Ayla Dade: Blackwell Palace- Risking It All

Endlich ist mit „Risking It All“ der erste Band der heiß ersehnten neuen Reihe von Bestseller-Autorin Ayla Dade erschienen. Und dieses Buch hat mich komplett mitgenommen.

Wie sehr habe ich die „Winter Dreams“-Reihe von Ayla Dade geliebt! In 4 Bänden entführte uns die Autorin nach Aspen und in jedem Buch haben wir die Geschichte eines anderen Paares miterleben dürfen.

Für ihre neue Reihe geht es mit Ayla nach St. Moritz in die Schweiz, genauer gesagt in das Hotel „Blackwell Palace“. Paola tritt dort ihre Stelle als Someliére an- und das nicht ohne Hintergedanken. Die junge Italienerin lernt dort schnell die Söhne der Hotelmagnaten kennen: Charles und Edward Blackwell. Beide sind brutal attraktiv, anziehend- und das wissen sie genau. Beide umgibt eine gewisse Dunkelheit, sie sind erfolgreich, beliebt und sehr bekannt. Paola hatte bisher nicht viel Positives in ihrem Leben- und es scheint so, als würde es nun vollends durcheinander gewirbelt werden, als sie ihre Stelle im Blackwell Palace antritt. Und so sehr sie sich auch gegen ihre Gefühle wehrt- Charles zieht sie extrem an. Und das beruht scheinbar auf Gegenseitigkeit, zumindest sexuell- oder doch emotional? Und auch Edward lässt sie nicht kalt. Er ist ganz anders als sein Bruder. Paola zieht sich zu beiden Blackwells hingezogen- und genau das könnte ihr zum Verhängnis werden. Sie ist aus einem ganz bestimmten Grund in St. Moritz- es ist kein Zufall, dass sie sich ausgerechnet im Blackwell Palace beworben hat. Und sie darf ihr Ziel niemals aus den Augen verlieren… Und dann gibt es noch ein Geheimnis, was die Brüder umtreibt, was schrecklich ist und niemals ans Tageslicht kommen darf. Und Paola wird mit in diese Sache hinein gezogen…

Ich liebe dieses Buch! Ayla, was tust du uns mit diesem Cliffhanger an?

Ich habe beim Lesen mitgelitten, mitgefiebert, habe geweint, gelacht. Das Buch hat mich gefühlt in tausend Stücke gerissen und wieder zusammen gesetzt. Es war eine absolute Gefühlsachterbahn. Paola ist eine starke Protagonistin, die leidenschaftlich ist, die authentisch ist und für etwas kämpft, was ihr sehr am Herzen liegt.
Edward ist ein arroganter Arsch, der genau weiß, wie attraktiv er ist und welche Wirkung er auf die Frauen hat. Er ist für mich undurchschaubar. Welche Rolle spielt er genau? Er ist ein kaputter Mensch, der nicht weiß, wo er im Leben steht. Und dann ist da noch Charles. Ich mag ihn, aber er ist keinen Deut besser als sein Bruder. Er ist der Gentleman, der allerdings auch das eine oder andere schmutzige oder heftige Geheimnis mit sich herumträgt. Ich habe gehofft, dass seine Zuneigung zu Paola echt ist. Aber er ist kalt, genau wie sein Bruder. Beide haben ein fragwürdiges Verhältnis zueinander, aber auch zu Frauen. Und da tut mir Paola einfach leid. Sie ist auf der einen Seite zu einem ganz bestimmten Zweck im Blackwell Palace, aber sie wird von ihren Gefühlen und der Anziehungskraft übermannt.

Ayla Daed hat es geschafft, ein echtes Lesehighlight zu schreiben. Ich habe so gelitten und es trotzdem so geliebt.

5/5 *

Thomas Chatwin: Vier Schafe Und Ein Todesfall

Zugegeben, ich lese seltener Krimis und Thriller. Wenn, dann muss dieser cosy sein. Mit „Vier Schafe und ein Todesfall“ ist dem Autoren Thomas Chatwin genau so ein Highlight gelungen.

Er entführt uns nach Cornwall. Dort dreht sich alles um eine Großfamilie, die wirklich bis in den Tod zusammen hält!

Klappentext: “

Gemeinsam ist man schlauer als allein! Diese charmante Großfamilie ermittelt mit viel britischem Humor und Familiensinn.

