Britney Spears: The Woman In Me

Britney Spears war einst der absolute Superstar. Dann erlitt sie einen Zusammenbruch und fortan übernahm ihr Vater ihre Vormundschaft. 13 Jahre lang führte sie ein fremdkontrolliertes Leben, stand immer unter Beobachtung, jeder Schritt wurde kontrolliert. 2021 gewann sie dann endlich vor Gericht und die Vormundschaft wurde aufgehoben. In „The Woman In Me“ erzählt sie schonungslos aus ihrem Leben- und wir erfahren, wie es wirklich in dieser unfassbar starken Frau aussieht.

Ich habe schon lange nicht mehr so sehr auf eine Biographie gewartet, als auf die Memoiren von Britney Spears. Ich bin mit ihrer Musik aufgewachsen und sie hat meinen Musikgeschmack nachhaltig beeinflusst. Britney ist ein Weltstar und schwamm von 1999 bis Mitte der 2010er auf der großen Erfolgswelle. Dann stürzte sie ab- und seitdem ist viel passiert. Ihr Vater übernahm 13 Jahre lang die Vormundschaft, gegen die sie sich 2021 nach einem langen Kampf durchsetzen konnte. Ich möchte euch heute berichten, wie nah mir „The Woman In Me- Meine Geschichte“ mir geht.

Ich bedanke mich an dieser Stelle beim Bloggerportal, die mir das Buch sehr pünktlich zur Verfügung gestellt haben. Ich habe mich sehr gefreut, „The Woman In Me“ lesen zu dürfen.

Das Cover ist schlicht und edel gehalten. Wir sehen darauf Britney, das Foto könnte auch aus Zeiten ihres Karrierehöhepunktes stammen. Es ist ein gebundenes Buch und besitzt einen Schutzumschlag. Erschienen ist es im Penguin Verlag und beinhaltet 288 Seiten.

Ich bewerte sonst zum Schluss hin den Schreibstil in einer Rezension. Aber um das Buch zu verstehen, sollte man sich etwas klar machen: Britney schreibt voller Wut, Fassungslosgikeit und teilweise mit der Reife einer jungen Frau Anfang/ Mitte 20. Und das ist nicht weiter vewunderlich. 2007 übernahm ihr Vater ihre Vormundschaft und würdigte sie damit zu einer Frau hinab, die keine eigenen Entscheidungen mehr treffen durfte und nicht mehr autonom lebte.

Britney berichtet von ihrer Kindheit, die alles andere als golden war. Sie war immer auf den Erfolg programmiert worden dank ihrer Eltern. Da ist die Mutter, die keine wirkliche Meinung hatte und eine On-Off-Beziehung zu ihrem Vater führte. Und dieser war starker Alkholiker, er machte nicht nur Britney das Leben schwer, sondern auch ihrem Bruder. Nein, die Spears-Kinder hatten keinen Himmel auf Erden in Louisana, wie man vielleicht vermutet hätte. Es war die Musik, es war das Tanzen und Singen, welche die kleine Britney irgendwie aufrecht gehalten haben. Schon früh sahen die Eltern in ihr eine Möglichkeit, um Geld zu scheffeln. Angefangen hat alles im Disney-Club, irgendwann fand Britney dann einen Manager und Produzenten. 1998/ 1999 veröffentlichte sie mit „…Baby One More Time“ dann ihre Debütsingle. Und dazu muss man nicht mehr viel sagen, oder? Jeder von uns erinnert sich an das Video und den Song. Es ebnete den Weg für eine gewisse Art von Popmusik, die Anfang der 200er riesige Erfolge feierte. Britney gelang der weltweite Durchbruch und musste weiterhin ein gewisses Image erfüllen. Dann kam sie mit Justin Timberlake zusammen. Einige Jahre galten sie als absolutes Traumpaar- aber hinter den Kulissen sah alles anders aus. Darüber spricht die Sängerin offen und ehrlich. Später folgte ihre Ehe mit Kevin Federline, mit dem sie 2 Kinder hat. Der Rest ist bekannt: sie erlitt 2007 scheinbar einen Nervenzusammenbruch und mehrere psychische Krisen. Sie war wirklich am Boden. Aber wenn man „The Woman In Me“ liest, versteht man, warum. Überhaupt versteht man so vieles.

