Michelle Schrenk: Lebkuchen, Liebe Und Anderes Chaos

Und da haben wir schon wieder Oktober- und es geht auf Weihnachten zu! Heute möchte ich euch für genau diese Zeit den Winterroman von Michelle Schrenk ans Herz legen. Ich habe es binnen weniger Stunden gelesen- und bin wieder begeistert. Die Romane der Autorin gefallen mir einfach so gut.

Lele Sternhagel macht ihrem Namen alle Ehre! Die junge Frau hat gerade erfahren, dass ihr Freund, bzw. plötzlicher Ex-Freund, eine neue Freundin hat. Auf dem Besuch des Christkindlmarktes trinkt sie sich den Kummer mehr oder weniger weg- besser könnte ihr Nachname nicht passen. Aus Frust und Übermut beschmiert sich die Schaufensterscheibe einer Lebkuchenbäckerei. Doch der Besitzer, Bäcker Nikolai, erwischt sie dabei, Lele flüchtet zu ihrer Freundin und heult sich dort aus. Gut, dass sie dem Bäcker niemals wieder begegnen muss…

Von wegen! Denn Lele sieht Nikolai schneller wieder als gedacht. Er schlägt ihr einen Deal vor: sie arbeitet den Schaden ihrer Schmiererei in seine Lebkuchenwerkstatt ab. Lele willigt ein- sie möchte keine Anzeige von ihm kassieren und außerdem ist sie gerade sowieso arbeitslos. Denn am Abend des Christkindlmarktes hat sie gekündigt.

Sie mag Nikolai nicht. Der Mann ist attraktiv, ja- aber das weiß er scheinbar auch! Ständig sieht sie ihn beim Flirten mit Kundinnen- und ob sie will oder nicht, aber es passt ihr gar nicht. Es knistert zwischen Lele und dem Lebkuchenbäcker. Sie wehrt sich gegen diese Gefühle, das darf doch nicht wahr sein. Sie will nur für ihn arbeiten. Aber bald können die Beiden das Knistern nicht mehr ignorieren.

Aber Leles Vertrauen in die Männer ist zerstört. Sie wurde gerade erst ausgetauscht. Was, wenn Nikolai so ist wie ihr Ex und sie auch gegen was Besseres eintauscht, wenn es mal schwierig wird? Aber Nikolai hat auch seine Vorbehalte. Können die Beiden diese hinter sich lassen? Und was hat der Weihnachtsstern damit zu tun?

Eine wundervolle Geschichte, die uns Michelle Schrenk mit ihrem Winterroman geschenkt hat. Ich habe Lele schnell in mein Herz geschlossen. Sie ist chaotisch, temperamentvoll- aber hat das Herz am rechten Fleck, ist ehrlich und lebenslustig. Und Nikolai ergänzt die chaotische Lele sehr gut. Es ist ein kleiner Umweg, bis sie vielleicht zueinander finden können. Aber er ist voller Witz, lustiger Situationskomik und tollen Momenten.

Wieder gefällt mir der locker-leichte Schreibstil von Michelle, der mich erneut überzeugen kann. Ich fliege regelrecht durch die Seiten und ich liebe diesen Roman.

5/5 * für Lele Sternhagel!

 

Stephanie Jana: Im Ballhaus Brennt Noch Licht

Mit diesem Buch ist der Autorin ein tiefgründiger Roman gelungen, der voller Tanz, Liebe, Glamour, aber auch Nachdenklichkeit steckt.

Vor wenigen Tagen erreichte mich ein kleines, liebevoll gepacktes Bloggerpaket vom Bloggerportal. Darin enthalten war der von mir ersehnte Roman „Im Ballhaus brennt noch Licht“ von Stephanie Jana. Der Klappentext hat mich schon vor einiger Zeit gecatcht und ich habe mich sehr gefreut, als das Päckchen bei mir ankam. Heute folgt meine Rezension.

Können wir festhalten, wie schön das Cover ist? Ich finde es sehr passend und es gibt den Vibe des Buches perfekt wieder. Denn das Buch spielt Anfang des 20. Jahrhunderts.

Wir befinden uns Berlin. Lulu Schneider kommt aus armen Verhältnissen und sie verbringt nicht wenig Zeit damit, von einer Karriere als Tänzerin zu träumen. Immer wieder zieht es sie zu den Fenstern des nahe gelegenen, beliebten Ballhauses Sternberg. Dort tanzt die Oberschicht, amüsiert sich und genießt die Musik. Bei einem dieser Beobachtungsausflüge trifft sie ausgerechnet auf David, seinem Vater gehört das Ballhaus. Die beiden sind jüdischen Glaubens, was aber kein Problem ist… noch nicht. David und seine Familie schließen Luli in ihr Herz und erfüllen ihren größten Wunsch. Sie wird zu eine der beliebtesten Tänzerinnen ihrer Gegenwart und kommt auch David näher. Die Golden Twenties sind im vollen Gang, Lulu avanciert zum echten Star. Aber dann greift die deutsche Geschichte in das Geschehen ein- und eine Zeit beginnt, die für Juden in Deutschland das Schlimmste ist, was man sich nur ausmalen konnte. Die politischen Verhältnisse ändern sich und fortan beginnt eine dunkle Zeit. Nicht nur für Lulu, insbesondere für die Sternbergs und auch für David.