Die Doyles sind eine bemerkenswerte Familie. Man streitet sich, man verträgt sich, aber vor allem hält man zusammen. Wenn Familienoberhaupt Grandma Emily ruft, kommen alle: zu den legendären Familienfesten, zum World-Porridge-Day …. oder zur Mordermittlung. Denn als ein berühmter Verleger ermordet in der Nähe seines Landhauses gefunden wird, gerät ausgerechnet Tante Chloe ins Visier der Ermittler. Zum Erstaunen der Familie hatte Chloe alle Brücken nach Cornwall abgebrochen. Unerhört bei den Doyles! Doch nun braucht sie die Hilfe ihrer Verwandten. Denn dass Chloe unschuldig ist, davon sind alle Doyles überzeugt. Um den Fall zu lösen, braucht es die Schwarmintelligenz der ganzen Familie. Wie gut, dass Enkelin Kate neben einer Schaffarm auch einen True-Crime-Podcast betreibt, ihr Vater, der gemütliche Kunsthistoriker Gilbert, eine ganz und gar nicht gemütliche Vergangenheit beim MI5 hat und vor allem Grandma Emily nicht vor höchst eigenwilligen Ermittlungsmethoden zurückschreckt…

Der Auftakt zu einer Cosy-Crime-Reihe mit Setting Südengland und der wohl lustigsten ermittelnden Familie der Kriminalgeschichte.

Cosy Crime trifft es wirklich auf den Punkt. Ich habe mich sehr wohl gefühlt in dieser seltsamen, aber auch besonderen Familie.  in ihrer unmittelbaren Umgebung passiert ein Mord- und die Doyles sind mittendrin. Hat ihre Tante Chloe etwas mit dem Tod des bekannten Verlegers zu tun? Nein, daran glaubt keiner der Familienmitglieder. Sie setzen alles daran, um den Mord aufzuklären und sie zu entlasten. Die Enkelin Kate hilft weiter mit ihrem Know-How aus ihrem Crime-Podcast. Und siehe da, sie sind erfolgreich im ermitteln und es tun sich Abgründe auf, mit denen keiner gerechnet hat.

Ich habe die Familie sehr gemocht. Sie sind ein wenig kurios, aber sie ergeben eine tolle Familie, die selbst bei einem Mordfall zusammen hält. Ich habe viel gelacht, die Geschichte ist nicht brutal geschildert, sondern spannend und mitreissend. Ich hatte tolle spannende Lesestunden, die in mir den Wunsch geweckt haben, erneut dorthin zurück zu kehren und einen weiteren Kriminalfall aufklären zu dürfen.

Das Buch hat mir viele „Knives Out“-Vibes gegeben, was ich sehr geliebt habe. Ein großartiger, britischer Humor, Situationskomik und der eine oder andere überrasschende Spannungsbogen runden diesen ersten Roman einer Reihe ab. Klasse!

4/5 *

 

 

Claudia Ley: Wo Die Störche Fliegen

Momentan liebe ich ja, wie bereits erwähnt, Romane, die in der Vergangenheit spielen. Und so habe ich mich sehr darüber gefreut mit „Wo die Stöche fliegen“ den neuen Roman von Claudia Ley lesen zu dürfen. Und dieser ist ganz besonders!

Klappentext: „Westpreußen, 1918: Umgeben von weiten Wiesen, Wäldern und Seen wächst Gerda von Westkamm auf Gut Lapienen auf. In den Sommern ihrer Kindheit träumt sie sich gemeinsam mit ihrem besten Freund Thomas in eine Welt aus Märchen und Geschichten. Zehn Jahre später wird aus der Kinderfreundschaft die große Liebe. Doch die Nachbarsfamilien trennt nicht nur der Stand, sondern auch die politische Gesinnung, denn Gerdas preußisch-protestantischer Vater möchte seine Tochter keinesfalls mit einem Polen verheiraten. Als die Situation eskaliert, flüchtet Gerda in die Freie Hansestadt Danzig, um als Schreibkraft bei einem Reeder ihr Glück auf anderen Wegen zu finden. Aber ihre Sehnsucht nach Thomas, die Wirren des Zweiten Weltkrieges und schließlich die Flucht aus Westpreußen ändern alles.“

Wir befinden uns im Buch auf zwei Zeitebenen. Wir begleiten die beiden Kinder Gerad und Thomas in ihrer Kindheit, später erleben wir ihre Beziehung zueinander in Zeiten des zweiten Weltkrieges. Und damit eine besondere, wunderbare Liebesgeschichte. Gerda und Thomas werden immer wieder auseinander getrieben, aber finden immer wieder den Weg zueinander zurück. Dieser Roman ist emotional, mitreissend und eine wunderbare Lektüre! Ich habe beide in mein Herz geschlossen und ich war fasziniert von ihrer Geschichte. Wir begleiten beide durch ihr Leben und erleben, wie stark dieses Liebe ist.

