Claudia Winter: Sterne Über Siena

Welches Land passt als Setting besser in diese Jahreszeit, als Italien? Autorin Claudia Winter entführt uns in ihrem neuen Roman nach Siena. Und liefert einen ganz besonderen Roman ab, den ich am Wochenende gelesen habe.

Erschienen ist „Sterne über Siena“ übrigens am 21.06.23 bei Goldmann. Ich habe mich sehr gefreut, als mich ein Paket mit dem Roman als Rezensionsexemplar erreicht hat.

Klappentext: „Als Emilia Volani in den Ferien in ihre geliebte Heimatstadt Siena zurückkehrt, erwartet sie eine große Herausforderung. Das traditionelle Pferderennen auf der Piazza del Campo, das dem Sieger Ruhm und Ehre einbringt, steht unmittelbar bevor. Und ausgerechnet die Familie Graziotti hat hohe Chancen, zu gewinnen. Emilias Vater, der mit den Graziottis durch eine langjährige Fehde verbunden ist, fordert von seiner Tochter, den Sieg seiner Widersacher zu verhindern. Als Emilia aber erfährt, dass ihre Schwester und der jüngste Graziotti-Sohn unsterblich ineinander verliebt sind, gerät sie zwischen die Fronten. Und dann sind da noch eine kleine Stute, die ihr Herz berührt, ein Anwesen in den Hügeln, das sich wie ein Zuhause anfühlt, und ein Mann, der alles in Frage stellt, was sie über die Liebe zu wissen glaubte …“

Was passt besser nach Italien, als ein Storyplott rund um eine verbotene Liebe und eine Familienfehde?

Emilia Volani ist die Hauptprotagonistin. Und mit ihr wurde ichs chnell warm. Sie kehrt in ihre Heimat zurück und direkt steht ein großes Event an: das Pferderennen, bei dem die Familie Graziotti als Sieger hervor gehen könnte. Uns ausgerechnet zu dieser Familie hat ihre eigene kein gutes Verhältnis. Sie sind in einer Fehde und in Hass und Abneigung miteinander verbunden. Ihr Vater will den Sieg nicht zulassen und erwartet von Emilia , dass sie diesen verhindert. Aber da gibt es noch ihre Schwester, die ein Verhältnis zu einem Sohn der Graziottis hat und irgendwann auch ihre eigenen Gefühle im Spiel…

Der Schreibstil ist wunderbar. Flüssig, mitreissend und die Story selbst ist sehr spannend. Siena ist großartig von der Autorin als Setting eingesetzt worden, es klingt so sommerlich und perfekt, dass mein Fernweh entfacht wurde. Die Geschichte selbst bietet Spannung, diverse Verwicklungen, keine überflüssigen Längen und konnte mich überzeugen. Er ist vielseitig, es gibt nicht nur einen spannenden Handlungsstrang, sondern mehrere, die mich mitreissen konnten. Emilia entpuppt sich im Laufe des Buches als zwar charakterstarke Person, die aber auch Emotionen zeigen kann und mit dem Plan ihres Vaters hadert.

Toll! 5/5 *

Sophie Villard: Mademoiselle Eiffel Und Der Turm Der Liebe

Mit ihrem Roman „Mademoiselle Eiffel und der Turm der Liebe“ entführt uns Autorin Sophie Villard in die Stadt der Liebe, nach Paris. Alleine das Cover und der Klappentext hatten mein Interesse erweckt und heute folgt die Rezension zu diesem tollen Roman!

Klappentext: „Paris 1887: Gustave Eiffel will den höchsten Turm der Welt bauen. Außer ihm glaubt niemand, dass der wahnwitzige Stahlkoloss rechtzeitig zur Weltausstellung fertig wird – bis auf seine mutige Tochter Claire. Zu einer Zeit, als es für Frauen noch als unschicklich gilt, allein spazieren zu gehen, steht sie ihrem Vater als wichtigste Ratgeberin und als Privatsekretärin zur Seite. Doch nicht nur der Wettlauf gegen die Zeit macht den Eiffels zu schaffen: Die Pariser Künstlerszene, allen voran Guy de Maupassant und Alexandre Dumas, formiert sich gegen die angebliche Verschandelung der Stadt. Indes hat Claire auch private Sorgen: Die ständige Angst um ihren Ehemann Adolphe, der als junger Ingenieur für den gefährlichen Bau der Turmspitze verantwortlich ist, bringt ihre Beziehung an den Rand des Abgrunds. Als ein Arbeiter durch einen Sturz vom Gerüst zu Tode kommt und Claire den attraktiven Reporter Gordon Bennett kennenlernt, der ihr ein freies und sorgenloses Leben in Amerika ermöglichen will, muss sie sich entscheiden: Ist der Eiffelturm ihr Schicksal – oder liegt ihre Zukunft in der neuen Welt?“