Ich habe lange keinen Roman gelesen, der seine Zeitebene so wunderbar wiedergibt. Ich habe mich regelrecht als ein Teil der goldenen 20er Jahre gefühlt, die Atmosphäre wird perfekt wiedergegeben, wir erleben den Glamour der Zeit wirklich spürbar mit. Die Geschichte klingt, als könnte sie genau so wirklich stattgefunden haben. Das Ballhaus Sternberg hat mich so fasziniert, ich mochte Lulu sehr gern und ich habe es sehr genossen, dass die Liebe zwischen ihr und David ein zentrales Thema des Storyplott ist. Denn diese Liebe ist intensiv, besonders und geht tief. Die Beiden durchleben so viel miteinander, aber nichts kann die Gefühle zerstören. Zu sehen, wie wervtoll Lulu für die Familie Sternberg wird, war einfach toll.

Das politische Zeitgeschehen wurde sehr gut in die Geschichte transportiert und ich habe die Stimmung wirklich gut wahrgenommen.

„Im Ballhaus brennt noch Licht“ erzählt nicht nur simpel die Geschichte einer jungen Tänzerin, eines Ballhauses- es erzählt uns von menschlichen Tragödien, von Lebenswegen, die tragisch enden, von Menschen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und verachtet wurden. Von Warmherzigkeit, von den Golden 20ies, aber auch von so vielen Schicksalen und von so viel Stärke und Liebe.

Ich erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Da ist zum Einen die Geschichte von Lulu, die ihren Traum verwirklicht, Tänzerin zu werden. Dann ihre Geschichte mit David, diese innige Liebe, die scheinbar grenzenlos ist. Die politische Machtumverteilung, die bedrohliche Stimmung, die dadurch ausgelöst wird, dann die Schicksale der Menschen, die aber niemals die Hoffnung aufgeben.

Ein sehr einfühlsamer, wunderbarer Roman rund um eine Welt, die leider nicht imaginär ist. Dieses Berlin, dieses Deutschland gab es. Und auch wenn die Charaktere nicht existieren, so gab es tausende von ihnen, die dieses Schicksal erlebten. Sensibel und wunderschön schreibt die Autorin über sie und über die Zeitenwende damals.

Der Roman konnte mich definitiv fesseln und ich hatte so tolle Lesestunden. Das Buch hat mich zu Tränen gerührt und das habe ich nicht erwartet. Ein Roman, der berührt, unterhält und zum Nachdenken anregt.

4,5/5 *

Elke Schneefuß: Die Postbotin

In ihrem neuen Roman „Die Postbotin“ erzählt Elke Schneefuß von Briefträgerin Elke Schneefuß, die im Jahr 1919 in Berlin ihrem Beruf leidenschaftlich nachgeht. Doch dann ist ihr Job in Gefahr und sie muss es mit der Reichspost aufnehmen…

In letzter Zeit reizen mich Romane, die in er Vergangenheit spielen und sich mit wichtigen historische Ereignissen und Menschen befassen. Deshalb wollte ich auch unbedingt den aktuellen Roman von Elke Schneefuß lesen: „Die Postbotin“.

Regine ist seit ihrer Kindheit durch den Vater mit der Reichspost mental verbunden. Sie kennt nichts anderes und daher war schon immer klar, dass sie den Beruf der Postbotin“ wählt. Sie ist für das Brunnenviertel zuständig in Berlin. Das Buch spielt m Jahr 1919. Sie liebt ihren Beruf sehr, ist beliebt bei den Menschen, die sie mit ihren Briefen und Päckchen versorgt. Aber dann gerät das Berufsfeld der Postbotinnen in Gefahr. Denn die Reichspost plant, die Jobs an Männer zu vergeben, die aus dem ersten Weltkrieg zurück kehren und nicht vor dem beruflichen Nichts stehen sollen. Bei allem Verständnis, aber Regine möchte dies nicht zulassen. Sie will kämpfen. Dabei ist sie nicht allein, sie erhofft sich Hilfe von Evi, die als Telefonistin ebenfalls bei der Reichspost angestellt ist. Aber diese hat nun mal ganz nadere Probleme und sie kann sich nicht auf sie verlassen. Dann lernt Regine Kurt kennen. Er ist Gewerkschafter und sie wendet sich hilfesuchend an ihn. Schaffen die Beiden es, einen Streik der Postbotinnen auszulösen? Und natürlich lassen auch Gefühle nicht lange auf sich warten…

