Susan Mallery: Man Liebt Nicht Nur Zur Weihnachtszeit

Kennt ihr die Bücher von Susan Mallery schon? Sie ist bekannt für die vielen Veröffentlichungen von leichten, unterhaltsamen Romanen, die sich besonders für weibliche Leserinnen eignen. Aber natürlich können auch die Herren die Bücher der Erfolgsautorin lesen:) 2023 hat sie mit „Man liebt nicht nur zur Weihnachtszeit“ einen Weihnachtsroman veröffentlicht, den zweiten Band ihrer „Wishing Tree“-Reihe. Wundert euch bitte nicht, dass ich das Buch jetzt erst rezensiere. Durch eine Verzögerung fand auch dieser Roman erst jetzt den Weg zu mir. Aber macht ja nichts. Ich liebe Weihnachten und habe die Vibes davon sehr beim Lesen genossen.

Camryn hatte einst keine Lust auf ein Kleinstadtleben. Aber dann übernah, sie nach dem Tod der Mutter das Familiengeschäft und lebt seitdem in Wishing Tree, irgendwo im Bundesstaat Washington.
Nun reden in der Kleinstadt plötzlich alle vom Projekt „Jakes Braut“. Camryn belächelt diese Aktion nur. Eine Braut für Jake suchen? Und dann soll sie dafür kandidieren? Sie findet ihn ja attraktiv- aber soll sie sich darauf einlassen? Sie lacht zunächst darüber…aber aus Spaß werden bald ernste Gefühle.

Der zweite Erzählstrang handelt von ihrer Freundin River. Sie soll bei den anstehenden Weihnachtsevents der Stadt die Rolle der Schneekönigin spielen. Ihr Gegenstück ist der Scheekönig Dylan Tucker. Überraschenderweise schlägt Rivers Herz in seiner Anwesenheit höher. Aber er hat ein Geheimnis, welche alles kaputt machen könnte- die Events und die ganze Weihnachtsstimmung. Aber da ist noch die Magie des Festes, die alles in einem anderen Licht erscheinen lässt…

Ich muss zugeben, ich habe seit langer Zeit die Bücher der Autorin ignoriert. Einfach, weil es mich iritiert, wieviel sie schon veröffentlicht hat- und es immer noch tut. Ich dachte, Quantität bedeutet nicht gleich Qualität. Und deshalb habe ich mich nach langer Zeit mal wieder an einen ihrer Romane rangewagt- und wurde nicht enttäuscht.

Wishing Tree ist ein sehr weihnachtliches Setting. Es versprüht so tolle Weihnachtsvibes und festliche Stimmung. Jedes Geschäft hat einen passenden und sehr lustigen Namen, die Bewohner finde ich allesamt sehr gelungen. Ich habe mich anfangs ein wenig zwischen den beiden Erzählsträngen verfranst, da ich den Schreibstil der Autorin nicht mehr kannte. Aber ich bin schnell reingekommen und fand die Geschichte von River und Dylan sogar noch schöner als die von Camryn und Jake.

Aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Der Schreibstil sprüht vor Lebhaftigkeit und Humor, die Lektüre hat einfach Spaß gemacht. Das Cover finde ich zauberhaft und sehr gut gewählt.

Die Protagonistinnen sind echte Freundinenn, sie sind authentisch und ich mag sie. Der Roman ist natürlich nicht bemerkenswert tiefgründig- aber das habe ich auch nicht erwartet. Ich möchte beim Lesen dieses Genres abschalten, mich gut unterhalten lassen, lachen, weinen, mitfiebern- und all das habe ich getan.

Ein toller Weihnachtsroman, der sicher auch das ganze Jahr über sehr gut unterhalten kann. Ich bin zufrieden und werde die Autorin jetzt nicht mehr so schnell aus den Augen verlieren. 🙂

 

4/5 *

 

 

Anja Leuthner: Felicità!: Einmal Waren Wir Freundinnen

Die drei Frauen Elli, Marie, Giovanna und Antonella waren einst dickste Freundinnen. Von der Grundschule an teilten sie alles miteinander. Nun sind 30 Jahre vergangen- und die Welt der drei Frauen ist nicht vollkommen.Sie haben Ehemänner und Kinder, Antonella ist verstorben. Ihre Schwester Giovanna kommt mit ihrem Tod nicht klar. Sie will in ihr Heimatland Italien reisen, um ein Akkordeon zu kaufen. Elli begleitet sie in den Süden. Die beste Chance, auch Marie wiederzusehen, denn diese lebt in Mittelitalien.