Britney war irgendwann nur noch eine gebrochene Frau, bei der es nur noch um Erfolg und Geld ging. Sie versuchte, sich frei zu schwimmen von ihren Eltern und einem bestimmten Image, was ihr auch gelang. Aber dann schlug das Schicksal zu, sie erlitt besagte Zusammenbrüche und ihr Vater übernahm die Vormundschaft. Lange 13 Jahre lang verwaltete er nicht nur ihre Finanzen, er handelte Verträge für sie aus (sehr fragwürdige) und er sperrte seine Tochter in ein gefühltes Gefängnis. Sie wurde kontrolliert, konnte keinen Schritt ohne Auflagen oder heftige Regeln machen, sie war kein freier Mensch mehr. Sie konnte nicht mehr lieben, wen sie wollte und durfte auch keine weiteren Kinder bekommen. All diese Aspekte, diese Fakten, die sie uns erklärt, haben mich sehr berührt. Eine Frau, die 3 Jahre älter als ich ist, hatte kein Anrecht mehr, ihr eigenes Leben zu führen, selbst Fehler zu machen, eigene Entscheidungen zu treffen, frei zu leben. Ich habe teilweise mit den Tränen gekämpft, so fassungslos hat mich gemacht, was Britney erleben musste. Wir erfahren auch die Wahrheit über ihre angebliche Alkohol- und Drogenabhängigkeit.

Und dann änderte sich 2021 alles. Nach der Bewegung „Free Britney“ erhielt sie endlich, endlich eine Stimme und konnte vor Gericht alles aussagen, was ihr auf der Seele brannte. Das hat mich damals schon so sehr für sie gefreut. Ich habe gehört, mit welchen Worten sie damals schon von ihren Erlebnissen sprach, wie verzweifelt sie klang, aber trotzdem noch so stark. Sie hat mich damals beeindruckt und auch mit „The Woman In Me“ hat sie einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Die ganze Zeit glaubten wir, die Öffentlichkeit doch, dass es ihr gut geht, oder nicht? Sie veröffentlichte nach dem Mental Break Down 2007 neue Musik, neue Platten, ging auf Tourneen und spielte jahrelang Konzerte in Las Vegas. Ich frage mich: warum? Warum musste sie gezwungen werden? War sie für ihren Vater und ihr Umfeld eine einzige menschliche Gelddruckmaschine? So kam es mir vor. Sie hatte keinerlei Ruhe, um innezuhalten, zu sich zu kommen, ihre psychischen Probleme wurden noch verstärkt durch das unfassbar schlimme Verhalten ihres Vaters und der anderen Leute um sie herum. Es hat mich so schockiert und mitgenommen.

Und trotzdem ist Britney noch hier. Sie weilt noch auf dieser Welt und schlägt sich durch. Der eine oder andere unter uns mag ihre Instagram-Videos vielleicht cringe finden, aber auch das erklärt sie im Buch. Ich dachte, Britney wäre sehr stark angeschlagen was die Klarheit und das Bewusstsein angeht. Aber nein, ihr Buch erzählt etwas ganz anderes. Sie ist eine unglaublich starke Frau, die immer noch Kraft aufbringt, um weiterzuleben. Die Liebe zu ihren Kindern ist groß und grenzenlos, auch das spürt man und sie spielt ein großes Leben in ihrem Leben- und auch im Buch.

Der Schreibstil hat einen wütenden Unterton, er ist manchmal verzweifelt, bitter, aber auch empathisch und kampfwillig. Man merkt: sie hat noch lange nicht mit dem Leben abgeschlossen. Britney spricht endlich- sie wird endlich gehört. Und das ist das, was ich ihr von ganzem Herzen wünsche: dass sie weiterhin ein selbstbestimmtes Leben führen darf und den Weg zurück findet zum Glück- wenn sie das überhaupt schon mal erleben und empfinden durfte.

Ein unter die Haut gehendes, ehrliches und direktes Buch. Wer krasse Offenbarungen erwartet, der wird enttäuscht sein. Ja, sie macht einige heftige Sachen öffentlich, aber es geht hier nicht darum, dreckige Wäsche zu waschen, das merkt man. Sie erzählt aus ihrem Leben und da bleibt es nicht aus, dass manche Dinge schockieren werden.

Ich bin sehr dankbar, dass sie gehört wird und dass ich dieses Buch lesen durfte.