Ich habe großen Respekt vor dem Job der Briefträger:Innen. Sie müssen uns bei Wind und Wetter mit Post versorgen und sind sehr lange und früh schon unterwegs. Es war sehr interessant, in den Beruf hineinzuschnuppern, wie er vor über 100 Jahren mal war. Regine liebt ihre Arbeit und das merkt man ihr auch an. Sie will sich nicht einfach unterbuttern lassen und ihre Stelle an einen Mann abtreten müssen, dazu hängt sie zu sehr an ihren Kund:Innen und an ihren Aufgaben. Mir war klar, dass damals noch Männer eine übergeordnete Stellung hatten und irgendwo habe ich noch Verständnis, dass man die aus dem Krieg zurückkehrenden Männer eine Arbeit anbieten wollte. Aber zu welchem Preis?

Ich mochte den Strang mit Evi, die ein eigenes Schicksal zu ertragen hat, was den zweiten Handlungsstrang bildet und viel Spannung hineinbringt. Die beiden Freundinnen sind einander eng verbunden und es ist schön, dass sich die Handlung nicht nur um Regine und ihren Kampf um die Arbeit dreht.

Das Buch beschreibt den Kampf der Frauen bei der Reichspost- nicht nur um ihre Stellen, sondern auch um Anerkennung und Gleichstellung. Ich habe allerdings mehr erwartet. Leider bleibt „Die Postbotin“ hinter meinen Erwartungen. Und das liegt daran, dass ich mir einfach mehr Tiefe gewünscht habe, was die Beziehung zwischen Regine und Kurt betrifft. Oft waren die Aktionen der Protagonisten für mich schwer begründbar und unverständlich.

Und was ich auch sehr schade finde: wenn sich ein Buch schon so sehr um Arbeitskampf, Streiks und Gewerkschaft, sowie Anerkennung bei Frauen dreht, hätte ich mir auch mehr erwartet. Es kommt irgendwie zu keinem Ende und es gibt auch keine angemessene Lösung.

Am Schreibstil habe ich nichts auszusetzen. Er ist gut verständlich und angenehm. Aber ich konnte mit den verschiedenen Protagonisten nicht ganz so warm werden und mir fehlte einfach ein wenig mehr Tiefgang. Daher kann ich auch nur 3,5/ 5 * geben. Schade. Trotzdem ganz interessant.

 

Lucy Score & Claire Kingsley: Whiskey Chaser

Liebst du auch Smalltown-Romance so gern? Dann empfehle ich dir heute die neue „Bootleg Springs“-Reihe von Lucy Score & Claire Kingsley. Es hat mich wirklich begeistert- denn der Schreibstil ist wunderbar erfrischend.

Lucy Score hat sich mit ihren romantischen Komödien einen echten Namen gemacht, ihre Romane sind Bestseller. Gemeinsam mit der ebenso erfolgreichen Kollegin Claire Kingsley hat sie mit „Whiskey Chaser“ und „Sidecar Crush“ die ersten beiden Teile der „Bootleg Springs“-Reihe veröffentlicht. Ich bedanke mich an dieser Stelle beim Verlag More/ Aufbau Verlage, die mir „Whiskey Chaser“ zugesendet haben. Das Buch konnte mich vollkommen überzeugen, denn ich liebe Kleinstadt-Romanzen und diese ist in Sachen Schreibstil wirklich großartig!

Scarlett lebt in Bootleg Springs, einer Kleinstadt irgendwo in West Virginia. Die Bewohner lieben die toughe junge Frau, insbesondere die Männer. Denn Scarlett ist nicht nur mutig und lebensfroh, sondern auch wunderschön. Aber sie will nichts von Liebe wissen und hat daher nur kurze Romanzen oder Affären. Gerade ist ihr Vater gestorben, den sie trotz seiner Alkoholsucht niemals fallen gelassen hat. Aber alleine ist sie ganz sicher nicht- denn sie ist eine Bodine und damit hat sie noch drei Brüder. Und jeder von ihnen beschützt die einzige Schwester bis aufs Blut.

