so. Denn plötzlich fließt Blut.

Beim Schaukampf der Römer verliert der Fürst der Alamannen sein Leben. Es wirkt zunächst wie ein natürlicher Tod- aber Uschi findet heraus, dass es Mord war. Doch wer ist der Täter und warum musste er sterben? Aus Eifersucht? Steckt die Mafia dahinter? Oder wollte ich jemand rächen.

Uschi steckt bald tiefer in einem Wirrwarr aus Geheimnissen und mysteriösen Ereignissen fest, als ihr lieb ist. Und natürlich kommt es so, wie es sich in einem gelungen Krimi gehört: sie ist plötzlich selbst in Gefahr.

Die Atmosphäre des Buches ist wirklich besonders! Heutzutage sind diese Spektakel keine Seltenheit. Begeisterte feiern miteinander, lassen es sich gut gehen und gehen ihrer Leidenschaft nach: der Antike. Schwertkämpfe, Gladiatoren und natürlich dunkle Magie sind das Thema. Und so werden wir Leser in eine vollkommen andere Welt entführt. Ein Krimi, der modern ist, trifft auf die Antike samt den Römern.

Ich habe mich ein wenig schwer mit der Hauptprotagonistin getan, zumindest am Anfang. Aber dann mochte ich sie doch recht gerne. Und ich liebe das Setting, es ist mal was anderes.

In meiner Stadt findet einmal im Jahr das Mittelalterspektakel statt. Das kann man zeitlich nicht mit der Antike vergleichen, aber ich kenne die besondere Stimmung. Und daher konnte ich schnell ins Geschehen eintauchen. Das Buch ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Ich habe noch nie so viel über die Antike gewusst, wie nach der Lektüre.

Kommen wir zum Schreibstil. Dieser ist wirklich sehr gut. Er ist gut verständlich, ich als Nichtschwabin habe alles verstanden und habe trotzdem den lokalen Bezug der Autorin sehr gemocht. Der Schreibstil ist spannend, kurzweilig, aber auch angenehm flüssig.

Isabel Holocher-Knosp, die übrigens auch unter dem Pseudonym Isabel Klink arbeitet, hat einen fein konstruierten Krimi sozusagen im Kreis der modernen Römer geschrieben, der mich sehr gut unterhalten hat.

Ich habe mitgefiebert, wer den Fürst der Alamannen wirklich getötet hat und konnte mich gut auf den Schreibstil und den Storyplott einlassen.

4/5 *