4,5/5 *

Stephanie Jana: Im Ballhaus Brennt Noch Licht

Mit diesem Buch ist der Autorin ein tiefgründiger Roman gelungen, der voller Tanz, Liebe, Glamour, aber auch Nachdenklichkeit steckt.

Vor wenigen Tagen erreichte mich ein kleines, liebevoll gepacktes Bloggerpaket vom Bloggerportal. Darin enthalten war der von mir ersehnte Roman „Im Ballhaus brennt noch Licht“ von Stephanie Jana. Der Klappentext hat mich schon vor einiger Zeit gecatcht und ich habe mich sehr gefreut, als das Päckchen bei mir ankam. Heute folgt meine Rezension.

Können wir festhalten, wie schön das Cover ist? Ich finde es sehr passend und es gibt den Vibe des Buches perfekt wieder. Denn das Buch spielt Anfang des 20. Jahrhunderts.

Wir befinden uns Berlin. Lulu Schneider kommt aus armen Verhältnissen und sie verbringt nicht wenig Zeit damit, von einer Karriere als Tänzerin zu träumen. Immer wieder zieht es sie zu den Fenstern des nahe gelegenen, beliebten Ballhauses Sternberg. Dort tanzt die Oberschicht, amüsiert sich und genießt die Musik. Bei einem dieser Beobachtungsausflüge trifft sie ausgerechnet auf David, seinem Vater gehört das Ballhaus. Die beiden sind jüdischen Glaubens, was aber kein Problem ist… noch nicht. David und seine Familie schließen Luli in ihr Herz und erfüllen ihren größten Wunsch. Sie wird zu eine der beliebtesten Tänzerinnen ihrer Gegenwart und kommt auch David näher. Die Golden Twenties sind im vollen Gang, Lulu avanciert zum echten Star. Aber dann greift die deutsche Geschichte in das Geschehen ein- und eine Zeit beginnt, die für Juden in Deutschland das Schlimmste ist, was man sich nur ausmalen konnte. Die politischen Verhältnisse ändern sich und fortan beginnt eine dunkle Zeit. Nicht nur für Lulu, insbesondere für die Sternbergs und auch für David.

Ich habe lange keinen Roman gelesen, der seine Zeitebene so wunderbar wiedergibt. Ich habe mich regelrecht als ein Teil der goldenen 20er Jahre gefühlt, die Atmosphäre wird perfekt wiedergegeben, wir erleben den Glamour der Zeit wirklich spürbar mit. Die Geschichte klingt, als könnte sie genau so wirklich stattgefunden haben. Das Ballhaus Sternberg hat mich so fasziniert, ich mochte Lulu sehr gern und ich habe es sehr genossen, dass die Liebe zwischen ihr und David ein zentrales Thema des Storyplott ist. Denn diese Liebe ist intensiv, besonders und geht tief. Die Beiden durchleben so viel miteinander, aber nichts kann die Gefühle zerstören. Zu sehen, wie wervtoll Lulu für die Familie Sternberg wird, war einfach toll.

Das politische Zeitgeschehen wurde sehr gut in die Geschichte transportiert und ich habe die Stimmung wirklich gut wahrgenommen.

„Im Ballhaus brennt noch Licht“ erzählt nicht nur simpel die Geschichte einer jungen Tänzerin, eines Ballhauses- es erzählt uns von menschlichen Tragödien, von Lebenswegen, die tragisch enden, von Menschen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und verachtet wurden. Von Warmherzigkeit, von den Golden 20ies, aber auch von so vielen Schicksalen und von so viel Stärke und Liebe.

Ich erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Da ist zum Einen die Geschichte von Lulu, die ihren Traum verwirklicht, Tänzerin zu werden. Dann ihre Geschichte mit David, diese innige Liebe, die scheinbar grenzenlos ist. Die politische Machtumverteilung, die bedrohliche Stimmung, die dadurch ausgelöst wird, dann die Schicksale der Menschen, die aber niemals die Hoffnung aufgeben.

Ein sehr einfühlsamer, wunderbarer Roman rund um eine Welt, die leider nicht imaginär ist. Dieses Berlin, dieses Deutschland gab es. Und auch wenn die Charaktere nicht existieren, so gab es tausende von ihnen, die dieses Schicksal erlebten. Sensibel und wunderschön schreibt die Autorin über sie und über die Zeitenwende damals.