Ich war schnell fasziniert von Protagonistin Claire Eiffel. Sie ist stark, leidenschaftlich und authentisch. Als Tochter des bekannten Konstrukteurs steht sie im direkten Kontakt mit dem Bau des Eiffelturms. Einem heute weltbekannten Gebäude. Sie unterstützt ihren Vater im ehrgeizigen Vorhaben, den aussergewöhnlichen Turm bis zur Weltausstellung fertig gestellt zu haben. Und damit zeigt sich zum ersten Mal, was für eine Frau Claire ist. Sie ist unabhängig und stark. Und verheiratet mit Adophe. Dieser ist Ingenieur und wird von ihrem Vater in den Bau mit einbezogen. Seine Aufgabe ist gefährlich, die Gefahr belastet die Beziehung des Paares zueinander enorm. Und dann passieren Dinge, die nicht passieren dürfen. Claire lernt dadurch Journalist Gordon kennen- und es funkt zwischen ihnen. Der Amerikaner bietet ihr an, mit ihr in die USA zu gehen, ihr Leben mit den privaten Sorgen hinter sich zu lassen

Claire mag ich wirklich. Sie weiß, was sie will, aber sie leidet auch unter dem Verhältnis zu ihrem Ehemann. Sie ist mit dem zukünftigen Eiffelturm verbunden, der ihrer Familie sehr viel abverlangt. Und dann lernt sie Gordon kennen. Dadurch nimmt die Geschichte viel mehr an Fahrt auf. Ich habe mit Claire mitgelitten und war gespannt, welche Entscheidung sie letzten Endes trifft. Ich werde nicht spoilern.

Was mir gut gefällt, sind die kurzen Kapitel. So kann man das eine oder andere Kapitel mehr lesen und auch der Schreibstil war sehr gut. Verständlich, mitreissend und einfach.

Ich mag Gordon sehr. Er ist ein interessanter Charakter, der super zu Claire passt. Im Gegensatz zu Adolphe, ihrem Ehemann.

Das Cover liebe ich. Es zeigt den Eiffelturm und es passt perfekt zur Geschichte.

Ein angenehmer Roman!

3,5/5 *

Constanze Wilken: Das Rosencottage

Von Autorin Constanze Wilken kommt mit „Das Rosencottage“ ihr neuer Roman, der mich sehr bewegt hat. In meiner heutigen Rezension möchte ich euch die Lektüre ans Herz legen. Denn der Roman hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und war trotzdem einfach nur schön.

Klappentext: „Die junge Künstlerin Kirsty Paterson schlägt sich in Edinburgh mühsam mit verschiedenen Jobs durch. Doch dann stirbt ihre geliebte Großmutter Fiona und vererbt Kirsty ihr Rosencottage auf der malerischen Insel Tiree. Mit dem Haus verbindet Kirsty die glücklichsten Sommer ihrer Kindheit. Ihre Großmutter hat jedoch eine Bitte an das Erbe geknüpft: Kirsty soll das Verschwinden von Fionas Kinderfreundin Livie vor vielen Jahren aufklären. Schon bald löst sie mit ihrer Spurensuche schicksalhafte Ereignisse aus und trifft auf den undurchschaubaren, aber attraktiven Schriftsteller Finlay.“

Kirsty ist eine Hauptprotagonistin, die ich sehr mag. Ich habe schnell Zugang zu ihr und ihrem Leben bekommen. Ich mag ihre Art, sie kämpft sich täglichen mit ihren Jobs durchs Leben und muss schauen, wie sie den Alltag meistert. Dann erbt sie das Rosencottage auf der Insel Tiree, dieses Haus gibt dem Buch ja auch seinen Titel. Früher war Kirsty oft dort und verbrachte unbeschwerte Sommertage dort. Man könnte nun meinen, dass es sich um einen typischen Belletristik-Roman handelt: Frau erbt ein Haus, wird dort glücklich und lernt die Liebes ihres Lebens kennen. Aber „Das Rosencottage“ bietet uns Leser:innen mehr.
Denn so einfach ist das mit dem Erbe nicht. Sie hat einst ihre beste Freundin Livie verloren, die verschwunden ist. Das Erbe ist an den Wunsch gekoppelt, dass Kirsty diese Freundin aufspürt. Und damit beginnt der interessanteste Erzählstrang. Das Verschwinden von Livie und die Suche nach ihr…