Der Schreibstil ist einfühlsam, spannend und einfach zu verstehen. Ein großes Thema, welches die Autorin perfekt umgesetzt hat. Die historischen Aspekte hat sie großartig recherchiert, was die Lektüre noch mitreissender macht.

Ich vergebe von Herzen 5 von 5 Sternen. Wow!

 

Virginia Hartman: Tochter des Marschlands

Eine Weile war es still auf meinem Blog: in den letzten 7 Tagen habe ich keine Zeit gehabt, zu bloggen. Ich war in einer Klinik, da es mir mental nicht gut ging. Es ist noch ein langer Weg bis zur Heilung, bis dahin freue ich mich, viel lesen zu können. Auch in der Klinik habe ich sehr viel gelesen, mehr denn je.

Heute möchte ich euch den Roman „Tochter des Marschlands“ von Virginia Hartman vorlesen. Ein ruhiger, tiefsinniger Roman über schwierige Themen, der es in sich hat…

Klappentext: „Loni Mae Murrow liebt ihr geordnetes Leben in Washington, D.C., wo sie ihr Talent zum Beruf gemacht hat: Für ein Naturkundemuseum fertigt sie naturgetreue Zeichnungen von Vögeln an. Als ihre Mutter Ruth erkrankt, folgt sie nur widerwillig der Bitte ihres Bruders, in die Kleinstadt ihrer Kindheit im Marschland Floridas zu kommen. Denn inmitten der unberührten Landschaft lauern die Erinnerungen an Ruths Gefühlskälte und an den tragischen Tod ihres Vaters Boyd als Loni zwölf Jahre alt war. Dann findet sie einen Hinweis, der Boyds Bootsunfall in einem neuen Licht erscheinen lässt. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Und nach dem, was Familie, Liebe und Heimat für sie bedeuten. “

Loni hat ein durchgetaktetes Leben in Washington. Dort arbeitet sie als Zeichnerin für ein Naturkundemuseum und dessen Ausstellungen. Eigentlich geht alles in ihrem Leben seinen Gang- bis sie eine Nachricht ihres Bruders erhält, nach Florida zurück zu kehren, denn die gemeinsame Mutter ist schwer erkrankt. Widerwillig verlässt sie ihre Wahlheimat, um in die Kleinstadt zu reisen, in der sie einst aufwuchs. Und ihre eigentliche Heimat in Florida ist besonders, die Autorin hat mir Fernweh beschert mit ihren Schilderungen des Marschlands. Gerne würde ich diesen Fleck Erde mal sehen, denn er scheint noch ganz natürlich existieren zu dürfen, ohne dass wir Menschen dort eingreifen. Und genau dieses Marschland fasziniert mich sehr.
Aber Loni hat kaum ein Auge für die Landschaft ihrer Heimat. Sie wird immer wieder mit Erinnerungen an ihre nicht einfache Kindheit getriggert, an die Emotionslosigkeit ihrer Mutter Ruth erinnert und dann ist da noch der Tod ihres geliebten Vaters, en sie mit gerade mal 12 Jahren ertragen musste, der sie nachhaltig beeinflusst hat. Und genau hier setzt der Spannungsbogen an, der mich nach einem etwas zähen Einstieg in das Buch dann doch gefesselt hat. Loni bekommt einen Hinweis, dass der Unfall ihres Vaters vielleicht gar keiner war. Was steckt genau dahinter? Und wird das Marschland es schaffen, Loni für sich zu gewinnen, ihre Zelte in Washington abzubrechen?

Vorab habe ich einige Rezensionen auf den typischen Portalen gelesen, die diesen Roman mit „Der Gesang der Flusskrebse“ vergleichen. Das kann ich so jedoch nicht unterschreiben. Klar, das Setting ist stimmig, doch Lonis Geschichte ist anders. Mir gefiel ihre Geschichte sehr und ich habe die Spannungselemente sehr genossen. Es war sehr angenehm und mitreissend, in die Geschichte einzutauchen, das Marschland zu erleben und zu entdecken, welches Geheimnis hinter dem Tod von Lonis Vater Boyd wirklich steckt. Das Setting ist grandios beschrieben, der Schreibstil der Autorin war sehr angenehm und flüssig, man fliegt gut durch die Seiten.