Der Roman konnte mich definitiv fesseln und ich hatte so tolle Lesestunden. Das Buch hat mich zu Tränen gerührt und das habe ich nicht erwartet. Ein Roman, der berührt, unterhält und zum Nachdenken anregt.

4,5/5 *

Elke Schneefuß: Die Postbotin

In ihrem neuen Roman „Die Postbotin“ erzählt Elke Schneefuß von Briefträgerin Elke Schneefuß, die im Jahr 1919 in Berlin ihrem Beruf leidenschaftlich nachgeht. Doch dann ist ihr Job in Gefahr und sie muss es mit der Reichspost aufnehmen…

In letzter Zeit reizen mich Romane, die in er Vergangenheit spielen und sich mit wichtigen historische Ereignissen und Menschen befassen. Deshalb wollte ich auch unbedingt den aktuellen Roman von Elke Schneefuß lesen: „Die Postbotin“.

Regine ist seit ihrer Kindheit durch den Vater mit der Reichspost mental verbunden. Sie kennt nichts anderes und daher war schon immer klar, dass sie den Beruf der Postbotin“ wählt. Sie ist für das Brunnenviertel zuständig in Berlin. Das Buch spielt m Jahr 1919. Sie liebt ihren Beruf sehr, ist beliebt bei den Menschen, die sie mit ihren Briefen und Päckchen versorgt. Aber dann gerät das Berufsfeld der Postbotinnen in Gefahr. Denn die Reichspost plant, die Jobs an Männer zu vergeben, die aus dem ersten Weltkrieg zurück kehren und nicht vor dem beruflichen Nichts stehen sollen. Bei allem Verständnis, aber Regine möchte dies nicht zulassen. Sie will kämpfen. Dabei ist sie nicht allein, sie erhofft sich Hilfe von Evi, die als Telefonistin ebenfalls bei der Reichspost angestellt ist. Aber diese hat nun mal ganz nadere Probleme und sie kann sich nicht auf sie verlassen. Dann lernt Regine Kurt kennen. Er ist Gewerkschafter und sie wendet sich hilfesuchend an ihn. Schaffen die Beiden es, einen Streik der Postbotinnen auszulösen? Und natürlich lassen auch Gefühle nicht lange auf sich warten…

Ich habe großen Respekt vor dem Job der Briefträger:Innen. Sie müssen uns bei Wind und Wetter mit Post versorgen und sind sehr lange und früh schon unterwegs. Es war sehr interessant, in den Beruf hineinzuschnuppern, wie er vor über 100 Jahren mal war. Regine liebt ihre Arbeit und das merkt man ihr auch an. Sie will sich nicht einfach unterbuttern lassen und ihre Stelle an einen Mann abtreten müssen, dazu hängt sie zu sehr an ihren Kund:Innen und an ihren Aufgaben. Mir war klar, dass damals noch Männer eine übergeordnete Stellung hatten und irgendwo habe ich noch Verständnis, dass man die aus dem Krieg zurückkehrenden Männer eine Arbeit anbieten wollte. Aber zu welchem Preis?

Ich mochte den Strang mit Evi, die ein eigenes Schicksal zu ertragen hat, was den zweiten Handlungsstrang bildet und viel Spannung hineinbringt. Die beiden Freundinnen sind einander eng verbunden und es ist schön, dass sich die Handlung nicht nur um Regine und ihren Kampf um die Arbeit dreht.

Das Buch beschreibt den Kampf der Frauen bei der Reichspost- nicht nur um ihre Stellen, sondern auch um Anerkennung und Gleichstellung. Ich habe allerdings mehr erwartet. Leider bleibt „Die Postbotin“ hinter meinen Erwartungen. Und das liegt daran, dass ich mir einfach mehr Tiefe gewünscht habe, was die Beziehung zwischen Regine und Kurt betrifft. Oft waren die Aktionen der Protagonisten für mich schwer begründbar und unverständlich.

Und was ich auch sehr schade finde: wenn sich ein Buch schon so sehr um Arbeitskampf, Streiks und Gewerkschaft, sowie Anerkennung bei Frauen dreht, hätte ich mir auch mehr erwartet. Es kommt irgendwie zu keinem Ende und es gibt auch keine angemessene Lösung.