Doch dann taucht Devlin auf. Ein Politiker und Anwalt, der gerade zu einer Zwangspause gezwungen wurde. Diese verbringt er ausgerechnet im Haus einer Verwandten in Bootleg Springs. Seine Ehe ist gescheitert und er will eigentlich zur Ruhe kommen. Eigentlich, denn seine Nachbarin ist Scarlett. Scarlett, die vor positiver Energie und Lebensfreude nur so sprüht. Bald kann er ihren Reizen nicht mehr widerstehen und die Energie zwischen ihnen ist greifbar. Doch ist sie nicht nur sexuell, sondern geht tiefer. Devlin berührt sie emotional, dabei hat Scarlett keine Lust auf die große Liebe gehabt. Aber beide können die Gefühle füreinander irgendwann nicht mehr leugnen. Und dann passieren Dinge, die dafür sorgen, dass Scarlett Devs Hilfe braucht. Doch kann sie diese überhaupt annehmen? Und was ist, wenn Devlin zurück geht in sein eigenes Leben? Und ausserdem verheimlicht Scarlett ihm ein großes Geheimnis…

Ich möhte nicht spoilern, aber ich liebe die verschiedenen Erzählstränge, die allesamt Scarlett betreffen. Der Schreibstil ist sehr leicht und sehr erfrischend, er ist anders und überraschend. Ich habe noch zwei Bücher von Lucy Score auf dem SuB. Und bin gespannt, ob die Autorin alleine auch so einen besonderen, direkten und mitreissenden Schreibstil hat. In „Whiskey Chaser“ konnte mich dieser vollkommen überzeugen. Sie hat mit Scarlett eine so lebensfrohe und tolle Protagonistin entwickelt, die man einfach lieben muss. Sie rauscht mit einer Gewalt in Devlins Leben, die alles verändert- zum Guten. Sie hat eine ungeheure Präsenz und das, obwohl sie nur eine Buchfigur ist.

Der zweite Band „Sidecar Crush“ kam ebenfalls bei mir an und ich freue mich, die Geschichte rund um einen der Bodine-Brüder zu entdecken. Ich liebe Bootleg Springs mit all seinen Bewohnern, seinem Diner und dem ganz besonderen Charme, die eine Stadt in West Virginia nur haben kann.

Ein sehr unterhaltsames und erfrischendes Buch mit besonderen Protagonisten und einem tollen Schreibstil.

4,5/5 *

Catherine Walsh: Jedes Jahr Im Dezember

Mit dem Oktober läuten wir die Zeit der cosy Bücher ein, die sich rund um Winter und Weihnachten drehen. Dank dem Bloggerportal durfte ich den Anfang mit „Jedes Jahr im Dezember“ von Catherine Walsh machen. Heute folgt meine Rezension.

 

Klappentext: „Jedes Jahr im Dezember treffen sich Molly und Andrew auf dem Flug von Chicago nach Dublin. Mehr als diese sieben Stunden und fünfzehn Minuten haben sie noch nie miteinander verbracht, und mehr als Freundschaft war nie zwischen ihnen. Doch im zehnten Jahr fallen wegen eines Sturms über dem Atlantik sämtliche Flüge nach Europa aus. Während Molly nichts dagegen hätte, die Feiertage in Chicago zu verbringen, will Andrew unbedingt zu seiner Familie. Etwas leichtsinnig verspricht Molly, ihn rechtzeitig nach Hause zu bringen. Es beginnt eine dreitägige Odyssee über Buenos Aires, Paris und London, bei der die beiden sich näherkommen als je zuvor …“

Vorab: ich finde das Cover so passend. Es ist winterlich und gibt die Vibes des Romans wirklich gut wieder. Winterlich und cosy. Und so ist auch die Geschichte.

Es gibt einige Geschichten mit diesem Konstrukt. Zwei Fremde treffen sich, sprechen sich ab, sich regelmäßig wiederzusehen und daraus wird dann irgendwann die große Liebe. Aber „Jedes Jahr im Dezember“ ist mehr als das. Ich habe Molly sofort ins Herz geschlossen. Sie ist eine empathische, humorvolle und liebenswerte Hauptprotagonistin. Ich mag auch Andrew gern. Die Geschichte ist voller Humor, guter Situationskomik, genialen Dialogen und einer angenehmen Atmosphäre. Die Story ist eine wunderbare Weihnachtsgeschichte, die mich wirklich gut auf den Winter eingestimmt hat. Ich liebe diese Jahreszeit und ich liebe solche Bücher. Kurzweilig, herzlich, aber mitreissend und herrlich unterhaltend.

Der Schreibstil von Catherine Walsh ist perfekt. Sehr flüssig, witzig und genau passend gefühlvoll. Sie zeichnet zwei Protagonisten nieder, die ich einfach nur mögen kann. Dazu eine Geschichte, die nicht konstruiert wirkt, sehr angenehm und leicht ist.

Ich vergebe sehr zufriedene 4,5/5 * Sterne. Gerne mehr Bücher der Autorin 🙂