Wir befinden uns im Roman in zwei Zeitphasen. Die eine bringt uns alle Details über Livie, ihre Familie und die einstigen nah. Und diese Familie ist alles andere als gesund und harmonisch. Depressionen, Alkohol und Gewalt trüben den Alltag des jungen Mädchens Livie. Ihre Brüder neigen zur Gewalt, ihre Familie ist keine, die man sich wünscht.
Der zweite Erzählstrang handelt eben von Kirsty, wir befinden uns mit ihr in der Gegenwart. Und wie erwähnt, mag ich die Protagonistin sehr. Denn irgendwann tritt Schriftsteller Finlay in ihr Leben und greift somit auch in das Geschehen ein. Er hilft ihr bei der Suche nach Livie und gerade Finlay ist als Charakter auch vielschichtig. Ich mag die Gespräche zwischen ihm und Kirsty sehr, sie lockern die doch recht ernsten zentralen Themen des Buches sehr auf und machen die Beiden fassbar, authentisch.

Mein Fazit ist sehr positiv! Ich habe mitgefiebert, was es mit Livie wirklich auf sich hat, welche Geheimnisse hinter ihrem Verschwinden stecken und letzten Endes habe ich die Geschichte zwischen Finlay und Kirsty sehr genossen. Ein intensiver Roman, tiefgründig, nachdenklich. Er lässt mich lachen, mitleiden, weinen und dann wieder glücklich sein. Die Protagonisten sind allesamt authentisch, man kann das Buch nicht wieder weglegen. Mein erster Roman der Autorin und direkt ein Volltreffer.

Das Cover passt perfekt zum Roman. So stelle ich mir das geheimnisvolle Rosencottage auch vor.

4,5/5*

 

Fiona Blum: Die Insel der Orangenblüten

Hat der April bei euch das Wetter auch so sehr im Griff? Und ihr habt jeden Tag Regen und ungemütliche Witterung? Umso schöner war es, dass ich mich mit der Lektüre von „Die Insel der Orangenblüten“ von Fiona Blum weg träumen konnte. Vor wenigen Tagen habe ich das Buch über das Bloggerportal erhalten und habe mich sehr gefreut. Damit waren tolle Lesestunden in den letzten Tagen gesichert.

Die Autorin nimmt uns mit auf eine kleine, wundervolle Insel im See Trasimeno in Italien. Und dieses Setting mag ich sehr. Es ist so schön sonnig, positiv und perfekt. Wir lernen die Töchter von Ernesto Peluso kennen. Dieser führte die Trattoria Paradiso und stirbt vollkommen überraschend. Darauf war Greta, die jüngste Tochter, nicht vorbereitet. Sie ist nun an der Reihe, das Familienlokal weiterzuführen. Und dafür hat sie die besten Voraussetzungen, denn sie hat das Talent zum großartigen Kochen von ihrem Vater geerbt. Und auf der kleinen Insel hat dieser einen tollen Ruf gehabt. Aber so leicht ist seine Nachfolge nicht, auch wenn Greta nach außen hin signalisiert, dass das Restaurant ohne Probleme weiterläuft.
Aber dann tauchen ihre älteren Schwestern Gina und Lorena auf und Greta muss eine weitere Herausforderung meistern. Denn sie hat mit ihnen schon lange so gut wie nichts mehr zu tun, jetzt steht sie ihnen nach dem Tod des geliebten Vaters gegenüber. Sie muss sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen, was schmerzhaft ist. Diese Vergangenheit beinhaltet das Verschwinden ihrer gemeinsamen Mutter. Und nicht nur Greta muss sich diesen Ereignissen und ihren Konsequenzen stellen, sondern auch ihre ältere Schwestern. Denn hinter allem steckt ein langgehegtes Familiengeheimnis, welches sie lüften müssen, um die Vergangenheit verarbeiten zu können.

Anfangs habe ich mich damit schwer getan, Lorena und Gina zu mögen. Sie sind anders als Greta, aber sie alle verbindet eben ein Geheimnis. Greta ist sehr sympathisch und eine großartige Köchin und Protagonistin. Sie ist authentisch und die Trauer um den Vater hat sie mir ein ganzes Stück näher gebracht. Ich habe mich schnell in die Handlung hinenin ziehen lassen, konnte mich aufgrund des Schreibstils schnell darauf einlassen. Nicht nur mag ich das Setting sehr, sondern auch die Protagonistinnen. Ich liebe die kleine Insel im See, die kleine Welt dort, die Trattoria Paradiso.

Es war ein großes Lesevergnügen, spannend und tiefgründig. Das Buch lässt sich prima lesen, man fliegt durch die Seiten und möchte es nicht mehr weglegen. Denn das Geheimnis macht die Handlung sehr spannend und ich freue mich, die Entwicklung der Schwestern zu erleben und wie sich ihr Verhältnis zueinander ändert.