Am Schreibstil habe ich nichts auszusetzen. Er ist gut verständlich und angenehm. Aber ich konnte mit den verschiedenen Protagonisten nicht ganz so warm werden und mir fehlte einfach ein wenig mehr Tiefgang. Daher kann ich auch nur 3,5/ 5 * geben. Schade. Trotzdem ganz interessant.

 

Lucy Score & Claire Kingsley: Whiskey Chaser

Liebst du auch Smalltown-Romance so gern? Dann empfehle ich dir heute die neue „Bootleg Springs“-Reihe von Lucy Score & Claire Kingsley. Es hat mich wirklich begeistert- denn der Schreibstil ist wunderbar erfrischend.

Lucy Score hat sich mit ihren romantischen Komödien einen echten Namen gemacht, ihre Romane sind Bestseller. Gemeinsam mit der ebenso erfolgreichen Kollegin Claire Kingsley hat sie mit „Whiskey Chaser“ und „Sidecar Crush“ die ersten beiden Teile der „Bootleg Springs“-Reihe veröffentlicht. Ich bedanke mich an dieser Stelle beim Verlag More/ Aufbau Verlage, die mir „Whiskey Chaser“ zugesendet haben. Das Buch konnte mich vollkommen überzeugen, denn ich liebe Kleinstadt-Romanzen und diese ist in Sachen Schreibstil wirklich großartig!

Scarlett lebt in Bootleg Springs, einer Kleinstadt irgendwo in West Virginia. Die Bewohner lieben die toughe junge Frau, insbesondere die Männer. Denn Scarlett ist nicht nur mutig und lebensfroh, sondern auch wunderschön. Aber sie will nichts von Liebe wissen und hat daher nur kurze Romanzen oder Affären. Gerade ist ihr Vater gestorben, den sie trotz seiner Alkoholsucht niemals fallen gelassen hat. Aber alleine ist sie ganz sicher nicht- denn sie ist eine Bodine und damit hat sie noch drei Brüder. Und jeder von ihnen beschützt die einzige Schwester bis aufs Blut.

Doch dann taucht Devlin auf. Ein Politiker und Anwalt, der gerade zu einer Zwangspause gezwungen wurde. Diese verbringt er ausgerechnet im Haus einer Verwandten in Bootleg Springs. Seine Ehe ist gescheitert und er will eigentlich zur Ruhe kommen. Eigentlich, denn seine Nachbarin ist Scarlett. Scarlett, die vor positiver Energie und Lebensfreude nur so sprüht. Bald kann er ihren Reizen nicht mehr widerstehen und die Energie zwischen ihnen ist greifbar. Doch ist sie nicht nur sexuell, sondern geht tiefer. Devlin berührt sie emotional, dabei hat Scarlett keine Lust auf die große Liebe gehabt. Aber beide können die Gefühle füreinander irgendwann nicht mehr leugnen. Und dann passieren Dinge, die dafür sorgen, dass Scarlett Devs Hilfe braucht. Doch kann sie diese überhaupt annehmen? Und was ist, wenn Devlin zurück geht in sein eigenes Leben? Und ausserdem verheimlicht Scarlett ihm ein großes Geheimnis…

Ich möhte nicht spoilern, aber ich liebe die verschiedenen Erzählstränge, die allesamt Scarlett betreffen. Der Schreibstil ist sehr leicht und sehr erfrischend, er ist anders und überraschend. Ich habe noch zwei Bücher von Lucy Score auf dem SuB. Und bin gespannt, ob die Autorin alleine auch so einen besonderen, direkten und mitreissenden Schreibstil hat. In „Whiskey Chaser“ konnte mich dieser vollkommen überzeugen. Sie hat mit Scarlett eine so lebensfrohe und tolle Protagonistin entwickelt, die man einfach lieben muss. Sie rauscht mit einer Gewalt in Devlins Leben, die alles verändert- zum Guten. Sie hat eine ungeheure Präsenz und das, obwohl sie nur eine Buchfigur ist.

Der zweite Band „Sidecar Crush“ kam ebenfalls bei mir an und ich freue mich, die Geschichte rund um einen der Bodine-Brüder zu entdecken. Ich liebe Bootleg Springs mit all seinen Bewohnern, seinem Diner und dem ganz besonderen Charme, die eine Stadt in West Virginia nur haben kann.

Ein sehr unterhaltsames und erfrischendes Buch mit besonderen Protagonisten und einem tollen Schreibstil.