Die Begegnung nach all der Zeit und Antonellas Tod sind Anlass, dass alle Frauen mal ihr Leben überdenken. Haben sie sich ihre Wünsche erfüllt? Sind sie zufrieden mit ihrem Leben? Oder erwarten sie viel mehr davon? Und wie konnte es soweit kommen, dass sie sich mehr oder weniger aus den Augen verloren haben?

„Felicitá! Einmal waren wir Freundinnen“ ist ein beeindruckender Roman, der mich sehr berührt hat. Die Geschichten der Freundinnen hat mich in eine melancholische Stimmung versetzt. Es ist kein lauter Roman, aber ein wichtiger. Tiefgründig, vielseitig und lebensbejahend- trotz der manchmal schwierigen Thematik.

Eine Hommage an die Freundschaft, an das Leben.

 

3,5/5 *

C.S. Sienner: So Malt Das Leben

Heute möchte ich euch einen besonders emotionalen Roman von C.S. Sienner vorstellen: „So malt das Leben“.

Die Hauptprotagonistin Leyla ist eine auffallend hübsche junge Frau. Sie liebt das Leben, ist schlagfertig und beliebt- aber das wirkt nur so. Denn Leyla hat insgeheim mit Zweifeln zu kämpfen. Sie hat ihr bisheriges Leben viel einstecken müssen und hat all die Dinge, ihr passiert sind, noch nicht verarbeitet. Und dann ist da noch die Tatsache, dass sie ihren Lebensweg nicht selbst bestimmen kann. All das beeinflusst die junge Frau.

Dann jedoch trifft sie erneut auf Milo. Er ist der Bruder ihres Stiefvaters- und bringt Leylas Gefühlsleben komplett durcheinander. Sie muss ihn vergessen, darf nicht weiter an ihn denken, denn das wäre fatal. Aber sie empfindet ein großes Verlangen zu ihm- und Milo geht es genauso. Irgendwann können die Beiden sich nicht mehr zurückhalten und geben sich ihrer Anziehung und Leidenschaft hin. Und zum ersten Mal fühlt Leyla sich, als würde sie wirklich leben…

Dieses Buch hat mich so sehr berührt. Ich kann so gut nachempfinden, was in Leyla vorgeht. Nach aussen hin ist sie die hübsche junge Frau, die scheinbar alles packt. Aber in ihrem Inneren sieht es ganz anders aus. Sie hat das Gefühl, dass ihr Leben sie nicht ausfüllt, es ist fremdbestimmt. Als sie Milo wiedersieht, erweckt er ihre Lebensgeister. Die Anziehungskraft ist so groß, dass sie ein scheinbares Tabu brechen. Und das ist der Beginn von etwas, was Leyla so nicht kannte- aber haben sie überhaupt eine Chance auf eine Zukunft?

Der Schreibstil von C.S. Sienner ist so einfühlsam und emotional, ohne flach zu wirken. Er ist emotional, mitreissend und hat dafür gesorgt, dass ich so sehr mit Leyla mitgelitten habe. „So malt das Lebe“ ist der ideale Titel für dieses emotionale Buch, was mein Herz berührt hat.C.S. Sienner schildert so eindrücklich, wie Leyla die ganze Farbpalette des Lebens kennenlernt, bisher kannte sie nur die grauen Nuancen. Milo zeigt ihr, was Leben wirklich bedeutet. Die Leidenschaft und Anziehung zwischen ihnen gibt Leyla das Gefühl, endlich zu leben.

Die Geschichte ist emotional, hat mich zum Weinen gebracht, hat mich gefühlsmäßig auf den Kopf gestellt, hat mein Leseherz zerrissen und hat am Ende ein Gefühl der Melancholie zurück gelassen.

Beeindruckend, eindringlich und wunderschön.