Es war schön, einen ruhigeren Roman ohne Kitsch zu lesen, der Themen abhandelt, die sensibel sind- und genau das hat die Autorin sehr gut geschafft! Ich vergebe gerne 4/5 *. Danke für diesen Roman!

 

Valentina Cebeni: Himbeerzeit

Autorin Valentina beschert uns mit ihrer Familiensaga eine wunderbare Reihe, die mein Interesse vor längerer Zeit fesseln konnte. Kürzlich kam mit „Himbeerzeit“ der dritte Band und somit der letzte Teil der Reihe bei mir an- und ich habe es bereits gelesen. Denn ich liebe den Schreibstil der Autorin sehr. Danke für die Zusendung des Exemplars, liebes Bloggerportal!

Klappentext: “

Voller Stolz hat Diana die Nachfolge ihrer Mutter im Familienunternehmen angetreten. Im Rom der 60er-Jahre herrscht Aufbruchsstimmung, durch die Straßen wehen Klänge von Rock ’n’ Roll und die modebewussten Frauen tragen Petticoats in allen Farben. Während dieser Zeit sollen auch die Olympischen Sommerspiele in Rom ausgetragen werden, und Diana sieht die große Chance für den Aufstieg ihres Unternehmens. Wer könnte schließlich dem Duft des Mandelgebäcks widerstehen? Doch während Rom von der Olympiade träumt, werden die Nöte Dianas immer größer. Kann sie das traditionsreiche Haus und den Ruf ihrer Familie retten, bevor es zu spät ist?

Lassen Sie sich von Valentina Cebeni auf das italienische Familienanwesen der Fontamaras entführen und lesen Sie auch die anderen Bände der Reihe:

1. Das Limettenhaus

2. Kirschblütensommer“

In der Reihe geht es um die Familie Fontamara. Das Buch spielt im Rom der 60ies, wie im Klappentext bereits erwähnt. Dieses Mal steht Diana im Mittelpunkt der Handlung. Sie leitet nun die Fabrik der Familie, die mütterlicherseits aufgebaut wurde und Kekse produziert. Allerdings hat sie einige Schwierigkeiten mit ihren Aufgaben, was sich auf die Firma auswirkt. Verheiratet ist sie mit Giovanni, einem smarten Arzt. Aber auch hier zeichnet sich mehr als eine handfeste Krise ab. Immerhin hat Diana einen Geliebten, den sie natürlich geheim hält. Sie ist überfordert mit der Firma und ihrem Posten, was sie auch dazu bewegt, sich von ihrer Familie zurückzuziehen. Die Firma könnte bankrott gehen, aber plötzlich naht Hilfe und ein Lichtblick aus Amerika.

Schafft es Diana mit ihrer Hilfe, die Firma wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen? Diesen Handlungsstrang fand ich besonders spannend. Diana ist charakterstark, aber oft auch stur und rebelliert gegen das Vermächtnis ihrer gefühlt riesigen Familie. Aber sie setzt alles daran, um das Familienvermächtnis, die Keksfabrik, nicht zu verlieren und beweist Stärke.

Wie schon erwähnt, mag ich den Schreibstil von Valentina Cebeni sehr. Sie füllt die recht schlichte Geschichte des Buches mit starken Charakteren und einer spannenden Handlung. Dazu gibt es noch einen gewissen Humor, der manche Situationen im Plottwist auflockert und ihm noch mehr Geist verleiht. Die Tiefgründigkeit ist erneut vorhanden, aber die eigentlich trockene Familiengeschichte wird durch all das zu einem guten Roman, der mich fasziniert hat, der mich zum Nachdenken angeregt hat und der spannend war. Die Lesbarkeit ist sehr angenehm, man fliegt durch die Seiten und möchte wissen, wie Dianas Geschichte endet- und wie es mit der Keksfabrik weitergeht.

Das Cover finde ich sehr passend, sommerlich und erfrischend.

Ich vergebe mit gutem Gewissen 4/5 *. Empfehlenswert, aber man sollte die ersten beiden Bände lesen:)