4,5/5 *

Ella Adams: The Way We Kiss

Pferde als zentrales Thema in einem New Adult-Roman? Klingt nach einer tollen Geschichte. Dazu noch ein Enemies-to-lovers-Trope und fertig ist ein unterhaltsamer Roman.

„Wendy Meets Gossip Girl“- Ella Adams beschreibt die Vibes ihres neuen Romans „The way we kiss“ genauso. Ich bin zwar kein großer Pferdefan, aber mag es ganz gerne, wenn sie Bestandteil eines Buches sind. Das Setting ist ein besonderes Gestüt. Ob der New Adult-Roman meine Erwartungen erfüllen konnte? Lest selbst…

 

Bonnie ist Pferdepflegerin und arbeitet auf dem angesehenen und luxuriösen Gestüt der Familie Huntington. Nun steht erneut das Sommerturnier an. Ein Event, bei dem sich nicht nur Reiter:Innen blicken lassen. sondern auch die Reichen und Schönen daran teilnehmen. Henry, der Duke von Winterset, ist einer von ihnen. Er wird am Turnier teilnehmen und damit zieht es auch einige Singledamen zu dem Event. Denn Henry ist einer der beliebtesten Junggesellen des ganzen Landes- und das spürt er auch. Und damit ist er eigentlich so gar nicht Bonnies Typ. Die bodenständige Pferdefreundin kennt ihn von früher. Und sie mochte ihn, da er einst ein empathischer Junge war, der einen besonderen Zugang zu Pferden hatte und sie damit beeindruckt hat. Er wirkte immer empathisch und sensibel. Und scheinbar hat er sich komplett verändert oder die Beliebtheit bei den Frauen ist ihm zu Kopfe gestiegen. Er ist unfassbar arrogant, egozentrisch und auf sein Ansehen und Wohl bedacht. Natürlich geraten die Beiden aneinander, was nicht ausbleiben kann, denn es knallen Welten aufeinander. Die ruhige, einfühlsame Bonnie und der arrogante Snob. Das kann nicht gut gehen. Und so entscheidet sich Bonnie, dass sie mit ihm nichts zu tun haben will. Aber die Rechnung hat sie ohne ihre Gefühle gemacht. Denn ihr Herz will nicht akzeptieren, dass der einstige Henry, der sie berührt hat durch seine tiefe Verbindung zu Pferden, nicht mehr existiert. Und es schlägt schneller, sobald sie ihm sieht. Egal, wie sehr sein Charakter ihr auch zuwider ist. Und auch Henry erkennt, dass die Pferdepflegerin ihn beeindruckt, ob er will oder nicht.

Ein New Adult-Roman mit Bezug zu Pferden. Kann das funktionieren? Ja, kann es. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Pferde spielen logischerweise eine zentrale Rolle in diesem Roman, was ich sehr mag. Ich mag auch die Chemie zwischen Bonnie und Henry. Es ist natürlich ein klassischer Enemies-to-lovers-Trope, aber ich mag die Geschichte der Beiden sehr. Das Gestüt der Huntingtons ist ein sehr schönes Setting, die Autorin spiegelt die britische Gesellschaft sehr passend wieder und zeigt auf, wie oberflächlich diese Society wirklich ist. Anfangs gehört Henry für mich dazu, seine Arroganz ist ein echter Streitpunkt für Bonnie. Aber dann kommt wieder das Band zwischen ihnen zum Vorschein, welches sie einst aneinander geknotet hat. Und wir Leser:Innen werden Zeuge, dass auch im arrogantesten Menschen viel Herz stecken kann. Die Liebe zu Pferden ist ein wichtiges Thema, Bonnie lebt für die Tiere, auch Henry kann seine Verbundenheit zu ihnen nicht leugnen. Ich mag die Dialoge zwischen den Beiden.

Ab und zu hätte ich mir etwas mehr Humor gewünscht. Der Storyplott hat das Potential für viel mehr spritzige und witzige Dialoge, für Leichtigkeit, für einen klassischen Enemies-to-lovers-Trope, der mit hitzigen und unterhaltsamen Diskussionen und Unterhaltungen begeistern könnte.

Für mich ist „The way we kiss“ ein toller New Adult-Roman, der aber ein wenig hinter seinem Potential bleibt. Ich habe die Geschichte gemocht, sie ist unterhaltsam, spannend und konnte mir einige tolle Lesestunden bescheren.

4/5 *