5/%

Sandra Kiefer: Perfekte Frau Mit Kleinem Manko

Heute möchte ich euch einen Roman von Sandra Kiefer vorstellen. Ich würde ihn als „queeren Liebesroman“ bezeichnen, denn es geht um eine gleichgeschlechtliche Liebe.

Unsere Hauptprotagonistin ist Brie. Sie hat gerade eine schlimme Trennung hinter sich und wagt einen Neuanfang in Hannover. Um diese Trennung besser verarbeiten zu können, beginnt sie eine Affäre. Sie will den Schmerz vergessen, auch wenn diese Affäre sie nur einige Stunden davon ablenkt.
Sie versteht sich gut mit ihren neuen Kollegen und lernt über deren Freundeskreis, der queer ist, Ella kennen. Brie stellt fest, dass sie sehr viel mit ihr gemeinsam hat, sie harmonieren scheinbar gut miteinander- aber die wichtigsten cPunkte trenenn sie. Und dann erfährt Ella auch noch, dass Bri eine Affäre mit einer Frau hat, die vergeben ist.
Schaffen die beiden Frauen es, zueinander zu finden? Können sie ihre Differenzen aus der Welt schaffen und sich mehr auf die Andere einstellen? Denn eines steht fest: es gibt keine perfekte Frau. Nobody´s perfect. Schaffen sie es, offener zueinander zu sein und im Unperfekten das große Glück zu finden?

Der Roman ist mein erstes (aber nicht letztes) Buch der Autorin. Sandra Kiefer hat michmit ihrem queeren Liebesroman durchaus erreicht. Ihr Schreibstil ist sehr, sehr flüssig und mitreissend. Man taucht schnell in den Storyplott ein. Es ist egal, welche sexuelle Orientierung wir Leser:innen haben, wir finden schnell hinein. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt. Ich mag die Geschichte von Brie sehr. Sandra Kiefer hat eindringlich und einfühlsam von ihrem Trennungsschmerz erzählt, ich habe mit ihr mitgelitten und habe verstanden, warum sie ihre eigenen Grenzen überschreitet und eine eigentlich emotionslose Affäre eingeht. Als sie Ella kennenlernt, entdeckt sie, wie passend eine Frau sein kann- aber dann steht die Tatsache ihnen im Wege, dass keine Frau perfekt ist. Jede hat ein kleines Manko- und das macht einen Menschen doch erst interessant. Unperfekt ist perfekt.

Mit diesem Buch ist Sandra Kiefer ein toller Roman gelungen, der auf entspannte Art und Weise eine queere Liebe thematisiert, sensibel und mitreissend, spannend und unterhaltsam.

4,5/5 *

Maike Johnke: Kaktus Sucht Rose

Ich durfte vor einiger Zeit die Geschichten rund um „Agentin Uhu“ lesen von Autorin Maike Johnke. Nun habe ich einen weiteren Roman der Autorin gelesen. Er trägt den Titel „Kaktus sucht Rose“. Klingt gut, oder?

Laura hat eigentlich ihren Traummann gefunden: Thomas. Eigentlich. Denn Thomas ist ihr Chef und entlässt sie. Aber nicht nur das. Denn Thomas hat einen besten Freund – und dieser wird ihr neuer Nachbar, denn er zieht ausgerechnet in die Wohnung neben ihr ein. Und dann ist da noch ihr neuer Kollege, der schwul ist- aber ein wirklich guter Freund für sie wird.

Dann bricht das Chaos vollends aus: Laura ist schwanger. Und es stellt sich die Frage: wer ist der Vater?

Laura ist eine angenehme Protagonistin, die mit dem Wirrwar des Lebens klar kommen muss. Sie ist authentisch, es hat Spaß gemacht, ihre Geschichte zu lesen. Das Liebeschaos hat mich manchmal ein wenig verwirrt, denn das Buch ist nicht gerade dick mit 198 Seiten als Printausgabe, aber dafür ist viel Handlung vorhanden. Maike Johnke spart nicht an Plotttwists und hat sich eine Geschichte über eine Frau ausgedacht, die vollends im Liebeschaos landet.

Der Schreibstil ist flüssig, lustig und macht Spaß. Und so würde ich auch das ganze Buch beurteilen: es ist kurzweilig, macht Spaß und eignet sich super für die Lektüre zwischendurch.

3,5/5 *