Großartig!

4,5/ 5*

 

 

Lilly Lucas: A Place To Belong

Die Bücher von Lilly Lucas sind für mich seit der „Green Valley“-Reihe ein echtes Muss. Ich liebe nicht nur ihren Schreibstil, sondern die wundervollen Geschichten. 2022 erschien mit „Cherry Hill“ eine weitere Reihe, bisher sollen 4 Bände veröffentlicht werden. Am gestrigen 04. April 2023 erschien mit „A place to belong“ der dritte Teil. Und natürlich habe ich ihn bereits gelesen.

Es ist ein Gefühl, als würde ich nach Hause kommen, sobald ich mich als Leserin wieder nach Cherry Hill begebe. Ich liebe die Romane rund um die McCarthy-Schwester, ihre Mutter und um ihre Mitarbeiter auf ihrer Obstfarm in Palisade, Colorado. Nachdem wir im ersten Band alles genau kennengelernt haben und mit Juniper ihr großes Glück gefunden haben, ging es im zweiten Band um Lilac. Beide gehören zu meinen Lieblingsbüchern und Jahreshighlights 2022. Kein Wunder, denn die Mädels sind einfach toll.

Doch dieses Mal geht es um Magnolia „Maggy“ Gardner, die ein Geheimnis erfahren hat, was sie nun nach Cherry Hill führt. Sie studiert Journalistik und arbeitet noch freiberuflich für eine große angesehene Tageszeitung. Poppy, die jüngster der McCarthy-Schwestern empfängt sie mit offenen Armen. Sie hat auf der Farm eine ganz besondere Ferienunterkunft erschaffen: die Gäste können dort in spartanischen, aber wunderschönen Baumhäusern hoch über der Farm übernachten. Sie denkt, dass Maggy die Journalistin der Tageszeitung ist, denn genau dieser hat sie eine Anfrage gesendet. Und Maggy spielt das Spiel mit.

Zuvor ist sie in Palisade einem sehr attraktiven jungen Mann begegnet, der sie sofort faziniert hat: Flynn. Er erwidert ihr Interesse, aber ihre Wege trennen sich- scheinbar. Denn binnen kürzester Zeit steht er wieder vor ihr. Er ist Mitarbeiter der Farm und arbeitet mit Poppy am Baumhaus-Projekt, er baut die besonderen Hütten. Und er ist Poppys bester Freund. Anfangs ist er geschockt, da er ein persönliches Problem mit Journalisten hat, aber Maggy zeigt ihm, dass sie anders ist. Sie kommen sich näher. Maggy spielt weiter mit, aber irgendwann platzt es aus ihr heraus und sie offenbart den McCarthys und auch Flynn, wer sie wirklich ist. Damit reissen alle zarten Bände, die sie gewoben hatte und sie steht vor einem Gefühlschaos, was sie dazu zwingt, Cherry Hill schnellstens wieder zu verlassen.

Doch welches Geheimnis trägt die Halbmexikanerin mit sich herum? Und kann Flynn ihr verzeihen, dass sie ein falsches Spiel gespielt hat? Was passiert mit den McCarthy-Schwestern? Und wo ist ihr Platz?

Ich bin begeistert. Anfangs war ich etwas enttäuscht, dass Band 3 nicht direkt von Poppy handelt. Ich mag die jüngste Schwester sehr gern. Aber ich habe auch Magnolia in mein Herz geschlossen. Sie passt perfekt ins Geschehen und Lilly Lucas hat mit ihr eine weitere tolle Protagonistin erschaffen, die auf Cherry Hill gehört. Ich mag die Geschichte, die sich zwischen ihr und Flynn entwickelt, den wir schon in Band 1 & 2 kennen gelernt haben und der ein toller Hauptprotagonist geworden ist. Das Geheimnis von Maggy habe ich unbewusst geahnt, aber trotzdem kam vieles überraschend. Und ich habe es genossen, zu erleben, wie Maggy und die McCarthys miteinander umgehen, wie das Geheimnis gelüftet wird. Und wieder einmal kam Lilly Lucas ohne unnötige Längen und Handlungsstränge aus. Sie braucht keine überkrasse Dramatik, um mich zu begeistern.

Ich freue mich jetzt schon auf Band 4, in dem es endlich um Poppy geht. Die junge Frau ist charakterstark und ich freue mich auf ihre Liebesgeschichte und bin gespannt, wer ihr Herz erobern wird.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen für dieses wundervolle Buch. Lest es! Es lohnt sich!